Arzt gegen PEG! (bei Anorexia nervosa/Bulimie)

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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Diana W.
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Beitragvon Diana W. » 16.06.2005, 16:25

Hallo Laila,

kann mich Nellie und Helmut auch nur anschließen. Und nur um jemanden vorübergehend ergänzend zu ernähren... Finde ich eher schwierig, Ist sie sich voll im klaren, was es heißt, eine PEG zu haben und vor allem die gelegt zu bekommen und die dann eben wieder zu entfernen, wenn sie bei der Therapie nicht mitmacht. Ich finde durch den erforderlichen endoskopischen Eingriff ist da eben nich mal eben wieder weg.

Habe gestern über das Thema auch noch mal mit einer Kinderkrankenpflegeschülerin gesprochen, die gerade auf der Station war, wo sie mittlerweile schwerpunktmäßig Kinder und Jugendliche mit Esstörungen behandelt werden. Die berichtete dann, dass dieser Wunsch häufig von den Mädels geäußert werde, aber in der Klinik in keinster Weise befürwortet wird, weil das als ein schlechter Handel, wie es auch Nellie angesprochen hat, gesehen wird. Die nasale Sonde wird als Störfaktor gesehen, weil eben nicht so sonderlich kleidsam und es gibt bei den Mädels schon ein Interesse das Ding loszuwerden, die PEG sieht jedoch keiner, da kann man sein Problem gut hinterverstecken.
Von daher würde ich wirklich sehr genau prüfen, wie weit da eine Bereitschaft vorliegt, das eigentliche Problem tatsächlich in einer Therapie angehen zu wollen, bevor ich so einen Schritt befürworte.

Liebe Grüße, Diana

Helmut
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Beitragvon Helmut » 16.06.2005, 16:47

Hallo Laila,

kann mich Nellie und Helmut auch nur anschließen. Und nur um jemanden vorübergehend ergänzend zu ernähren... Finde ich eher schwierig, Ist sie sich voll im klaren, was es heißt, eine PEG zu haben....
Hallo Diana,

so Betroffenen sind die Folgen einer PEG mitunter sehr klar, und haben es daher eher darauf abgesehen, die Folgen zu Mißbrauchen, um ihre Vorstellung von sich und der Umwelt besser ausleben zu können, als das es tatsächlich um eine Absicht der Änderung ihres Verhaltens geht.

Mit einer PEG kann man z.B. kaum einen Pikini, einem normalen Badeanzug, oder andere eng sitzende Kleidung tragen, weil es... genau wie die Nasensonde recht merkwürdig aussieht, und man damit auffällt. Da man sich mit einer PEG "berechtigt" anders anzieht als anderen, fallen Leute, die sich wegen einer PEG anders anziehen als andere, nicht mehr so grundlos auf, und können ihr wahren beweggründe für ihr anders sein besser verstecken... schließlich tragen sie nicht eher weite Klamotten, um "ihre Dürre" zu verstecken, sondern weils sie eine PEG haben, und damit nicht auffallen wollen.

Wenn man Pech hat, tritt man mit solcher Hilfe bei so Kranken, ein Lawine von Forderungen nach Veränderungen los, die alles eher verschlimmern als verbessern.

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.

Diana W.
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Beitragvon Diana W. » 16.06.2005, 16:49

Hallo Helmut,

genau so sehe ich es eigentlich auch und habe aus diesem Grund da echte Bedenken, und kann mich daher deinen bisherigen Äußerungen nur anschließen.

Gruß, Diana

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Laila
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Beitragvon Laila » 16.06.2005, 20:13

Hallo Diana!

Also, dass dieser Wunsch häufiger geäußert wird finde ich ja interessant. Das hatte ich so noch nicht gehört. Ich in diesem Bereich auch noch ein absoluter Neuling, arbeitete vorher nur mit schwerstmehrfach behinderten Kindern zusammen, die intensivmedizinisch betreut werden, mache nun aber nebenbei einen Abstecher in die Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Vielleicht sehe ich die Sache deshalb etwas anders, wobei ich eure Meinungen auch verstehe und respektiere.

Danke, dass Ihr Euch so lebhaft an meiner Frage beteiligt! :)


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