Schulwechsel

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

Moderator: Moderatorengruppe

ehem. User

Schulwechsel

Beitragvon ehem. User » 12.06.2005, 10:24

Hallo ihr,
ich suche jemandem, mit ähnlichen Erfahrungen zwecks Austausch. Mein Sohn ist letzten August in die erste Klasse der Körperbehindertenschule in unserem Wohnbezirk gekommen. Die Erzieher sind ziemlich komisch drauf, haben ihn angeschrien, weil er manchmal einpullert (dabei ist das eine Nebenwirkung seiner Epilepsie-Medizin Ergenyl - und als die Dosis erhöht wurde, hat er nur noch eingepullert).
Am letzten Tag vor den Osterferien kam Andi nach Hause und sagte mir, die Erzieherin habe ihn ins Gesicht gehauen.
Nach der Woche Osterferien sprach ich mit dem Schulamt, fuhr zu der Schule hin und hatte eine "Besprechung". Es waren alle anwesend, die mit Andi irgendwie zu tun haben. Andi denkt sich sowas nicht aus, aber die betreffende Erzieherin bestritt den Vorfall.
Der Schulleiter stellte sich vor die Erzieherin und verlangte in drohendem Ton, dass ich die "Anschuldigung" zurücknehmen solle.
Ich fragte nur, warum er glaubt, dass sich mein Sohn sowas ausdenken sollte? Ich wurde gefragt, ob ich weiterhin die Schule wechseln wolle.
Ich blieb dabei, denn eine andere Klasse an der selben Schule gibt es nicht. Nun stellt sich die Schulrätin aber auch blöde, das ist ein totaler Klüngel. Der Schulleiter hatte ja schon gesagt, dass er den Schulwechsel nicht unterstützt, und dass ich damit PROBLEME haben werde.
Ja, das merke ich nun.
Leider gibt es im Wohnbezirk auch keine andere Körperbehindertenschule, die Bedingungen für die Integration an anderen Schulen werden ja auch gerade verschlechtert, und so bleibt mir eigentlich nur die Körperbehindertenschule im Nachbarbezirk.
Der Schulrat dort benötigt aber von der Schulrätin in unserem Bezirk eine Art Auftrag dazu - und die stellt sich aber so an, und es ist offensichtlich, dass das EIN Klüngel ist, der zusammenhält.
Wahrscheinlich hängen auch Gelder mit dran, ein Kind abzugeben. Auch der Ruf der jetzigen Schule wäre beschädigt, also ein Imageverlust.
Ich habe überhaupt kein Vertrauen mehr zu der jetzigen Schule... und ich mache weiter. Dass ich nicht sofort die Ombudsfrau einer seriösen Tageszeitung einschalte liegt nur an Andi - ich habe Angst, dass er es irgendwie zu spüren bekommt in der Schule.

Wem ist ähnlich ergangen und was kam dabei raus???

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silke
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Beitragvon silke » 12.06.2005, 11:17

Ein Fall für www.emgs.de ...

Der SL MUSS sich hinter die L. stellen - es besteht eine "Fürsorgepflicht" gegenüber den Angestellten auch seitens der Schulaufsicht.

Diese "Fürsorgepflicht" -leider auch meine Erfahrung- ist offenbar höherrangig als die den Kindern gegenüber.

Dennoch ist das Geschehene nicht zu tolerieren. Strafanzeige stellen?
Schulwechsel ja, auf jeden Fall. Kann euch aber passieren, dass ihr auf der Fahrtkostendifferenz hängenbleibt.

LG silke

ehem. User

Beitragvon ehem. User » 12.06.2005, 12:25

Es war eine Erzieherin, nicht die Lehrerin. Strafanzeige stellen geht ohne Zeugen wohl nicht. Ich hab damit keine Erfahrung, deshalb kam ich erst 2 Wochen danach auf die Idee, Andi zu fragen, ob noch jemand dabei war. Er nannte mir ein Kind. Das Kind lebt im Heim und ich rief dort an. Nach einigem hin und her und Erzieher-Schichtwechsel bekam ich irgendwann eine Antwort aus dem Heim. Von dem Schlag ins Gesicht hatte das betreffende Kind nichts mitbekommen. Dem Kind ist aber aufgefallen, dass die Erzieherin Andi immer anschreit, wenn er einpullert. Und schon das ist doch ein Akt der Gewalt. Zumal, wie eingangs beschrieben, dieses Einpullern eine Nebenwirkung des Ergenyl ist.

Stanze
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Beitragvon Stanze » 12.06.2005, 12:55

Hallo Karin,
ob nun Lehrer oder Erzieher ist ja wohl egal.Außerdem gibt es ein antidiskriminierungsgesetz.....
Kinder als Zeugen-nun ja...
Nichts desto Trotz sind wir Erwachsenen,res. wir Eltern, verpflichtet solchen Äußerungen nachzzu gehen und sollte es dennoch so sein, daß sich dein Sohn das,aus welchem grund auch immer, ausgedacht hat, dann müssen das solche Pädagogen aushalten.Es gibt gaaaanz viele gründe, warum ein Kind sowas macht und das heißt nicht unbedingt was Schlimmes.
Auf jeden fall ist das Vertrauen zu dieser Schule nicht da und gerade mit unseren Kindern ist es 1000x wichtiger als alles andere, daß ich der Einrichtung, den Betreuern, blind vertraue.Denn mein Kind verbringt einen ganz großen Teil seines lebens dort.
Das Thema einnässen dürfte in einer solchen Einrichtung überhaupt kein Thema sein.Und egal, aus welchem grund ein kind einnäßt,hilft anschreien üüüüüüberhaupt nichts.Um das zu wissen brauch ich kein Pädagoge sein.
Ich würde auch einen Schulwechsel anstreben, wobei ich mich beim Thema Fahrtkosten auf den Vertrauensbruch... berufen würde, denn auch ich denke, daß ihr da wirklich ein Problem bekommen könnt.
Stafanzeige...?Vielleicht hilft auch schon eine Dienstaufsichtsbeschwerde.
Habt ihr schon Kontakt zum Elternbeirat aufgenommen?
LG Constanze
Constanze mit Anne, 1990, Sarkoidose mit Nierenbeteiligung, Niereninsuffizienz, Hydrozephalus,Kleinwuchs, seit 28.07.2010 Dialysepflichtig:(
seit August 2014 V.a.Schimkesyndrom
Epilepsie nicht einstellbar
Hypertonie schlecht einstellbar
Mai 2015 Hirnblutung rechts, Sauerstoffpflichtig

julian

Schulwechsel

Beitragvon julian » 12.06.2005, 16:04

Hallo Karin,

Deine Situation in der Du Dich befindest kann ich sehr gut nachvollziehen.

Wir waren im letzten Jahr in einer ähnlichen Situation mit dem Kindergarten.Julian(6) hat mir mitgeteilt, dass die Taxifahrerin ihn geschlagen hat und es deutete sehr viel daraufhin.
Die Erzieherin gab zwar zu, dass sie auch schon bemerkt habe, dass dort etwas nicht stimmt,war jedoch der Auffassung, dass ich Julians Willen jetzt nicht nachgeben darf und ihn selbst zum Kindergarten zu fahren. Sie unterstrich ihre Aussage damit, sonst habe ich in der Erziehung versagt. Ich müsse Julian auch mit Gewalt an diese Erzieherin gewöhnen.
Eine Beschwerde über diese Erzieherin beim Kindergartenleiter hatte die Folge, dass man mir nahelegte innerhalb von 2 Tagen eine Unterschrift zu geben, dass ich auf den Kindergartenplatz verzichte.
Durch meine Netzwerktätigkeit bekam ich innerhalb weniger Stunden einen direkten Kontakt zum Leiter des Trägers,zur Jugendvertretung und ich selbst habe ganz schnell einen Rechtsanwalt eingeschaltet.
Man wollte mir einreden, dass das was ich erzähle nicht stimmt, ich hatte jedoch "Gott sei Dank" eine befreundete Ärztin während des Gespräches mit dem Leiter bei Julian im Kinderzimmer, die meine Aussagen bestätigen konnte.
Danach wendete sich das Blatt und die beteiligten Personen wurden auf einmal wieder super freundlich. Das diese mir in der Zeit danach bis zum Kindergartenwechsel nicht die Füße geküßt haben war alles.
Ich habe denen auch ganz unmißverständlich klargemacht, dass ich ggf´s auch an die Presse gehe.
Momentan haben wir auch Stress mit dem Schulamt, da man meinem Sohn nicht den von mir ausgesuchten Förderplatz bewilligen möchte.
Auch hier wird wieder ein Rechtsanwalt aktiv und die Medien sind auch schon informiert und warten darauf ob sie eingreifen können.
Schade eigentlich, dass es nur so zu gehen scheint, aber bei manchen Pädagogen und Beamten beißt man sonst leicht auf Granit.
In anderen Situationen habe ich auch schon festgestellt, dass man sich nur den nötigen Respekt verschaffen muß-notfalls mit Anwalt.
Wenn die Lehrer es an Deinem Kind auslassen, wirst Du das merken und dann würde ich weitere Schritte einleiten.
Liebe Grüße

Hildegard

julian

seelische Grausamkeit

Beitragvon julian » 12.06.2005, 16:11

die Karin hat geschrieben:Es war eine Erzieherin, nicht die Lehrerin. Strafanzeige stellen geht ohne Zeugen wohl nicht. Ich hab damit keine Erfahrung, deshalb kam ich erst 2 Wochen danach auf die Idee, Andi zu fragen, ob noch jemand dabei war. Er nannte mir ein Kind. Das Kind lebt im Heim und ich rief dort an. Nach einigem hin und her und Erzieher-Schichtwechsel bekam ich irgendwann eine Antwort aus dem Heim. Von dem Schlag ins Gesicht hatte das betreffende Kind nichts mitbekommen. Dem Kind ist aber aufgefallen, dass die Erzieherin Andi immer anschreit, wenn er einpullert. Und schon das ist doch ein Akt der Gewalt. Zumal, wie eingangs beschrieben, dieses Einpullern eine Nebenwirkung des Ergenyl ist.


Hallo Karin,

in vielen SPZ gibt es sehr gute Chefärzte. Ich würde mir dort einen Termin holen und ihm den Fall schildern. Der wird Dir sicherlich helfen können, Deinen Sohn aus der Schule zu bekommen.
Die seelische Reaktion Deines Sohnes ist ein Grund dafür und mit einem guten Anwalt werdet ihr es sicher auch hinbekommen, dass Du die Fahrtkostendifferenz nicht tragen brauchst.

Wenn man das mitbekommt, was in einigen Kindergärten und Schulen mit unseren Kindern passiert, dann streuben sich einem die Nackenhaare.

Ich kann nur jedem empfehlen sich zu wehren und den anderen zu zeigen, dass die es mit uns nicht machen können.

Liebe Grüße

Hildegard

ehem. User

Beitragvon ehem. User » 12.06.2005, 17:12

Hallo Stanze,
danke für deinen Beitrag, aber es gibt KEINEN Grund, dass sich mein Sohn so etwas ausdenkt - und wenn er das sagt, dann stimmt das auch.
Nichts für ungut, aber das möchte ich klargestellt haben.
Gruß
Karin

Helmut
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Beitragvon Helmut » 12.06.2005, 18:08

Hallo Karin,

wenn ihr das immer noch nicht "bereinigt" habt,... = das ganze schon einige Monate her ist, es keine Zeugen gibt, die Elternschaft der Schule informiert ist, und nichts tut,.... ist die einzig Sinnvolle Lösung, in einem Gespräch mit allen Beteiligten, + Schulpsychologen oder ähnlichen Teilnehmern als Zeugen... versuchen die Sache aus der Welt zu schaffen. Du kannst zwar versuchen, wegen schweren Vetrauensverlustes in die Lehrerschaft, die Schule zu wechseln.... da sich das ganze mit der Teit aber sicher schon rumgesprochen hat, und die Akte von der alten Schule, mit zur neuen Schule geht, ist es am sinnvollsten, das ganze zu vergessen, und bei 0 wieder anzufangen. Im Wiederholungsfall suchst du dann zuerst nach Zeugen und gehst damit, wenn die es denn mitmachen, ohne Umwege direkt zur Staatsanwaltschft und stellst Strafantrag gegen den Schuldigen.

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.

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Eliana
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Beitragvon Eliana » 12.06.2005, 19:17

Hallo du ich habe gerad unsere schule wegen körperverletzung , freiheitsberaubung und misshandlung schutzbefohlener angezeigt!Wenn du näheres wissen möchtest meld dich nochmal.Ansonsten lass es nicht auf euch sitzen!"!!!!!Herzlichst christina


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