ADHS nach Partusisten in der Schwangerschaft?

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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Ulrike-B
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ADHS nach Partusisten in der Schwangerschaft?

Beitrag von Ulrike-B »

Ich habe ab der 32. SSW intravenös Parusisten als Wehenhemmer erhalten. Nachdem das Mittel abgesetzt wurde, kam unser Simon sofort (36. SSW). Er war mehr als geburtsreif (3.650 g, lange Fingernägel, keine Käseschmiere...). Ich hatt schon während der Behnadlung immer das Gefühl, dass das nicht richtig wäre, aber die Ärzte haben mich immer wieder überzeugt, dass das Risiko für eine frühe Geburt zu hoch sei. Schließlich habe ich damals auf das Ende der Behnadlung gedrängt und mich dabei von meinem "Bauch" leiten lassen.

Nun ist er 8 J. alt und ein hyperaktives, emotional gestörtes Kind. Schon als Säugling konnte er Enge (Umarmung) nicht leiden und hat sich in den Schlaf geschrien. Er hat heute noch einen sehr hohen Muskeltonus und immer ein gewisses Maß an Wut in sich.

Es kam schon in einem Gespräch mit einer Pädagogin die Vermutung, dass hier eine Art Schwangerschafts-/Geburtstrauma vorliegt. Er schleppe dieses festgehalten werden und den Widerstand dagegen noch mit sich rum... Das schien mit zwar irgendwie logisch, aber doch weit hergeholt.

Nun erzählte mir eine Freundin, selber Lehrerin mit einem ADHS-Kind, dass ein Zusammenhang zwischen Partusisten in der Schwangerschaft und AHDS vermutet wird. Sowhl sie selber als auch alle Mütter ihrer "Problemkinder" in der Schule hätten das Mittel bekommen. Sie fragt da extra immer nach. Nach meiner Recherche im Internet scheinen dort auch Verdachtsmomente zu sein, aber - wie immer bei medikamentösen Folgeschäden - hält sich da die medizinische Fachwelt eher bedeckt. Aber wenn das so wäre, dann wäre das ein Skandal :oops: , und dann wäre auch der Anstieg der Zahl der ADHS-Kinder vielleicht zu erklären.

Es scheint aber Erfolge mit einem homöopatischen Ausleiten des Medikament zu geben.

Vielleicht bekomme ich von Euch zahlreiches Feedback, um zu prüfen, ob da was dran ist. Ich (selber Juristin) wäre nicht abgeneigt, gegen die Verantwortlichen ein Musterverfahren anzustrengen, wenn es Aussicht auf Erfolg hat. Ich sehe da Klärungsbedarf!

Gruß an alle Betroffenen

Ulrike

NiRe
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Beitrag von NiRe »

Hallo Ulrike,

mein Sohn (8) hat auch ADHS, ich habe in der Schwangerschaft aber keinerlei medikation bekommen.

Das einzige ( was ich aber ehrlich gesagt in diesem fall auch sehr weit hergeholt finde) Er wollte schneller raus bei der Geburt als er durfte. Mein Muttermund war noch nicht ganz geöffnet, aber er hatte sich unweigerlich auf den Weg gemacht und ich musste ihn regelrecht zurück halten. ( wegen dem Satz :Er schleppe dieses festgehalten werden und den Widerstand dagegen noch mit sich rum.)
Nicole 1977
René 1999 ADHS V.a Asperger
Lucas 2001
Sternchen Juli 2006
Nächster Wurm 6/2008

*Lia*
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Beitrag von *Lia* »

Hallo,

meine große Tochter ist auch ein Frühchen.

Ich habe 6 Wochen Partusisten per Infusion bekommen und mein Frauenarzt hat damals schon gesagt, nicht das ihre große mal ADHS bekommt.

Er sagte uns auch, das es Studien gibt, die belegen, das Partusisten Kinder eher ADHS bekommen...

Meine hat es, leider nicht nur das..

Danny
Liebe Grüße
*Lia*

"Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann"
Zitat von Richard von Weizsäcker

Claudi1965
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Beitrag von Claudi1965 »

Hallo Ulrike.
auch ich habe in der Schwangerschaft Partusisten genommen.
Luca war von anfangan ein recht schwieriges Kind. Jetzt nach 8 langen Leidensjahren, haben wir eine ADHS-Diagnose.
War auch schon beim Heilpraktiker mit Luca, aber leider bringen homöopatische Mittel nur mäßigen Erfolg. Und der reicht für die Schule nicht.
Wäre ja ein Ding, wenn da Zusammenhänge sind.
Obwohl der Heilpraktiker das mir schon so bestätigt hat und eine Entgilftung vorgeschlagen hat. Ist aber nur ohne die Gabe von Medikinet möglich. Und darauf können wir im Moment leider nicht verzichten.
Gruß Claudia
Claudia + Luca 06/99 ADHS

Christiane H.
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Beitrag von Christiane H. »

Hallo,

ich habe auch Wehenhemmer bekommen. Allerdings weiß ich nicht mehr, wie das Medikament heißt. Jenny war auch von anfang an ein schwieriges Kind und hat ADHS.
Ist doch schon merkwürdig, wieviele Wehenhemmer bekommen haben und dann das Kind ADS haben...

LG Christiane
Tochter Jenny, geb.1999, ADHS, Asthma und fast hochbegabt
ich (41) Asthma und Lactoseintoleranz und Papa Torsten (44)ADHS?

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Ich habe keine Wehenhemmer bekommen und Niki hat trotzdem ADHS (ich habe es allerdings auch und meine Mutter hat ebenfalls keine Wehenhemmer bekommen).Auch sein Onkel väterlicherseits hat ADHS (und meine Exschwiegermutter hatte keine Wehenhemmer bekommen).In unserm Fall liegts also nicht daran.
Aber,es wird vermutet,daß Niki durch mein eigenes Asthma evtl. Sauerstoffmangel im Mutterleib gehabt haben könnte und das nicht nur einmal und er wurde zum Schluß der Schwangerschaft unterversorgt,daß er geholt wurde.

AnjaD
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Beitrag von AnjaD »

Hallo!

Ich habe auch mehrere Wochen Partusisten bekommen (bis zur 34. SSW, ich glaube ab der 27. SSW), es war ja eine Zwillingsschwangerschaft und somit nicht ungewöhnlich.... :roll: Zuerst i.v., später dann in Tablettenform alle 4 Stunden.

Einer der Zwillinge hat AD(H)S, der andere nicht.....

Ich habe allerdings auch schon öfter gehört, dass man einen Zusammenhang zwischen AD(H)S und Partusisten vermutet.

Bin gespannt auf Dein weiteres Vorgehen, ich ärgere mich auch darüber, dass da von Ärzteseite wieder vermutlich etwas "totgeschwiegen" wird!
Es ändert ja nichts mehr an der Tatsache, dass unsere Kinder AD(H)S haben, sollte der Zusammenhang aber wirklich eines Tages mal nachgewiesen werden, kann man einigen Kindern diese Krankheit ersparen!

LG Anja
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel

Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS

iggisw
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Beitrag von iggisw »

Hallo,

ich habe während meiner zweiten Schwangerschaft sehr viele Wochen lang und teilweise auch extrem hochdossiert Partusisten (Tabletten und Tropf) bekommen. Unser Sohn hat und hatte keinerlei Anzeichen von AD(H)S! Das Ganze liegt nun schon über 21 Jahre zurück!!!

Liebe Grüße
Iggis
3 leibl. Kinder (*83, 87, 89), 7 Dauerpflegekinder (*93, 98, 02, 03, 08, 09, 11) - Erfahrung mit CF, A/V-Malformation, Tracheostoma, Autismus, Misshandlung, Missbrauch, geist. Behinderung, Frühgeburt, Lernbehinderung, Bindungsstörung, Traumata, FAS.....
Die 5 jüngsten Kinder leben noch zu Hause, die anderen kommen gern!

sylvia1608
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Beitrag von sylvia1608 »

So, dann will ich mich auch mal einklinken.

Ich bekam von der 28. SSW an erst 14 Tage intravenös, danach in Tablettenform Partusisten. Leon wurde in 35+4 geboren. Genau fast 26,5 Stunden nach der letzten Tablette...Er wog 2340g und war 45 cm gross. Für seine SSW und meine Statur aber normal...

Nun ist leon 4,5 Jahre alt, hat Entwicklungsstörungen und es besteht der verdacht auf ADHS. Verdacht nur, weil er noch zu jung ist, um 100% zu diagnostizieren...bin aber am Ball :wink:

Die Dame von der Frühförderung, die das mit Leon macht, sagte mir mal, es kann ganz gut sein, dass er diese Entwicklungsstörungen hat, weil ich eben seit der 28. SSW liegen musste. 14 Tage stationär, danach eben bis zur Geburt zu Hause. Er konnte also sehr wahrscheinlich seine Wahrnehmungen usw. im Mutterleib nicht ganz ausleben, weil eben mehr Ruhe war als alles andere. Er mochte es auch nie, wenn man ihn "in die Luft warf" und er hat die ersten 3 lebensjahre fast nur geschlafen. Erst mit Eintritt in den Kiga und der damit zusammenhängenden Lautstärke und Action zeigte er ein ziemlich unruhiges Verhalten, Wutanfälle ohne Ende usw. die ganze Palette eben durch, woraufhin ich mich mit ihm dann in Behandlung begab. Und immer wieder fällt der Verdacht auf ADHS.

Es gibt immer wieder diese Diskussionen über Partusisteneinnahme und als Folge dann ADHS. Ob es offizielle Studien dazu gibt entzieht sich meiner Kenntnis. Ich werde aber nächste Woche das mal im SPZ anfragen. Schliesslich soll ich auch den mutterpass mitbringen...vielleicht gibt es ja tatsächlich mehrere Partusisten-Patienten mit ADHS-Kindern.

Ich muss allerdings dazu sagen, dass auch der Vater von Leon ADHS hat. Unsere Tochter hat es aber scheinbar nicht.

Und mal ganz ehrlich: Sollte es tatsächlich so sein, wäre das wirklich ein Skandal. Und ich würde mit Sicherheit auch um Schadenersatz klagen. So viel, wie ich und all die anderen hier an Nerven lassen müssen, an zusätzlichen Kosten haben etc pp...ich würde klagen - definitiv.

Und ich wurde damals auch keinerlei über Risiken und nebenwirkungen aufgeklärt. Noch nichtmal das Zittern wurde mir vorher gesagt...erst als ich Panik bekam und fast "geflogen" bin sagte man mir ganz trocken: jau, das sind nebenwirkungen...aber ich muss auch ganz ehrlich sagen: ich weiss nicht, ob es Alternativen zu Partusisten gibt, wenn nicht, hätte ich es wahrscheinlich trotzdem genommen, trotz der möglichen Folge "ADHS"...denn lieber ADHS als doch schwerwiegendere Behinderungen. Man liest es ja oft genug hier...leider....und damals gaben die Ärzte meinem leon eine 50/50 Chance, überhaupt zu überleben. und die Aufklärung galt dem möglichen Kaiserschnitt, dem ich vorsorglich zustimmen sollte, falls die Wehen nicht zu stoppen wären. Aber toi, toi, toi....ist ja nochmal gutgegangen :wink:

So, nun genug geschrieben, bin mal gespannt, ob es hier noch mehrere gibt, die Partusisten und ADHS verbinden...

Liebe Grüße

Sylvia

Moritz7
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Beitrag von Moritz7 »

Hallo,

mein Sohn (10 Jahre) hat auch ADS. Ich habe kurz vor meinem Notkaiserschnitt Spritzen bekommen, damit die Wehen weggehen. Leider hatte ich dadurch einen Wehenschub bekommen, heißt Wehen ohne Pause :(
Ich weiß allerdings nicht, welches Mittel es war. Meine Kinderärztin sagt immer, dass der Vater von meinem Sohn auch ADS hätte und es sich vererbt hat.

L.G. Gabi

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