ADHS nach Partusisten in der Schwangerschaft?

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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Christiane H.
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Beitrag von Christiane H. »

Hallo,

ich finde es schon erstaunlich, wieviel sich hier melden, die entweder Wehenhemmer bekommen haben oder ADHS schon in der Familie vererbt wurde.
Bei mir trifft beides zu. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keine Studien darüber geben soll. Werden diese nicht veröffentlicht, weil es sonst einen Aufschrei gibt?
Ich werde jetzt auf alle Fälle mal versuchen herauszufinden, welchen Wehenhemmer ich bekommen habe.

LG Christiane
Tochter Jenny, geb.1999, ADHS, Asthma und fast hochbegabt
ich (41) Asthma und Lactoseintoleranz und Papa Torsten (44)ADHS?

*Lia*
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Beitrag von *Lia* »

Hallo,

habe meinen 3. in Düsseldorf Kaiserswerth bekommen und da ist seit 2005 ein neuer Chefarzt.

Dieser hat in dem Jahr direkt angeordnet, dass nur Wehen in ganz frühen SSW mit Partusisten gehemmt werden.

Ab einer best. SSW, weiß aber leider nicht mehr welche, lässt er die Kinder lieber kommen, anstatt sie mit Partusisten vollzupumpen.

Er sagt, da sollen die Kleinen lieber im Brutkasten reifen.....

Das hat mich damals schon hellhörig gemacht.

Meine Erste ist ja ein Partusisten Kind und da war ich froh, das er bei meinem jüngsten nur eine Lungenreifung vorgenommen hat.
Liebe Grüße
*Lia*

"Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann"
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JennyB
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Beitrag von JennyB »

Hi,
ich verfolge diesen Thread schon die ganze Zeit und werde immer hellhöriger.
Ich habe beim großen auch Wehenhemmer bekommen. Weiß aber nicht welchen.
Im Krankenhaus und zu dem Zeitpunkt war ich einfach nicht in der Lage nachzufragen.
Ich werde jetzt mal die Akte in Kopie anfordern. Da müsste es ja drinstehen, oder?


Allerdings haben wir ADHS in der Familie. Mein Opa ist ADHSler ich selbst habe ADS.
Also wäre eine "Beweisführung" bei uns sowieso nicht möglich.

Irgendwoher muß aber zum Beispiel Dannys Chefarzt die Informationen her haben.
Also müßten die auch zugänglich sein, oder?

LG
Jenny
*nachdenklich*
Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muß man sich verdienen......
Kind1 (F84.0, F90.0) Kind2(M41)

Ulrike-B
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Beitrag von Ulrike-B »

Guten Abend zusammen,

ich habe heute meine Hebamme von damals kontaktiert und die hat mit bestätigt, dass über dieses Problem gesprochen und geschrieben wird, sie will mal die Augen aufhalten. Jedenfalls wird heute nicht mehr so sorglos Partusisten gegeben wie noch vor ein paar Jahren.
Er sagt, da sollen die Kleinen lieber im Brutkasten reifen.....

Aber ich befürchte, ein eindeutiges Gutachten wird man da nie auf die Beine bekommen. Und nur :( damit würde man erreichen können, dass

a) besser vor der Medikation aufgeklärt würde,

b) wir Schadenersatz fordern könnten (ein Prozess würde mich echt reizen, wenn das was bringen würde...),

c) das Medikament ggf. vom Markt genommen würde.

Was ich aber auch komisch fand: die Ärztin im SPZ (gleiches Haus wie meine ehem. Entbindungsstation) wurde ganz vorsichtig, als ich sie auf das Problem ansprach, obwohl sie sonst sehr offen ist. Das Thema war ihr irgendwie nicht angenehm. Aber sie berichtete von weiteren Müttern, die auf meine Fährte sind. Ist auch keine gute Reklame für die Klinik...

Und was ich dann noch im Internet gefunden haben ist, dass es erfolgriche Versuche mit der homöopatischen Ausleitung mit Fenoterol C 30-Globuli gegeben hat, quasi eine nachträgliche "Entgiftung". Ich habe morgen bei meiner Heilpraktikerin deswegen einen Termin. Das ist ein spannender Ansatz, wir lassen keine Möglichkeit unversucht! Ich werde Euch da auf dem Laufenden halten. :idea:

Zu allem Überfluss fahren wir am kommenden Mittwoch zur Reha nach Thüringen. Das hat man uns kurzfristig und problemlos genehmigt.

Nun sind alle Baustellen eröffnet, dass muss dann doch klappen...

Schönen Abend noch

Ulrike

Heiner
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Beitrag von Heiner »

Hallo,
Ulrike, sag mal wieso nachträgliche Entgiftung? Wenn auch nur in Ausrufezeichen gesetzt, jetzt wird es doch interessant.
Heiner
mit Kai 26.S.S.W., massivste Hirnblutung, Mediainfarkt li., Ductus Botolli Verschluss, BPD, Hemiparese re.,Spitz und Sichelfuss re. operiert nach ULZIBAT

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Ok Leute, ich hab mal gerad so geschaut,woraus das Partusisten überhaupt besteht, das besteht aus Fenoterol - und ich hab zwar kein Partusisten bekommen in den Schwangerschaften, und jetzt das große Aber:

Ich bekam in den beiden letzten Schwangerschaften hochdosiert (oder überdosiert, keine Ahnung, ging auch nicht anders wegen meinem Asthma, es mußte soviel sein) Berotec als Tropfen und Dosieraerosol!Bestandteil von Berotec: Fenoterol! Niki ist eindeutig diagnostizierter ADHSler, bei Flori besteht der Verdacht auf ADHS.

*Grübelmaschine läuft*

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Pharmakologische Einflüsse auf Gehirnentwicklung und späteres Verhalten

Martina Pitzer, Christine Engler, Martin H. Schmidt

Dass eine perinatale Glucocorticoid-Behandlung ungünstige Auswirkungen auf die weitere Entwicklung hat, wird in der Literatur schon seit längerem diskutiert. Eigene Untersuchungen aus den Langzeitstudien der Arbeitsgruppe Neuropsychologie des Kindes- und Jugendalters deuten darauf hin, dass ß-Sympathomimetika, die z.B. als Wehenhemmer therapeutisch eingesetzt werden, ebenfalls die kognitive und sozial-emotionale Entwicklung beeinflussen können. Vor diesem Hintergrund wurde die Assoziation einer solchen pharmakologischen Exposition des unreifen Gehirns mit späterem Verhalten in einem Tiermodell untersucht. Perinatal mit Fenoterol bzw. Betamethason behandelte Ratten wurden nach der Entwöhnung und als adulte Tiere mit verschiedenen Verhaltenstests untersucht. Es fanden sich signifikante, zeitlich stabile Verhaltensunterschiede sowohl in der Betamethason- als auch in der Fenoterol-Gruppe gegenüber den Kontrollen. Diese Tiere zeigten weniger Explorations- vs. mehr ängstlichem Verhalten, aber eine bessere Lernfähigkeit unter Stressbedingungen.
Weitere Ergebnisse aus dem Tiermodell zur molekularbiologischen Ebene der Hirnentwicklung werden derzeit ausgewertet. Hierbei soll die Expression des entwicklungsrelevanten c-fos Gens im unreifen Gehirn unter der o.g. pharmakologischen Behandlung untersucht werden.


Quelle: http://www.zi-mannheim.de/entw_proj.html

27ronja10
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Beitrag von 27ronja10 »

aUCH ICH HABE LEIDER ERFAHRUNGEN MIT PARTUSISTEN!! HABE HEUTE LEIDER SO MANCHE PROBLEMATIK!! DER SCHLIMMSTE FALL 30SSW. GEBURTSJAHR ´1998!! BITTE HALTET MICH AUF DEM LAUFENDEN!! :? MAJA
Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die es sind, sterben nie.
Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind.
Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot.
Ernest Hemingway

* 31. 05. 1952 † 15. 02. 2010

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Ich hab gerad meine Ma angerufen, um nochmal nachzufragen wegen Partusisten (bin ja auch ADHSler), sei meinte,sie hätte das nicht bekommen, aber ich kam 4 Wochen zu früh zur Welt und sie bekam Tabletten gegen die Wehen, Partusisten wars, laut ihrer Aussage, nicht,aber an den Namen kann sie sich nicht mehr erinnern (gabs das 1970 eigentlich schon? Oder den Wirkstoff als Wehenhemmer?), sie sagte mir aber auch, daß sie eine schwere Wochenbettpsychose hatte und ihr Hausarzt das auf diese Tabletten zurückführt.
Und sie sagte noch,daß sie durch die Tabletten Herzrasen hatte.In ihrem Mutterpaß kann man die Schrift kaum noch lesen :-( sie kanns nicht entziffern,wie das Medikament hieß.

Ulrike-B
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Beitrag von Ulrike-B »

Hallo Marion,

das kann schon bei deiner ein Wirkstoff aus der Fenoterol-Gruppe gewesen sein, denn gerade Herzrasen ist eine der Nebenwirkungen neben Hitzwallungen und Unruhe. Ich habe damals schon befürchtet, dass das meinem Baby nicht gefällt.

Und der Link zu dem Studienprojet ist ja interessant, ebenso die weiteren dort veröffentlichten Arbeiten.

Und nun zu der Frage von Heiner:
sag mal wieso nachträgliche Entgiftung? Wenn auch nur in Ausrufezeichen gesetzt, jetzt wird es doch interessant.
Die Gabe der Fenoterol C 30-Globuli erfogt nach dem üblichen Prinzip der Homöopathie: das Gift oder Allergen oder wie auch immer mit dem gleichen Stoff in einer Hochpotenz verdünnt zu neutralisieren. Man schiebt quasi die Krankheit/nfektion/störung mit dem gleichen Auslöser wieder an, um die Selbstheilungskräft im Körper anzuregen. Daher auch in der Regel die Erstverschlimmerung, wenn ein homöopathisches Mittel anschlägt.

Der Heilpraktiker muss testen, ob das Fenoterol überhaupt für den Körper von Simon ein Problem ist, d. h. ob das bei ihm etwas ausgelöst hat. Danach testet er das Gegenmittel und die Dosierung aus. Dort haben die Homöopathen verschiedene Techniken. Man muss schon Vertrauen haben und sich darauf einlassen, aber was hat man zu verlieren? Im schlimmsten Fall bewirkt es nichts.

Ich habe mit dieser Methode super Erfahrungen. Nachdem z. B. man dem Kleinen im Alter von 3 Jahren nach einer Scharlachbehandlung mit Antibiotika, die nicht richtig wirkten, 2mal einen vereiterten Fingernagel gezogen hat, unter dem die Scharlacherreger sich eingenistet hatten, und er dazu einen "Hüftschnupfen" bekam und nicht mehr laufen konnte, bin ich zur Heilpraktikerin. Die hat ihn wie oben beschrieben dann mit Erfolg behandelt, ohne dass der Nagel ein 3. Mal runter musste. Das gleiche haben wir mit Dellwarzen am Po geschafft, die man ihm alle operativ entfernen wollte.

Wenn ich heute Abend bei der Heilpraktikerin war und mehr weiß, melde ich mich wieder. Man soll sich doch an jeden Strohhalm klammern! :D

Ulrike

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