Gutachter kommt für Pflegestufe

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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syrah
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Gutachter kommt für Pflegestufe

Beitragvon syrah » 23.01.2008, 14:31

Hallo liebe Ösis :)

bin ganz geschockt, ich dachte ich muß nur zum Amtsarzt, da war ich gestern und vorhin ruft ne Frau an vom Sozialamt glaub ich war die, und fragt wann sie kommen kann um den Kleinen zu sehen. Ich war ganz perplex - ich dachte daß nur in Deutschland jemand zum Begutachten kommt. :shock:

Mein Kleiner hat ja "nur" das Frax, aber ich denke daß ich schon einen höheren Pflegeaufwand habe, als mit einem völlig gesunden Kind.

Wie läuft das denn genau ab? Muß ich so tun als ob sie nicht da wäre? Wie lange bleibt die Dame so circa da?

Soll ich dann auch inhalieren, obwohl ich denke daß er es gerade nicht nötig hat - im Winter letztes Jahr hatte er eine starke Bronchitis und wir haben den Pariboy verschrieben bekommen.

Ich hatte den Antrag auf Pflegegeld ja schon letzten Oktober weggeschickt und da war unser Süßer Fratz noch viel quengeliger und jetzt fängt es langsam an daß er sich auch ein bißchen alleine beschäftigt.

Soll ich das dann vermeiden daß er sich beschäftigt und ihn schnappen und in die Badewanne stecken (zum Beispiel)?

Oje, bin ich nervös! Wenn ich vielleicht die Stufe 1 bekomme, sind das dann ca.150 €, oder? Erhöhte Familienbeihilfe bekommen wir auch, wird da dann was abgezogen? Hab was gelesen von 60 €

Bin für jeden Tip und Ratschlag sehr dankbar!!!

Liebe Grüße
Syrah 44 mit Julian 17 und Noel 11,5 Jahre (beides kleine Frechfraxe ;-)

josysmama
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Beitragvon josysmama » 23.01.2008, 14:43

Hallo ,


was hat denn dein Kind das du eine Pflegestufe beantragt hast? Konnte ich daraus nicht lesen. Also hier in Deutschland bekommt man bei der 1 (205 € . was den abzug der Familienbehilfe betrifft kann ich dir leider nichts sagen, das kenn ich nicht.

Und zum inhalieren das wurde bei uns für die Pflegestufe nicht berücksichtigt.


liebe grüße Conny
Goldenhar Syndrom,ASD, VSD, Pulmonastenose, Spinalkanalstenose Duana Syndrom.Hörschwäche , Fehlbildung der HWS und BWS, Auditive Wahrnehmungs und Verarbeitungsstörung, Weitsichtig, unterentwickelter Kiefer , HWS Op zweifach 2011,Tethered Cord. (Lukas 01.00 und Cheyenne 02.07 an der hand und Franziska Charline *31.08.05 für immer im herzen

syrah
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Beitragvon syrah » 23.01.2008, 17:47

Hi Conny,

Ja in Deutschland ist ja alles ein wenig anders, deswegen war ja auch die Frage eigentlich mehr an die Österreicher gestellt. Bis vor 2 Jahren haben wir noch in Deutschland gelebt und nun halt hier.

In einem Ambulatorium sagte mir die Ärztin ich soll einen Pflegegeldantrag stellen.

Er hat eine genetisch bedingte geistige Behinderung: Fragiles X-Syndrom

Er war im Dezember 2 Jahre. Er spricht kein Wort, nur Laute gibt er von sich.
Schwieriges Essverhalten - er mag kein Brot oder Semmel ist nur die Wurst, ich bin immer auf der Suche was er vernüftiges Essen könnte, meist richte ich was und kanns dann wegschmeißen. Aus seinem Trinkbecher will er nicht trinken, immer nur aus einem Babyflascherl. Alleine essen klappt auch noch nicht. Er hat manchmal 10 mal am Tag Durchfall - wahrscheinlich weil er fast nur Trinkt und kaum was Vernüftiges isst. Dadurch ist er auch öfter wund! Er quengelt viel rum und will den ganzen Tag beschäftigt werden - er kann sich kaum alleine beschäftigen, in der Nacht wird er 3 - 10 mal wach. Er hat panische Angst vorm Staubsauger.

Also was ich hier so im Forum gelesen habe, denke ich daß diese Sachen nicht ausreichen für eine Pflegestufe :(

Hier sind ja die meisten viel, viel schlimmer betroffen, da kann ich ja eh noch froh sein - schäm mich jetzt schon fast ein bißchen das Ganze angezettelt zu haben :oops:

Ich weiß es ja nicht wie normalerweise ein 2 jähriges Kind ist. Sein großer Bruder hat ja das gleiche - ich habe leider keinen Vergleich :!:
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Beitragvon josysmama » 23.01.2008, 18:25

Hallo ,


Du musst dich nicht schämen , warum auch. ich denke es ist im allgemeinen sehr schwer für ein kind das noch so jung ist eine Pflegestufe zu bekommen , egal ob in Deutschland oder woanders. Was das inhalieren anbelangt kann es natürlich sein , wenn ihr das regelmäßig macht das ihr es angerechnet bekommt. meine Freundin muss 4 mal inhalieren und das bekam sie auch durch. Ich denke es ist von Fall zu Fall verschieden. Bei josy wurde die Pfegestufe auch mit 2 genehmigt. Wickeln haben sie auch berücksicht. ich weiss ja nicht ob du mit ihm noch Therapien machst. das Eßverhalten ist sicher nicht normal ob das allerdings reicht ist die andere Sache.
Einen Versuch ist es wert , und einen Mehraufwand hast du ja auch.

Würde mich sehr interssieren wie es ausgegangen ist.

liebe grüße Conny
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dem Kaspar sein Gerhard
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Beitragvon dem Kaspar sein Gerhard » 24.01.2008, 22:24

hallo syrah

ich hab heute im hilfswerk leider nicht viel hilfreiches für dich herausfinden können.
man hat von solchen "besuchen" gewusst, da die aber anscheinend recht selten sind (stichproben?) war niemand da der selber diese erfahrung gemacht hatte. die erzählungen davon gingen aber auch in die richtung dass das sozialamt die lebensumstände der kinder sehen will und nicht unbedingt (nur) deinen pflegeaufwand prüft (für feststellung der behinderung und pflegebedürftigkeit gibts ja den amtsarzt.
die frau vom sozialamt will)
also ob das pflegegeld den kindern zugute kommt und solche sachen...
habt ihr deutsche staatsbürgerschaft? vielleicht wird bei ausländischen bezieherinnen von pflegegeld doppelt kontrolliert? keine ahnung...


wegen "nur fraX" sei beruhigt und nicht so bescheiden. das ist schon eine erhebliche behinderung muss ich jeden tag neu feststellen - obwohl ichs zwischendurch immer wieder verdränge. mit meinem sohn kaspar funktionnieren die alltage mittlerweile soweit, aber auch nur! weil ich den tagesablauf und unsere beschäftigungen komplett auf ihn anpasse und von seinen täglichen stimmungen abhängig gestalte. das fällt dann immer mal auf, wenn mal sachen so gar nicht normal funktionnieren.

und auch ich habe die angst dass in vorzeigesituationen sachen plötzlich ganz anders wirken.

einen tip aus meinem heutigen gespräch hab ich auch noch mitgenommen: zur dokumentation eures zusammenlebens ein video drehen. das wird zwar bis dienstag etwas zu spontan sein, aber für einen eventuellen einspruch könnte es nützlich werden...

grüsse aus wien :D

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Beitragvon Silvia & Iris » 25.01.2008, 16:16

Hallo,

ich habe eigentlich noch keine Schwierigkeiten mit der Sozialarbeiterin gehabt. - Sie schaut sich die Wohnsituation an, schaut eben auch auf Medikamente, auf besondere Hilfsmittel (eigener Sessel, - Badewannensitz, Buggy, andere eigens für das Kind vorhandene REHA-Gegenstände) - Das letzte Mal habe ich die Jausensituation demonstriert, dass eben kein Greifen nach Lebensmittel, nicht einmal nach Spielsachen gezielt möglich ist, kein Blickkontakt etc.) - Dann habe ich sie natürlich nach der Mahlzeit gewickelt, sie umgezogen, da sie durch den nicht vorhandenen Mundschluß immer nasse Bekleidung hat, ihr wieder ein Trenspatterl draufgeschnallt, und ständig in Körperkontakt gehalten, damit ihr nichts passiert. - Weil durch das nicht vorhanden Gleichgewichtsgefühl ständige Gefahr der Verletzung gegeben ist. - In das Spielgitter kann ich sie langsam nicht mehr legen, da sie schon länger ist, als dieses...

HOffe, ich konnte dir damit helfen, habe keine Angst, normalerweise beißt hier keiner... - und außerdem habe ich gerade gestern erfahren, dass 2 Mädchen mit Rhett-Syndrom, beide noch nicht einmal 5 Jahre alt, heuer schon auf PS 7 gestuft wurden in Wien! - Man nimmt die Situation der pflegenden Eltern inzwischen schon enster!

Viele Grüße

Silvia & Iris
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Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

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Beitragvon syrah » 25.01.2008, 17:58

Vielen Dank für Eure Ratschläge und Tips!

Bin jetzt erst mal etwas beruhigter und sehe das Ganze nicht mehr soooo eng!

Ich denke am besten setze ich mich mal hin und erstelle eine Liste wie so der Tages und Nachtablauf bei Noel ist. Also wie oft ich ihn wickle und füttere, wann er badet wann er gewaschen wird, wie oft er umgezogen wird und wie oft wir Therapie machen u.s.w.

@Gerhard - hast schon gesehen daß Du eine PN hast? :roll:

Liebe Grüße
Melanie
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Beitragvon Christine&Céline » 28.01.2008, 20:51

Hallo Melanie,

also normalerweise kommt keine Sozialarbeiterin sondern ein Arzt ins Haus, der den Pflegebedarf begutachten soll.
Es wird ein langes Gespräch geführt, das Kind wird untersucht.
Am besten, du gibst wirklich alles an, was an Pflege und Betreuung anfällt; es wird zwar nicht alles angerechnet, aber lieber ein wenig übertreiben als untertreiben...
Ich habe mir jedes Mal vorher eine lange detaillierte Liste mit Zeitangaben vorbereitet.
Wenn gewisse Dinge bei uns nur Phasenweise anfallen (z.B. Inhalieren), habe ich das als Dauermaßnahmen angegeben.

LG
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Beitragvon Silvia & Iris » 01.02.2008, 08:05

Hallo Melanie, hallo Christine,

Es liegt im Ermessen des Amtsarztes ob er dir zumutet mit deinem Kind direkt vorzusprechen oder ob es für dich eine zu große Belastung darstellt dein Kind zum Amtsarzt zu bringen. - Wenn dein Kind sehr bewegungsunfähig ist und schon ein gewisses Gewicht hat, dann kommt er nach Hause, schaffst du es noch mit dem Kind zum Amtsgebäude zu kommen, dann bevorzugt er natürlich eine Einladung der betroffenen Personen...
(es wird auch dann ein Hausbesuch vom Amtsarzt stattfinden, wenn das Kind an Geräte angeschlossen ist für lebenserheltende Maßnahmen.)


Mich hat er das letzte Mal gefragt, ob es mir lieber ist, dass ich selbst komme, oder ob er kommen soll...

- Das ist meine Kenntnis darüber wer aller ins Haus kommt und wann, hoffe ich konnte helfen...

Viele Grüße

Silvia & Iris
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Beitragvon dem Kaspar sein Gerhard » 04.02.2008, 09:24

hallo syrah :)


und, was hat die begutachtung ergeben?
wie ist das abgelaufen?
ich bin sehr neugierig...


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