Auswandern Österreich

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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johanna&natalie
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Auswandern Österreich

Beitragvon johanna&natalie » 20.01.2008, 14:25

Hallo,

mein Mann und ich spielen schon lange mit dem Gedanken nach Österreich auszuwandern.
Zur Zeit bin ich im Erziehungsurlaub (ansonsten arbeitslos) bekomme noch bis Juni Erziehungsgeld und mein Mann arbeitet zwar aber wir bekommen noch Zuschuss (Harz IV) weil es zum Leben nicht reicht. Natalie ist jetzt einundhalb Jahre alt hat SBA 100% und die PS 1.

Mein Mann hat ein Jobangebot aus Österreich erhalten und könnte dort sofort anfangen. (Zeitarbeitsfirma 2.500 - 3.000 Euro Netto)

Unsere Fragen sind jetzt, Ist die Förderung/ Versorgung von behinderten Kindern in Österreich besser als in Deutschland ?

Wird Natalie überhaupt dort Krankenversichert oder nimmt sie keiner mehr auf?

Sollte mein Mann lieber Pendeln und wir sollten in Deutschland bleiben?
Was würdet ihr tun? Wer kann uns nützliche Tipps geben?

Ich habe zwar hier schon einiges gelesen und mich auch im Internet erkundigt aber irgendwie werde ich nicht schlau daraus.

Danke erstmal

LG Johanna
Natalie geb. 05.06.06 Intrazerebrale Blutung im Bereich der Pons; Aneurysma A.basilaris; Pupillenfunktionsstörung;Brille; hypoton; motorische Funktion kaum vorhanden;Schwerhörigkeit bds. Hörgeräte; unser Sonnenschein/ und Carolin geb. 23.10.08 unsere kleine Biene ("einfach ganz normal")

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Christine&Céline
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Beitragvon Christine&Céline » 20.01.2008, 19:39

Hallo Johanna,

also wenn dein Mann eine fixe Anstellung bekommt, dann ist es überhaupt kein Problem, dass Ehefrau (bzw. Lebensgefährtin) und Kinder bei der gesetzlichen Krankenkassa mitversichert werden. Da spielt es keine Rolle, ob behindert od. nicht.

Normale "Förderung" wie Physio, Ergo, Spielförderung etc ist auch kein Problem, ebenfalls die Versorgung mit den meisten Hilfsmitteln und Medikamenten. Für Verschreibungspflichtige Medikamente musst du eine "Rezeptgebühr" von 4,80 € in der Apotheke zahlen (pro Stück). Bei vielen Therapien musst du einen Selbstbehalt von etwa 1/3 bis 1/4 der Kosten selber zahlen.
Wo es bei uns ein Problem wird, ist mit allem, was mit Naturheilkunde zu tun hat: Homöopathie, Akupuntur, Osteopathie,etc... Das musst du entweder privat zahlen, od. du schliesst eine private Zusatzversicherung für diese Dinge ab.
Was bei uns nicht vorkommt, ist dass ein Arzt dir ein Medikament od. eine Therapie aus Kostengründen verweigert. Er verschreibt dir alles, allerdings musst du aber für viele Dinge dir dann eine Chefärztliche Bewilligung von deiner Kassa holen.
Kinderhospize wie in Deutschland gibt es bei uns nicht, auch sind die Möglichkeiten zur Kurzzeitpflege (Bundeslandabhängig) kaum existent.

Wo wollt ihr euch in Österreich niederlassen?
Bei uns sind viele Leistungen der Kassen auch je nach Bundesland unterschiedlich, wobei ich sagen muss, dass wir Wiener am Schlimmsten dran sind... :cry:

LG
Christine
Christine (64) mit Katia - 10.93, Pubertätskrise, sonst gesund, und Céline - 03.04, schwer mehrfachbehindert (blind, BNS-Epilepsie, PEG, schwere geistige und körperliche Behinderung) aufgrund von Gehirnfehlbildungen (Microcephalie, Lissencephalie, Balkenagenesie)
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Beitragvon johanna&natalie » 21.01.2008, 12:48

Hallo Christine,

erstmal Danke für deine Antwort. Wir wissen noch nicht genau wo wir dann hinziehen wollten / würden die Arbeit wäre jetzt in Tirol aber das war die einzigste Auslandsbewerbung die mein Mann weggeschickt hat. Wir wollen jetzt noch einpaar Bewerbungen nach Österreich schicken um uns einige Vergleiche / Angebote einzuholen (wenn nicht nur Absagen zurückkommen).

Ich habe nur Angst, das wir dann Finanziell nicht mehr hinterher kommen. Das dann alles zu teuer wird und wir Natalie nicht so Fördern können wie hier in Deutschland. Ich meine zur Zeit kriegt sie 2x wöchentlich KG, 2x wöchentlich Logo und 1x wöchentlich Sehfrühförderung / Hörfrühförderung im wechsel.

Wie teuer ist den so ein Selbstbehalt (1/3 - 1/4) wie viel ist das ?
Wohnt ihr schon immer in Österreich oder seid ihr auch dahingezogen?

LG Johanna
Natalie geb. 05.06.06 Intrazerebrale Blutung im Bereich der Pons; Aneurysma A.basilaris; Pupillenfunktionsstörung;Brille; hypoton; motorische Funktion kaum vorhanden;Schwerhörigkeit bds. Hörgeräte; unser Sonnenschein/ und Carolin geb. 23.10.08 unsere kleine Biene ("einfach ganz normal")

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Beitragvon Silvia & Iris » 21.01.2008, 18:03

Das, was ich weiß: NÖ
Physiotherapie: KK zahlt 28 Euro pro Einheit, die Einheiten kosten zwischen 50 und 60 Euro für etwa 50 min.
Logopädie: hier trägt die KK die vollen Kosten, wenn der Logopäde einen Kassenvertrag hat.
Reittherapie: hier zahlt die KK 28 Euro pro Einheit.

Frühförderung: Hier haben die Eltern einen Selbstbehalt von 12 Euro pro Einheit (90 min) zu tragen.

Ergotherapie haben wir noch nicht gebraucht, Iris ist jetzt 5 Jahre alt.

Pro Quartal kann man bis zu 10 Therapieeinheiten in Anspruch nehmen.

Ich hoffe, ich konnte dir mit dieser Info helfen...

Viele Grüße

Silvia & Iris
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

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Beitragvon ehemaliger User » 21.01.2008, 20:11

Physiotherapie: 10er Block, bewilligt durch die Kk, 3/4 bezahlt durch die Kk, Selbstbehalt wird vom Sozialamt übernommen
Logopädie: im Kh ambulant gemacht, keine Kosten (Frage ist nur ob man dann genommen wird)
Ergotherapie: detto im Kh erfolgt
Aja, Kh hat uns nur genommen, da dort auch die Epi-Ambulanz ist... ist aber ein Provinzkh, wie es in Wien aussieht, keine Ahnung.

Wir sind aus Nö, wobei der Selbstbehalt Gehaltsbezogen bezahlt wird (keine Ahnung was Einkommensgrenze ist, aber bei uns wahrscheinlich darunter)

Reittherapie nie gemacht, haben aber die anderen User schon geschrieben.
Das trifft auf die Nöggk zu, wie es zu anderen Bundesländern aussieht, können nur die Bewohner dazu sagen. Wobei es nicht ortsgebunden ist, wo man versichert ist, sonder Arbeitsplatzmäßig oder auch Karenzmäßig)

Liebe Grüße

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Beitragvon johanna&natalie » 22.01.2008, 20:06

Danke für eure Antworten,

ihr habt mir schonmal etwas weiter geholfen.
wir werden uns das alles nochmal durch denn Kopf gehen lassen.

Wir wollen ja nicht von heut auf morgen Auswandern.

Aber die Verlockung ist groß :D

LG Johanna
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Beitragvon dieMeike » 22.01.2008, 20:54

Hallo Johanna,

wir haben lange grechnet und abgewogen...

Ein 90%iges NEIN kam herraus!

Mein Mann ist Österreicher und trotzdem rechnet sich der Umzug nicht.
Insbesondere die Hilfsmittelversorgung ist wesentlich schlechter als in D.
Bei der ärztlichen Versorgung ist absoluter Gleichstand aber bei der Kinderbetreuung ist das Minus überwiegend.

Liebe Grüße
dieMeike mit

der Große, an der Grenze zur leichten Schwerhörigkeit ADS und LRS

Der Kleine, Muskelhypoton,
unklare Genese, einseitiger HG Träger

"Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das uns jederzeit genommen werden kann."

Richard von Weizsäcker

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Beitragvon johanna&natalie » 23.01.2008, 14:08

Hallo nochmal :oops: ,

Natalie ist ja hier in Deutschland in der Pflegestufe 1 uns wurden für sie 99 min /täglich für die Grundpflege und 45min/täglich für die Hauswirtschaftliche Versorgung angerechnet.

Welche Pflegestufe wäre das denn in Österreich? oder wird das dort auch ganz anders berechnet?

LG Johanna
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pflegegeld

Beitragvon veki » 23.01.2008, 14:20

hallo,

Pflegebedarf in Stunden pro Monat Pflegestufe Betrag in EUR monatlich

mehr als 50 Stunden 1 EUR 148,30

mehr als 75 Stunden 2 EUR 273,40

mehr als 120 Stunden 3 EUR 421,80

mehr als 160 Stunden 4 EUR 632,70

mehr als 180 Stunden, wenn
ein außergewöhnlicher Pflegeaufwand erforderlich ist
5 EUR 859,30

mehr als 180 Stunden, wenn
zeitlich unkoordinierbare Betreuungsmaßnahmen erforderlich sind und diese regelmäßig während des Tages und der Nacht zu erbringen sind oder
die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson während des Tages und der Nacht erforderlich ist, weil die Wahrscheinlichkeit einer Eigen- oder Fremdgefährdung gegeben ist
6 EUR 1.171,70

mehr als 180 Stunden, wenn
keine zielgerichteten Bewegungen der vier Extremitäten mit funktioneller Umsetzung möglich sind oder
ein gleich zu achtender Zustand vorliegt
7 EUR 1.562,10

so das sind die pflegestufen aus österreich, also bei uns rechnen sie wieviel stunden du im monat brauchst, unsere kleine wird bald 2 jahre alt und bis zum 3 lebensjahr zahlen sie meistens nur die pflegestufe 1, aber wir waren vor gericht und wahrscheinlich kriegen wir jetzt die stufe 2.

Wie hoch is den bei euch pflegestufe 1?

lg

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Beitragvon johanna&natalie » 24.01.2008, 13:03

Hallo veki,

bei uns ist die PS 1 205,-Euro.

Ich hätte dann in Österreich wahrscheinlich auch die PS 1 ich komme nämlich nur auf 74,4 Std. außer sie würde dort nochmal begutachtet werden.

Danke für die Info

LG Johanna
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