Probleme am/im Schulbus

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tina b
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Probleme am/im Schulbus

Beitrag von tina b »

Hallo,

mein Sohn Lars (Asperger-Autist) fährt morgens mit dem Bus zur Schule
(nachhause auch, aber da gibt es keine Probleme). Ich begleite ihn zur Bushaltestelle und warte mit ihm, außer uns sind noch 3 Erstklässler mit ihren Müttern da. Jeden morgen wird Lars agressiv, weil

a) wir sind nicht die ersten an der Haltestelle, er möchte der erste sein
b) er möchte als erstes in den Bus einsteigen, ein anderer Junge auch =>
Geschrei, Geheule von Lars
c) Lars möchte immer am selben Platz sitzen, setzt sich ein anderes Kind auf diesen Platz gibts Ärger (Schubsen, Geheule usw.)

Ich weiß nicht mehr was ich tun soll, da ich ihn auch nicht mit dem Auto in die Schule fahren kann, da ich 2 Tage in der Woche arbeite. Verständnis von den anderen Müttern kann ich nicht erwarten, da mein Sohn sowieso nur schlecht erzogen ist :roll:
Vielleicht habt ihr Tips wie ich ganz konkret in dieser Situation reagieren soll ?

Viele Grüße
Tina
Christina (32) und Jan (42) mit Lars (6 Jahre, Asperger-Syndrom) und Eva (5 Jahre, gesund)
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ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo Tina,
ich weiß leider nicht, in welchem BL Rundersberg liegt.....aber hier in Niedersachsen würde ich einen Einzeltransport, oder eine Begleitung beantragen.
Würde dem Arzt, bzw. dem Gesundheitsamt die Schwierigkeiten schildern und auf Verständnis hoffen.
Da die Diagnose ja wohl geklärt ist, dürfte das keine Schwierigkeit sein.

Wie verhält sich denn der Busfahrer ?

LG Heike
tina b
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Beitrag von tina b »

Hallo Heike,

hm das Problem ist halt, daß ich denke ich kann Ihn nicht von allen Problemsituationen fernhalten, wie soll er denn im späteren Leben zurechtkommen. Er geht ja auch in die Regelschule (mit I-Hilfe), im Unterricht dort klappt es gut.
Mein Problem liegt eher im "ausmerzen" dieser unerwünschten Verhaltensweisen ich weiß nicht, wie ich ihm klarmachen soll, daß er eben nicht immer der Erste sein muß usw. sprich wie erziehe im mein autistisches Kind :wink: .
Im Bus scheint er sich dann doch zu beruhigen, es ist halt nur diese Einsteigesituation, habe auch Angst, daß er mal ein Kind vor den Bus schubst.

P.S.: Rudersberg liegt in Baden-Württemberg
Christina (32) und Jan (42) mit Lars (6 Jahre, Asperger-Syndrom) und Eva (5 Jahre, gesund)
ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo Tina,

diese Probleme kommen mir sehr bekannt vor. Dein Ansatz ihn nicht von allen Problemsituationen fernhalten zu wollen ist sicher richtig. In seinem Verhalten liegt aber vielleicht eine Logik und danach würde ich erstmal schauen. Warum ist es denn so wichtig als erster am Bus zu sein und welchen Platz wählt er dann? Für unseren Sohn war das frühe einsteigen sehr wichtig, weil er dann eine Chance hatte auf den Platz hinter dem Busfahrer, was eine "relative" Sicherheit gegen Ärgern und Aggressionen der anderen Schüler bot. Wir haben das erst verstanden, als er eines Tages mit blutiger Nase heimkam und eine andere Schülerin zuhause berichtete was täglich im Bus geschieht. Er hatte versucht die Sache auf seine Weise alleine zu regeln, war aber letztendlich doch überfordert. Ich würde deshalb genau gucken, ob es eine geheime Logik hinter seinem Wunsch gibt. Heute fährt mein Sohn entweder mit dem Fahrrad zur Schule oder wir bringen ihn (bin auch berufstätig), da die Fahrt im vollgestopften Bus für ihn bis heute sehr belastend ist. Mir ist wichtiger, dass er wenn er in der Schule ankommt noch relativ offen ist und nicht aufgrund der Fahrt bereits "dicht" gemacht hat. Andere Busfahrten am Nachmittag schafft er übrigens, aber "Schulbus" ist schon eine besondere Anforderung für Autisten glaube ich.

Ich wünsche Euch alles Gute,

Viele Grüße

Silke
tina b
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Beitrag von tina b »

Hallo und juhu,

heute hat es echt gut geklappt und zwar deshalb weil ich mir gedacht habe mit einem Bonussystem zu arbeiten, d. h. für sozialverträgliches Verhalten am Bus wird er mit einem Sternchen belohnt u. für 10 Sternchen darf er sich im Spielzeugladen ein kleines Geschenk aussuchen.

@SilkeG: Ja, die Logik von Lars ist, daß er halt immer der Erste sein muß, ist wahrscheinlich so eine Art Kontrollverhalten. Gemobbt wird er im Bus eigentlich nicht, eher ist er der Agressor :(

Viele Grüße
Tina
Christina (32) und Jan (42) mit Lars (6 Jahre, Asperger-Syndrom) und Eva (5 Jahre, gesund)
ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo Tina,
Deine Haltung ist sicher richtig und auch sehr lobenswert, entschuldige, wenn ich Dich da falsch verstanden habe.....
Bin allerdings selbst irgendwann draufgekommen, das man sich das Leben dort, wo es möglich ist, einfacher machen kann - der Rest ist dann immer noch schwer genug.
Du wirst zu Hause genügend Trainigseinheiten haben und Schulbusse, bzw. Schulbuspersonal und Fahrgäste ändern sich evtl. mit jedem neuen Schuljahr......
Schön, wenn Euch das Bonus-System so gut hilft .
LG Heike
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