(Not)Taufe in der Klinik

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

Moderator: Moderatorengruppe

ilo75
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2930
Registriert: 10.03.2008, 21:44
Wohnort: Niedersachsen

Beitrag von ilo75 »

Hallo,

mir sind bei den Berichten wirklich einige Tränen aus den Augenwinkeln gelaufen!
Ich bin auch katholisch,bin kirchlich verheiratet glaube an Gott. Auch wenn ich nicht gerade jeden Sonntag zur Kirche gehe.
Ich habe ehrlich gar nicht daran gedacht unseren Sohn damals im KH taufen zu lassen, obwohl ich weiß das es möglich ist. Wir haben gewartet bis er fast ein Jahr alt war, das Taufkleid hat meine Mama aus meinem Brautkleid genäht. So ein schönes habe ich niergendwo gefunden! Danke Mama! Es hängt heute noch im Schrank und wird auch nur bei Bedarf in der Familie weitergegeben.Da bestehe ich drauf.
Zurück zum Thema: Ich glaube nicht unbedingt das man sein Kind nur des Kindes willen taufen lässt! In so einer Situation fühlt man sich seeehr allein und ist froh das es eine Kraft gibt die, egal was passiert, zu einem hält.Die Katholiken glauben eben an Gott, Moslem`s an jemand anderen usw.
Ich glaube schon das es beruhigend ist sein Kind in guten Händen zu wissen, egal was passiert.
Ich ziehe den Hut vor den Eltern die dieses Angebot nutzen, weil man ja doch dann die Tragweite des ganzen Schicksals erkannt hat. Normalerweise würde man ja sein Kind nicht im KH taufen lassen.Es ist mit Sicherheit sehr schwer zu sagen das man das Schicksal in die Hände von Gott legen will.
Ich weiß noch wie ich mit Unserem Sohn gesprochen habe als es ihm sehr schlecht ging: Entscheide du wohin du gehen willst! Dabei habe ich natürlich geweint wie ein Schlosshund,mein Mann hat diese Situation gar nicht mitbekommen weil es nachts war und er noch unterwgs zu uns. Hätte uns da jemand auf eine Nottaufe angesprochen....ich glaube wir hätten es auch gemacht.

LG Ilona
1 Sohn mit ADS, ehemaliges Frühchen aus der 30SSW,Entwicklungsstörungen leider in allen Bereichen, vor allem in der Wahrnehmung
Asthma aufgrund einer BPD

Benutzeravatar
Marc6892
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 234
Registriert: 26.07.2007, 11:16
Wohnort: Schweiz, ZH

Beitrag von Marc6892 »

Hallo Chiara,

erst mal vielen Dank für deine Antwort. Diese zeigt mir, dass ich doch nicht so falsch liege. Die Kindstaufe ist von Menschen gemacht - sozusagen Mitglieder sammeln.

Daraus wurde ein Tradition - und leider - so ist das heute - wird heute mehr an Traditionen festgehalten, als daran, mal zu erforschen, wie Gott das wirklich sieht?

Kann man das herausfinden? Ich denke dafür haben wir jeder eine Bibel im Haushalt.
Die Bibel, bzw. Jesus erklärt in Johannes 17,3 ganz klar, was leben bringt.
Lest es nach.
ilo75 hat geschrieben:Hallo,

das Taufkleid hat meine Mama aus meinem Brautkleid genäht. So ein schönes habe ich niergendwo gefunden! Danke Mama! Es hängt heute noch im Schrank und wird auch nur bei Bedarf in der Familie weitergegeben.Da bestehe ich drauf.
Zurück zum Thema: Ich glaube nicht unbedingt das man sein Kind nur des Kindes willen taufen lässt! In so einer Situation fühlt man sich seeehr allein und ist froh das es eine Kraft gibt die, egal was passiert, zu einem hält.Die Katholiken glauben eben an Gott, Moslem`s an jemand anderen usw.
Ich glaube schon das es beruhigend ist sein Kind in guten Händen zu wissen, egal was passiert.
Auch die Moslem glauben an Gott. Wenn ich mir aber nicht mal sicher bin, welche Anbetung Gott wünscht, was sind da meine Traditionen wert?

Nur ein schönes Taufkleid?? Schöne Kleider kann man zu jedem Anlass tragen. Wenn man Gott erst mal richtig kennt, fühlt man sich dafür aber gar nicht mehr allein.

Wenn ich mein Kind jedoch wirklich in guten Händen wissen will, warum nehme ich mir dann nicht einfach mal die Zeit und versuche mit der Bibel herauszufinden, was Gott dafür eigentlich wirklich von mir will.
Sonst liest man doch auch alle Packungsbeilagen als Mutter, oder?

Tut mir leid, wenn ich da jetzt etwas unbequem hinterfrage. Aber das sind so die Fragen, die mir aufkommen, wenn ich das lese, und mit dem Vergleiche, was in meiner UND in EURER Bibel steht. Dann hätte man sich meines Verständnisses nach diese Prozedur sparen können.

Will jetzt nicht nur negativ reden. Finde es sogar gut, wenn ihr so viel Engagement leistet, ganz schön wagemutig. Aber warum nicht mal hinterfragen, wenn jetzt dafür zeit ist?
"Das Tolle daran, die einzige zwischen richtig und falsch unterscheidende Art zu sein, ist, daß wir uns immer genau die Regeln ausdenken können, die uns gerade in den Kram passen. - Die letzten ihrer Art, Douglas Adams

Benutzeravatar
IngeH
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2608
Registriert: 20.11.2007, 10:16
Kontaktdaten:

Beitrag von IngeH »

Hallo Marc,
In Anbetracht dessen, daß bis vor kurzem nach katholischer Lehre ungetaufte Kinder in die Vorhölle kamen, kann ich alle vatikantreuen und gläubigen Eltern schon verstehen, die eine Nottaufe möchten

Aber hier jetzt eine biblische Auseinandersetzung mit dem Zeitpunkt der Taufe

(2) Wann soll man sich taufen lassen?

Es gibt zwei Möglichkeiten, die in den Konfessionen unterschiedlich praktiziert werden:

(2.1) Die Säuglingstaufe
Hier wird ein Säugling nach der Geburt getauft und somit Mitglied der Kirche. Dies ist hauptsächlich in den Landeskirchen der Fall. Für die Säuglingstaufe wird das Argument angeführt, dass in der Urgemeinde Menschen mit ihrem ganzen Haus getauft wurden (Apostelgeschichte 11,14 / Apostelgeschichte 16,15 / Apostelgeschichte Kapitel 16, 31 / Apostelgeschichte 18,8 und 1.Korinther 1,16). Damit ist jedoch nicht ausgesagt, dass zu diesem Haus auch Säuglinge und Kleinkinder gehörten. Nach Apostelgeschichte 18,8 ist sogar gesagt, dass das Haus zuvor gläubig wurde, was man von einem Säugling ja wohl nicht behaupten kann! Ein weiteres Argument ist die Segnung der Kinder in Lukas 18,15-17, wobei hier nicht von Taufe, sondern von Segnung die Rede ist. Es handelt sich hier auch nicht um Säuglinge, sondern um kleine Kinder, die das Reich Gottes annehmen (Lukas 18,17). Der Vergleich der Beschneidung mit der Taufe (siehe 1.1) im Kolosserbrief ist ein Argument für die Taufe der Säuglinge in der Erwartung, dass sie später auch von ihrer Seite diesen Bund mit Gott schließen und somit wirksam machen, indem sie sich bekehren (siehe 2.3.1).

(2.2) Die Erwachsenentaufe
Die Erwachsenentaufe, d.h. die Taufe nach der Bekehrung, war die gängige Praxis in der Urgemeinde (beachte die Reihenfolge in Apostelgeschichte 2,38 / 2, 41 / 8, 12f / 9, 18 / 10, 47f). Jesus hatte zum Ziel, die Menschen in seine Nachfolge zu rufen (Matthäus 10,34-39). Dies erfordert eine klare Entscheidung und Umkehr (Matthäus 16,24f). Eine solche Entscheidung kann kein Säugling leisten. Ist die Taufe das Zeichen der Umkehr, des Todes des alten Menschen und der Geburt des neuen Menschen (siehe 1.1), so setzt sie diese Entscheidung für Jesus voraus.

(2.3) Muss man sich nach der Bekehrung trotz der Säuglingstaufe noch einmal taufen lassen?
Jetzt gibt es natürlich noch die Diskussion darüber, was man tun soll, wenn man als Säugling getauft wurde und sich dann später, z.B. als Jugendlicher oder Erwachsener erst bekehrt hat.

Hier gäbe es zwei Möglichkeiten:

(2.3.1) Anerkennung der Säuglingstaufe
Man erkennt die Säuglingstaufe als echte Taufe an, auch wenn sie vor der Bekehrung geschah und lässt sich nicht noch einmal taufen. In Kolosser Kapitel 2, Verse 10-11 wird die Taufe mit der Beschneidung verglichen. Die Beschneidung war das Zeichen, dass man zum Volk Gottes und damit zum mosaischen Bund gehört. In diesem Bund verspricht Gott seinem Volk Fruchtbarkeit, Frieden und Segen, wenn Israel Gott als den großen König anerkennt und ihm treu bleibt. In diesem Zusammenhang kann man die Taufe als Gottes geleistete Verpflichtung gegenüber uns Menschen sehen. Unsere Antwort kann sein, dass wir unsere Verpflichtung ebenfalls leisten (Jesus als unseren Herrn annehmen) und somit den Bund auch von unserer Seite schließen oder dass wir unsere Verpflichtung nicht leisten (Jesus nicht als unseren Herrn annehmen) und somit der Bund nicht gültig ist. In Hebräer 11 wird aufgezeigt, dass auch im Alten Bund der Glaube entscheidend war, den die Israeliten als Bundesverpflichtung leisten sollten, um gerettet zu werden und nicht die Beschneidung, genauso wie Jesus in Markus 16,16 den Glauben und nicht die Taufe als entscheidend nennt, um nicht verdammt zu werden.

(2.3.2) Die Säuglingstaufe nicht als rechtmäßig anerkennen
Man erkennt die Säuglingstaufe nicht als rechtmäßig an, weil sie zu einem Zeitpunkt geschah, an dem man sich ja noch nicht für Jesus entschieden hat. Dann muss man sich nach der Bekehrung erneut taufen lassen. Auch diese Möglichkeit lässt sich biblisch begründen. In der üblichen Praxis der Urgemeinde gab es keine Kindertaufe (siehe 2.1/2.2). Der übliche Weg war eben zuerst Bekehrung und dann Taufe. Liest man Apostelgeschichte 19,1-6 dann gab es auch Christen, die sich nach ihrer Bekehrung ein zweites Mal taufen ließen. Sie wurden zuerst mit der Taufe des Johannes getauft, hatten aber noch nicht den Heiligen Geist - waren also noch nicht gläubig. Als sie nach der Predigt des Paulus gläubig wurden, ließen sie sich ein zweites Mal taufen.

Zwar war die Taufe des Johannes etwas anderes als die christliche Taufe (eine vorbereitende Bußtaufe, kein Symbol für eine übernatürliche Lebensveränderung). Trotzdem Apostelgeschichte 19,1-6 ein Präzedenzfall dafür, dass man eine Taufe erlebt hat, die nicht dem "neutestamentlichen Standard" entspricht: So wenig wie die Taufe des Johannes einen Menschen automatisch ins Reich Gottes bringt, so wenig vermag das die Kindertaufe, wenn ihr kein persönlicher Glaube (Anerkennung dieser Taufe) folgt.


(2.3.3) Fazit

Insgesamt lassen sich also beide Positionen biblisch begründen und man muss sich selber vor Gott eine Meinung darüber bilden. Die Praxis der Säuglingstaufe hat allerdings zur Folge, dass viele "Christen" denken, dass sie durch die Taufe gerettet sind, weil "Gott in der Taufe Ja zu ihnen gesagt" hat. Es ist dann schwer, diesen Menschen klarzumachen, dass sie trotz der Taufe noch eine persönliche Entscheidung für Jesus treffen müssen. Diese Entscheidung sollte eigentlich durch die Konfirmation ausgedrückt werden, was in der Praxis aber doch eher ein Lippenbekenntnis ohne echte Bekehrung zu Jesus Christus ist. Jedoch sollten die gläubigen Christen sich nicht darüber streiten, ob man sich nach seiner Bekehrung trotz Säuglingstaufe noch einmal taufen lassen muss oder nicht, sondern diese Entscheidung muss jeder selber vor Gott treffen.

aus nikodemus.net

hier:
http://books.google.de/books?id=mS5ayWd ... t#PPA89,M1
ab Seite 89 lesen, ist auch ganz interessant über die Notwendigkeit der Taufe

Liebe Grüße
Liebe Grüße von Inge
mein besonderes Kind wurde 05.97 geboren und hat eine beinbetonte Tetraspastik ist ein Läufer aber hat keine Lautsprache, er hat noch 3 ebenso wunderbare jüngere Geschwister, die beiden Jüngsten mit AVWS

Silke Bu
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 172
Registriert: 11.09.2007, 12:52
Wohnort: Unterhaching

Beitrag von Silke Bu »

Hallo zusammen,
unsere Elisabeth kam schon tot auf die Welt, eine Nottaufe war also gar nicht mehr möglich. Die Seelsorgerin, die uns am Tag ihrer Geburt begleitet hat, schlug dennoch vor, eine Art Taufe zu feiern, ihr den Segen Gottes mit zu geben. Sie brachte die Osterkerze aus der Klinikkapelle mit und zum Andenken für uns ein kleines Kreuz. Eine Taufkerze hatte sie gerade nicht zur Hand. Ob das nun im religionsrechtlichen Sinne eine Taufe war oder nicht, tut für mich nichts zur Sache, es war schön und hat uns gut getan!

Bei Elisabeths Beerdigung hat uns aber der Pfarrer eine "echte" Taufkerze für Elisabeth geschenkt. Er hatte - wahrscheinlich von uns -mitbekommen, dass sie quasi getauft wurde, wir aber keine Kerze haben.

Diese Taufkerze ist nun bei den Taufen unserer anderen Kinder und auch bei denen im Freundeskreis immer dabei und wird angezündet wie die Kerzen der anderen Kinder auch. Ich bin froh und dankbar, dass wir sie haben.

Viele Grüße
Silke
Silke mit Martin (07/06, Tibiapseudarthrose beidseits aufgrund NF1 oder Osteofibröser Dysplasie in beiden Unterschenkeln, ADS, LRS
Hannah (01/03), Theresa (07/01) und Elisabeth (03/00, Sternenkind seit der 28. SSW)

Unsere Bilder: http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... r_id=13641

Benutzeravatar
Marc6892
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 234
Registriert: 26.07.2007, 11:16
Wohnort: Schweiz, ZH

Beitrag von Marc6892 »

IngeH hat geschrieben:Hallo Marc,
(2.1) Die Säuglingstaufe
Hier wird ein Säugling nach der Geburt getauft und somit Mitglied der Kirche. Dies ist hauptsächlich in den Landeskirchen der Fall. Für die Säuglingstaufe wird das Argument angeführt, dass in der Urgemeinde Menschen mit ihrem ganzen Haus getauft wurden (Apostelgeschichte 11,14 / Apostelgeschichte 16,15 / Apostelgeschichte Kapitel 16, 31 / Apostelgeschichte 18,8 und 1.Korinther 1,16). Damit ist jedoch nicht ausgesagt, dass zu diesem Haus auch Säuglinge und Kleinkinder gehörten. Nach Apostelgeschichte 18,8 ist sogar gesagt, dass das Haus zuvor gläubig wurde, was man von einem Säugling ja wohl nicht behaupten kann! Ein weiteres Argument ist die Segnung der Kinder in Lukas 18,15-17, wobei hier nicht von Taufe, sondern von Segnung die Rede ist. Es handelt sich hier auch nicht um Säuglinge, sondern um kleine Kinder, die das Reich Gottes annehmen (Lukas 18,17). Der Vergleich der Beschneidung mit der Taufe (siehe 1.1) im Kolosserbrief ist ein Argument für die Taufe der Säuglinge in der Erwartung, dass sie später auch von ihrer Seite diesen Bund mit Gott schließen und somit wirksam machen, indem sie sich bekehren (siehe 2.3.1).
Hallo Inge,

erst mal vielen Dank für deine Mühe und ausführliche Antwort. Hab mich richtig gefreut, da man selten soo auf Basis der Bibel Gelegenheit hat, mit jemanden zu diskutieren. Vor allem, dass du soviel Bibelstellen gebrauchst, finde ich sehr gut. Denn für mich zählt eigentlich nur die biblische Lehre.
Das Wort „katholisch“ und Ihre Einnahmeorientierten Drohlehren allein steht für mich schon eher für Abspaltung. Das wissen wir eigentlich schon spätestens seit Luther, oder?
´
Ich habe auch entsprechend alle deine Bibelstellen nachgeschlagen, und das mal wirken lassen. Aber nun doch mal dazu, wie ich diese Bibelstellen verstehe:

Zu deinem:
2.1.) Es wird in Apostelgeschichte zwar ( je nach Übersetzung ) von „Du und dein Haus“, „Hausgemeinschaft“ oder „Hausgenossen“ gesprochen… - von Säugling oder Kleinkind definitiv wird hier aber nicht geredet. Von daher gehe ich auch hier zunächst davon aus, das es um die Erwachsenen bzw. „Mündigen“ geht, die sich bewusst taufen lassen können.
Man könnte erst mal meinen, es bestätigt keines von beiden.
Du persönlich siehst darin einen Hinweis darauf, daß auch die Kleinkinder dieser Familien getauft wurden. Aber im Fall des Kornelius waren die Getauften Personen, die, die das Wort gehört und den heiligen Geist empfangen hatten, und sie sprachen in Zungen und verherrlichten Gott, was auf Kleinkinder nicht zutreffen kann ( Apostelgeschichte 10,44-46 ).
In dem auch von dir angeführten Text in Apostelgeschichte 18,8 wird davon gesprochen, das Krispus mit seinem ganzen Haus zum Glauben kam an den Herrn…. – Zum Glauben kommen, kann für mich auch nicht verstandesgemäß auf Säuglinge zutreffen. (Bei denen kann man höchstens eine Konfession in den Ausweis schreiben, damit man es Jahre später mal auf die Steuerkarte übertragen kann….)

In Lukas 18:15-17 wird davon gesprochen, das Jesus die Kinder anrührte oder Hände auflegte ( wieder je nach Übersetzung ). Das hatte oft mit körperlicher Heilung zu tun, in diesem Fall aber warscheinlicher das Segnen dieser Kinder generell. Aber es hatte nichts mit Taufe zu tun. Jesus sprach von Kindern, dass diese offener und neugieriger für alles seien und lernbereiter – während Erwachsene bekanntlich gerne an Traditionen festhalten, und so oft den Wald vor lauter Bäumen gar nicht sehen wollen.
Da er so von Kindern sprach, waren es offensichtlich Kinder, die Worte schon in sich aufnehmen konnten – also keinesfalls Säuglinge. Diese Bibelstelle hat also gar nichts mit Taufe zu tun.

2.2.) Hier gehen wir im grossen und ganzen Konform. Da Jesus selbst sagte, dass man nur Gott allein anbeten sollte ( Lukas 4 ), gehe ich allerdings davon aus, dass die Hingabe in erster Linie Gott gebührt – und man Jesus praktisch als Vermittler anerkennt.

2.3.1)
Den Vergleich zwischen Beschneidung und Taufe in Kolosser sollte man einmal genauer lesen. Ein direkter Vergleich hier würde hinken, da die Beschneidung zum:
1. Ein Zeichen des Bundes mit Abraham war ( 1. Mose 17,10-14 )
2. Der „äußerlichen“ Hygiene diente
3. Logischerweise nur aus männliche Kinder angewandt wurde.

Das alles trifft auf die Taufe überhaupt nicht zu. Der Taufe muss ein Umdenken ( für Säuglinge also klar nicht zutreffend ), Reue und Hingabe vorrausgehen. So wie du es bei der Erwachsenentaufe geschrieben hast. Die Taufe ist kein Bund, sondern ein Zeichen der Hingabe. Das man Gott als den allein wahren rechtmäßigen Herrscher anerkennt. Und das gilt für Frauen genauso, wie für Männer.

In Kolosser 2,11 wird von einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschieht (z.B. gem. Elberfelder ) gesprochen. Also kann die buchstäbliche Beschneidung hier nicht gemeint sein.
Da Paulus sehr oft das Alte Testament zitierte, habe ich nach ein wenig Suchen 5.Mose 10,16 als Referenztext gefunden. Dort wird davon gesprochen, dass man die Vorhaut des Herzens beschneiden soll…. – Auch dies kann ja nicht wortwörtlich gemeint sein.
Dort werden die Israeliten also aufgefordert „Ihre Herzenseinstellung“ zu „reinigen“
( Beschneidung = Hygiene ) also zu ändern. Wieder etwas, was nicht auf Säuglinge bzw. Kleinkinder so zutreffen kann, oder?

2.3.2.) Nun zu deinem Präzedenzfall aus Apostelgeschichte. 19,1-6
Der Kontext beginnt hier eigentlich schon ab Apostelg. 18,24
Getauft wurden jene Männer nämlich von Apollos, dem aber nur die Taufe des Johannes bekannt war.
Die Taufe des Johannes sollte von der Taufe abgelöst werden, die Jesus mit folgenden Worten gebot: „Macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes“ (Matthäus 28,19). Von da an war das die einzige Wassertaufe, die Gott anerkannte. Diesbezüglich mußten sowohl er als auch die Jünger, die Paulus in Ephesus antraf, berichtigt werden. Diese Männer in Ephesus hatten sich der Taufe des Johannes unterzogen, doch offensichtlich erst, als diese Taufe nicht mehr rechtsgültig war, denn als Paulus Ephesus besuchte, waren seit dem Ende des Gesetzesbundes schon etwa 20 Jahre vergangen. Sie wurden dann der Vorschrift entsprechend im Namen Jesu getauft und empfingen heiligen Geist.
Vielleicht ein Präzendenzfall dass man eine fehlerhafte Taufe korrigieren und berichtigend wiederholen kann …. – hat aber nun wirklich gar nichts mit Kindstaufe zu tun.

Besonders interessant in dem Zusammenhang nochmal der Zusatz zu Matthäus 28,19 – nämlich im folgenden Vers 20: …. tauft sie … und lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe ( Einheitsübersetzung od. Luther ).
Auch dies ist nicht wirklich bei einem Säugling möglich.

Jesus war bereits als Kind einmal im Tempel – und nannte es da schon das Haus seines Vaters. Taufen lies er sich aber erst viel später als er erwachsen war – was im damaligen Israel man so erst mit 30 war. ( bei uns heute zum Vergleich mit 18 ).

Ich fand deine Argumentation aber dennoch sehr interessant, weil ich jetzt zumindest verstehen kann, wie man auf so etwas kommen kann – war mir vorher völlig unverständlich.
Was deine Erläuterung zum eigentlichen Sinn der (Erwachsenen-)Taufe betrifft, so gehen wir da schon in eine Richtung – danke auch für den Link.

Wenn ich bei Säuglingstaufe aber vor allem an Chiaras Erklärung denke, dass das eine nicht bibelgem. Erfindung der katholischen Kirche ist, fällt mir hier eigentlich nur Matthäus 15,9 ein.

Ich möchte hier nicht leer rumkritisieren.
Wollte halt nur mal eine Alternative direkt anhand der Bibel aufzeigen.
Gott ist ein Gott der Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Er richtet und beurteilt nach den Taten und Sünden eines Menschen. Da Säuglinge und Kleinkinder noch keine Sünden in diesem Sinne begehen können, haben Sie bei einem vorzeitigen Versterben meines biblischen Verständnisses nach auch nichts zu befürchten. Ob ihr dieses für logisch oder unlogisch haltet, könnt ihr ja nun selbst für euch beurteilen.
Jesus wollte die Kinder zu sich kommen lassen, damit diese Belehrung erhalten. Und eben darum geht es – um die Belehrung anhand der Bibel, dass sie Gott erkennen – und es geht nicht um Traditionen.

LG zurück & danke nochmal
Marc
"Das Tolle daran, die einzige zwischen richtig und falsch unterscheidende Art zu sein, ist, daß wir uns immer genau die Regeln ausdenken können, die uns gerade in den Kram passen. - Die letzten ihrer Art, Douglas Adams

nina l
Gast
Gast
Beiträge: 1875
Registriert: 25.01.2009, 14:33

Beitrag von nina l »

hallo

ich hab mal ein wenig hir gelesen es hat mir auf den Magen geschlagen

ich finde es sehr ergreifend was man hir so List

ich wünsche allen die in so einer Situation sind sehr fiel Kraft den die braucht man dan.

grus nina und alles gute und liebe an euch!

Antworten

Zurück zu „Religion/Spirituelles“