ALG II und Begleitung im Krankenhaus

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

Moderator: Moderatorengruppe

Benutzeravatar
karinrossi
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 431
Registriert: 25.02.2005, 20:02
Wohnort: Schwaig

ALG II und Begleitung im Krankenhaus

Beitragvon karinrossi » 22.05.2005, 15:37

Mein Sohn Rene wird am 31.05. 14 Jahre.
Ich bin alleinerziehend und bekomme ALG II.
Rene ist Rollifahrer und hat Epilepsie.
Jetzt sollen wir beide!! zur Medi-Einstellung und zur psychol. Schulung zur Kontrolle der Anfälle für 4 Wochen in die Klinik nach Vogtareuth.

Frage:
Wer weiß wie dann die Regelung für ALG II aussieht. Stehe ja praktisch zur Vermittlung nicht zur Verfügung und Rene hat "nur" Pflegestufe II.

Werbung 1
 
Helmut
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1353
Registriert: 30.04.2004, 22:55
Wohnort: Borken / NRW

Beitragvon Helmut » 22.05.2005, 15:55

Hallo Karin,

am besten läßt du dir vom Arzt bescheinigen, das deine Anwesenheit im KH, für den Erfolg der Behandlung erforderlich ist, und gibst deinem Sachbearbeiter die Bescheinigung. Der kann dann entscheiden, ob er alles so laufen läßt... oder ob du für die Zeit... wenn es länger dauert als Sonderurlaub für solche Fälle, Krankengeld von der KK beantragen mußt.

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.

Benutzeravatar
Reiner
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1399
Registriert: 14.07.2004, 22:29
Wohnort: LK Osnabrück
Kontaktdaten:

Beitragvon Reiner » 22.05.2005, 17:48

Hallo Karin,

evtl. kannst Du mit diesem Beitrag und dem darin enthaltenen Link noch was anfangen.

http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 4144#24144

Zu deiner Frage nach dem ALG II kann ich dir leider auch nicht helfen.

Gruß

Reiner

Benutzeravatar
RA Philip Koch
Rechtsanwalt
Rechtsanwalt
Beiträge: 224
Registriert: 07.03.2005, 14:28
Wohnort: Krombach
Kontaktdaten:

Beitragvon RA Philip Koch » 24.05.2005, 13:51

Halo Karin,

die Antwort auf Deine Frage ergibt sich aus § 25 SGB II. Danach wird im Falle der Erkrankung mit Krankengeldanspruch dem Grunde nach bis zu 6 Wochen das ALG II fortgezahlt. In §45 SGBV wird der Fall der Krankheit des Kindes dem Fall eigener Erkrankung zunindest teilweise gleichgestellt.

Außerdem dürften in Deinem Fall die Voraussetzungen des § 10 Abs. 1 Nr. 4 SGB II vorliegen (Unzumutbarkeit wegen notwendiger Pflegeleistungen).

In jedem Fall sollte Dir der Arzt die medizinische Notwendigkeit des Aufenthalts bestätigen, damit Du die Bestätigung beim Leistungsträger einreichen kannst.

Viele Grüße

Philip
Rechtsanwaltskanzlei Philip Koch

Benutzeravatar
karinrossi
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 431
Registriert: 25.02.2005, 20:02
Wohnort: Schwaig

Beitragvon karinrossi » 24.05.2005, 19:55

Hallo zusammen,
Danke für die Antworten.Die helfen mir richtig weiter, vor allem danke an RA Philip.
Jetzt kann ich wieder etwas beruhigter schlafen, denn der Aufenthalt in Vogtareuth ist für uns beide sehr wichtig. Ich erhoffe mir, da ein wenig zu lernen, Rene auch anderen beruhigt zu überlassen. Auch wenn die ihn nicht in- und auswenidg kennen. Aber ich habe mir schon Sorgen wegen der Finanzen gemacht. Vielen vielen Dank
Gruß Karin
Karin (1957) + René (31.5.1991) ICP nach Sauerstoffmangel, Baby-BNS, seit 3 Jahren nicht einstellbare Epi, Rolli-Fahrer, Gallenblasen-OP 2003 mit Leber- und Bauspeicheldrüsenentzündung. Begeisterter Play-Station-Spieler und pubertierender Sonnyboy.

Helmut
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1353
Registriert: 30.04.2004, 22:55
Wohnort: Borken / NRW

Beitragvon Helmut » 24.05.2005, 19:55

Hallo Philip,

bei der Gelegenheit... : Wie ist das jetzt mit dem Pflegegeld, wenn das Kind im Kh ist, und die häusliche Pflegekraft, das Kind im KH genau so pflegt wie zuhause ?

"Früher", vor der Pflegeversicherung, gab es jedesmal einen riesen Papierkrieg, bis dann feststand, das wenn das Kind im KH ist, egal wer es pflegt, kein Pflegegeld gab. Sonja war zwar jetzt schon mehrfach mit mir als "pflegende Begleitperson" im KH, wir haben der Pflegekasse immer mitgeteilt das es so war, das Pflegeld wurde jedoch nicht gekürzt. Von anderen Eltern hörte ich neulich, das man denen das Pflegeld in solchen Fällen streicht. Einerseits kann ich mir zwar vorstellen, das die Kürzung rechtens ist, andererseits ist meine KK bis jetzt immer meiner Argumentation gefolgt, das ich Sonja im KH genau so aufwendig pflege wie zuhause auch, so das Sonja "für ihre specielle persönliche Pflegekraft im KH", den selben Pflegegeldanspruch hat, wie zuhause auch. Ist unsere Pflegekasse nur so kulant, das sie Sonja das Pflegegeld nicht kürzt, oder kann man den anderen dazu Raten, Widerspruch gegen die Kürzung des Pflegegeldes einzulegen ?

Krankengeld habe ich für solche KHzeiten bis jetzt nicht gebraucht, weil ich immer gesagt habe, das WENN es ausgerechnet dann ein passendes Arbeitsangebot gibt, ich mich immer sofort da Vorstellen, und ggf. dann mit dem Arbeitgeber vereinbaren kann, wie es weitergeht. Sagen das ich "wegen solcher Umstände" immer mal ausfallen kann, muß ich potentiellen Arbeitgeber ja sowieso.... wenn ich nicht bei der nächsten Gelegenheit raus geschmissen werden will.

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.

Benutzeravatar
karinrossi
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 431
Registriert: 25.02.2005, 20:02
Wohnort: Schwaig

Beitragvon karinrossi » 28.05.2005, 22:04

Hallo Helmut,
gute Frage mit dem Pflegeld. Hab ich gar nicht dran gedacht. Und wie machst du das mit deiner Sonja im KH. Ich bin ja mit Rene noch auf der Kinderstation da geht das gut. Aber wie ist das bei den "Erwachsenen".
Gruß Karin

Hallo Philip,
habe mit meiner Sachbearbeiterin von der ARGE telefoniert und als ich ihr gesagt habe was los ist und ob sie gleiche die entsprechenden Paragraphen wissen will, war sie richtg dankbar und hat gesagt "ach ja, genau, prima, dann melden sie sich wieder wenn sie zurück sind".
Nochmals danke.
Gruß KArin
Karin (1957) + René (31.5.1991) ICP nach Sauerstoffmangel, Baby-BNS, seit 3 Jahren nicht einstellbare Epi, Rolli-Fahrer, Gallenblasen-OP 2003 mit Leber- und Bauspeicheldrüsenentzündung. Begeisterter Play-Station-Spieler und pubertierender Sonnyboy.

Werbung
 
Benutzeravatar
RA Philip Koch
Rechtsanwalt
Rechtsanwalt
Beiträge: 224
Registriert: 07.03.2005, 14:28
Wohnort: Krombach
Kontaktdaten:

Beitragvon RA Philip Koch » 30.05.2005, 13:03

Hallo Helmut,

Voraussetzung für das Pflegegeld ist lediglich, daß der Pflegebedürftige mit dem Pfelgegeld ie erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung sicherstellt. Wo diese stattfindet, ist zunächst einmal egal. Allerdings ist für die erforderliche Pflege im KH das Pflegepersonal zuständig. Die Kosten hierfür sind in den Pflegesätzen des KH eingerechnet.

Im Streitfall wird man wohl nachweisen müssen, daß
a) man die Pfelgeleistungen tatsächlich erbringt, und
b) das Pflegepersonal des Krankenhauses hierzu nicht inder Lage ist.

Du hast also offensichtlich eine Pflegekasse, die wenig nachfragt, so daß es unproblematisch läuft. Eine grundsätzliche Empfehlung zum Widerspruch kann ich daher nicht geben. Man muß sich da jeden Einzelfall genau anschauen.

Viele Grüße

Philip
Rechtsanwaltskanzlei Philip Koch


Zurück zu „Rechtliches (Krankenvers., Pflegegeld etc.)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Kati_S und 0 Gäste