OP steht an...

Mit einem besonderen Kind sind Eltern oft Dauergäste beim Kinderarzt. Hinzu kommen Krankenhausaufenthalte und Besuche bei Spezialisten und im Sozialpädiatrischen Zentrum.
Welche Untersuchungen machen Sinn? Wo ist mein Kind in guten Händen? Zahlt die Krankenkasse alle Behandlungen? Fragen über Fragen...

Moderator: Moderatorengruppe

ehemalige Userin

OP steht an...

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo an alle,

habe heute die Nachricht erhalten, dass mein Sohn voraussichtlich Ende April in der Orthopädischen Klinik in Heidelberg operiert werden wird.

Vor allem geht es mir hier in erster Linie darum, dass ganze finanziell und organisatorisch aufgefangen zu bekommen und bin froh um jeden Tipp den ich bekommen kann.

Ich bin alleinerziehend und habe eine 3/4 Stelle im Bereich Buchhaltung. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gehe ich davon aus, mich für die Zeit arbeitslos zu melden, da sich nach dem Klinikaufenthalt eine Reha anschliessen wird und sich nicht absehen läßt, wann mein Schlumpf wieder auf seinen Beinen stehen wird.
Krankmeldung meinerseits wird wohl nicht reichen, da ich meinen Arbeitsbereich komplett allein abdecke und mein Arbeitnehmer sich eine zweite Kraft nicht wird leisten können.

Gerade die von euch, die sich zu einer OP in Heidelberg entschlossen haben und ihre Kinder zu der Zeit begleitet haben:

habt ihr euch stationär mit aufnehmen lassen oder ein Hotelzimmer genommen? Ich gestehe, Krankenhäuser nicht ausstehen zu können und befürchte dort kein Auge zumachen zu können, schlafe eh schon viel zu wenig.
Und wenn ihr euch statonär mit aufnehmen habt lassen, wie waren eure Erfahrungen so in der Regel?
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten zusätzlich?

(Für Jus hab ich letzte Woche die Nachricht erhalten, Pflegestufe III zu erhalten.)
Alleine lassen möchte ich ihn nicht, da ihn fremde Situationen sehr ängstigen. Frühkindlicher Autismus.

Er hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht und ich hoffe einfach, dass diese Zeit kein Trauma bei ihm auslösen wird.

Vermutlich mach ich mich im Vorfeld viel zu verrückt, aber so bin ich halt. :D

Ich hab mich ja nie groß vorgestellt, falls Info von Nöten...geplant ist eine Aufrichtung beider Füße (Evans - OP), Rectustransposition beids. und eine Derotation links.
Jus wurde mit einer Migrationsstörung re geboren; infolge dessen Tetraspastik, cerebrales Bewegungssyndrom, teilweise einschießendes Moro - Muster; frühkindlicher Autismus usw.

Ich denke mal positiv und wir schaffen das schon irgendwie!!!
Aber wie gesagt, freu mich über jeden Tipp und Erfahrungsbericht.
Und wenn man weiß, was genau auf einen zukommt, macht´s auch ein wenig leichter. :idea:

LG
Nicole
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Ullaskids
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Beitrag von Ullaskids »

Hallo Nicole,
seid ihr in HD in der Kinderchirurgie? Wir kommen gerade von dort zurück, nach der Reflux-OP. Wir hatten das Glück eines Einzelzimmers, sodass ich dort mit schlafen konnte. Bei den größeren Kindern waren aber keine Eltern dabei, sie waren auch teilweise mindestens zu viert in einem Zimmer. Dass ich mit übernachten kann, konnte man mir auch vorher nicht versprechen, ich habe großes Glück gehabt. Nachts ist es aber teilweise recht unruhig dort, gerade in die Chirurgie kommen ja auch mal Notfälle nachts, oder es weint jemand, oder das Stationstelefon klingelt, oder die Infusionen piepen, weil sie durchgelaufen sind...
Bei Kindern bis 6 Jahren (bei behinderten Kindern auch länger) übernimmt die KK die Kosten der Elternübernachtung, dort kannst du mal nachfragen, wie es in eurem Fall aussieht. Ich wurde auf der Station mitverpflegt und habe Bettwäsche bekommen. In der Chirurgie gibt es unten auch einen Kiosk/Café, wo man Zeitungen, Kuchen usw. bekommt. Insgesamt war es bis auf den Schlafmangel sehr schön und alle sehr nett.
LG Ulla
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (17): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.
Beate 81
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Beitrag von Beate 81 »

Hallo Nicole,

ich würde an deiner Stelle versuchen mit im KKH unterzukommen. Das zahlt die Kasse. Hotelzimmer wird wohl recht teuer werden. Das würde ich nur im Notfall machen. In Greifswald hatte ich eine eigene kleine Wohnung in einem Elternhaus auf dem Klinikgelände. Zu meiner Tochter waren es nur ca. 200 m. Die Lösung fand ich optimal.
Willst du denn jetzt deshalb kündigen?
Mal ganz ehrlich, ich würde mich wahrscheinlich krank schreiben lassen.
Das muss dein Arbeitgeber doch akzeptieren und da Lösungen finden.
Was machst du denn, wenn du tatsächlich mal krank wirst oder dir ein Bein brichst oder sowas?
Da sollte sich dein AG den Kopf drüber zerbrechen, nicht du.

L.G. Beate
Tochter geb. 2006; FG 28/0 SSW, schwere Asphyxie unter d. Geburt, Atemnotsyndrom, Hirnblutung 3° bds., HC mit VP-Shunt 4/07, Revision 12/11
ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Danke für die Antworten,

für die Kündigung kommt noch ein weiterer Grund mit hinzu, dass ich kein weiteres Interesse habe, meinen Job zu halten und von daher denke ich einen Schnitt zu machen und dieses Thema abzuschliessen. Auf zu neuen Ufern. Und mein Chef ist in mehrfacher Hinsicht inkompetent, aber das ist ein anderes Thema.

Ich werde im Vorfeld wohl einiges an Stellen ablaufen müssen und die beste Lösung finden müssen.

Jus wird in der HD Kinderchirugie aufgenommen. Einzelzimmer wäre natürlich Klasse für uns, aber wohl kaum wahrscheinlich. Mal sehen.
Wir wohnen halt recht weit von HD entfernt und die Strecke jeden Tag fahren macht wohl wenig Sinn. Vor allem, da mein Schlumpf nachts nicht durchschläft und ziemlich viel Unterstützung im Alltag benötigt.

Hallo Ulla, danke für dein Feedback :D ...Generell war mein Eindruck von der Klinik und vom behandelnden Arzt positiv sehr überraschend...
Ganz anders als erwartet oder so manche Erfahrung in der Vergangenheit.

Wird sich alles finden...

LG Nicole
SISA
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Beitrag von SISA »

Hallo Nicole!
Ich kann Dir nur raten nicht vorher zu kündigen!
Lass Dich für die Zeit krank schreiben, denn wenn Du in der Klinik bist, stehst Du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung und hast somit keinen Anspruch auf ALG.
Wenn du als ALG I - Bezieher krank bist, bekommst Du von dem bereits um die Sozialabgaben gekürzten ALG 1 den Abzug der Krankenkasse noch darauf - das kann ein ganz schönes Loch in deinen Geldbeutel reißen.
Geschickter ist es, nach der Reha zu kündigen, wenn dann ersichtlich ist, dass dein Sohn mehr Hilfe weiterhin benötigt und du mit den Arbeitszeiten deines alten Arbeitgebers nicht klar kommst.
Wenn Du selbst kündigst, gibt es eine Sperrzeit - diese greift nur dann nicht, wenn dein Arbeitgeber Dir bescheinigt, dass die von Dir benötigten Arbeitszeiten aus betrieblichen Gründen nicht umsetzbar sind!

Viele Grüße
Silke
Beate 81
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Beitrag von Beate 81 »

Hallo Nicole,

ich stimme Silke da vollkommen zu. Das wär doch die ideale Lösung für dich, bei der du nicht so viele Verluste hast.
Kündigen kannst du danach immer noch.

L.G. Beate
Tochter geb. 2006; FG 28/0 SSW, schwere Asphyxie unter d. Geburt, Atemnotsyndrom, Hirnblutung 3° bds., HC mit VP-Shunt 4/07, Revision 12/11
Hertha

Beitrag von Hertha »

Hi Nicole,
also, kündigen würde ich an Deiner Stelle auf gar keinen Fall. Denn dann bekommst Du vom Arbeitsamt ne 12 wöchige Sperre und stehst dann ohne Geld und Krankenversicherung da.
Ich schließe mich da meinen Vorrednern an: Lasse Dich krankschreiben. Vielleicht löst sich ja dann auch das Problem von ganz alleine und Dein Arbeitgeber kündigt Dich. Und wenn nicht, dann kannst Du später ja immer noch selbst kündigen.

LG von
Hertha
ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Ich sehe schon, ich werde einiges komplett neu überdenken müssen.
Eine Freundin von mir arbeitet bei der ARGE und meinte, dass evtl Sonderegelungen greifen würden.

Da ich alle anfallenden Probleme immer allein bewältige, sehe ich gelegentlich mehr Probleme als vorhanden sind.

Vielen Dank für eure Tipp´s...
LG
Nicole
claudia fu
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Beitrag von claudia fu »

Hallo Nicole,

ich war vor zweieinhalb Jahren mit meinem damals 12jährigen Sohn in HD in der Kinderorthopädie wegen einer Hüft-OP. Es gibt mehrere Möglichkeiten, während eines stationären Aufenthaltes in Nähe deines Kindes zu übernachten. Du kannst versuchen ein Eltern-Kind-Zimmer auf Station zu kriegen. Was aber nicht so einfach ist, wegen der großen Nachfrage und begrenzter Anzahl an Mutter-Kind-Zimmern.
Hat den Vorteil, dass du mit Essen vollverpflegt wirst. Nachteil ist, dass es bei Nacht nicht immer ruhig zugeht und du kein eigenes Bad hast; Duschmöglichkeit im Bad auf der Station. Kosten werden von der Kasse übernommen, weil im Pflegesatz Kosten drin enthalten sind.

Im Haus befinden sich unterm Dach tolle Appartments (mit Waschmöglichkeit, eigenem Fernseher und sonst noch ein paar Extras) die gemietet werden können. Kosten zwischen 25,-- und 40,-- € pro Tag je nach Grösse bzw. Ausstattung des Appartments.
Außerdem kann man im Personalwohnheim(ca. 5-7 Min. zu laufen) ein Zimmer mieten, Kosten damals 19,-- € pro Tag. Die Zimmer sind im Pwh einfach gestrickt und nicht sehr komfortabel aber ausreichend und sauber. Jedes Zimmer hat aber eine eigene Küchenzeile und ein eigenes Bad mit Klo. Ich war damals im Pwh untergebracht, weil ich mich auch mal zurückziehen wollte und bei Nacht meine Ruhe brauche.
Außerdem hast du im Pwh auch die Möglichkeit, im Keller die Wäsche zu waschen und trocknen. Auf Station ist das schon wieder eher problematisch.

Nachteil ist halt, wenn du nicht auf Station untergebracht bist, kommen halt die Kosten für die eigene Verpflegung noch dazu.

Wie alt ist denn dein Sohn? Ich würde dir raten, informier dich bei deiner Kasse, ob und in welcher Höhe Übernachtungskosten übernommen werden, hängt auch vom Alter des Kindes ab. Bei mir wurden damals die Kosten übernommen, aber nur auf Kulanzbasis. Normalerweise bräuchte man von der Verwaltung eine Bescheinigung, dass eine Begleitung der Mutter wegen Behinderung des Kindes notwendig ist, wird aber in Hd nicht mehr ausgestellt. Ich hatte damals das Glück, dass meine Kasse die Kosten trotz fehlender Bescheinigung übernommen hat. In den 6 Wochen, die wir dort waren, kam da eine schöne Summe zusammen.

Natürlich kannst du dich auch bei der Verwaltung informieren, was die Zimmer anbetrifft.

Ich hoffe, ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.

Viele liebe Grüsse :hand:

Claudia
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SISA
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Registriert: 28.04.2005, 15:02

Beitrag von SISA »

Nicole Kultau hat geschrieben: Eine Freundin von mir arbeitet bei der ARGE und meinte, dass evtl Sonderegelungen greifen würden.
Hallo nicole!
Diese Sonderregelung gibt es ja (siehe mein Posting oben) - aber nur, wenn Du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst!

Viele Grüße
Silke
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