Hilfe! Auto auf Kind zulassen, aber ohne Steuerbefreiung?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

Moderator: Moderatorengruppe

Susekie
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 98
Registriert: 04.12.2004, 12:25
Wohnort: Hohenhameln

Hilfe! Auto auf Kind zulassen, aber ohne Steuerbefreiung?

Beitragvon Susekie » 09.05.2005, 09:22

Hallo Ihr Lieben!

Ich komme gleich in eine mittelschwere Krise...

Wir haben uns schweren Herzens entschlossen, unser altes Auto gegen ein neues "einzutauschen". Nächste Woche kommt das neue, für das wir von VW einen Behindertenrabatt von 15 % erhalten. Da es ein normales Auto und kein Bus (der ist zu teuer, für einen älteren gebrauchten hätten wir die Finanzierung nicht bekommen) ist, haben wir nicht einmal die Möglichkeit, unseren Sohn damit zu transportieren.

So, jetzt sagt VW: Rabatt nur, wenn Auto auf minderj. BEHINDERTES Kind zugelassen ist. Kein Problem, dachten wir - sagte auch VW! Wobei ich hier gerade noch zu klären versuche, ob die wirklich darauf beharren...

Versicherung sagt: Wenn Halter und Versicherungsnehmer nicht identisch sind - was ja so sein müßte, da ich weiterhin Versicherungsnehmer bleibe -, kostet die Versicherung mehr. Okay, das schlucke ich noch.

Jetzt wollte ich von der Zulassungsstelle wissen, welche Papiere ich mitbringen muß und da sagen die: Auto kann auf Minderjährige nur zugelassen werden, WENN eine Schwerbehinderung vorliegt (,die auch eine Steuerbefreiung nach sich zieht) UND WENN es dann entsprechend steuerbefreit ist! HÄ? Eigentlich interessiert die Zulassungsstelle doch nicht, ob ich dann Steuern zahle oder nicht!?

Finanzamt zuckt mit den Schultern und meint, eigentlich spräche nichts dagegen auch trotz Zulassung auf Kind Steuern zu zahlen!

Hat jemand ein Auto aufs Kind zugelassen und zahlt trotzdem Steuern?

Ich laufe hier schon fast Amok.... *heul*

Philip? Weißt Du Rat??? Ich finde auch in der StVZO nichts...

Lieben Gruß,
Suse
Suse mit Tobias (*1997; Zentronukleäre Myopathie, dauerbeatmetes Sondenkind, E-Rollifahrer - hübscher Schelm mit ziemlichem Dickkopf) und Marlene (*2000; süße Zicke)-> Mehr über uns!

Werbung
 
angela
Moderator
Moderator
Beiträge: 20009
Registriert: 22.12.2004, 07:45

Beitragvon angela » 09.05.2005, 09:56

Hallo Suse,

verstehe jetzt nicht, warum du unbedingt Steuern zahlen willst!
Du kannst doch das Auto auf Deinen Sohn zulassen, bist selber der Versicherungsnehmer (zahlst also Kasko etc.) und kannst Dir doch aber die Steuern sparen.
Unser Auto ist auf Franz angemeldet, mein Mann zahlt die Versicherung und Steuern zahlen wir nicht, da steuerbefreit.

Verwirrte Grüße - Angela
unsere Vorstellung: hier
Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);
beide Dravet-Syndrom

Benutzeravatar
jessie
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 504
Registriert: 19.07.2004, 14:18
Wohnort: HSK
Kontaktdaten:

Beitragvon jessie » 09.05.2005, 10:05

hallo

inwiefern es rechtlich ist, weiß ich nicht. bei uns wurde aber noch nie beim strassenverkehrsamt nach dem sb-ausweis gefragt, dafür mussten aber beide elternteile mit ausweis erscheinen, und unterschreiben, das das kfz auf das kind zugelassen werden darf.

das mit den "behinderten-rabatt" ist allerdings so, die fordern immer, das das kfz auf das kind zugelassen wird.

ich bin aber auch versicherungsnehmer, und nicht der halter. dennoch zahle ich dadruch nicht mehr an versicherung, da würde ich vielleicht auch noch mal nachhaken.

ansonsten sind das doch 2 paar schuhe, sag dem strassenverkehrsamt doch einfach, das das kfz steuerbefreit wird, das auch zu tun, dazu kann euch doch nun wirklich niemand zwingen. die fahren doch nicht hinter euch her, ob ihr auf dem weg zum finanzamt seid??!?

@ angela:

zur steuerbefreiung gehört eigentlich, das du damit auch lediglich im dienste des behinderten handelst, d. h. es sind nur fahrten zulässig, die mit der krankheit im zusammenhang stehen, ausnahme sind tankstellenfahrten und werkstattbesuche. ansonsten muß der behinderte mit im auto sitzen.


gruß jessie
"wir können die kinder nach unserem sinne nicht formen. so wie gott sie uns gab, so muß man sie haben und lieben, sie erziehen aufs beste und jeglichen lassen gewähren." (j.w. von Goethe)

Petra B
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 866
Registriert: 07.03.2005, 18:27

Beitragvon Petra B » 09.05.2005, 10:11

Hallo Susekie,

sehe ich es richtig, dass ihr das Auto auch braucht, ohne dass es für das Kind ist???

Wenn das Auto steuerbereit ist, können nur Fahrten für bzw. mit dem Kind gefahren werden. Nicht zur Arbeit :!: dann würde man Steuerhinterziehung begehen mit strafrechtlichen Folgen, wenn es herauskommt.

Unser Fahrzeug ist schon seit Jahren auf Manuel zugelassen und ich bin Versicherungsnehmer, das war nicht teurer.

VW gibt aber nur den Rabatt, wenn das Auto ein Jahr auf den Behinderten zugelassen wird.

Viele Grüße
Petra B

angela
Moderator
Moderator
Beiträge: 20009
Registriert: 22.12.2004, 07:45

Beitragvon angela » 09.05.2005, 10:14

Hallo Jessie,

das ist mir schon klar, daß "nur" im Sinne des Behinderten Fahrten durchgeführt werden. Nur, wer kontrolliert das. Und alles was ich mit dem Auto tue, erledige wie auch immer, i s t im Sinne des Kindes... :wink:

LG - Angela
unsere Vorstellung: hier

Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);

beide Dravet-Syndrom

Petra B
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 866
Registriert: 07.03.2005, 18:27

Beitragvon Petra B » 09.05.2005, 10:14

Hallo jessie,

auch die Fahrten zur Haushaltsführung des Behinderten werden anerkannt.
Wir mussten den SB-Ausweis auch vorlegen.

Viele Grüße
Petra B

Benutzeravatar
Ela74
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2559
Registriert: 09.09.2004, 15:06
Wohnort: Oberbergischer Kreis

Beitragvon Ela74 » 09.05.2005, 10:17

ich verstehe deine Frage auch nciht so ganz. Ist das Fahrzeug euer Zweitwagen und ihr habt schon ein auf das Kind zugelassenes Auto, oder warum soll der nict steuerbefreit werden? Ich hatte auch mal kurze Zeit zwei Autos parallel auf meinen Sohn angemeldet, da einer kaputt war, abgemeldet aber ja nciht an der straße stehen bleiben darf. Die Zulassungsstelle hat weder interessiert, daß wir den Behindertenausweis vorlegen, noch das wir das andere Fahrzeug umgehend abmelden. Das dann nur eins wirklich steuerbefreit wird, ist klar. Auch, das die Versicherung deswegen teurer wird, habe ich noch nichts von gehört. Die brauchten dann zwar eine begründung wieso der halter ein anderer ist, als der Versicherungsnehmer, damit war es dann aber auch gut
Ela (Bj.74) mit Marvin (09/97, CP, geistige Behinderung, fehlende Sprache, Epilepsie, Neurodermitis) und Felix (10/01 ADS?, Neurodermitis) und Gordian Andrin 10/09 und Aurelian 8/11

Helmut
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1353
Registriert: 30.04.2004, 22:55
Wohnort: Borken / NRW

Beitragvon Helmut » 09.05.2005, 10:24

Hallo Suse,

wenn das behinderte Kind nichtmal im den Auto mitfahren kann, wird es auf dauer schwer, sich an die Auflagen für die Steuerbefreiung... nur Fahrten die in direktem Zusammenhang mit dem Halter stehen...zu halten. Fällt auf, das ihr das Auto anders nutzt, kann das als Steuerhinterziehung ausgelegt werden. Daher ist es am sinnvolsten, ihr zahlt die Steuern sofort, als das ihr darauf wartet, das es deswegen ein Problem gibt, denn ist das Finanzamt erst mal aufmerksam geworden, wird man es so schnell nicht mehr los ;-).

Habt ihr schon bei eurer Hausbank gefragt, ob die euch ein entsprechend großes Auto finanzieren würde ? Die machen das oft günstiger bzw. eher als die Banken der Autohersteller.

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.

Susekie
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 98
Registriert: 04.12.2004, 12:25
Wohnort: Hohenhameln

Beitragvon Susekie » 09.05.2005, 11:20

Hallo Zusammen!

Vielen Dank für Eure Antworten!

Ich war so in Fahrt, daß ich mich vielleicht wirklich blöd ausgedrückt habe, sorry.

Also versuch ich es noch einmal:

wir bekommen ein neues Auto, das - wegen des von VW eingeräumten Behindertenrabattes - auf Tobias zugelassen werden muß, aber eben NICHT steuerbefreit sein soll!

Es geht nicht nur darum, daß wir mit Tobias gar nicht in dem Auto fahren können, sondern vor allem darum, daß wir "auf'm Dorf" wohnen, deshalb auf zwei fahrbare Untersätze angewiesen sind und diese auch für den Weg zur Arbeit nutzen müssen.

Da ich weiß, daß die Steuerbefreiung aufgrund Schwerbehinderung (eigentlich) bedeutet, daß man nur Fahrten MIT bzw. FÜR das Kind (oder den schwerbehinderten Erwachsenen) unternehmen darf, will ich keine Steuerbefreiung. Diese vielleicht für manche nicht so ganz verständliche und möglicherweise "spießige" Einstellung mag mit unseren Berufen zu tun haben, ist aber ja auch zweitrangig.

Ich ärgere mich nur bzw. gerate total in Panik, weil jetzt die Zulassungsstelle erzählt, daß eine Zulassung auf Minderjährige nur funktioniert, wenn diese behindert sind (soweit habe ich damit kein Problem!) UND wenn GLEICHZEITIG die Steuerbefreiung erfolgt. Angeblich geht es nicht, das Auto auf Tobias zuzulassen, aber trotzdem Steuern zu zahlen. Hier konnte mir das Finanzamt aber so gar nicht weiterhelfen, weil dort gesagt wird, Zulassung ist eins, Steuern ist das andere - und wenn ich die Steuerbefreiung nicht explizit (!) beantrage, würden Steuern festgesetzt...
Achja...die Zulassungsstelle sagt auch, der Behindertenausweis müsse vorgelegt werden, weil NUR DADURCH eine Zulassung auf Minderjährige möglich sei!? (hab jetzt auf der HP von denen nachgesehen, dort steht nichts von Behindertenausweis, sondern nur, daß bei Zulassung auf Minderjährige Ausweise der Eltern und deren Unterschrift vorliegen muß...)

@Angela:
ich will die Steuern nicht sparen, weil ich das Risiko, ggf. ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung zu bekommen, nicht eingehen will - siehe oben.
Ob und warum das jemand eventuell kontrolliert... nun ja...theoretisch reicht eine simple Verkehrskontrolle durch die Polizei, von einem Unfall ganz zu schweigen! Gerade bei Tobias wird es dann schwer, zu beweisen, daß wir tatsächlich zumindest FÜR ihn unterwegs waren! Was, wenn wir - ohne ihn - bei der Oma 100 km von zuhause entfernt sind? Ich glaube nicht, daß die sich drauf einlassen, daß wir z. B. ein Geschenk für ihn dort haben abholen müssen... ;-)

@Jessie
Mir wurde auch gesagt, daß beide Eltern die Zulassung aufs Kind "erlauben" müssen, aber eben auch, daß der Behindertenausweis vorgelegt werden müsse...
UND sie meinen, wenn das Auto hinterher doch nicht steuerbefreit würde, käme eine "Rückmeldung" vom Finanzamt, so daß die Zulassung aufs Kind wiederum unzulässig sei...ich verstehe doch selbst nur noch Bahnhof! *heul*

@Petra
Eben wegen der Steuerhinterziehung wollen wir ja - unbedingt - Steuern zahlen! Die Zulassung auf Tobias muß - lt. VW-Händler - aber nur für 6 Monate sein, hoffe nicht, daß es ein Jahr ist! hilfe...da kommt dann nächstes Problem...

@Ela
Es ist zwar eins von zwei Autos, keines ist bisher auf Tobias angemeldet, wir haben bewußt auf Steuerbefreiung verzichtet und wollen dies auch weiterhin.

@Helmut
Genau aus diesen Gründen wollen wir ja auf keinen Fall eine Steuerbefreiung!!! Ich zahle lieber freiwillig als daß ich hinterher ein Verfahren am Hals habe!
Unsere "Hausbank" ist Arbeitgeber meines Mannes, so daß wir bei z. B. VW gar nicht ohne wieteres fragen "dürften" (dürften schon, aber im Zweifel bedeutet das Verlust von Mitarbeiterkonditionen insgesamt). Da wir aber schon so genug Kredite laufen haben, müssen wir genauestens rechnen, was noch machbar ist. Ein neuer Bus war halt überhaupt nicht drin, ein älterer (ohne Garantien) wäre nicht finanziert worden, selbst wenn er dem Preis dieses neuen Autos entsprechen würde oder etwas darunter läge!
Wir hoffen zwar noch inständig, daß unsere bzw. Tobis Krankenversicherung endlich "eins aufs Dach" bekommt und wir dann ein bißchen von dem Geld (unserem Ersparten), das wir in den letzten Jahren investieren mußten, zurückerhalten, aber für ein größeres Auto hätte es trotzdem nicht gereicht.


Sorry, ist lang geworden - hoffentlich aber auch verständlicher!

Lieben Gruß,
Suse
Suse mit Tobias (*1997; Zentronukleäre Myopathie, dauerbeatmetes Sondenkind, E-Rollifahrer - hübscher Schelm mit ziemlichem Dickkopf) und Marlene (*2000; süße Zicke)-> Mehr über uns!

Werbung
 
Petra B
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 866
Registriert: 07.03.2005, 18:27

Beitragvon Petra B » 09.05.2005, 11:44

Hallo Susekie,

sieh doch mal im Internet nach. Was ich inzwischen mit den Ämtern erlebt habe, kann es sein, dass es bei denen nur intern so gehandhabt wird. Habe ich jetzt wiederholt so erlebt. Wenn ich dann mit Fakten kam hieß es erst "Wir machen es aber so", nur können sie es dann nicht durchziehen.
Ich würde ja nachsehen, habe jetzt aber keine Zeit mehr da ich gleich für ein paar Tage wegfahre.

Viel Erfolg
Petra B


Zurück zu „Rechtliches (Krankenvers., Pflegegeld etc.)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste