Mal wieder Ablehnung ...

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Rike
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Mal wieder Ablehnung ...

Beitragvon Rike » 30.04.2005, 13:18

Hallo Ihr lieben,

heute ist (mal wieder) eine (bzw. 2) Ablehnungen für Annas Hilfsmittel gekommen.
Ich könnte echt heulen, sobald das Kind anfängt zu laufen, scheint für den MDK die Hilfsmittelversorung abgeschlossen und nichts tut mehr not :twisted:

Wir warten nun schon seid Januar auf die BEWILLIGUNG ihres Autositzes. Ich hab schon Magenschmerzen wenn ich sie ins Auto setze, weil der Priori aus allen Nähten platzt und ganz und gar nicht mehr sicher ist.
Der MDK meint, wenn sie stabil genug ist zu stehen, dann hat sie genug Rumpfkontrolle und da reicht ein normaler Sitz!
Fakt ist jedoch, das sie zum stabilen sitzen Fußkontakt braucht, aus diesem Grund haben wir auch zu Hause einen teurern Tripp Trapp anstelle eines Küchenstuhles für Sie. Außerdem reicht ihr bei längeren Strecken, die wir nummal für Therapien oder Arztbesuche haben, der 3-Punkt-Gurt in den handelsüblichen Sitzen nicht. Sie hängt darin wie der sprichwörtliche Affe auf dem Schleifstein!

Was tun??? So ein Widerspruch dauert wieder Wochen....

Irgendwie fällt Anna immer aus dem Muster. Nicht schwerbehindert genug für Hilfsmittel und zu schwer behindert für "normale Geräte"... sch...

Die Schrittfrührungsrolle ist auch abgelehnt...naja ist wohl günstiger in ein paar Jahren ne Hüft-OP mit anschließender Reha zu bezahlen....
Liebe Grüße
Rike mit Anna und Lisa, *23.06.2000 in der 27+2 SSW geboren, beide CP-Kids

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Tobias
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Beitragvon Tobias » 30.04.2005, 14:49

Hallo,

hat der Kinderarzt etwas dazu geschrieben?
hat die KG/Ergo etc. etc. etwas dzu geschrieben?
habt ihr Fotos gemacht (Kind im Sitz und total schief!)?
habt ihr alles zusammen gebündelt und an die Kasse / MDK geschickt?

man muss vieles probieren....

Gruß, Tobias
Tobias Bergerhoff / Kinderphysiotherapeut

Physiotherapie bei Hüftreifungsstörungen
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Die Patengemeinschaft
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Beitragvon Rike » 30.04.2005, 15:22

Hallo Tobias,
die Verordnung (mit Begründung von Ergo und Kia der Reha) wurde zusammen mit dem Kostenvoranschlag an die KK geleitet, über den MDK läuft das ja automatsich.
Im Bescheid steht ja aus welchem Grund der Sitz abgelehnt wurde, da werd ich nächste Woche mal schauen wie ich die am Bestern widerlege.
Liebe Grüße

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Beitragvon dieMeike » 01.05.2005, 19:12

Hallo Rike,

wir haben uns damit beholfen, dass wir einen gebrauchten RECARCO Start gekauft haben. Auch weil wir wussten das die PKV (ARAG) zu gut wie keinen Pfennig dazubezahlt.
Eine nette Freundin aus der Internetcommunity babyzimmer.de hat eine Anzeige im Raum Stuttgart gefunden, den Sitz gekauft und ihn mir bei der kostenlosen Paketaktion der Post zugeschickt. Wir haben glatt 100 Euronen gespart.


Unser Kinder-Rehaberater aus dem Sanitätshaus hätte den Sitz auch zu einem erträglichen Preis mit einem 5 Punkt-Gurt umgerüstet. Durch die vielfältigen Einstellmöglichkeiten am RECARO und die Seitenwangen im Schulter- und Kopfbereich und der Gurtklemme können wir den Sitz auch ohne Umrüstung nutzen.

Liebe Grüße
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Beitragvon Rike » 01.05.2005, 20:03

Hallo Meike,
den haben wir uns auch schon angeschaut, damit Anna stabil sitzt braucht Sie Fußstützen. Evtl. könnten wir dann auch auf die 4-Punkt-Gurte verzichten, aber das gute Stück kostet dann 369 Euro!!
Ich seh es auch irgendwie echt nicht ein, andauern alles selber zu bezahlen! Letzten Monat waren es mal eben 500 Euro pro Kind für Manualtherapie, diesen Monat sind es 260 Euro/Kind für Petö... Anna Fahrrad durten wir selber kaufen... Ich kann im Keller auch kein Geld drucken!
Bei dem Autositz lasse ich es erstmal auf den Widerspruch ankommen, ich möchte mich gerade bei solchen Sachen auf nicht auf irgendwas Halbherziges einlassen um (Gott bewahre) bei einem Unfall dann das Nachsehen habe - 369 Euro kann ich dann immernoch ausgeben.

Übrigens hatte ich mich nach einem Umbau mit 5 oder 4-Punkt-Gurten erkundigt, aber in der Reha hat man mir gesagt das nicht vom TÜV genehmigt wird und wir somit versicherungstechnisch nicht abgesichert sind. Wie ist das bei Euch?
Liebe Grüße

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Beitragvon dieMeike » 01.05.2005, 20:12

Hallo Rike,

die Fussstützen sind beim RECARO kein Problem. :)
Im Original sind sie zwar auch recht teuer, aber bei Ebay bekommt man sie mit etwas Glück günstiger. Die Fussstützen wachsen genau wie der Sitz mit und sind mehrfach einstellbar.

Die Umrüstung wäre, mit TÜV kein Problem gewesen, da der RECARO sowieso auch für behinderte Kinder umrüstbar ist. Also erprobt in der Praxis...

Liebe Grüße
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Beitragvon Rike » 01.05.2005, 20:50

Hallo Meike,

aha...gut zu Wissen. Ich treffen mich nächste Woche soundso nochmal mit unserem Reha-Berater, mal sehen was der sagt.
Den Recaro haben wir nämlich neulich mal Probegesessen und von der Sitzeinheit gefiel mit der ganz gut. Anna sitzt zur Zeit noch im Priori, aber der wird mittlerweile mehr als knapp.
Liebe Grüße

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Beitragvon Beate » 02.05.2005, 08:21

Hallo Rike,

wir haben für den Autositz "Marke Eigenbau des Rehatechnikers" (ganz toller Sitz) eine Bescheinigung, dass Sarah in diesem Sitz "transportiert" werden darf. Das sollte also für euch auch kein Problem sein.

Wenn die KK oder der MDK die Notwendigkeit des besonderen Autositzes nicht einsehen kann, fahr doch hin. Zeig den uneinsichtigen Leuten vom grünen Tisch, wie deine Tochter im Auto hängt und lass dir schriftlich geben, dass sie es gesehen haben.
Diese aufwendigere Maßnahme habe ich mal von einer Mutter gehört, die das durchgezogen hat. Sie hat kurz darauf die Genehmigung bekommen. Den KK´s oder MDK´s ist oft gar nicht klar, was sie da ablehnen.

Unsere Tochter kann ein paar Schritte frei laufen (wackelig aber immerhin). Wir hatten nie ein Problem mit der Genehmigung eines Autositzes. Der nächste Antrag läuft gerade...

Halte durch und kämpfe weiter solange deine Gelddruckmaschine noch nicht läuft :wink:

Viele Grüße

Beate
Sarah *02.96 Lissenzephalie Typ I (läuft leider nicht mehr - spricht ca. 40 Worte - schwere Wahrnehmungsstörungen - globale Entwicklungsstörungen - resistente Epilepsie(inzw. fast anfallsfrei - Ataxien)
Sie ist glücklich und hat viel Spaß!

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Beitragvon Petra B » 02.05.2005, 09:11

Hallo Beate,

von was für einer Bescheinigung sprichst Du? :shock:
Nach unserem ersten Storchemühlesitz, der für Manuel umgebaut wurde haben wir immer einen extra angefertigten Sitz gehabt. Inzwischen ist Manuel 20 und gerade ist wieder ein neuer Sitz in Bau, den wir gerade zum ausprobieren hier haben, bevor er bezogen wird.

Wir besprechen immer ganz genau, was wir haben wollen. Wir lassen an unsere Autositze jetzt auch immer hinten Befestigungsgurte anbringen, bisher hatten wir damit den Sitz noch einmal zusätzlich zum 3-Punkt-Gurt am Autositz befestigt.
Im neuen T 5 gehet das nicht mehr allerdings zum Fliegen ist es geschickt, den Sitz im Flieger am Sitz zu befestigen.

Viele Grüße
Petra B

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*Martina*
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Beitragvon *Martina* » 02.05.2005, 09:22

Hallo Ihr,

hier die Empfehlung von RA Philip Koch bei Ablehnung eines Hilfsmittels:



RA Philip Koch hat geschrieben:Hallo Martina,

nur mal so am Rande ein kleiner Hinweis. Da die privaten Kranken- und Pflegeversicherungen ja nunmal gerade privatrechtliche Gesellschaften sind und eben nicht öffentlich-rechtliche Hoheitsträger braucht man gegen deren Entscheidungen auch keinen Widerspruch einlegen.

Meine Erfahrung hat gezeigt, daß ein(!) "nettes" Schreiben manchmal Wunder wirken kann. Darin weist man dann auf die Notwendigkeit des Hilfsmittels und - sofern vorhanden - noch auf ein klagestattgebendes Urteil - völlig egal ob aus dem Bereich der PKV/PPV oder aus dem Bereich der GKV/SPV - hin. Gleichzeitig kündigt man für den Fall, daß "eine Kostenübernahme nicht bis zum ... verbindlich erklärt sein sollte" (Frist nicht länger als 14 Tage!), die Erhebung einer Klage sowie die zeitgleiche Durchführung eines einstweiligen Verfügungsverfahrens an. Solche Verfahren mögen Versicherungen nämlich üblicherweise gar nicht.

Und mit einer Rechtsschutzversciherung im Rücken ist das alles grundsätzlich auch kein Problem, wenn man einmal den Sachbearbeiter davon überzeugt hat, daß auseinandersetzungen mit Kranken- und Pflegekasse ihren Rechtsgrund nicht in der Erkrankung sondern im Verhalten der Krankenkasse/Pflegekasse haben und daher Deckungsschutz nicht wegen Vorvertraglichkeit ausgechlossen ist.

Viele Grüße

Philip


Viel Glück,
Martina
Martina mit Jakob (schwerst mehrfachbehindert, 16 Jahre), Pauline (22 J.), Sophie (21 J.)


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