Pflege - Hilfsmittel (Definition)

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Isolde
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Pflege - Hilfsmittel (Definition)

Beitragvon Isolde » 22.04.2005, 14:57

Hallo zusammen,

aufgrund eines Gespräches mit der Kranken-/Pflegekasse ist bei mir die Frage aufgetaucht, für was sind Pflege - Hilfsmittel da ?

Ich gehe davon aus, dass zum einen Pflege - Hilfsmittel den Alltag des Patienten erleichtern sollen, d.h. Patienten die sich selber soweit helfen können, dass sie durch Genehmigung diverser Pflege - Hilfsmittel Erleichterung haben.

UND:

Ich gehe davon aus, dass der pflegende Angehörige, egal ob in der Kinderpflege oder der Altenpflege für seine eigene körperliche Erhaltung Pflege - Hilfsmittel beantragen kann, damit die Pflege dieses Angehörigen für einem selber leichter wird, die Pflege dadurch überhaupt gewährleistet ist.

Gehe ich von einer verkehrten Definition aus?

Es geht hierbei um die Diskussion mit dem Pflegebett meines Sohnes. Es ist zum einen ein Pflege - Hilfsmittel für ihn - und zum anderen ein Pflege - Hilfsmittel, dass es mir die Hilfe erleichtert. Bisher sah ich in dieser Argumentation nie ein Problem und meine auch, dass die Dame von der Sozialstation mir das auch nicht anders erklärt hat, dass es auch um meine EIGENE Erhaltung der Gesundheit geht.

Der Sachbearbeiter der KK -/Pflegekasse meinte aber zu meinem Mann, dass mein Wohl und mein körperlicher Zustand völlig egal ist, sondern dass es NUR darum geht, dass das Kind die Erleichterung hat.

Soweit erstmal diese Frage,
bin auf Eure Meinungen gespannt.

Einen lieben Gruß
aus dem sonnigen München - Isolde
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kerstink
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Beitragvon kerstink » 22.04.2005, 15:26

Hallo Isolde

Die Selbe Definition hatte/habe ich für mich auch gehabt.
Die KK und PK wollte mir keinen angepassten Stuhl genehmigen, in dem ich sitzen kann ohne die Hände zu brauchen.
Dann könnte ich ordentlich essen und all die Dinge tun, die man eben sitzend mit den Händen macht.
Ich hab sogar direkt angesprochen, dass dies die Pflegezeit ja auch um einiges veringern würde...ist denen egal...

Deshalb kann ich Dir nur sagen, dass ich Dir mit Deinen Gedanken absolut zustimme, aber selbst diese Ablehnungen nicht verstehen kann.
Und selbst wenn man von der Hilfe für Dich absieht, so hat das Bett doch trotzdem noch seine Berechtigung...versteh wer will...ich nicht mehr.

Ich wünsche Dir sehr, dass Jonathan rechtzeitig sein Bett bekommen kann.
kerstin

Helmut
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Re: Pflege - Hilfsmittel (Definition)

Beitragvon Helmut » 22.04.2005, 16:09

Isolde hat geschrieben:
Es geht hierbei um die Diskussion mit dem Pflegebett meines Sohnes. Es ist zum einen ein Pflege - Hilfsmittel für ihn - und zum anderen ein Pflege - Hilfsmittel, dass es mir die Hilfe erleichtert.



Hallo Isolde,

mit dem "höhenverstellbaren Pflegebett" als Hilfsmittel für Jonathan, ist das so eine Sache. Was hat ein Kind, das sicher ohne Hilfe laufen, und klettern kann, und sich nicht freiwillig die Windel wechseln lassen könnte, von so einem Bett ? Kinder die mitmachen, können sich auf so ein Bett setzen, man läßt es auf die notwendige Höhe fahren, und kann anfangen... Kinder die das nicht wollen sind dann aber schon längst wieder vom Bett gehüpft und weg. Das bedeutet, Bett runter lassen, Kind drauf setzen... Bett hoch fahren... und hoffen das man das Kind festghalten kann bis es fertig ist. Da kaum jemamd ernsthaft so vorgehen wird, haben mache KK halt ein Problem damit, lauffähigen Kindern so ein Bett zu bezahlen.

Das ist für Betroffene Einzelfälle sicher nicht schön, dennoch ist so ein Verhalten der KK in solchen "Verdachtsfällen" recht gut nachvollziehbar. Daher solltet ihr euch nicht mit langen nervenden Gesprächen mit der KK aufhalten, sondern wie schon beschrieben, eine Stellungnahme des Pflegedienstes, der in Ramen der Prüfung der Pflegesituation zu euch kommt, besorgen, ( wo drin steht, wann die den Bedarf ferstgestellt haben ) der KK schicken, und auf den Bescheid der Wiederspruchsstelle warten. Denk dran, das dann wenn der aktiv wird, schon Urlaubszeit sein kann, so das jeder Tag zählt ;-)

:-) Helmut
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Beitragvon Isolde » 22.04.2005, 17:31

Hallo Helmut,

Jonathan kann sich selber nicht helfen - er ist auf MEINE Hilfe angewiesen.

Und folgendes habe ich in "google" unter dem Stichwort: Definition Pflegehilfsmittel gefunden:
..................................................

Was sind Pflegehilfsmittel?

Pflegebedürftige haben nach § 40 SGB XI Anspruch auf die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln. Der Einsatz von Pflegehilfsmitteln soll die Pflege erleichtern. Damit entlasten sie in erster Linie die Pflegeperson. Darüber hinaus sollen sie die Beschwerden der Pflegebedürftigen lindern oder eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen.

...................................................

"Damit entlasten sie in erster Linie die Pflegeperson" - also kann es doch der KK oder Pflegekasse nicht egal sein, was mit mir als Pflegeperson geschieht.
Was ist, wenn ich mir aufgrund der hiesigen Situation einen Bandscheibenvorfall zuziehe und als Pflegende ausfalle - die Pflege nicht mehr gewährleistet ist ???
Dann kommt Jonathan in eine Heimunterkunft - und was passiert dort?

Dort wird er über die Pflegekasse sofort das entsprechende Bett erhalten, weil es für das Pflegepersonal unzumutbar ist, ein so nerviges, stures, strackes, bockiges Kind frei laufen zu lassen.

Ist doch so, oder?

Lieben Gruß - Isolde
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Stanze
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Beitragvon Stanze » 22.04.2005, 18:32

Hallo Isolde,
es ist tatsächlich gequirlter Quatsch mit Soße, was Dir die gute dame da kund getan hat.
Ich sags jetzt mal ganz einfach und gewöhnlich und hoffe keiner fühlt sich verletzt:Einem behinderten,alten oder kranken Menschen ist es doch eigentlich sch...egal ob sein bett höhenverstellbar ist oder nicht,oder ob die gitter davor mit oder ohne Kraftaufwand entfernt werden können oder nicht.Das zum Einen .Nun bedenke man aber, daß es auch für den, der drin liegt, gedreht,gewendet, gewickel,behandelt....werden muß schmerzloser und eben sanfter einhergeht, wenn man das bett auf eine angenehme Arbeitshöhe verstellen kann.Wenn das bett darüber hinaus zu klein ist, gibt es div. ges. gefahren(Dekupiti,Kontrakturen...),dern behandlung wieder viel zeit und Geld fressen.
Bestell doch bitte den PD nochmal und bitte diese doch einige Tage VHP bei Euch durchzuführen.Du wirst sehen, wie schnell ihr ein bett bekommt.Ich glaubre nämlich nicht,daß von deren Seite eine Aktennotiez bei der PK lieg und wenn doch, dann gilt es von deren Seite einen Widerspruch zu veranlassen.
LG Constanze
Constanze mit Anne, 1990, Sarkoidose mit Nierenbeteiligung, Niereninsuffizienz, Hydrozephalus,Kleinwuchs, seit 28.07.2010 Dialysepflichtig:(
seit August 2014 V.a.Schimkesyndrom
Epilepsie nicht einstellbar
Hypertonie schlecht einstellbar
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Beitragvon Helmut » 22.04.2005, 19:25

Isolde hat geschrieben:Was ist, wenn ich mir aufgrund der hiesigen Situation einen Bandscheibenvorfall zuziehe und als Pflegende ausfalle - die Pflege nicht mehr gewährleistet ist ???
Dann kommt Jonathan in eine Heimunterkunft - und was passiert dort?

Dort wird er über die Pflegekasse sofort das entsprechende Bett erhalten, weil es für das Pflegepersonal unzumutbar ist, ein so nerviges, stures, strackes, bockiges Kind frei laufen zu lassen.

Ist doch so, oder?

Lieben Gruß - Isolde



Stimmt Isolde,

so ist das.... die Frage ist nur, ob er, wenn er sich an entsprechenden Sicherungsgurten immer wider Wund scheuert, ein Bett mit hohen Gitter... mit oder ohne höhenverstellbare Matratze bekommt. Das ist die Frage um die es geht. Nicht so sehr darum, ob ein Bett mit hohen Gittern oder nicht.
Oder ?

Ein Mensch, der sich nicht selber helfen, sich aber durch weglaufen und dagegen wehren pflegemaßnahmen entziehen kann, (und das regelmäßig tut), stellt wesentlich andere Anforderungen an Hilfsmittel und Pflege, als eines, das ohne zu klagen alles mitmacht was mit ihm gemacht werden muß.

Ich kenne 2 ca. 20 J. alte behinderte Windelträger, die noch nie ein höhenverstellbares Bett gehabt haben. Sie werden entweder auf eine entsprechende Liege klettern, oder auf einer Unterlage, von 2 Hilfskräften festgehalten, auf dem Boden liegend gewindelt. Sie extra in ein höhenverstellbares Bett zu manöverieren, war als sie noch klein waren, und ist wegen ihrer "Wehrhaftigkeit " viel zu aufwendig und gefährlich.

Frag die KK mal, was sie davon hält, wenn ihr nur ein Bett mit hohen Gitter, und zum Windeln und co. eine entsprechend hohe Liege mit Steighilfe brauchen würdet. Wenn die dem zustimmen, wäre zu prüfen was wirtschgaftlicher und sicherer ist... ein Bett mit allen Funktionen, oder Bett und Wickeltisch getrennt.

:-) Helmut
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Beitragvon Diana W. » 22.04.2005, 20:02

Hallo Isolde,

hast du die Krabkenkasse mal direkt mit dem angegebenen Paragraphen konfrontiert. Hat bei mir schon des öfteren geklappt, denn die meisten Sachbearbeiter kennen grob die Inhalte aber nicht die einzelnen Paragraphen und werden dann sehr schnell super kleinlaut.
Habe auch gerade so eine wirtschaftliche Geschichte durch, wie Helmut sie in seinem Beispiel beschreibt, erst als wir gedroht haben damit an die Öffentlichkeit zu gehen, kam es plötzlich ganz schnell zu einer positiven Entscheidung. Vorher sollte ich auch zig, Stellungnahmen schreiben und auf eine Einzelfallentscheidung warten. Und im Vergleich zu deinen Sachen, waren das echt Peanuts. Wenn die berechnen, wieviel Zeit und somit auch Geld sie schon in diese Angelegenheit gesteckt haben und noch stecken werden, sollten sie das Bett bewilligen und gut ist. So treiben sie die Kosten doch nur unnötig in die Höhe.
Drücke euch weiterhin ganz fest die Daumen.

Liebe Grüße, Diana

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Beitragvon Isolde » 22.04.2005, 20:14

@ Diana
Mein Mann hat heute mit dem Mann geredet bie der KK.
Den Paragraphen habe ich erst heute mittag im Internet gefunden.
Und dieser Sachbearbeiter ist erst am Mittwoch wieder da. Mein Mann wird ihn dann anrufen und nochmals mit ihm sprechen.

Das mit der Öffentlichkeit wird wohl dann auch bei uns nicht anders sein. Es ist alleinig schon eine Freschheit wie der Sachbearbeiter hier redet. Ich habe einen ausführlichen Widerspruch geschrieben und nicht nur hier mein Leiden hervorgehoben, sondern die Erleichterung und die Sicherheit vom Kind aufgrund seiner Behinderung vom Geiste und seiner Wahrnehmungsprobleme.

Da meinte der Mann doch glatt zu meinem Mann - ich hätte einen 24 Stunden Job. Ich glaube, ich beantrage nach so einer Aussage die Pflegestufe 3. Und wenn das Bett endgültig abgelehnt wird und ich mir ein normales Bett hierein stellen werde, weil Jonathan aus dem Kinderbett raus muss, mache ich das auch - freschweg die 3er Stufe beantragen.

@ Helmut
Deine Idee mit der getrennten Wickelablage ist auch sehr gut - nur ist es für mich vom Platz her nicht zu machen. So groß ist Jonathans Zimmer nicht. Der wird gar keinen Platz mehr zum Spielen haben. Aber die Idee werde ich mir im Hinterkopf behalten für den Fall der Fälle, denn so wie ich jetzt wickele - geht es einfach nicht, und im niedrigen Bett wickeln geht einfach auch nicht. Ich bin keine 18-jährige mehr, die sich rundherum verbiegen kann.

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