Absencen plus ADS plus Hochbegabung

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Susanne K
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Absencen plus ADS plus Hochbegabung

Beitragvon Susanne K » 22.04.2005, 11:55

Hallo Ihr Lieben,

habe ein riesen Problem mit den Lehrern unseres Sohnes,

kurze Erklärung vorneweg, Lars wurde vor seiner Einschulung auf seine
Schulreife getestet, dabei stellte sich heraus, das er seinen Altersgenossen um ca 2- 2,5 Jahre voraus ist, er konnte bereits mit vier
Jahren lesen und auch schon rechnen, schrieb mit 5 Jahren schon ganze
Sätze.
Ein ADS konnte damals nicht ganz ausgeschlossen werden, also schulten
wir ihn regulär ein.
Die erste Klasse war ihm schon zu langweilig, erst ab dem Erwerb der
Schreibschrift, wurde es wieder besser.
In der zweiten Klasse kam er in eine Klasse von 27 Kindern (Schulwechsel wegen Umzug) die sehr weit hintendrann war, da die
Lehrerin des ersten Schuljahres schwanger war und sehr frühzeitig
in den Mutterschutz ging, die Klasse wurde also nur noch von Vertretungslehrern unterrichtet.
So musste er sehr viel Erstklassenstoff nochmals wiederholen, Langeweile
bis zum abwinken, er schaltete immer mehr ab.

In der dritten Klasse, wurde es immer schlimmer, sodas wir Ihn in der
Kinderklinik wegen des Verdachts von ADS vom Träumertyp vorstellten,
die Diagnose war dann sehr überraschend,
atypische Absencen Epilepsie, Staten mehrfach am Tag, ADS und Hochbegabung.
Die Lehrer würden ihn nun alzugerne in eine Sonderschule abschieben,
da seine Leistungen zu sehr abrutschen, sie denken er wäre über-
fordert.
Der Neurologe hält dies aber nicht für richtig, er ist der Meinung unser
Sohn ist unterfordert, aber eine Schulklasse mit annähernd 30 Schülern
wäre nicht ideal für ihn, da er extrem leicht ablenkbar ist, besonders
dann wenn es ihm langweilig ist.

Wer von Euch hat Erfahrungen mit so einer Situation, habt Ihr einen
entsprechenden Beratungslehrer gefunden?

Bitte, bitte antwortet mir, mir dreht sich schon der Kopf, ich will doch nur meinem Sohn helfen!

Gruß Susanne.

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JuliaE
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Beitragvon JuliaE » 22.04.2005, 12:06

Hallo Susanne!

Ich kann dir zwar nicht wirklich helfen, allerdings sehe ich da ziemlich große Parralelen zumir. Ich bin zwar mit sicherheit nicht hochbegabt (keine Ahnung wurde so ni9e getestet) jedoch konnte ich auch schon vor der Schule schreiben und rechnen und hab mich gelangweilt- hab mich dementsprechend verhalten.- die Leheer sageten ich sei auffälli, überfordert usw. Und die Ansencen-Epi das weißt du ja , ich frag mich ob da ein Zusammenhang besteht- Langeweile-Abschalten-schlimmere anfälle? (WWobei ich ja bei mir noch nicht weiß ob es u welche sind)

Gibt es vieleicht bei euch irgendwo eine KB-Schule (sorry ich hoffe das tut dir jetzt nicht weh) mit einer geringeren Klassenstärke aber "normalen" Schulzweigen? Ich war auf einer solcen in Neckargemünd (bei heidelberg)- da gibts mittlerweile asogar ein Gymnasium f. Hochbegabte. Ist natürlich weit weg aber vielleicht gibts bei euch sowas?

LG Julia
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Beitragvon Thomas » 22.04.2005, 12:08

Hallo Susanne,

hast du dich schon mal erkundigt, ob es bei euch in der Gegend eine Schule für hochbegabte gibt?
Ich habe neulich von einer privaten Schule hier in NRW gelesen, die extra für hochbegabte gegründet wurde. Vielleicht gibt es sowas ja auch bei euch...

Sorry, einen echten Tipp habe ich nicht für dich. :roll:


Schönen Gruß
Thomas
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Beitragvon JuliaE » 22.04.2005, 12:11

Hi Susanne!

Ich wollte nchwasanmerken, natürlich inst Lars in dem Sinne nicht körperbehindert aber bei unsan der Schule waren auch Leute mit schwereren Problemen in dem Bereich daherwar das so ne Idee. Und wir waren so höchstens 12 glaub ich (bei 13 musste geteilt werden) in der Klasse)

LG Julia
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Beitragvon Margarete » 22.04.2005, 15:28

Hallo Susanne,

lass es nicht zu, dass Dein Sohn auf eine Sonderschule kommt!

Beim staatl. Schulamt Freudenstadt ist Herr Peter Veith für Hochbegabung zuständig. Wende Dich einmal an ihn.

Weiterhin würde ich mich einmal an den Landesverband für Hochbegabte Baden-Würtemberg wenden.

www.lvh-bw.de

unter www.dbs.schule.de/db/mlesen.html?ld=13041 findest Du auch einiges zu Schule und Hochbegabung.

Mit der Ads-Diagnose wäre ich auch sehr vorsichtig. Vielleicht zeigt sich das Verhalten auch nur wegen Unterforderung. Es gibt da sehr viele Hilfen, die der Lehrer dem Kind geben kann.

Und noch mal: Wenn Lars wirklich hochbegabt ist, hat er auf einer Sonderschule nichts, aber auch gar nichts zu suchen!!!

Liebe Grüße

Margarete

Susanne K
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Beitragvon Susanne K » 22.04.2005, 16:20

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für euren lieben Zuspruch, habe inzwischen Kontakt zu einer KBS aufgenommen, warte noch auf den Rückruf, hoffentlich kann er mir weiterhelfen, da ich ja noch mehr besondere Kinder habe, ist es nicht ganz einfach in solchen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.

Liebe Margarete, Danke für den Rat mich an Herrn Veith zu wenden, in der Schule
sagte man mir nur,es käme darauf an, zu welcher Problematik ich die Beratung
wolle, davon das mein Sohn sich langweile und unterfordert sei will keiner etwas
wissen.
Da das Problem ja eine Verknüpfung von mehreren Komponenten hat, ist es
natürlich nicht einfach, den richtigen Ansprechpartner zu finden.

Vor der Einschulung hat seine erste Grundschule ihn von einer Dame des Schulamts testen lassen, die hat mein Sohnemann dann fix mal veräppelt, er sagte
mir nur ich hatte keine Lust, das war mir zu öde. Sie meinte dann er läge im Normalbereich der Intelligenz.

Lars zeigt nicht jedem was er kann, aber er konnte mit fünf Jahren souverän den Rechner bedienen, erklärte mir sogar, wie ich weiterkommen kann, welcher Klick, welches Menü öffnet.

Aber seit mein Kind in der Schule ist, hat er sehr viel von seiner Wißbegierde eingbüßt, es macht mich einfach nur traurig, zusehen zu müssen, wie er immer
mehr abschaltet.

Vielen Dank Euch allen, wenn wir mehr wissen melde ich mich auf jeden Fall wieder.

Gruß Susanne

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Beitragvon Erica » 22.04.2005, 16:42

Hallo Susanne,
wir haben bisher gute Erfahrungen mit der "Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind" gemacht... http://www.dghk.de
Es ist halt wie immer; die besten Infos kriegt man von Selbsthilfegruppen und Betroffenen.
Liebe Grüße
Erica

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Beitragvon Laila » 22.04.2005, 20:50

Hallo!
Ich habe das Gleiche durchgemacht. Auch mit Hochbegabung und ständiger Unruhe,später auch mit Petit-mal Epilepsie und ADS. Ich bin dann mitten in der vierten Klasse aufs Gymnasium gekommen, habe dann zwei Klassen übersprungen, nun studiere ich und arbeite mit schwerstmehrfach behinderten Menschen zusammen. Ich kann nur empfehlen auch größere Schritte zu wagen. Es ist nicht immer einfach, wenn man immer die Jüngste und der Streber ist, aber daran gewöhnen sich die Mitschüler. Auch wenn es sich arogant anhört, aber man kann nichts dafür, wenn man über dem Niveau der anderen steht.
Das Kind sollte auf jeden Fall ausgelastet sein, denn es nervt bei Aufgaben in der Schule immer die erste zu sein und es nervt, wenn Mitschüler lange an einer simplen Aufgabe knobeln.

Nur Mut!

Viel Glück und viele nette Grüße!

Susanne K
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Beitragvon Susanne K » 22.04.2005, 21:08

Hallo Erika,

wie habt ihr denn gemerkt das ihr so ein spezielles Schätzchen habt?
Hattet Ihr auch so große Schulprobleme, ich könnte verzweifeln, bei drei von
unseren sieben Kindern wurde schon mit dem Hawik Test festgestellt, das sie weit
überdurchschnittlich begabt sind, das hat sich aber bei noch keinem in den
Schulleistungen wiedergespiegelt, leider ist bei uns das ADS allem Anschein nach
genetisch bedingt, sowohl ich als auch mein Mann haben beide ausgeprägte ADS-
Symtome.
Ich bin jeden Abend total fertig, weil sobald unsere Kinder in die Schule gehen,
geht der Stress mit ihnen richtig los.

Danke auch für den Link, habe kurz reingesehen und mir die Adresse von meinem
Regionalverband aufgeschrieben.

Tschüß Susanne

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Erica
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Beitragvon Erica » 22.04.2005, 21:57

Hallo Susanne,
also zur Schule geht unsere Dame noch gar nicht..obwohl sie schon gerne gehen würde, wenn man sie ließe...))

Also Lena ist ja erst vier Jahre, aber wir wurden schon, als sie 22 Monate war, von der Tagesklinik darauf hingewiesen, daß es sein könnte und daß sie viele Verhaltensweisen zeigt, die sehr ähnlich sind wie bei älteren Hochbegabten...
Damals konnte sie schon das ABC, hat uns auf den Parkplätzen sämtliche Nummernschilder vorgelesen, konnte sich selber ihre Bücher "vorlesen", weil sie die alle auswendig konnte und das in einem Alter, wo andere noch gar nicht reden...sie hatte mit 17 Monaten einen riesigen Wortschatz und redet auch heute noch ununterbrochen und fragt den ganzen Tag ohne Pause und sie interessiert sich für Sachen wie Tod, Wiedergeburt (??), etc, was teilweise schon sehr ins Details geht.
Und sie hat ein spezielles Hobby, neben den tausend anderen Dingen, für die sie sich interessiert: Sie liebt es, sich komplette Opernproduktionen im Fernsehen oder Video anzuschauen. Sie hat z.B. etwa ein dreiviertel Jahr jeden Tag die Zauberflöte (Inszenierung der Wiener Staatsoper) angeschaut und kann mittlerweile den kompletten Text und alle Details auswendig...und das ist ja nun auch nicht gerade Umgangssprache, aber genau diese alte Sprache liebt sie total...
Dazu kommt, daß sie wenig schläft, unglaublich viel Energie hat, IMMER redet und fragt, Bücher verschlingt, anfängt herauszufinden, aus welchen Buchstaben Worte zusammengesetzt sind und seit ein paar Tagen auch rausgekriegt hat, wie man rechnet...
Sie ist schier unersättlich und wirkliche Entspannung kennt sie nicht; unsere Kinderärztin hat mal gesagt, daß man mit Lena Strom erzeugen könnte...
Naja, das sind halt so Sachen, die stark darauf hindeuten, daß sie wohl hochbegabt ist...getestet wurde sie bisher nur mit dem Denver-Test, allerdings war sie da teilweise etwa 1,5- 2 Jahre voraus...
Die Kombination mit denWahrnehmungsstörungen und der motorischen Entwicklungsverzögerung macht das auch nicht einfacher...

Wie um Gottes Willen schaffst Du es, mit drei HB`s zu leben?????
Ich finde eine schon heftig...
Liebe Grüße
Erica


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