Bin sauer!!! (Problem mit Fahrradversorgung)

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Ela74
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Bin sauer!!! (Problem mit Fahrradversorgung)

Beitragvon Ela74 » 15.04.2005, 16:58

Hallo,

über 6 Jahre ist alles was wir beantragt haben eigentlich problemlos genehmigt worden, es waren aber auch alles nur wirklich notwendige Dinge, auf Zweitversorgung mit Therapiestuhl und Buggy für den Kindergarten der sicherlich drin gewesen wäre haben wir sogar verzichtet und für längere Touren unseren heimischen Buggy hin und her kutschiert, aber in letzter Zeit scheint uns die Krankenkasse echt ärgern zu wollen.

Marivn wird diesen Sommer 8 Jahre alt. Logisch, daß er da in keinen Kinerfahrradanhänger mehr hinein paßt. Also haben wir versucht ein Anhängerad (Toni-Cross) zu beantragen, was wir bereits vor 2 jahren schon einmal getan hatten, doch da hatte er wohl noch keine Hilfsmittelnummer. Die gab es jetzt also nichts wie nochmal probieren. Im Rahmen einer orthopädischen Sprechstunde haben ein Neurologe, ein Orthopäde und eine Physiotherapeutin solch ein Gerät auch auf jeden Fall empfohlen, da sein körperliches Hauptproblem eine Hypotonie ist und was hilft da schon besser als die muskulatur zu trainieren?
aber es nützte nichts und wir bekamen einen negativen Bescheid, da es sich dabei streng genommen nicht um ein Hilfsmittel handeln würde und auch unsere anmerkung, daß er erst so ins Familienleben und auf Radtouren mit Freunden in eine Gruppe integriert werden kann wurde nicht akzeptiert, da er so etwas ja nicht allein fahren kann sondern nur mit einer anderen Person zusammen. darauf haben wir nochmal wiedersprochen, aber die antwort war fast die gleiche. Für längere Strecken hätte er einen Buggy und schließlich könnte er ja laufen. ??????????? stimmt schon nur die Vorstellung von laufen können sieht mir doch etwas knapp aus. die nächste Bushaltestelle erreicht er nicht zu fuß und an schlechten tagen noch nicht mal die Straße ohne vorher zu stürzen. Unsere Überlegung ein Dreirad zu beantragen und da dann was auszudenken, wie man das hinten an das Fahrrad bekommt haben sie mit dem Bescheid dann auch gleich schon einmal vorweg zerschlagen in dem Sie gleich mit begründet haben, daß sie nur ein Dreirad als Hilfsmittel zur verfügung stellen müßten, daß dies aber ja eh nicht in Frage käme, da er ja schwerst geistig behindert ist und sich und andere damit gefährden würde. Ist das nicht paradox? Darf er jetzt den Körper nicht trainieren und damit zumindest die körperbehinderung lindern weil die geistige Behinderung zu stark ist????
Nun ja, Klage einzureichen habe ich mich nicht so recht getraut, sonst entstehen da nachher noch kosten, für die ich ebenso gut das Teil selber hätte kaufen können und am Ende haben wir immernoch nichts.
Wir waren dann auf der Rehacare Messe uns umschauen und da wir uns über seinen Buggy ständig ärgern (Rehatec Nils Jogger) da dieser ständig kaputt geht, immer wieder irgendwelche kleinen Kunstoffteile und Schrauben verliert, schon zig mal repariert und imemr wieder das gleiche passiert und er schon öfter beim spaziergang zusammen geklappt ist, haben wir uns dann überlegt, wir könnten ja mal versuchen an stelle des nils einen Kangoo zu bekommen, den wir ja dann auch ans Fahrrad hängen könnten. Da kann er dann zwar nichts aktives mit anfangen und ist sicherlich nicht grad förderlich aber immerhin könnten wir unser Familienleben retten und auch mal wieder eine gemeinsame Radtour machen bzw. strecken bis ins nächste Dorf usw, die sich zu Fuß sehr ziehen ohne Auto zurücklegen. Den nils hatten wir jetzt 3 Jahre lang, die größe geht grade noch so eben und er ist auf etwas buckeligen Wegen schon mehrfach mit Kind umgekippt, also ein Alptraum. Also haben wir bereits im Dezember versucht einen Kangoo zu beantragen. Wow und heute, fast 4 Monate später kam nach mehrmaligen Anrufen ein Brief in dem steht, er bräuchte keinen Buggy da er laufen kann und einen Schieberollstuhl hat! ?????Außer dem nils hat er garnichts!!!! Ich habe dem Sachbearbeiter dann heute nochmal erklärt warum wir den Nils nicht mehr haben wollen und das wir ihn ja nun auch schon einige jahre haben. Mal ehrlich..länger als 3 Jahre habe ich noch kein Auto behalten!
Es kam nur: der war aber damals auch ganz schön teuer! Toll, ist das mein Problem, daß die es damals vorgezogen haben, ihn mit einem neuen Buggy zu versorgen, anstatt der vorherigen Kasse den alten Buggy der noch nciht mal ein Jahr alt war abzukaufen??????????
Nun mal abwarten, er wollte jetzt nochmal in seinen Akten nachschauen und sich nächste Woche noch einmal melden.
So jetzt hab ich mir hier lang genug den Frust runtergeschrieben. Schönes Wochenende

Ela mit Marvin (6/97) und Felix (10/01)

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Petra B
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Beitragvon Petra B » 15.04.2005, 18:03

Hallo Ela,

nach unserer Kasse ist Fahrradfahren ein Grundbedürfnis eines Kindes im Gegensatz zu einem Erwachsenen. Ein Kind müssedaher auch mit einem Fahrrad versorgt werden.
Da unser Sohn über 18 ist wollte man argumentieren, dass er kein bekommen sollte. Wir haben ein Rollfiets durchgesetzt allerdings mit Zuzahlung und den Hilfsmotor mussten wird selbst bezahlen.

Wenn Fahrradfahren ein Grundbedürfnis bei Kindern ist und das Teil, das hier beantragt eine Hilfsnummer hat können sie es eigentlich nicht ablehnen.

Frage doch einmal bei der Herstellerfirma oder dem Sanitätshaus nach, ob sie dir noch weitere Argumentationshilfen geben können. Die wollen verkaufen und haben bestimmt die richtigen Argument parat, die dir im Moment vielleicht nur nicht einfallen.

Ich glaube heute wird fast Alles erst einmal abgelehnt und damit kommen sie immer wieder durch.

Viele Grüße

Petra B

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Ela74
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Beitragvon Ela74 » 15.04.2005, 19:31

Hallo Petra,

die haben wir ja befragt und deren Argumente benutzt, die Rechtsprechung ist da aber wohl nicht ganz eindeutig und stark von der Auslegung abhängig, das ist mir von denen auch schon gesagt worden und wir haben ja auch schon 2 mal widersprochen. Der einzige Weg dort weiter zu kommen geht nur noch übers Sozialgericht. Noch mehr ärgert mich ja jetzt, daß sie ihm nun scheinbar auch verwehren wollen, einen anderen Buggy zu bekommen. Ich komme grad vom Spazieren gehen und hatte mal wieder das erlebnis, daß grad in dem Moment als ich über eine Wurzel gegangen bin mein Hund zur Seite gezogen hat und mir der Buggy weil ich ihn nur mit einer Hand halten konnte, beinahe gekippt wäre. Das muß jawohl nicht sein. Vor 3 Jahren war er schließlich ein gutes Stück kleiner und leichter, da passierte das noch nicht so leicht. Dazu ärgert mich die Argumentation der Krankenkasse in den letzten Schreiben, er wäre ja gehfähig. Was verstehen die denn darunter? Ja, er kann sich von Möbelstück zu Möbelstück bewegen und an guten Tagen sogar ein paar Meter frei laufen, aber er braucht nur einen leichten schnupfen oder ähnliches haben, dann stürzt er sehr schnell und die Narben diverser Platzwunden am Kopf vermehren sich rapide da er manchmal auch einfach aus dem Stand stürzt. Kann man das gehfähig nennen?
Ela (Bj.74) mit Marvin (09/97, CP, geistige Behinderung, fehlende Sprache, Epilepsie, Neurodermitis) und Felix (10/01 ADS?, Neurodermitis) und Gordian Andrin 10/09 und Aurelian 8/11


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