Augenärztin mit Schwerpunkt Seh/Mehrfachbehinderung

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Beitragvon Kaesmann » 11.04.2005, 22:56

Conny hat geschrieben:
Heute ist er seit 13 Monaten zu Hause, extrem entwicklunsverzögert mit einer Zentralen Koordinationsstörung. Er fixiert sehr schlecht, im Liegen könnte man meinen, es klappt etwas besser. Noch vor einem halben Jahr gingen die Fachleute von Blindheit aus, heute heißt es hochgradige Sehschwäche.

Wie kann man verläßlich ermitteln, ob das Kind schlecht sieht, weil der Sehnerv unterbrochen ist oder ob eine Verarbeitungsstörung vorliegt.

Conny


Liebe Conny,

ehemalige Frühgeborene haben sehr oft Probleme mit den Augen, aber auch, gerade wenn sie viele Probleme hatten, mit der zentralen Verarbeitung des Gesehenen. Dies zu unterscheiden (ob es nun augen- oder Gehirnbedingt ist) erfordert recht viel Erfahrung gerade hinsichtlich der Art, wie Kinder mit zentralen Wahrnehmungsstörungen fixieren. Das kann, je nach Zustand und Fittheit des Kindes, tagesmäßig sehr unterschiedlich ausfallen.

Natürlich wird man sich zunächst mit einer Augenuntersuchung Klarheit verschaffen über den Sehnerv (gesund oder abgeblasst??), notfalls auch eine Sehnervenstromableitung des Sehnervens (Eine Art EEG nur der Sehbahn) machen, um die Weiterleitung der Seh-Informationen ins Gehirn zu beurteilen.

Aber auch ein abgeblasster Sehnerv und / oder ein schlechtes VEP kann man NICHT direkt zur Sehfähigkeit in Bezug setzen. Somit, um die Frage zu beantworten: es gibt keine wirklich verlässliche Aussage dazu, ob nun überwiegend Sehnerv/Auge oder Weiterleitung/Verarbeitung die Hauptgründe für das schlechte Sehen sind. Einige Hinweise gibt das Kind selber - wenn oft eine Blickwendung beider Augen da ist (oft nach oben), ist öfter eine zentale Verarbeitungsstörung da.

Für das was man tun kann, ist diese Unterscheidung jedoch wenig relevant: in jedem Fall sollte man visuelle Frühförderung einleiten (hat er die?), um den Seheindruck, den er hat, für ihn zu verstärken, ihn darauf "aufmerksam zu machen", dass ein visueller Eindruck verwertbar und nutzbar ist. Ich halte die Frühförderung für eine ganz ganz wesentliche Maßnahme - egal ob die ursächliche Störung nun im Auge oder in der Verarbeitung liegt.

Hoffe ich habe die Frage beantworten können?

Sehschärfentestung in dem Alter und mit der Einschränkung geht vor allem über die beurteilung seiner Reflexe auf definierte Reize - langsam bewegte kräftig farbige Objekte, die Fähigkeit kurz die Fixation zu halten etc.

Hat er einen Tag-Nacht-Rhythmus?

Lieben Gruss,
Barbara
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Beitragvon Kaesmann » 11.04.2005, 23:11

Hallo Kerstin,


kerstinm hat geschrieben:
Wir sind sehr dankbar, dass sie seid 1,5 Jahren Sehfrühförderung bekommt und uns schon mehrfach bewiesen hat, wieviel in ihr steckt. Inzwischen arbeitet sie mit ihrem Therapeuten im Bereich der "Unterstützten Kommunikation". In für sie fremden und nicht einschätzbaren Situationen (z.B. bei einem Facharzt) steckt sie jedoch den Daumen in den Mund und schaltet auf Durchzug. Nicht leicht dann einen Seh- oder Hörtest zu machen.

Wie geht ihr in der Praxis mit diesen Kindern um? Wie testet ihr sie? Das fände ich super spannend. Und noch eine ganz konkrete Frage: Dreht ein von Geburt an blindes Kind auch noch nach mehreren Jahren den Kopf nach einer Geräuschquelle oder zeigt es eher, wie ich vermute, seine Aufmerksamkeit anders an?

Kerstin


Liebe Kerstin,

wie eben schon gesagt finde ich die Seh-Frühförderung extrem wichtig, so minimal der Sehrest auch sein mag.
Und auch bei Sehrindenstörungen kann dieser Rest aktiviert, geübt werden.
Bei der Untersuchung erfordert es Zeit und Geduld. Ich spreche auch sehr viel mit den Eltern, weil das, was ich in der Sprechstunde sehe, oft nicht dem entspricht, was Eltern mir über das entspannte häusliche Verhalten und Reagieren berichten können. Ich habe viele farbige Objekte, hier ist es wichtig, die bei Kindern, die Blickwendungen haben auch von dieser Richtung her ins Blickfeld zu führen. Zudem können manche Kinder besser auf unbewegte und farbige, andere wieder besser auf bewegte Objekte reagieren.
Ganz wichtig finde ich die genaue Ausmessung der fehlsichtigkeit: oft liegen bei den Kindern Fehlsichtigkeiten vor, die auch wiederum oft mit dem Argument "eh blind" nicht ausgemessen und als Brille verschrieben werden. Aber fürs Fixierenlernen ist eine Optimierung *aller* Umstände, die der Optimierung zugänglich sind, wichtig! gerade im Nahbereich ist es für ein mfb. Kind ein großer Unterschied, wenn man seine Weitsichtigkeit ausgleicht - es könnte alles im Nahbereich schärfer --> somit interessanter --> anschauenswerter machen und so ein wichtiger Stein bei der weiteren Förderung sein .

Wie geburtsblinde Kinder auf Geräuschquellen reagieren? Die meisten wenden den Kopf, und zwar deshalb, damit sie das Stereo-Hören am besten ausnutzen können und somit den Raumeindruck besser zu erfassen und die Geräuschquelle besser zu lokalisieren. Aber auch hier kommt es gerade bei den mfb.-Kindern sehr auf Aufmerksamkeitslevel, Fitheit grad zu dem Augenblick etc an.

Lieben Gruss,
Barbara
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Beitragvon Kaesmann » 11.04.2005, 23:15

Hallo Sonja und Louis, und alle

sorry, muss warten bis morgen, evtl. sogar bis Mittwoch, muss noch einges andere tun

mit liebem Gruss an alle
barbara
:roll:
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Beitragvon Petra B » 12.04.2005, 10:00

Hallo Barbara,

herzlich willkommen hier im Forum. Es ist schön für dieses Thema eine Fachfrau zu haben.

Mein Sohn ist inzwischen 20, kann körperlich nichts, kann auch nicht sprechen.
ist allerdings geistig total fit.
Er hat viele Interessen, u.a. sieht er gerne fern und "liest" gerne Hörbücher.

Vor Jahren musste bei Manuel unter Vollnarkose ein Metallsplitter aus dem Auge entfernt werden. Dabei wurde festgestellt, dass er weitsichtig ist und 5 und 6 Dioptrien hatte. Das Problem liegt darin, dass er nichts am Kopf haben kann und eine Brille nicht auflässt. Er schafft es immer wieder sie herunter zu bekommen.
An seiner Sitzschale hat er eine Kopfstütze und beim fernsehen liegt er i.d.R. auf dem Boden auf einer Matte.

Unser Augenarzt meinte, dass die Brille ihm nur ein entspannteres Sehen ermöglichen würde, wir aber die Brille weglassen sollten, wenn er sie nicht aufbehalten kann.

Nun waren wir wieder im Kinderzentrum in München, wo uns große Vorwürfe gemacht wurden, dass er keine Brille trägt, da dass der Grund wäre, dass er nicht lesen gelernt hätte. - Allerdings war das kein Augenarzt.
Da Manuel nicht sprechen kann, kann er mir auch nicht sagen, wie und was er sehen kann.

Als erhörte, dass die Weitsichtigkeit durch eine Operation teilweise behoben werden könnte, war er der Meinung, dass er operiert werden möchte.

Würde ihm eine Operation etwas bringen und welche Risiken gibt es?

Viele GRüße

Petra B

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Beitragvon kerstinm » 12.04.2005, 11:52

Hallo,

vielen Dank für die Informationen. Ich bin sehr gespannt, wie unser nächster Augenarzttermin verlaufen wird.

Grüße an Sonja:

Du hast nun schon mehrfach erwähnt, dass Louis Phasen hat in denen er abwesend wirkt und nicht fixieren kann. Nach seiner Vorgeschichte kann das auch auf epileptische Anfälle hinweisen. Unsere Tochter hatte vor und nach ihrer BNS-Epilepsie fokale Anfälle, die sich zumeist nur durch ein "Weglaufen" der Pupillen bemerkbar machten. Das Kind wirkte wie in Trance und ihr schienen immer wieder die Augen in eine Richtung "wegzulaufen". Später kam dann auch eine wiederholte Wendung des Kopfes dazu. Selbst erfahrene Kinderärzte haben dies zunächst nicht als fokale Anfälle definieren können. (Heute sind wir klüger.)

Heute muss man unsere Tochter schon sehr gut kennen um zu unterscheiden, ob ihr die Augen "weglaufen", weil sie als fast vollständiges blindes Kind nicht fixieren kann, oder ob sie winzige fokale epileptische Anfälle hat, die sich durch ein "Wegdrehen" der Augen bemerkbar machen. An solchen fast unsichtbaren Zeichen können wir lange bevor größere Anfälle auftreten erkennen, ob ihre Medikamenteneinstellung optimal ist. Den Unterschied erkennen aber wirklich nur wir als Eltern.

Grüße
Kerstin

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Beitragvon Kaesmann » 12.04.2005, 14:09

Liebe Sonja und Louis,


will versuchen in der Mittagspause die gestern nacht liegengebliebene mail zu beantworten. Bin noch nicht sicher wie das hier mit quote and unquote geht - wenns denn verwirrt aussieht - bitte Entschuldigung!




Sonja und Louis hat geschrieben: nun aber los: Louis hatte einige Stunden nach seiner Geburt einen Kreislaufzusammenbruch und musste mehrfach reanimiert werden. Folge: Hirnblutung - Hirnschaden. Er entwickelt sich sehr langsam aber stetig. Anfangs hat er sich immer sehr stark überstreckt und dabei die Augen immer nach oben gerollt. Macht er heute (er ist jetzt 12 Monate alt) nur noch sehr selten.


wie ist es denn mit einem Anfallsleiden? hat er das - und sind diese Streckanfälle mit auffälligem EEG verbunden? hat er überhaupt eine Spastik oder ist er eher hypoton? hier finden sich dann oft etwas unterschiedliche Augenbewegungsmuster und Augenstellungen (auch bei nicht fixierendem Kind) - bei sehr spastisch angespannten Kindern kommt es häufiger zu phasenweisem Innenschielen, bei den hypotonen Kindern sehe ich oft ein Aussenschielen (KEINE feste Regel!! aber Häufigkeiten)

Wir waren gerade am 4.4. mit ihn im UKE Hamburg wo ein Blitz VEP gemacht wurde. Rechts war kaum etwas repruduzierbar und links nur schwach. Bei der Untersuchung reagierte Louis erst überhaupt nicht. Weder auf Gegenstände noch auf Licht. Selbst die Pupillen blieben einfach groß. Er hat dieses Verhalten oft. Es sieht dann so aus als würde er mit offenen Augen schlafen. Reagiert dann aber auch nur schwer auf Geräusche oder Anfassen, lässt sich aber mit Geduld da rausholen. Seine Augen erscheinen uns dann immer groß und Kugelrund, ein Auge scheint dabei nach oben und das andere nach unten und beide dach aussen (alles nur sehr leicht) zu blicken - eine Art silberblick oder wie Marty Feldmann wie mein Mann immer sagt - Neulich hatte er auch diesen Blick und wir dachten er schaut nirgendwo hin, als ich dann aber in ca 5 Meter Entfernung von ihm durch den Raum ging , ging sein Blick + Kopf mir eindeutig nach...



das sind sogenannte Blickdeviationen - häufig findet man sie tendenziell nach oben, aber auch nach unten oder seitlich. Sie sind oft da bei "innerer Abwesenheit" des Kindes und sagen mehr etwas aus über den gesamten Tomuszustand und über das Gehirn als über die Augen im eigentlichen Sinn. Ich sehe zB einen Jungen, der sehr spastisch ist, seine Augen weichen oft unwillkürlich ab und verharren da, wenn er nicht beteiligt ist, aber wenn er aufmerksam ist, kann er uns sogar Buchstaben angeben.

Für die Sehfrühförderung daheim ist es wichtig, dass man die Kinder mit farbigen Objekten oder Lichtern immer da "abholt", wo die Augen stehen, dann langsam versucht (wichtig! langsam!) den Blick zu fangen und in Richtung gradeaus zu führen.


Also, zurück zur Untersuchung: Als wir auf Fr. Professor warteten, und mein Mann mit Louis spielte, `wachte´ er plötzlich auf und war voll da, Lachte uns an, fixierte alles ob groß ob klein, seine Pupillen reagierten ganz normal. Der Organbefund besagt: Mydratikum Skiaskopie: od: -0,5 + 0,5 A90, os: -0,5 +0,5 A 40. Fundus: L/R Papillen etwas blaß aber nicht pathologisch
R/L geringer Astigmatismus
Man empfal uns abzuwarten.



Worauf?

Von den Augenbefunden her schaut das doch ganz gut aus. Der Sehnerv muss sicher in den kommenden Jahren noch beobachtet werden - da ist 12 Monate noch etwas jung, um endgültig sagen zu können, dass er kaum / wenig geschäddigt (blass) ist. Die Brechkraft (kleine Weitsichtigkeit) ist so gering, da braucht er keine Brille (?? hat er bei der Ausmessung in Richtung Untersucher geschaut? sehr wichtig).


Frage: Müssen wir uns damit abfinden oder gibt es andere Möglichkeiten der Thereaoie? Weist dieses Verhalten irgendwo drauf hin? Er erscheint uns immer so als wäre er 2 verschiedene Kinder in einem. mal ganz klar und mal weit weg. er guckt jedoch nie so aufmerksam in der Gegend rum wie andere Kinder.Im Kinderwagen,Auto; Kindersitz schrei ter wie am Spieß und sein Blick wirkt in sich gekehrt, alsh ätte er Angst, Auf dem Arm schaut er aber am liebs5en in Bäume. Die Ärtze und Therapeuten die an ihm dran sind versicherten uns bislang dass Louis nicht authistisch sei.Hast Du vielleicht eine erklärung für diese Unterschiede?



Du hast es sicher schon in anderen Beiträgen gelesen (hier schreibt eine Roswitha auch zu augenärztlichen Themen, ich hab 3,4 Beiträge gelesen und frage mich, ob ich hier überhaupt noch was beisteuern kann!? ihre Beiträge sind sehr sehr gut!!): auf jeden Fall sollte Seh-Frühförderung in die Wege geleitet werden. Du beschreibst das sehr schön: 2 verschiedene Kinder in einem. Einmal das Kind, bei dem der Seh-Eindruck zu dem Moment nicht bestimmend ist, und das Kind welches sehr auf seinen Seheindruck reagiert. Frühförderung kann dazu beitragen, die Phasen der Blick(ab)wendungen zu verkürzen, bzw. ihn schneller wieder auf seinen Seheindruck aufmerksam zu machen. Es ist als ob er phasenweise "vergisst" dass es einen visuellen Reiz gibt - und hier könnte man ihm helfen, die Phasen des Schauens beständiger werden zu lassen. Und wie wichtig das Schauen ja für andere Entwicklungsschritte ist (Greifen, Raumverständnis etc) ist ja offensichtlich.

Das mit dem Auto und dem Kinderwagen - es gibt im Kopf zwei getrennte Verarbeitungsströme - einen eher fürs genaue Hinschauen auf unbewegte Objekte, und einen zur Erfassung von bewegten Dingen. Bei Hirnschädigungen können siese beiden Ströme auch unterschiedlich stark geschädigt sein / unterschiedlich gut fixieren. Vielleicht ein Tipp - reagiert er eher irritiert wenn er bewegte Objekte um sich herum hat, oder gerade eben nicht? Man könnte dann versuchen, ihm zunächst in der Förderung die Dinge anzubieten, die er besser und lieber verarbeitet (also zB helle stehende Farblichter versus laufende Lichterkette).


Lieben Gruss,

Barbara
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Beitragvon Roswitha » 12.04.2005, 14:34

Hallo Barbara!

hier schreibt eine Roswitha auch zu augenärztlichen Themen, ich hab 3,4 Beiträge gelesen und frage mich, ob ich hier überhaupt noch was beisteuern kann!? ihre Beiträge sind sehr sehr gut!!):


Erstmal willkommen hier und danke für Dein Lob!!! :oops:
Lese ebenfalls gespannt Deine Beiträge, man lernt schließlich nie aus und merkt sofort, dass hier jemand schreibt, der tagtäglich mit Kindern arbeitet, was für mich leider nicht zutrifft.
Ich beantworte hier bisher nur Fragen, die ich mit meinem bisherigen Fachwissen (und Gewissen :) ) vereinbaren kann und hab mich für die ein oder andere Frage noch mal schlau machen müssen.
Ich freue mich deshalb umso mehr, wenn jemand wie Du, als Spezi auf dem Gebiet Kinderophthalmologie, hier aktiv wirst!!! Ich selbst bin seit Geburt meiner Tochter (2 J) zu Hause und lerne gerade für die Facharztprüfung (wird langsam Zeit nach 7 Jahren Klinik :? ).

liebe Grüße - Roswitha

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Beitragvon Kaesmann » 12.04.2005, 15:42

Hallo Roswitha,

danke für das freundliche Willkommen :-))

Brandenburg..... Klinik .... evtl. bei meinem ehem. Oberarzt?

Lieben Gruss,
Barbara

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Nellie
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Beitragvon Nellie » 12.04.2005, 17:10

Herzlich Willkommen hier!

Ich habe mich wirklich gefreut, dass eine Augenärztin so schreibt! Wir haben nämlich genau das Problem, dass der Arzt, der Linn untersucht hat, nicht die Zeit genommen hat, uns zu fragen, sie langsam und in Ruhe zu untersuchen. Wenn man schnell mit einem schwachen Licht vor ihren Augen hinundher bewegt, interessiert es sie nicht ein bisschen, eine Baulampe z.B. verfolgt sie bei langsamer Bewegung mit dem ganzen Kopf.
Sie reagiert mittlerweile auf Licht mit schöner Aufmerksamkeit und man sieht schon, dass auch Bewegung so langsam irgendwie ankommt. Wir haben leider erst vor 4 Wochen mit der Sehfrühförderung begonnen, weil eben der Arzt sie als blind einschätze, sodass keine Förderung notwendig sei.
Für uns ist es wirklich unglaublich, dass sich da etwas tut!

Gerade heute haben wir mit unserer Sehfrühförderung gesprochen, dass sie gegen Wände laufen, weil sie von den Ärzten nicht unterstützt oder anerkannt seien. Immer wieder muss sie kämpfen, dass die FF bezahlt wird, weil ein Arzt sagt, dass das Kind nicht sehen kann. Sie glauben es einfach nicht, dass ein Kind trotz angeblicher Blindheit an der Lichtbox spielt, Gegenstände verfolgt, usw.
Wir würden es zu gerne fördern, dass alle Kinder frühzeitig in den Genuss der Sehfrühförderung kommen, aber wissen auch nicht wie.

Schön, dass Du auch hier bist!

LG
Nellie
Linn *2004, schwerste Mehrfachbehinderung durch pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet
A. *2009
Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann. (Richard von Weizsäcker)
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Isolde
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Beitragvon Isolde » 12.04.2005, 19:23

Liebe Frau Kaesmann-Kellner,
liebe Barbara,

es ist für mich die größte Überraschung nun hier in dem Forum, dass Sie diese Seite gefunden haben und sich auch angemeldet haben.
Ich sage schon seit fast 2 Jahren – dass einem immer die Menschen begegnen die man benötigt – in dem Falle nun meine jüngsten Erfahrungen mit Münchner Augenärzten, und der Frage, was ich wohl in Zukunft tun werde.

Ganz herzlich begrüße ich Sie hier und freue mich sehr, dass Sie mit Ihrem Wissen uns reich beschenken und dass Sie als Fachfrau auch mal „hinter die Kulissen“ schauen können, eben an die Basis im Leben mit einem behinderten Kind, egal welche Behinderung dieses hat. Sie können hier eine Menge Geschichten lesen, die der Arzt so in einer Praxis eigentlich nicht mehr mitbekommt, weil alles eine Straffung in der Zeit ist, und für das Persönliche ja kaum eine Zeit findet, was sehr schade ist.
Aber – ich möchte doch am Rande anmerken, dass ich mich in der Sehschule Homburg IMMER sehr gut aufgehoben fühlte, und Jonathan mit den Orthopistinnen (z.B. Rebecca 1999) ebenso. Es waren die Umstände die mich dazu bewegten, andere Wege zu gehen und Sie sehen ja, dass ein Weg mich nach München führte.

Vielleicht rätseln Sie noch an mir, d.h. Sie können mich noch nicht einordnen. Sie haben auch im Frühjahr 1999 meinen Mann operiert mit einer Schiel-OP, der aufgrund eines Unfalls vor Jahren sein Augenlicht auf dem einen Augeverlor. Und Jonathan war in den ersten beiden Jahren Stammgast, zuerst bei Dr. Lipfert und später auf der K4 bei Dr. Brunner. Sie haben ihn im ersten Lebensjahr an den Augen operiert und ihn 4 Jahre in der Sehschule betreut.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt in diesem Forum,
und wer weiß, vielleicht treffen wir uns im Sommer oder im Herbst doch nochmals persönlich – war ja eh meine Absicht, wie Sie aus meinen Berichten erlesen konnten „Verwirrung bei den Augenärzten“.
In einer PN schreibe ich Ihnen mal den Namen des Prof. hier in München. Er hat auch eine Web-Seite.

Einen lieben Gruß, von Sonnenschein Jonathan
und Isolde Selgrad, auch von meinem Mann.
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

Jonathans CFC-Syndrom + Unsere Vorstellung + https://www.facebook.com/CfcAngelDeutschland


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