Private Krankenversicherung und Hilfsmittelkatalog

Für beihilfeberechtigte privat krankenversicherte Beamte gelten besondere Regeln. Fragen rund um diese Themen können hier besprochen werden.

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Thomas
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Beitragvon Thomas » 21.04.2005, 10:38

Oh oh, daran hatte ich ja noch gar nicht gedacht! :shock:

Wenn ich mir das weiter Leben unseres Sohnes vorstelle, wird mir mittlerweile richtig übel. :(
Er wird vermutlich niemals ein selbstständiges Leben führen können, immer auf Hilfe andere angewiesen sein. Sprich, er wird in einem Heim leben müssen und benötig 24h Betreuung und Pflege. Wer soll die Unterbringung und Pflege bezahlen, wer bezahlt seine Rollies und anderen Hilfmittel und wer zahlt die stetig steigenden Versicherungsbeiträge für seine PKV? :?:

Ich glaube ich muss noch mal den Thread zum Behindertentestament rauskramen:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 0473#10473

Wenn das Sozialamt für Jan-Paul aufkommt, übernimmt der Staat dann auch die Kosten für die PKV/PPV oder wird er dann gesetzlich versichert?


Schönen Gruß
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Christoph
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Beitragvon Christoph » 21.04.2005, 11:02

Hallo Thomas,

soweit sollten wir mal besser nicht denken.
Ich hoffe zwischenzeitlich, dass die Krise der staatlichen Sozialsysteme sich noch etwas auswächst und wir in einigen Jahren doch bei der Bürgerversicherung oder der Kopfpauschale landen - und dass dann die PKV-Versicherten auch in das neue System müssen ...
Noch sind es einige Jahre, die Jonas als Kind läuft.

liebe Grüße

Christoph
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Beitragvon Petra B » 21.04.2005, 12:11

Hallo alle zusammen,

ich hoffe, dass mir nun keiner den Kopf abreißt, Bild aber

ein Teil der Misere unseres Gesundheitssystems ist es doch, dass Gutverdienende und dann evtl. noch Siegels ohne Familienanhang aus der gesetzlichen KV rausgehen um Geld zu sparen und die schlechter Verdienenden mit Familienanhang drin bleiben.
Fazit die wenig kosten und viel Geld einbringen gehen in die Private und die, die viel kosten und weniger einbringen sind in der Gesetzlichen.

Leider werden auch diejenigen die wechseln möchten nicht genug über sämtliche Folgen aufgeklärt, oder wurde vorher gesagt, welche Folgen das haben kann, wenn man ein behindertes Kind bekommt????
Allerdings ist auch hier die Frage, wenn man es vorher gewusst hätte, hätte man sich da anders entschieden?? Hat jemand darüber nachgedacht, was wäre wenn einem selbst etwas zugestoßen wäre, was dann? :oops:

Es ist schon klar, dass wenn der Fall eintritt, jeder dann wieder in die gesetzliche möchte, aber ganz fair finde ich das nicht. Bild

Wir sind in der Gesetzlichen geblieben und hätten gerne für unseren Sohn noch eine private Zusatzversicherung abgeschossen allerdings war das auch nicht mehr möglich, da das nur innerhalb der ersten 6 Wochen nach der Geburt ging und in der Zeit waren wir froh, dass wir über die Runden kamen. Geplant war es aber schon vorher.

Viele Grüße
Petra B

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Thomas
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Beitragvon Thomas » 21.04.2005, 13:06

Hallo Petra,

wir zahlen in der PKV deutlich mehr als wir als familineversicherte in der gesetzlichen KK bezahlen würden!!!

Ich bin damals in die PKV gewechselt, weil ich gerade am Anfang meiner Selbstständigkeit stand. Als freiwillig Versicherter in der GKV zahlt man aber automatisch den höchsten Beitragssatz, es sei denn, man kann ein niedrigeres Einkommen nachweisen. Das ist aber am Anfang der Selbstständigkeit nicht möglich, da man ja noch keinen Jahresabschluss bzw. Einkommenssteuerbescheide hat... also zahlt man erst mal für 1-2 Jahre (solange dauert es bis die ersten amtlichen Bescheide vorliegen) den Höchstsatz.
Den Jungunternehmer möchte ich sehen, der in der Situation (mitte 20, jung, dynamisch, frau- und kinderlos) freiwillig einige hundert Euro mehr pro Monat zahlt bzw. daran denkt, dass er ja mal ein behindertes Kind haben könnte und dann nicht min. die gleichen Leistungen wie ein gesetzlich Versicherter zu haben...
Mehr dazu wie ich an die PKV gekommen bin, siehe hier:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 0094#20094


Toll das ihr so weise und vorausschauend wart! :icon_king:
Ich war es leider nicht...


Schönen Gruß
Thomas
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Christoph
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Beitragvon Christoph » 21.04.2005, 14:20

Hallo Petra,

da hast du natürlich Recht, aber auch mein Privatbudget ist ein Budget und da sollten wir doch genau so funktionieren wie ein kleines Unternehmen:
wo bekomme ich welche Leistung zu welchem Preis?
Einen Kühlschrank kaufst du ja wahrscheinlich auch eher in einem Großmarkt, weil du ihn deutlich billiger bekommst, als beim kleinen Elektriker um die Ecke, 200 € mehr oder weniger ist halt bei einem Kühlschrank auch ein Wort.
Gleiches gilt im Bereich Krankenversicherung, wer die Wahl hat, überlegt es sich, wo er die besten Leistungen zum günstigsten Preis bekommt und wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr stimmt, dann schaut man, was man ändern kann. Eigentlich ein ganz normales wirtschaftliches Verhalten.
Zudem: das deutsche Versicherungssystem kennt nun mal die beiden Möglichkeiten gesetzlich - privat, alleine aus sozialer Verantwortung in der Gesetzliche zu bleiben ist ehrenwert, aber meistens sind die Gründe doch viel profaner: wer mehrere Kinder will, fährt in der Gesetzlichen (derzeit) günstiger, wer den Kostenkalkulationen der Privaten nicht glaubt, bleibt in der Gesetzlichen usw.
Im Grunde sind das ökonomische Überlegungen, die in einem solchen Fall zu einem Verbleib in der Gesetzlichen führen, nicht mehr und nicht weniger.
Natürlich mag es unfair erscheinen, wenn der gut verdienende Single aus der Gesetzlichen rausgeht, um als Vater eines behinderten Kindes wieder zurückkommen zu wollen - aber, s.o., das Preis-Leistungs-Verhältnis hat sich zuungunsten der Privaten verschoben, der Wunsch ist rational begründet.
Dafür aber kann er nicht umgesetzt werden, da der Gesetzgeber hier einige Barrieren errichtet hat, leider, insofern sind ökonomisch begründete Entscheidungen das eine, die Umsetzung das andere, was nicht klappt.
Trotzdem: unser derzeit existierendes Gesundheitssystem wird den demographischen Wandel nicht unbeschadet überstehen und möglicherweise treffen wir uns alle wieder in einem System staatlich verpflichtender Grundversorgung mit der Möglichkeit, Zusatzwünsche über private Zusatzversicherungen absichern zu können. Dann sind wir aber alle "verarscht", denn die Grundversorgung wird deutlich unter dem bisherigen Versorgungsniveau liegen und unsere behinderten Kinder werden nur schwer eine Zusatzversicherung bekommen.
Das ist eine persönliche Vermutung, mal schauen, was die folgenden 15 Jahre bringen.
Und zudem, gut verdienende Selbstständige zahlen in der Gesetzlichen den Höchstbeitrag, fürher waren die Gesetzlichen an solchen Rückkehrern mehr als interessiert und haben einiges zugelassen, was zumindest im Graubereich des gesetzlich Möglichen war. Die sind nämlich an unserem Geld auch interessiert und zudem wandert ein behindertes Kind sofort als Belastung in den Risikostrukturausgleich - und wer dort viele Risiken unterbringt, erhält Geld von gesetzlichen Kassen, die nur wenige solche Risiken besitzen. In einem solchen System sind auch Langzeitkranke und Behinderte ganz interessant für eine gesetzliche Kasse. Einfach formuliert: die Gesetzlichen würden uns nehmen, wenn sie nur dürften.

Liebe Grüße

Christoph
Jonas, 28.04.2002 - 29.11.2006, David, 12.05.2004 und Mia, 12.09.2007

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Beitragvon Petra B » 21.04.2005, 14:31

Hallo Tomas,

na ja mein Kopf wackelt zwar schon etwas, aber noch ist er dran. Bild

Ich hoffe du nimmst es nicht persönlich. Bild
Klar ist das alles nachvollziehbar, klar ist man doof, wenn man mehr bezahlt als man muss.
Und genauso klar ist, dass man zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht die Reichweite sehen kann.
Und natürlich zahlt ihr jetzt mit 2 Kindern mehr als in der Gesetzlichen.

Das ist doch der Trick. Wann geht man denn in die Private, doch wenn man jung ist und noch keinen Anhang hat, meistens jedenfalls, oder man ist Beamter.

Normal müsste es Pflicht der Privaten sein, das alles aufzuzeigen, aber dann würden vielleicht doch viele in der Gesetzlichen bleiben.

Da ist das System von Anfang an falsch.

Wir haben schon einige Male, bei neuen Hilfsmitteln darüber nachgedacht was wäre wenn..

Viele Grüße
Petra B

Ob wir weise und vorausschauend waren sei auch dahingestellt. Wir haben nicht im Traum damit gerechnet, dass uns so etwas passiert. In diesem Fall hatten wir Glück.

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Beitragvon Petra B » 21.04.2005, 15:10

Dann sind wir aber alle "verarscht", denn die Grundversorgung wird deutlich unter dem bisherigen Versorgungsniveau liegen und unsere behinderten Kinder werden nur schwer eine Zusatzversicherung bekommen.
Hallo Christop,

ich glaube wir können davon ausgehen, dass unsere Kinder dann von keiner privaten Zusatzversicherung genommen werden.

Viele Grüße
Petra B

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Beitragvon Susekie » 22.04.2005, 00:24

Hallo Zusammen!

Ich habe gerade die letzten Postings aus dieser Diskussion gelesen...

Also, wir haben damals VOR Tobis Geburt hin- und herüberlegt, wie bzw. wo wir ihn krankenversichern werden: da wußten wir ja noch nicht, was uns erwartet - ebensowenig wußten wir dies, als wir ihn - gerade mal 3 oder 4 Tage jung - privat versichert haben.
Tatsache - und auch Rechenexempel - damals war, daß er auch in "meiner" gesetzlichen nicht familienversichert gewesen wäre, sondern wie ein freiwilliges Mitglied behandelt worden wäre. Irgendjemand hat uns damals ausgerechnet, wieviel wir dann monatlich für ihn zahlen müßten - und das war erstaunlicherweise mehr als in der Privaten! :-( Naja, da ich erstmal Erziehungsurlaub nehmen wollte, war klar, DASS für Beiträge entrichtet werden müßten - also haben wir uns auch für das günstigere - und vermeintlich bessere - "Modell" entschieden.

Eine Art Aufklärungpflicht, wie Du, liebe Petra, es Dir wünscht, wäre schon super! Wenn ich aber an die ganzen "Vertreter" denke, die einem eine Versicherung "aufschwatzen" wollen, so kann ich mir nicht vorstellen, daß auch nur einer von Ihnen freiwillig Nachteile "seiner" Versicherung aufzeigen würde! Jeder gibt sich doch immer als der Beste aus! ;-)

Andererseits ist es natürlich so - wie auch bei Thomas geschehen -, daß "man(n)" sich in jungen Jahren keine Gedanken über eventuelle spätere Nachteile einer privaten Versicherung macht! Wie auch? UNS war bis zu den ersten Streitigkeiten mit der Versicherung über das, was wir für Tobias wollten, überhaupt nicht bekannt geschweige denn bewußt, daß es Probleme geben könnte! Weder als mein Mann die Versicherung für selbst abgeschlossen hat (ist mehr als 15 Jahre her) noch als der Vertrag für Tobias unterzeichnet wurde, fielen einem Nachteile ins Auge. Ich denke, man achtet einfach nicht darauf, ob ein "Hilfsmittelkatalog" ausführlich ist oder nicht: wer rechnet schon damit, selbst einmal z. B. einen Rolli zu benötigen? Und selbst wenn man dieses persönliche Risiko einkalkuliert, hält man es für selbstverständlich, daß Kosten hierfür übernommen werden! Der "Otto-Normal-Verbraucher", der bis dahin allenfalls am Rande mit behinderten Menschen zu tun hatte, weiß ja nichts von den Streitigkeiten zwischen Krankenkassen oder -versicherungen und Versicherten! Okay, WENN mal in der Zeitung irgendwas steht...man schüttelt vielleicht den Kopf, kommt aber nicht auf die Idee, seinen eigenen Vertrag genauestens zu prüfen!

Ich hoffe für uns jedenfalls vorerst, daß Tobias doch einmal in der Lage sein wird, sich selbst krankenzuversichern (kann er sich in diesem Fall eigentlich eine Kasse frei wählen? Muß ihn jede nehmen??? *grübel* - und wenn das ginge, wäre ich mir nicht sicher, ob es für dann von Vorteil ist), bevor ich mich sorgen muß, was uns mit der Privaten dann noch "blüht"!

Derzeit können wir den Streß nicht ändern, den das Thema Versicherung mit sich bringt. :-( Gerade aktuell geht uns da wieder einiges durch den Kopf...

Lieben Gruß,
Suse
Suse mit Tobias (*1997; Zentronukleäre Myopathie, dauerbeatmetes Sondenkind, E-Rollifahrer - hübscher Schelm mit ziemlichem Dickkopf) und Marlene (*2000; süße Zicke)-> Mehr über uns!

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Beitragvon Thomas » 30.04.2005, 18:55

Hallo,

bei dieser Diskussion sollte man vielleicht noch mal deutlich erwähnen um welche Summen es hier geht.

Wenn ich jetzt mal für Jan-Paul zusammenrechne komme ich auf
3.812,- Sitzschale
652,- Zimmeruntergestell für Sitzschale
3.740,- Reha-Buggy
1.745,- Reha-Autositz
4.830,- Pflegebett
340,- Umrüstung Rehabuggy, da JP gewachsen ist
1.044,- Badeliege

aktuell bräuchten wir noch
4.170,- Stehgerät
-----------------
20.333,- Euro
==========

Dabei ist Jan-Paul erst 3,5 Jahre alt...

Da Kinder natürlich wachsen, müssen die Hilfsmittel regelmäßig angepasst werden. Ich vermute mal, dass JP mit seinem Buggy noch 2-3 Jahre klar kommt aber spätestens dann einen Rolli mit angepasster Sitzschale benötigt. Kosten? Keine Ahnung aber sicherlich nicht billiger als der Buggy.

Wieviel besser verdienen muss man in diesem unserem Lande eigentlich, um sich als privat Versicherter ein behindertes Kind leisten zu können?!


frustige Grüße
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Beitragvon Sabine » 30.04.2005, 23:09

Hallo zusammen,

vielleicht sollten wir noch dazu sagen, dass Jan-Pauls Behinderung erst definitiv festgestellt wurde, als er bereits seinen 1. Geburtstag gefeiert hatte!! Wir bekamen damals eine Sozialarbeiterin vom SPZ mit an die Hand, die uns bei der Beantragung der Pflegestufe für JP half. Die Frau wurde ganz "raschelig" als sie hörte, dass wir privat versichert seien und riet uns etwas konfus und zusammenhanglos, sofort in die Gesetzliche zu wechseln, weil wir über die Private möglicherweise keinerlei Hilfsmittel für JP bekommen würden!! Sie hat das allerdings eher in einem Nebensatz gesagt und wir sind dann auch nicht weiter darauf eingegangen... Hilfsmittel??!! Pflegebett?! Rollie?! Als Jan-Paul ein Jahr alt war, glaubte ich noch an eine leichte Behinderung und dachte, er würde halt alles etwas später machen als andere Kinder. Eben erst mit drei Jahren laufen und mit vier oder fünf Jahren sprechen...
Dass Jan-Paul ein schwer mehrfach behindertes Kind ist und möglicherweise weder laufen noch sprechen lernt, habe ich damals überhaupt nicht realisiert - das ist mir erst in den letzten Monaten richtig klar geworden - Jan-Paul ist inzwischen 3,5 Jahre alt.
Zudem ist es sehr ungewöhnlich, dass ein so schwer behindertes Kind wie Jan-Paul nicht gleich direkt nach der Geburt oder zumindest bei der U3 erkannt wird. Bei der U2 im KH wurde nur der Schreitreflex im Rahmen einer Massenabfertigung (Großklinik!) geprüft und auch bei der U3 und bei der U4 wurden von der Kinderärztin keine Lagereaktionen getestet. Auch die geistige Entwicklung wurde nie geprüft, der fehlende Blickkontakt auf eine extreme Weitsichtigkeit geschoben... Auch in der Augenklinik wurde uns nie gesagt, dass wir doch bitte mal ein Häuschen weiter (dort war gleich das SPZ!) gehen sollten... Bei der U5 hieß es von unserer Ärztin noch: "Jan-Paul ist ein Spätzünder - der lernt halt erst mit zwei Jahren laufen!" Meine Antwort darauf: "Ist mir egal. Solange ich ihn nicht ein Leben lang im Rollstuhl durch die Gegend fahren muss!" Antwort: "Oh, nein!" Was für eine grobe Fehleinschätzung...
Hätte man die Schwere der Behinderung gleich im KH erkannt, hätten wir uns einen Wechsel der KV sicher überlegt und vielleicht auch getan. Obwohl wir wahrscheinlich gar nicht auf die Idee gekommen wären, dass ein Rollstuhl von unserer privaten KV abgelehnt werden könnte...

Lieben Gruß
Sabine
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