Was tun, wenn das Kind unter Verstopfung leidet?

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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Sabine
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Was tun, wenn das Kind unter Verstopfung leidet?

Beitragvon Sabine » 21.03.2004, 18:42

Unser Sohn leidet von Zeit zu Zeit unter Verstopfung, was sehr wahrscheinlich mit seiner hypotonen Muskulatur und der wenigen Bewegung (nicht laufen, wenig krabbeln) zusammenhängt.
Bei Jan-Pauls Ernährung muss ich deshalb immer darauf achten, dass er Säfte trinkt, die gut abführen.
Gute Erfahrungen habe ich mit folgenden Nahrungsmitteln gemacht:

1. Reine (klare) Molke mit Apfelsaft gemischt

2. Fruchtbuttermilch mit Wasser gemischt

3. Multivitaminsaft (Dr. Koch´s Trink 10) mit Wasser gemischt

- Hin und wieder gebe ich Milchzucker ins Fläschchen bzw. in den Abendbrei,
- stopfende Lebensmittel wie Banane oder geriebenen Apfel biete ich nur in Maßen an,
- Babymüsli und/oder Haferflocken bereite ich mit heißer (abgekochter) Milch und Apfelmuß zu und serviere das ganze als Abendbrei.

Außerdem gebe ich Jan-Paul reichlich zu trinken.

Trotzdem lässt sich Verstopfung natürlich nicht immer vermeiden. Ab und zu muss dann "Babylax" aus der Apotheke herhalten. Allerdings sollte man diese Klistierchen nur geben, wenn´s gar nicht anders geht, denn das Kind soll sich ja nicht an diese "bequeme" Darmentleerung gewöhnen.
Zuletzt geändert von Sabine am 28.01.2005, 09:39, insgesamt 1-mal geändert.

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kathrin

Beitragvon kathrin » 16.05.2004, 23:18

Hallo Sabine,

Britney hat vor einiger Zeit auch unter Verstopfung gelitten,ich habe gute Erfahrung mit Gymnastik und Bauchmassage gemacht. In Rückenlage habe ich ihre Beine abwechselnd leicht angebeugt,dann "runde" Bewegungen wie beim Radfahren gemacht oder Knie-und Hüftgelenk in 90 Grad Stellung gebracht(ist gar nicht so einfach,weil Britney sich oft plötzlich durchstreckt),dann an den Unterschenkeln leicht anheben,bis das Becken sich leicht! vom Untergrund abhebt,dann leichte ,kurze Schüttelbewegungen nach rechts/links oder oben/unten ausführen.
Die Bauchmassage ist auch unter Colon-Massage bekannt.Hierbei wird der Bauch im Uhrzeigersinn massiert,und zwar unter dem Rippenbogen entlang,dann wellenartig am linken Hüftbein(dadurch wird der Enddarm angeregt)runter,am Schambeinvorbei und am rechten Hüftbein wieder hoch zum Rippenbogen usw.nimm etwas Öl oder Creme das ist angenehmer.
Eure KG kennt diese Massage bestimmt und kann dir ein paar Tipps geben.
Britney hat öfter Blähungen,es hilft ihr sehr,wenn ich etwas unter die Beine lege und dadurch die Spannung von der Bauchdecke nehme.

Liebe Grüße Kathrin

Helmut
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Beitragvon Helmut » 17.05.2004, 00:18

Hallo Sabine,

Verdauungsprobleme bleiben behinderten Kindern trotz idaler Ernährung, oft ein leben lang erhalten. Sonja hatte mit ca. 18 Monaten durch Verwachsungen im Unterleib eine Darmlähmung und seitdem große Probleme damit. Durch entsprechende Ernährung und Bifiteral haben wir ihre Verdauung in den letzten Jahren gut in gang gehalten. Vor 3 Wochen sagte ich Montags zu unserer KG, das Sonja in letzter Zeit sehr gute und pünktliche Verdauung hätte.... Donnerstags morgens erbrach sie plötzlich das Abendessen vom Mittwoch... u. a. Pommes, Salat, die sie zum großen Teil ganz... unzerkaut und unverdaut... erbrach. Mein erster Gedanke war, das sie Probleme mit dem Kauen = Zahnprobleme haben könnte. Da wir nachmittags einen Termin beim Zahnarzt hatten, dachte ich mir nichts weiter dabei, als sie nichts aß, mittags dann das Mittagessen von Mittwoch, ebenso kaum gekaut und verdaut erbrach. Beim Zahnarzt.. solange der nur die Spiegel in der Hand hat läßt sonja viel mit sich machen... gabs dann erstmal Entwarnung. Auch auf dem Röngtenbild (OPG) war nichts zu sehen. Dann sagte der Arzt noch, das zur Zeit eine Grippewelle im umlauf sei, und wir vor weiteren Tests... die nur in Narkose möglich sind, erstmal 2 Wochen warten sollten.

Abends saß Sonja dann auf der Toilette, drückte wie wild, bekam aber nichts raus. Sie hatte derart harten Stuhlgang, das wir ihn mit mehreren Einläufen lockern und heraus bekamen. Was da kam war sehr hart, fast schwarz, und stank fürchterlich. Nix mit Zahnschmerzen, nix mit Grippe, mein Fräulein saß, obwohl sie vorher sehr gute Verdauung hatte ,so zu das ihr Magen einfach gesagt den Betrieb eingestellt hatte. Da sie trotz passender Ernährung und Bifiteral so zu saß stellten wir um auf Movicol. Von 3 Beutel am Tag hat sie Durchfall, von weniger... so scheint es derzeit... keinen spontanen Stuhlgang mehr. Mal sehen wie es weitergeht.

Erklären kann man das geschehen so, das sich im Darm im laufe der Zeit "Taschen" bilden wo sich was ablagert, härter wird, und irgnedwann in den Kreislauf kommt, und alles verstopft. Kurz bevor alles zu ist strenkt sich das Darm noch mal richtig an, was ein paar Tage lang gute Verdauung vorgaukelt. Um die Bildung von solchen Taschen so gut wie möglich zu verhindern, sollte man, wenn "einfach passende Ernährung" nicht ausreicht Verstopfungen zu verhindern, nicht zu lange damit warten, Verdauungsfördernde Medikamente.. Bifiteral, Movicol, und co. zu geben. Das schmeckt den Kinder oft genau so schlecht wie Verdauungsfördernde Säfte, dafür kann man ihnen dann eher Dinge zu essen und zu Trinken geben, die ihnen besser schmecken, als darmgerechte "Schonkost", was den Apetit, und so auch die Verdauung fördert.

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.

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Verstopfung

Beitragvon Sabine » 17.05.2004, 21:05

Hallo!

Was Helmut geschrieben hat, klingt ja nicht gerade ermutigend :wink: !
Puh, hoffentlich bleiben uns solche Aktionen erspart.!!!
Früher habe ich immer gelacht, wenn sich andere Eltern über die Verdauungsprobleme ihrer Kinder unterhalten haben und mich oft gefragt, wie man so ein Thema zum Gesprächsgegenstand machen kann!!
Jetzt weiß ich, dass die Verdauung von Kindern (ob nun besonders oder nicht) die Eltern echt Nerven kosten kann.
Ich achte jeden Tag auf abwechslungsreiche Kost, viel Obst und Gemüse, Vollkornbrot etc. Jan-Paul bekommt derzeit auch fast täglich Milchzucker in seinen Abendbrei "gemogelt". Außerdem probiere ich zurzeit diese probiotischen Joghurts aus. Zum Glück ist unser Sohn kein Kostverächter und nimmt mir so ziemlich alles ab, was ich ihm vorsetze. Er scheint aber eine Vorliebe für herzhafte Sachen, also Gemüse und Fleisch, zu haben. Auch Brot mit Belag isst er sehr gerne (vom Löffel!). Viele Speisen püriere ich grob, weil Jan-Paul noch Probleme mit dem Kauen hat - es wird aber langsam besser.
Im Moment sind wir bei alle zwei Tage Stuhlgang am frühen Morgen.
Von einer Freundin, die auch ein besonderes Kind mit Verdauungsbeschwerden hat, habe ich noch folgenden Tipp bekommen:
Sie gibt ihrem Sohn (sechs Jahre alt) morgens und abends einen Teelöffel flüssige Lactulose.

Lieben Gruß,
Sabine

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Kefir!

Beitragvon Sabine » 21.05.2004, 13:02

Hallo!

Habe ein neues verdauungsförderndes Lebensmittel entdeckt: Kefir - im Kaukasus als Getränk der Hundertjährigen bekannt!
Ich mische den Kefir (oder das Kefir? Nein, ich glaube, den Kefir!) in Jan-Pauls Fläschchen mit Wasser (halb und halb) und gebe für den Geschmack noch einen Spritzer Fruchtmolke dazu. Ihm schmeckt das sehr gut und es macht sich auch in Sachen Verdauung bemerkbar.
Außerdem soll Kefir ja auch ungeahnte Kräfte freisetzen. Wenn Jan-Paul also nächste Woche anfängt zu laufen, ist der Kefir schuld! :wink:

Lieben Gruß,
Sabine

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Beitragvon Helmut » 21.05.2004, 18:35

Hallo Sabine,

Kefir ist zwar als das Getränk von hunderjährigen bekannt.... Nur das die den Kefir aus "frisch gemolkerner" Milch, und ohne ihn hinterher abzukochen, bzw. zu homogenisieren und co. . genossen haben. Ähnlich ist das mit Joghurt.

Wir haben früher, als Sonjas Verdauungsprobleme anfingen, ein paar Jahre lang Joghurt selbst gemacht. ( Das "Warmhaltegerät" und das Zubehör - 40, 200ml Gläser - haben wir, weil es keiner haben wollte, neulich erst unserer Verwandschaft "angewichtelt" ). Milch vom Bauern geholt, das Lab dazu von einer Molkerei besorgt, und los gings. Es war eine heidenarbeit, hat aber wesentlich besser geholfen, als noch so schonend und biologisch hergestellter Joghurt aus dem Reformhaus. Zu guter letzt machte es aber viel zu viel Arbeit, - insbesondere die Hygiene rund rum - und braucht viel zu viel Platz, als das wir damit weiter machen konnten. Guter Joghurt aus dem Kühlregal, Lactulose ... Bifiteral und co..., regelmäßig Obst und co. tuns auch, und schmeckt Kinder oft besser als Specialdrinks... und die Zeit die man damit spart ist unbezahlbar.;-) .

Ich hab mal aus "frischer" Kuhmilch, nach Originalrecept, gemachten Kefir ( bzw. so wie Kefir behandelte Kuhmilch, original Kefir ist aus Jakmilch, oder anderen milchgebenden Hörnertieren, jedenfalls nicht von Kühen) getrunken. Einmal dran nippen reichte, und 5 Minuten später war kein halten mehr.... Bloß gut das Kefir aus dem Kühlregal nicht so prompt auf Europäer wirkt, sonst könnte die Verdauungsförderungsmittelindstrie zu machen, und unsere Bauern würden mehr Jaks wie Kühe haben. ;-)

:-) Helmut

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Kefir

Beitragvon Sabine » 21.05.2004, 20:19

Hallo Helmut,

oh ja, das wäre mir aber an eurer Stelle auch zu aufwendig gewesen.
Ich glaube, der Kalinka Kefir von Müller (einmal Schleichwerbung bitte!) tut´s auch und scheint bei Jan-Paul auch gut zu helfen. Ich hoffe nur, es tritt hier nicht so schnell der Gewöhnungseffekt ein. Hat man ja manchmal bei Milchzucker & Co. Im Moment bin ich jedenfalls froh, den Kefir entdeckt zu haben.

Lieben Gruß,
Sabine

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Beitragvon Helmut » 21.05.2004, 23:36

Hallo Sabine,

angefangen mit dem Joghurt selber machen hatten wir, weil guter Joghurt für uns, in der Menge in der wir ihn brauchten, einfach unbezahlbar war. Wir waren, weil mehrere "unschöne Ereingisse" zusammmen kamen, innerhalb kurzer Zeit vom Doppelverdienerhaushalt in die Sozialhilfe abgestürzt, so das jeder Pfennig Gold wert war. Da kam uns die Joghurtmaschine und das Zubehör - ein Geschenk von einer Nachbarin ( Molkereilaborantin) - gerade recht. Als wir uns dann auf das wenige Geld eingestellt hatten, Sonja immer mehr Zeit brauchte, und das Pflegegeld endlich lief, war Zeit zu haben wichtiger als Geld.

Wenn ich mir die Kefirpreise, und hier http://hometown.aol.de/oertelinka/Kefir1.htm die Zubereitung von Kefir, und das drum rum ankucke.... kann das selber machen von Kefir interesant sein, weil es wesentlich schneller geht, und weniger Platz braucht als Joghurt.

:-) Helmut

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Verstopfung

Beitragvon Sabine » 24.05.2004, 12:52

Hallo!

Heute morgen war bei uns erst mal ein Arztbesuch angesagt, weil Jan-Paul seit mehreren Tagen keinen Stuhlgang hatte und uns heute Nacht sowie am frühen Morgen mit herzzerreißendem Weinen weckte. Ob das Weinen nun durch Schmerzen beim Drücken wegen der Verstopfung hervorgerufen wurde, wussten wir nicht so recht und da ich mit Milchzucker und Babylax in letzter Zeit auch nicht mehr weiterkomme, ging ich zum Kinderarzt.
Dort stellte sich dann im Rahmen einer Enddarmuntersuchung (sehr lecker kann ich euch sagen... :wink: ) heraus, dass Jan-Pauls Enddarm recht ausgeprägt ist und er dort sehr viel Stuhl bunkern kann. Der Kot war auch nicht hart, sondern weich. Natürlich spielt die Hypotonie, das Nicht-Laufen etc. auch eine große Rolle. Sonst würde diese Erweiterung wahrscheinlich gar nicht so sehr ins Gewicht fallen.
Jan-Paul scheint in dieser Hinsicht auch erblich vorbelastet zu sein, denn meine Tante hatte von Geburt an ähnliche Verdauungsprobleme wie Jan-Paul, bis sich schließlich bei einer Untersuchung herausstellte, dass ihr Darm - salopp ausgedrückt - "zu lang" ist!
Babylax bringt also nichts, denn der Stuhl ist ja eigentlich nicht hart und verstopft ja auch nicht den After. Auf Anraten des Arztes probieren wir jetzt Lactulose aus. Mal sehen, ob das besser hilft. Ich bin da aber recht zuversichtlich.

Lieben Gruß,
Sabine

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Beitragvon yve » 09.06.2004, 19:27

hallo sabine,
Steven hat auch probleme mit der verdauung und ich püriere ihm immer pflaumen und die kommen dann mit in seinem prei oder flasche.seid dem geht es wenn steven verdauung hat muß ich ihm manchmal auch ein bischen helfen.
Im moment gehts aber ganz gut.
Ne zeit hat er mycroklist bekommen aber auf die dauer ist das auch nicht gerade toll wie du schon gesagt hast das unsere kinder sich drann gewöhnen könnten.
LG yve


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