Dicke Kinder=dicke Erwachsene??

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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Andrea5
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Dicke Kinder=dicke Erwachsene??

Beitrag von Andrea5 »

Hallo,

ich habe mal wieder ein Thema was mir auf den Nägeln brennt.
Zuerst einmal einen Auszug aus dem Hamburger Abendblatt (Kommen-
tar vom 21.04.2007 zum Thema Dicke Menschen in Deutschland):

Seehofer und die dicken Deutschen
Es fängt bei den Kindern an
Kommentar
Von Sylvia Wania

Vor allem im Frühjahr kneifen bei vielen Bundesbürgern Hosenbund und Gewissen gleichermaßen. Oft folgt der Entschluss, dem Hüftgold mit einer Fastenkur zu Leibe zu rücken. Da ist es beinahe kalendarisch durchsichtig, dass die Politik jetzt das Thema der ernährungswissenschaftlichen Diät (nicht zu verwechseln mit den Abgeordneten-Diäten) für sich entdeckt. Verbraucherminister Seehofer will die Bundesbürger zum Abspecken anhalten
Nichts dagegen. Immerhin spielt Deutschland in der Moppel-Liga ganz oben: Jeder zweite Bundesbürger ist zu dick. Das ist in Europa Spitze. Wenn sich also Erwachsene allein durch Appelle vom Schokoladen-Chips-und-Bier-Konsum abhalten lassen, umso besser. Appelle kosten die Politik nichts. Sollten diese am Ende aber auch nicht fruchten, dann ist das ein Problem der Krankenkassen. Bluthochdruck, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Diabetes verursachen ein Drittel der Kosten im deutschen Gesundheitswesen. Je dicker, desto teurer.

Die Weichen für Fettleibigkeit allerdings werden im Kindesalter gestellt, und so gesehen ist Seehofers Initiative überfällig. 1,9 Millionen übergewichtige Kinder in Deutschland essen sich krank, statt herumzutollen und zu turnen. Aber wo bleibt endlich die verbindliche dritte Stunde Sport für Schulkinder, über die seit Jahren ebenso erbittert wie folgenlos debattiert wird? Dass Bewegung im Kampf gegen Übergewicht ganz unverzichtbar ist, ist ja längst Allgemeingut. Und dass etliche Kinder keinen Purzelbaum mehr schlagen können, spricht Bände. Übrigens auch mit Blick auf das Elternhaus.

Bei diesen bedauerlichen sozialen Problemfällen aber können allenfalls Pädagogen ausgleichen. Die Politik kann es nicht.

erschienen am 21. April 2007

Es ist leider traurige Wahrheit, es gibt zuviele dicke Kinder. Und als
Elternteil trägt man eigentlich die Hauptverantwortung dafür, daß ein
Kind dick wird (außer bei Krankheiten, wo man unverschuldet eine
drastische Gewichtzunahme hat, Stoffwechselerkrankungen, lebens-
notwendigen Medikamenteneinnahmen u.a). Übergewicht gab es ja
schon immer seit ewigen Zeiten. Aber in modernen Zeiten werden
Kinder ja heute mit dem Auto zur Schule gebracht, obwohl die Schule
vielleicht 700 m vom Zuhause weg ist. Was ist eigentlich dabei ein
Kind zu Fuß zur Schule gehen zu lassen mit oder ohne Begleitung?
Kinder müssen nicht stundenlang fernsehen oder Playstationspielen.
Kinder verlernen das richtige Spielen in der heutigen Zeit, weil man
ihnen die Möglichkeiten dafür nicht gibt. Kinder essen aus Frust, Lange-
weile. Als Elternteil muß man sich wirklich mal Gedanken darüber
machen, warum das so ist. Wenn man als Kind dick ist kann man
auch schnell ein dicker Erwachsener werden. Ich möchte keine
dicken Kinder haben. Dadurch mache ich ihnen nur das weitere Leben
schwer. Ich denke man braucht keine Initiative,
man ist als Elternteil gefragt, Übergewicht bei seinen Kindern zu ver-
hindern (mit oder ohne professioneller Hilfe).

Wie seht ihr das?

Gruß
Andrea

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C.J.
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Beitrag von C.J. »

Ein interessantes Thema!!
Also ich habe gerade die Tage gelernt, dass "Fettleibigkeit" auch schon vor der Geburt gesteuert werden kann, denn je kaerglicher die Diaet der Mutter desto weniger Rezeptoren bilden sich im Kind um Insulin anzuwenden, denn der Koerper denkt sich, da wirds nicht genug zu essen geben, da brauche ich all die Rezeptoren doch nicht! Dann kommt das Kind auf die Welt und ist klein und duenn und wird aber gefuettert als gaebe es kein Morgen mehr, denn gerade die Eltern von duennen Babies werden darauf geeicht, dass die Kiddies zunehmen muessen... und dann hat man den schlamassel schon, denn die Kinder koennen den ganzen Zucker nicht umwandeln, koennen dem Fett die Energie nicht richtig entziehen etc... dies ist weshalb zum Beispiel Asiaten und Araber die nach Europa und Amerika umziehen zunehmends dickere Kinder bekommen!! Wer das nachlesen will, sie heisst "thrifty theory" und ist natuerlich nur eine Theorie, aber eine die viele Anhaltspunkte hat wo man denkt... aha!! Auch die Kinder die in Hungerkrisen (Holland Winter 1944) gezeugt wurden neigen zur Obesitaet.

Gut genug lerhrreiches... ein bisschen Erfahrung. Ich wurde vor Computern und Gameboys (und sogar Fernseher) bei uns im Hause geboren. Ich spielte nur und las und ging immer raus, fand ich toll! Ich wurde als ich in die Pubertaet kam leicht uebergewichtig (nichts ernstes, nur pummelig).
Mein Bruder, 10 Jahre juenger, hatte Computer (sogar einen fuer sich alleine), Gameboy, Playstation und durfte so viel Fern sehen wie er will. Er ist zwar erst 12 aber er ist seeeeeeehr duenn (und klein!), mit seinen knappen 27 kg. Also nur am Fernseher kanns nu nicht liegen!! Aber es stimmt, dass ich seine Kindheit als "Erfahrungsaermer" einstufe als meine.

Oder... wo ich arbeite ist der Vater sehr fettleibig, die Mutter duenn. 4 Kinder im Alter zwischen knapp 7 und 2. Nr1 ist unheimlich duenn, und sehr "nervoes" rennt immer, huepft, klettert, faellt... immer in Bewegung, Kind Nr.2 nur 14 Monaten liegen zwischen den beiden ist dick. Nicht riesig dick, nicht so dick, dass man denkt, boah son fettes Kind... aber schon so, dass ich ihn nicht hochheben kann. Gar nicht! Also mind. 30 kg (er ist 5!!). Nr 3 und 4 sind noch sehr klein, sind aber "duenne Kleinkinder". Die 4 essen auch alle dasselbe, die beiden grossen spielen die selben Sportarten (schwimmen, Tennis, T-Ball und Fussball)...
also muss es metabolische Richtlinien geben!!

Aber man kann nicht alles dem Metabolismus in die Schuhe schieben und natuerlich wird man eher dick wenn man nur fern guckt und 3 mal taeglich McD isst (und krank wird man davon auch)... aber leider ist es so, dass es eben Familien gibt, die es so tun. Die wissens auch besser... also auf nicht wissen kann mans nimmer schieben, aber es interessiert sie wohl nicht.
Aber man kann Kinder nur zu soundsoviel zwingen, also kann man ihnen den Sport nicht aufhalsen!

Ich denke, man muss von vorneherein aufpassen was man isst und vor allem den Kindern gibt, und sie m Sport engagieren. Es wird dann trotzdem noch dicke Kinder geben, aber weniger viele...
Gut ich muss in die Heia, grussi, CJ
C.J., humangenetische Beraterin in Great Ormond Street Hospital for Children, London.

“Today you are You, that is truer than true. There is no one alive who is Youer than You.”
(Dr. Seuss)

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katrinchen
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Beitrag von katrinchen »

Hallo!
Ich finde das Thema auch spannend und unheimlich wichtig! Es grenzt für mich an Körperverletzung, was einige Eltern da so treiben. Nur wie will man dem entgegenwirken? Mehr staatliche Kontrolle?
Ich denke, man sollte tatsächlich bei den Kiddis ansetzen und zwar mit verbindlichem Hauswirtschaftsunterricht an JEDER Schulart und zusätzlichen Sportstunden, die aber anders gestaltet sein sollten als bisher (ich war auch ein pummeliger Teenager und habe mich so oft es ging vom Sport entschuldigen lassen, weil ich nur nieder gemacht wurde- von Mitschülern und Lehrern! :? )
Vielleicht kann das dazu führen, dass die Kinder lernen, wie es gehen kann und sich später daran erinnern.
Fand diesbezüglich die Doku "Besser essen" auf Pro 7 recht spannend und aufschlussreich. leider kommt das nun nicht mehr, aber vielleicht weiß der eine oder andere, was ich meine?
LG Katrin
Katrin (*83), Förderschullehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo,

ich habe das Problem das Sarah zu dünn ist.
Manchmal habe ich mir auch ein Kind gewünscht, das so richtig schönen Babyspeck hat.

Ich selbst war als Kind auch sehr dünn, bis zur Pupertät :? , denn dann ging es rasant aufwärts.

Eine Bekannte hat einen Sohn der sogar die schmutzigen Teller im Geschirrspüler ableckt, da er ständig Hunger hat.
Sie muss tierisch aufpassen wenn sie den Geschirrspüler einräumt.

Ich persönlich finde beides schlimm, zu dünn und zu dick.

Sport finde ich auch sehr wichtig und eben das "Essens Vorbild" das die Eltern geben, denn daran orientieren sich die Kinder ein Leben lang.

Liebe Grüße
Alex mit Sarah

vjestica
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Beitrag von vjestica »

Hallo,
ich war als Pubertezie fett !
Wurde so richtig schön fertig gemacht in der Schule,durfte von zu Hause aus
keinen Sport treiben-Verein kostet ja Geld :roll:
Außerdem gab es kein vernünftiges Essen,nur Dosenfutter.
Resultat : dickes Kind,Jugendlicher

Seit ich für mich selber verantwortlich bin wurde ich immer schlanker.
Mittlerweile trage ich Kleidergröße 32/34 trotz 3 Kinder ohne zu hungern.

In meiner Verwandtschaft sind alle fett.
Dann kommt schnell mal die Ausrede : genetisch bedingt,wir sind ja alle so. :twisted:
Ganz ehrlich: nur Sofa und Burger mit literweise Cola macht dick und rund

LG Jenny

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AnjaH
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Beitrag von AnjaH »

Ich denke auch das neben Veranlagung die Eltern die Huaptverantwortung dafür haben ob ihre Kinder und damit die späteren Erwachsenen übergewichtig werden.

Und das vom ersten Lebenstag des Kindes an. Heißt bedarfsgerechte Ernährung von Anfang an. Nur leider lassen sich viele gerade im Baby und Kleinkindalter von der Werbeindustrie einlullen.

Nach dem Motto : Da steht doch drauf für Babys und Kleinkinder dann muß das ja gut und gesund sein. Nur leider ist der Nahrungsmittelindustrie die Gesundheit der Menschen und auch der von Kindern egal..denen geht es nur um ihren Profit. :?

Deshalb informieren und nicht alles ungefragt essen und füttern. :wink:
LG
Anja+ Felix
24.3.04 frühkindlicher Autismus mit v.a Intelligenzminderung ,bronchial Astma, Infekt Krämpfe,hypoton aber ein Sonnenschein
und Julia 30.7.09 hypoton, Lernschwäche ( IQ 89),v.a ADHS u. Dykalkulie
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kachiya
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Beitrag von kachiya »

Hallo,

wie Anja sehe ich auch die Eltern in der Verantwortung. Neben gesunder Ernährung von Anfang haben schon viele Kleinkinder viel zu wenig Gelegenheit sich genug zu bewegen. Wenn ich so durch die Einkaufsstraße unsereres Vorortes schlendere sehe ich überall Kinder im Buggy sitzen und ständig irgendetwas essen oder trinken, damit sie still und beschäftigt sind. Die Mamas gehen gemütlich shoppen, während der Nachwuchs im Buggy rumsitzt. Bei Gesprächen sagen diese Mütter dann, dass sie doch viel draußen unterwegs sind :shock: . Nur leider nicht auf dem Spielplatz. Beim Kinderturnen trifft man diese Mütter auch nicht..... Und im Kindergarten und in der Schule wundern sich Erzieher und Lehrer, warum viele Kinder so unbeweglich und "gewichtig" sind.

LG,

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EstherNilsJohannaFiona
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Beitrag von EstherNilsJohannaFiona »

Hallo,

klar dicke Eltern haben meistens dicke Kinder....... aber nicht nur der Vererbung wegen!!! Dicke Eltern sind in Sachen Bewegung und Ernährung oftmals schlechte Vorbilder....... also woher sollen die Kids dann lernen, wie man sich gesund ernährt und körperlich fit hält? Das hat herzlich wenig mit Vererbung zu tun.....
Klar es gibt bestimmt irgendwo eine Veranlagung Pölsterchen zu bilden, aber die ist nicht Schuld an der Obesitaet unserer Kinder!

Liebe Grüße,
Esther
"Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber furchtbar viel herausstreicheln!" -Astrid Lindgren-

Musik ist die erste Muttersprache aller Menschen!

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katrinchen
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Beitrag von katrinchen »

Hallo,
ich gebe euch ja recht, aber was soll man denn dagegen tun? Wie gesagt: Mehr staatliche Kontrolle kann's ja wohl nicht sein, oder? Aufklärung wär wichtig, deswegen fand ich ja auch die Doku so gut, denn damit sollte man solche Familien ja erreichen. :roll: Ob sie dann was ändern? Keine Ahnung? habe heute gelesen, dass fast alle Kreserkrankungen durch Übergewicht mitversursacht werden, das ist doch Wahnsinn! Mir tun nicht nur die armen Kinder leid, sondern auch das Gesundheitssystem! Wie kann es sein, dass Kinder mit einer Behinderung, für die sie ja nichts können, solche Probleme mit den KK haben während dicke Leute hinterher sogar Magenverkleinerungen bezahlt kriegen :evil: Da stimmt doch irgendwas nicht!!
LG Katrin
Katrin (*83), Förderschullehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

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BirgitW
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Beitrag von BirgitW »

Halli hallo,

wie waere es denn wirklich mit mehr Sport in der Schule. Die zwei Stunden pro Woche sind doch in Wirklichkeit ein totaler Witz.

Kinder muessen JEDEN Tag Sport haben, und hier waere es am allerleichtesten anzusetzen. Ich bin sowieso ein Befuerworter von laengeren Schulzeiten, und dafuer besser verteilt. So haben es auch die Kinder leichter, den ganzen Lernstoff aufzunehmen, und dazwischen gehts jeden Tag raus (oder in die Turnhalle), und/oder es wird dazwischen auch mal die kreative Seite angeregt.

Und ich weiss ja nicht, wie das in oesterreichischen oder deutschen Schulen ist, aber kann dort Coke & Co gekauft werden?
Ein grosser Lieferant an unnoetigem Zucker sind diese Getraenke, und sie duerfen auch einen ziemlichen Anteil der "Schuld" uebernehmen in Bezug auf Nordamerika's Zunahme an Gewicht...

Liebe Gruesse,
Birgit
Mama von Gabriel (*2002, Sauerstoffmangel waehrend der Geburt; allgemeine Entwicklungsverzoegerung; komplexe Wahrnehmungsstoerung: Magensonde zw. 15 Monaten und 2,5 Jahren; Autismusspektrumsstörung diagnostiziert 2012, vermutet schon lange vorher), Julian (*2004, gesund), Florian (*2008, gesund) und Elisabeth (*2012, gesund)

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