Bittere Erfahrung! (Ausgrenzung beim Spielen)

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Sandy 40
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Bittere Erfahrung! (Ausgrenzung beim Spielen)

Beitragvon Sandy 40 » 21.03.2005, 22:49

Hallo ihr Lieben!!!!!


Kennt ihr das, nur Weg bevor euch der Kragen platzt :evil: ?
Wie ihr wisst ist unser Sohn Lukas ja Schwerbehindert zu 100% mit Hirnschäden sowie in seiner Entwicklung verzögert u.s.w. Heute mußte er eine bittere Erfahrung machen wo ich als Mutter mich Frage was gibt es nur für Leute!!!!! Wir wohnen in einem Neubau Gebiet mit 83 Kindern :D was auch Super Toll ist unser Sohn Lukas hat noch 3% Sehkraft und möchte dies natürlich auch noch Nutzen und wollte heute mit einigen Jungen hier Fußball spielen (weiß nicht wie er den Ball trifft aber er schafft es.) Da sagt doch glatt einer der Jungen zu ihm . Ich darf nicht mit dir Spielen weil du Behindert bist :evil: Unser Sohn völlig aufgelöst weil er mit diesem Jungen von klein auf zusammengespielt hat. Sagt zu uns als Eltern, ich will nicht mehr behindert sein, ist das grausam. Das Schlimmste ist die Mutter von den Jungen ist Lehrerin!!!! Ich hatte dann ein Gespräch mit ihr wo sie Meinte Entschuldige bitte. Aber unsere Kinder müssen nicht wissen das es Kinder gibt wie euren Lukas sprich Behinderte Kinder.. Da kommt einem doch die Galle hoch wie kann man so unmenschlich sein.
Habt ihr schon mal eine Solche Situation erlebt und wie verhaltet Ihr Euch da.????


Liebe grüße
Heike

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Diana W.
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Beitragvon Diana W. » 22.03.2005, 07:41

Hallo Heike,

solche Geschichten kannst du hier in den verschiedensten Varianten lesen und ich bin immer wieder entsetzt, was es für intoleranter Menschen in unserer Gesellschaft gibt. Ich stehe dann auch immer da und weiß nicht, was ich sagen soll, laufe immer ganz schnell Gefahr, dass ich dann sehr provokativ und zynisch werde und schlucke deshalb viele Kommentare runter, weil meine sehr bösartigen Kommentare auch nicht unbedingt weiter bringen. In solchen Situationen kann unsere Gesellschaft glaube ich noch sehr viel von den Kindern lernen. Vielfach gehen sie doch sehr offen und natürlich mit den Behinderungen um, sie stellen ihre fragen und dann ist die Situation geklärt. Nur die Erwachsenen haben damit ein Problem, wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Viele Dinge geschehen sicherlich nur aus Unsicherheit und mangelndem Wissen über die Situation. Schade finde ich nur, dass sie mit solchem Verhalten, ihren Kindern und somit langfristig auch unserer Gesellschaft die Chance verwehren, anders damit umzugehen. Dabei fällt mir immer wieder mein Heilpädagogikdozent ein, der immer wieder sagte "Menschen sind nicht behindert, sie werden von ihrem Umfeld behindert" (Kann leider nicht mehr sagen, wen er zitierte)
Liebe Grüße, Diana

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Beitragvon conni » 22.03.2005, 11:44

Hallo Heike,

uns ist ähnliches passiert. Mein Mann ist selbständig und hat ein eigenes Büro. Als Theresa noch nicht im KiGa war habe ich sie mitgenommen. Die Kundschaft hat das überhaupt nicht gestört. Die haben sich immer gefreut, da Theresa sehr freundlich ist und überhaupt nicht quengelt oder weint. Der Vorgesetzte von meinem Mann hat dann zu einem Mitarbeiter von uns gesagt, daß es ja wohl unmöglich sei ein behindertes Kind mit ins Büro zu nehmen. Was denn da die Kunden denken. Er war zu feige es uns direkt zu sagen. Das finde ich sehr schade.
Auch die Denkweise ist nicht nachzuvollziehen. Wir haben jetzt keinen Kontakt mehr und sind froh darüber. Mit solchen Menschen, die so "behindert" denken sollte man auch nichts zu tun haben.

LG Conni
Theresa (12/00), unbalancierter Gen-Defekt von 5 Chromosomen, Entwicklungsstand von ca. 3 Mon. und einigen sonstigen "Strickfehlern"
Seit †19.01.2006 ein Sternenkind

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Beitragvon shone » 22.03.2005, 12:58

Hallo Heike,
auch ich bin entsetzt über deise Einstellung !
Ich kann Dich gut verstehen dass Du vor Wut kochst !
Mir fällt aber auch nichts anderes ein, als solche Menschen zu meiden (nachem ich ihnen die Meinung vermutlich doch noch gesagt (oder manchmal ist schreiben auch ganz gut) hätte !!!
Euch alles Gute und dass Lukas sich das nicht zu sehr zu Herzen nimmt (was sicher nicht leicht ist)...
LG Inci
(http://www.inci-auth.de - Mama von Dennis, geboren 28.01.1999;
komplexer Herzfehler (Shone-Komplex) mit Lungenhochdruck, Autismus mit Zwangsstörung, Thorakal-lumbal-Skoliose, Epilepsie mit fokalen Anfällen; unser "kleiner" Sonnenschein)

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Beitragvon Kate » 22.03.2005, 15:18

Hallo Heike,

Es ist immer wieder grauenhaft, was einem leute so an den kopf werfen!!!! :evil:
Ich hab da auch schon einiges erlebt. Auch heute bin ich msnchmsl betroffen, weiß aber auch, dass diese Menchen einfach nicht wissen worüber sie da urteilen.Meine Mom hat mir immer versichert, dass ich tolle Fähigkeiten hab und sie mich genauso will, wie ich bin !! Als Kind lies mich meine Mama aber trotzdem mit dem Kind weiterspielen, wenn wir uns gemocht haben und manche Kinder machen das dann, auch wenn es die Eltern verbieten!! Heute sag ich den Leuten dann:" passt auf, ehe ihr euch verseht, seit ihr genauso einer wie ich und wenn ihr denkt ihr hättet es hier nur mit einem kranken Körper und nicht auch mit einem intelligenten ideenreichen Kopf einem fühlenden Wesen zu tun, dann seit ihr jetzt schon blind und meine Zeit ist mir für euch zu schade!!
Die meinungen der Erwachsenen kann man leider kaum noch beeinflüssen, auch wenn es soll ahnungslose sind. Die Frau,die das zu ihem Sohn sagte wird nicht verhindern könne, dass ihr sohn irgendwann begreift, dass es kranke und behinderte gibt, als kind nimmt man diese tatsach esogar leichter auf!!
Leider leider beeinflüssen auch solche Leute wie diese Mutter unsere Gesellschaft. Deshalb sag ich immer behinderte müssen itegriert werden wo es nur geht und nicht versteckt!! Denn es gibzt uns und alle sind wir einzigartige Menschen. Manche Menschen kann man einfach nicht ändern, sucht euch bzw.euren Kindern, Menschen,die euch aktzeptieren und schätzen wir ihr seid
Alles Gute
liebe Grüße
Kate
29 J. Studentin, ICP-spastische Tetraparese, angeborener Herzfehler, Wirbelsäulendeformitäten, Hüftdysplasie, Nervenschädigungen Z.n. OP mit chronisch neuropathischem Schmerzsyndrom, Rollinutzerin
"Ich bin nicht so oder so, sondern so und so und so." (Peter T. Schultz) "Liebt einander oder geht zu Grunde." (W.H. Auden)

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 22.03.2005, 17:29

Liebe Heike,

ich kann sehr gut nachempfinden, dass dich das unglaublich wütend macht. Es reißt einem das Herz raus, wenn man sowas hört. Man kocht, man könnte schreien, weinen, toben und gleichzeitig möchte man sich in das letzte Eckchen verkriechen, sein Kind mitnehmen und schützen vor so viel Grausamkeit und Ignoranz.

Das schlimmste Erlebnis in dieser Hinsicht hatte ich mit unserer Grundschuldirektorin.
Nachdem wir erfolgreich bei uns vor Ort eine integrative Kindergartengruppe ins Leben rufen konnten, ging ich mit einigen Eltern auch das Thema "Schulintegration" an. In diesem Zusammenhang lud die Rektorin uns ein, informierte dann aber unvollständig, zum Teil falsch und verfolgte damit das Ziel, das Thema so schnell wie möglich vom Tisch zu haben. Ich diskutierte mit ihr, zunächst weiterhin sachlich und bemüht, die richtigen Fakten zu den Rahmenbedingungen eines solchen Projekts auf den Tisch zu bringen. Aber dann wurde es leider sehr emotional, weil sie die unterste Schublade bediente:
Ich solle mich doch lieber um meine hübsche, intelligente Tochter kümmern.
Ich soll doch akzeptieren, dass da nichts zu machen sei mit meinem Sohn.
Behinderte Kinder werden doch sowieso von niemandem gemocht, die die so tun, wollen sozial nur gut dastehen.
Rollstuhlfahrer stinken oft und werden gerade von Kindern nicht gemocht.
Sie könne ja so gut verstehen, dass ich verzweifelt bin und, und, und....
Es war ganz, ganz schlimm und ich war die einzige Anwesende, die mit ihr weiter diskutierte, keiner von den anderen Eltern machte den Mund auf, noch nicht einmal der selbst betroffene anwesende Pfarrer (Kind mit DS).

Dieser Abend hat sich unglaublich tief in meine Seele eingebrannt und ich kann dieser Frau nicht mehr in die Augen sehen. Ich glaube, dass mich noch nie in meinem Leben jemand so sehr verletzt hat.

Meine groß Tochter ging zu dem Zeitpunkt in die dritte Klasse dieser Schule, inzwischen ist sie in der vierten. Ich halte seitdem still, weil ich nicht will, dass sie meinen Konflikt mit der Rektorin in irgendeiner Form ausbaden muss. Aber ich überlege, ob ich mit dem Erlebten doch noch an die Öffentlichkeit gehen sollte, sobald meine Tochter diese Schule im Sommer verlassen hat. Eigentlich sollte doch jeder wissen, wie diese Frau denkt.
Ich brauche allerdings für die Zurückstellung von Jann noch eine Unterschrift von ihr - ca. in einem Dreivierteljahr.....

So, jetzt habe ich mir das auch mal von der Seele geschrieben :cry:

Alles Liebe von
Hope,
die jetzt erstmal eine Woche nach Italien fährt :)

Chelly

Beitragvon Chelly » 09.12.2005, 17:11

Hallöchen,
dieses Thema ist zwar schon einige Monate alt, aber ich will mich trotzdem mal äußern.
Also, ich habe ja soooo einen Hals bekommen, als ich die Erlebnisse von Conny und Heike las. Es heißt ja immer, Kinder können ja so grausam sein. Aber ich sage dann immer. "Erwachsene sind noch viel grausamer".

Gruß von
Chelly

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Beitragvon katischatz1965 » 09.12.2005, 20:25

hallo Heike

ich habe so etwas ähnliches vor vielen jahren erlebt,, ich habe einen sohn der 4 jahre älter ist , als meine kati , als Jonny damals in die grundschule kam , entschied ich mich , beim lehrer mit offenen karten zu spielen und dem lehrer zu erklären , das kati , meine kleine Epilepsie hat und sie nur nachts krampft und deshalb mein sohn auch mal müde zur schule kommen könnte ,, ich verzählte ihn über kati und dachte ,, er als pädagoge hätte es verstanden , irgendwann kam dann das thema behinderung als thema im deutschunterricht und da sagte der Lehrer zu der klasse , das mein sohn ja was dazu sagen könnte , da er ja eine doofe schwester habe,danach haben ihn alle gehänselt , und in der pause fing er eine schlägerei an ,, weil ein junge nicht zurück nehmen wollte , das seine schwester doof ist , also durfte ich beim lehrer antanzen ,, man war ich geladen ,er entschuldigte sich nicht und meinte schliesslöich habe er recht ,, meine tochter sei doof ,, worauf ich antwortete , sie ist nicht doof ,, sondern schlau ,, denn sie würde jeden in das Herz schauen und bei ihm würde sie nur schlechtes sehen und ihn links liegen lassen ,, SO was nennt sich Pädagoge!!!
Das Ende mein sohn bekam eine Woche schulverbot wegen der schlägerei ,, und nur weil er sich für seine schwester einsetzte

LG manuela
Manuela geb. 1965 alleinerziehende Mutter von Katharina 21.09.1990
Angelman-Syndrom,Symtomatische fokale Epilepsie mit tonischen u. Grand-Male Anfällen,

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Beitragvon Bernadette » 09.12.2005, 20:44

Hallo Heike,

das ist doch wohl eine Unverschämtheit. Ich glaube ich wäre bei der Super-Pädagogin ausgepflippt. Wegen solchen Idioten haben unsere Kinder es so schwer. Nur weil sie es von ihren Eltern vorgelebt bekommen.
Das macht mir richtig Angst vor der Zukunft. Neele ist erst vier Jahre alt, zwar schwerstbehindert aber noch in einem Alter indem alle sehr nett zu ihr sind. Ich weiß, dass wird sich irgendwann ändern. Trotz und gerade deswegen müssen wir unsere Kinder immer wieder mit in die Öffentlichkeit bringen. Sie haben ein Recht darauf genauso aktzeptiert zu werden wie gesunde Menschen.
Ich hoffe du hat nicht zulange daran gekaut. Es sind Gott sei Dank nur ein Bruchteil der Menschen so intollerant.

Gruß
Bernadette
Bernadette mit Neele, 19.12.2001 - 29.06.2009 (Therapierefraktäre Epilepsie, Globale Entwicklungsstörung, Strabismus divergens mit deutlicher Visusstörung, Mikrozephalie, Mitochondriopathie - Komplex I und IV Mangel.

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Beitragvon Lieselotte » 10.12.2005, 23:50

Kaum zu fassen was ich hier lese!!!
Als ob man es nicht schwer genug hätte, muß man sich mit so einer Sch... auch noch rumschlagen! Manche Leute sind einfach nicht zu fassen!!! Da fragt man sich, wer nun eigentlich behindert ist? Die Kinder oder die Erwachsenen, die offensichtlich ohne jeglichen Verstand so einen Müll von sich geben???
Da schüttel ich nur noch den Kopp...

Bisher sind wir davon noch nicht so betroffen, weil Timo erst 18 Monate alt ist und auch ganz normal aussieht. Er starrt halt nur schonmal Löcher in die Luft und die Leute sagen dann er wäre wohl sehr müde. Jaja. Müde isser. Genau.
Aber ich weiß wohl, dass sich das in der Zukunft verändern wird, wenn seine Behinderung deutlicher wird. Und da hab ich wirklich große Angst vor...

Karen
Karen (1975) und Thorsten (1975) mit Timo (06/04) - Frühkindlicher Autismus ohne Sprachentwicklung, Gleichgewichtsstörungen und Pia (11/09) - superlustige kleine Quasselstrippe :-)))


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