Bittere Erfahrung! (Ausgrenzung beim Spielen)

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Tomas
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Beitragvon Tomas » 12.12.2005, 14:27

Immer wenn ich denke ich hätte schon jeden Dummfug gehoert lese ich sowas und ich erkenne .. es geht noch dümmer!

LG
Tomas

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Manu7
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Beitragvon Manu7 » 12.12.2005, 19:45

Hallo
Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht, das Mädchen wohnt über uns, sie sagte wörtlich ich mag mit Jennifer nicht spielen sie redet immer so blödes Zeug.

Auch hat sie meiner Tochter mehrmals gesagt sie sei ja Behindert und nicht normal.
Mir platzte dann nach einiger Zeit der Kragen und ich sagte zu ihr, sie wäre ja nicht viel besser wie Jennifer, sie würde ja in der Schule anderen Kindern Geld klauen.

Da an der Sache ja was dran war, war sie sehr geschockt, das ich darüber bescheid wußte.

Nach einem klärenden Gespräch mit derMutter ist seit dem Ruhe.

Gruß
Theo mit Manu7 und Jenni

DoroNiklas
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Beitragvon DoroNiklas » 28.12.2005, 21:55

Hallo Heike,
ich kann es leider auch nicht verstehen was für menschen das sind auch ich kenne das sogar sehr gut,vom spielplatz her,da kommen die mütter angerannt und sagen ihr sohn darf nicht mit mein kind spielen sonst wird es genauso so blöd,oder das ich an allem schuld bin,also zwecks vernachlässigung (niklas ist jetzt 3 und vom sprechen und spielerischen wie ein 1jähriger),sogar wenn ich ihm geschäft bin an der kasse stehe da gucken immer die leute und die kinder und dann sagen die eltern zu den kids,guck den jungen nicht an der is behindert,da könnt ich jedes mal heulen weil mir immer das passiert,ich bin auch in therapie und meiner mutter is es mal rausgerutscht das der kleine genauso bekloppt is wie ich,das schmerzt sehr,vor allem bin ich leider nicht so stark zu kontern,ich bin eher sensibel ein stiller typ
Es wird immer gesagt ich suche überall auf antworten,nur damit ich eine lösung hab und es dann nicht auf mich zurückfällt :cry:

Meine Psychologin sagt immer solche leute wissen es nicht was es für eine schwersarbeit is mit so ein besondern kind,weil sie immer noch das denken von früher haben,ja aber früher war das so uns so usw,kennt ihr bestimmt auch.

LG an Euch
Niklas&Doro

Danie
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Beitragvon Danie » 30.12.2005, 14:10

Hallo Heike,

Ich hatte dann ein Gespräch mit ihr wo sie Meinte Entschuldige bitte. Aber unsere Kinder müssen nicht wissen das es Kinder gibt wie euren Lukas sprich Behinderte Kinder.


Es ist unglaublich wie realitätsfern und irgendwie auch hilflos manche Mitmenschen immer noch mit dem Thema Behinderungen umgehen :( .
Ich konfrontiere solche Leute dann meist mit der Tatsache, dass doch grundsätzlich niemand einen Garantieschein in der Tasche hat, nicht auf irgendeinem Wege im Laufe seines Lebens eine Behinderung zu erwerben. Man denke dabei doch nur mal an die Vielzahl gesund geborener Menschen, die im Laufe ihres Lebens durch tragische Umstände (Unfall, Komplikationen nach oder während Krankheiten etc.) zu schwerbehinderten Menschen geworden sind - quasi innerhalb von Sekunden einen großen Teil ihrer Fähigkeiten verlieren und dadurch auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

Ich persönlich sehe diesen Tatbestand als einen wichtigen Teil meines Erziehungsauftrags an und werde Aaron von Anfang an an ein freundschaftliches Miteinander heranführen. Er soll lernen, dass Gesundheit ein nicht selbstverständliches Gut ist und das das Vorliegen irgendeiner Besonderheit Menschen nicht in verschiedene Klassen einteilt.

Ich hoffe, dass Lukas diese emotional belastende Begebenheit bald verarbeiten kann und Freunde findet, die seine Freundschaft wert sind.
Liebe Grüße!
___________
Daniela (*1973, LKGS) mit Sohn (*2004, Neurodermitis, KISS und diverse
Nahrungsmittelallergien), Tochter (*2009) und unseren Zwillingssternchen (*2008/+ 2008) ganz tief im Herzen

Unsere Galerie: http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... er_id=3982 .

Julide
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Behinderung ist nicht ansteckend

Beitragvon Julide » 02.01.2006, 14:38

Erklärt doch diesen Mitbürgern,daß Behinderungen nicht ansteckend ist!Man sollte auch den Mund nicht zu weit aufreißen,da es jeden von uns treffen kann. Dieser Gedanke ist so Menschen aber zu abstrakt.Da stellen sich bei mir alle Haare, wenn ich eure Zeilen lese. Als wäre es nicht schlimm genug für unsere Kinder in vielem zurückzustecken,nein,da kommen noch solche Kommentare! Furchtbar!

Grüsse Julide

Eliana
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Beitragvon Eliana » 02.01.2006, 16:38

Hallo Heike...ja so etwas ist echt schlimm!Aber da stehen wir doch drüber! :wink:
Das Mutterherz kann so etwas nicht ab...ich weiss...Ich fühl mit dir!Gruss Christina

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Barbara A.
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Beitragvon Barbara A. » 12.01.2006, 10:21

Hallo Heike,

es wird immer diese dummen Menschen geben. Denn die Dummheit stirbt niemals aus !!!!!! :icon_scratch:
Ich kenne dies nur zu gut, wie du dich fühlen mußt, ich glaube jeder der ein behindertes Kind hat, hat diese Erfahrung schon leider machen müssen. Und es schmerzt.
Selbst in der eigenen Familie kommt es vor. So wie bei uns.
Da wird das Kind wie eine aussätzige behandelt und darf nicht mit ihrem Cousin spielen, bzw die Familienmitglieder kommen erst garnicht vorbei.

Wie oft habe ich geweint, weil ich merkte das Tia ausgegrenzt wurde, und wie eine *doofe* behandelt wurde. :crymore:

Aber es gibt auch Menschen, die bewußt ihre *normalen* Kinder in eine integrative Kita geben um den Kindern ein gesundes Verhältnis zu behinderten Kindern zu ermöglichen.

Als Tia den ersten Tag in diese Kita ging war es die Hölle für mich, Tia zu dem Zeitpunkt sehr aggressiv, zog zwei Mädchen so dolle an den Haaren, ich erklärten den Mädchen das es Tia nicht böse meint und das sie es nicht besser weiß weil sie krank ist, da sagte ein 5 jähriges gesundes Mädchen zu mir :
Was hat denn Tia? Ich versuchte es ihr so gut wie es ging zuerklären.
Das Mädchen sagte zu mir: Ach so, dann ist die Tia behindert ?? Ich nickte. Das Mädchen nahm mich bei der Hand streichelte mich und sagte: dann weiß ich ja bescheid, dann weiß ich auch wie ich mit Tia umzugehen habe, das haben wir hier gelernt, das man Rücksicht auf behinderte Kinder nehmen muß weil sie es nicht so gut verstehen und nichts dafür können.
Ich mußte schlucken, ein 5-jähriges Mädchen hat mich getröstet und so erwachsen gesprochen, als ich drausen war habe ich erst mal geweint.
Tia und dieses Mädchen spielen sehr oft zusammen und die begrüßung der beiden jeden Morgen ist herzallerliebst. :icon_sunny:

Es kann auch anders gehen und seit diesem Gespräch mit dem kleinem Mädchen, bin ehrlich gesagt viel offener geworden.

Lieben Gruß Barbara :icon_flower:
mit Tia-Marie Gendefekt Entwicklungsstörung mit besonderer Senke im Bereich der Sprachentwicklung,
Unsere Vorstellung:http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic8121.html
Mein Album:Klick hier

Wolfgangh
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Beitragvon Wolfgangh » 17.01.2006, 20:35

Hallo Ihr lieben
Das stelle ich leider auch immer fest und bekomme dann einen dicken Hals. Mein Sohn ist zum glück nur Körperbehindert und ist fast 5 Jahre alt. Je älter die Leute um so schlimmer sind sie. Mei Sohn lässt sich nicht einfach wegschicken ich habe ihm beigebracht drüberzustehen. Er sagt dann immer ich sehe zwar nicht so schön aus wie du bin aber Intelligenter als du und kann das mindistens so gut wie Du!!Bis jetzt geht das noch ganz gut. Ich war gerade auf einem Treffen von Lymphangiomen bei Kindern in Berlin dort ist mir klar geworden das oft kein Unterschied zwischen Geistig und Körperbehinderung gibt sondern vielfach nur Ekel gegen Behinderte. Auch Behinderte sind Liebenswerte Leute und haben sich Ihr Schicksal nicht freiwillig ausgesucht.
Sohn Ralf 2/2001 Multizystisches Lymphangiom.Durch mehrfache OP`s und Laeserbehandlung verlust von Bauch und Brustmuskelatur.Nervenverlust der rechten Hand und Spastik im rechten Bein

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Susann
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Beitragvon Susann » 17.01.2006, 22:33

Ich bin entsetzt und wenn ich dann noch lese das diese Frau Lehrerin ist,danke. Da wissen wir doch wie unsere Schüler beeinflusst werden können. Ich habe "nur" ein schwer autistisches Kind in der Tagespflege habe aber auch schon oft sehr negative Erfahrungen machen müssen. Ich wünsche Dir für dich und deinen Sohn, dass ihr andere Kinder findet, von denen die Eltern nicht so engstirnig sind.

Alles Liebe Susann :cry:
Die Ärzte gaben dir eine 70 % Quote einer Behinderung, die Sozialarbeiter meinten das auch. Du hast alle überzeugt und machst jeden Tag zum Geschenk. Unser Traum- Kind seit 2004 in unser Familie


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