2 Fragen zu Treppenlift

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

Moderator: Moderatorengruppe

Benutzeravatar
Heidi
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 726
Registriert: 26.05.2004, 12:59
Wohnort: westl. Ruhrgebiet

2 Fragen zu Treppenlift

Beitragvon Heidi » 15.03.2005, 11:36

Hallo ihr alle,
wir wollen innerhalb des nächsten Jahres bauen (auch teilweise behindertengerecht) und ich habe zwei für uns sehr wichtige Fragen:
1. Ist es so, dass ein Treppenlift viel billiger ist, wenn er keine Kurve zu überwinden hat, wenn also die Treppe ganz gerade hoch geht?
2. Wir brauchen den Lift jetzt noch nicht, aber evtl. später. Wer bezahlt nach heutiger Rechtslage den Treppenlift (und gibt es einen Eigenanteil?).
Vielen Dank schon mal für eure Antworten, eine schönen Tag noch - Heidi
Heidi mit Peter, Jo Anna (21) und Janika (19)

wer mehr von uns wissen will: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic264.html

Werbung
 
Petra B
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 866
Registriert: 07.03.2005, 18:27

Beitragvon Petra B » 15.03.2005, 12:44

Hallo Heidi,

seid ihr wirklich sicher, dass wenn ihr neu bauen wollt "nur" einen Treppenlift einbauen wollt?

Wollt ihr die Schlafzimmer in das obere Stockwerl legen, dann müsst ihr auch beachten, ob ihr im Erdgeschoss noch ein zusätzliches Zimmer braucht.

Bei uns stellte sich damals auch die Frage. Wir haben beim Bau unseres behindertengerechten Hauses gleich einen Aufzug einbauen lassen.
Wir haben es nie bereut. Unser Sohn kann körperlich nichts, also wird er auch nie einen Treppenlift benutzen können.
Die Kosten waren zwar nicht ohne, aber wir wollten auch für die Zukunft bauen.

Steuerlich steht man mit einem Aufzug allerdings schlechter da als mit einem Treppenlift. Das Finanzamt geht davon aus, dass ein Aufzug in einem Einfamilienhaus normal ist :shock: :shock: und man hat einen Gegenwert.

Aber da die Probleme mit dem älter werden unserer Kids auch größer werden sollten wir wenn möglich auch an uns denken.


Viele Grüße
Petra B

KatrinS.
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 241
Registriert: 19.09.2004, 18:15

Beitragvon KatrinS. » 15.03.2005, 12:51

Hallo!
Wir haben auch überlegt, ob wir in unserem Haus (leider nur gemietet) einen Treppenlift einbauen lassen.
Teuer sind alle Varianten, aber wenn die Treppe gerade und ohne Kurven ist, vereinfacht das den Lift und er wird auch billiger. Achtet auch darauf, dass die Treppe breit genug ist!
Wir haben uns aber dagegen entschieden, da es für Lennart im Rolli wesentlich angenehmer und einfacher ist, wenn alles auf einer Ebene ist und so sind wir jetzt am Suchen...
Wenn ihr extra baut, würde ich mir wirklich überlegen, ob ihr nicht möglichst viel auf eine Ebene "packt"!
Gruß, Katrin
Zuletzt geändert von KatrinS. am 08.01.2006, 21:02, insgesamt 1-mal geändert.

Lisa Maier
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1990
Registriert: 29.09.2004, 21:07
Kontaktdaten:

Beitragvon Lisa Maier » 15.03.2005, 17:12

Hallo Heidi,

ich habe während des Studiums diverse praktische Erfahrungen mit den Treppenliften an der Uni gemacht. Erschreckend lahm waren sie alle (die nächste Vorlesung fing für mich dann etwas später an), aber der, der um die Kurve ging, ist sehr gerne an dieser Kurve steckengeblieben. Wenn schon Treppenlift, dann lieber eine gerade Treppe einplanen. Verringert die Wahrscheinlichkeit für Kontaktprobleme.

Gruß

Lisa

Benutzeravatar
Reiner
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1399
Registriert: 14.07.2004, 22:29
Wohnort: LK Osnabrück
Kontaktdaten:

Beitragvon Reiner » 15.03.2005, 17:57

Hallo Heidi,

schau Dir doch mal diesen Beitrag an.

http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic862.html

Allerdings habe ich die Sache noch nicht weiterverfolgt.



Gruß

Reiner

Petra B
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 866
Registriert: 07.03.2005, 18:27

Beitragvon Petra B » 15.03.2005, 18:04

Hallo zusammen,

einmal haben auch wir solch einen Treppenlift benutzt. In einem öffentlichen Grbäude musste eine Treppe überwunden werden. Hoch ging es noch, wenn auch sehr gewöhnungsbedürftig. Als wir wieder runter wollten, ging nichts mehr.

Ich brauchte ein paar starke Männer um meinen Sohn in seinem Rollstuhl mit Sitzschale die Treppen herunter zu bekommen.
Das Problem zu hause ist, dass dann in der Regel die starken :cry: Männer nicht zur Hand sind.
Aber selbst wenn, nachdem einmal zwei starke Männer mit meinem Sohn fast eine Treppe runtergefallen sind, es gerade noch glimpflich ab, bekomme ich in solch einer Situation Herzbeschwerden.

Uns tat das Geld für den Aufzug damals auch leid, aber wenn ich sehe, was er in den letzten Jahren für eine Erleichterung war, in er das wert.

Viele Grüße

Petra B

Benutzeravatar
Chrissie
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 532
Registriert: 09.05.2004, 22:02
Wohnort: Leidersbach

Beitragvon Chrissie » 16.03.2005, 21:58

Hallo Heidi,

wir haben einen Treppenlifter der um die Kurve geht. Erst die Kurven haben den Lift ziemlich teuer werden lassen. Hätten wir eine gerade Treppe gehabt, hätten wir jede Menge Geld sparen können. Man kann dann eventuell auch einen gebrauchten Lifter einsetzen.

Mit dem Treppenlifter alleine ist es aber nicht getan. Alexander ist inzwischen so schwer geworden, daß auch das Umsetzen in den Lifter für mich zum Problem wird, deshalb sind wir im Moment auch an einer Deckenliftanlage dran, damit ich ihn damit umsetzen kann.

Probleme mit dem Lifter selbst hatten wir übrigens die ganzen 2 Jahre noch nicht.

Wenn Ihr neu baut, würde ich an Eurer Stelle versuchen, soviel wie möglich einfach zu machen. Vielleicht ist es ja möglich, im Erdgeschoß ein Zimmer und Badezimmer für Janika einzurichten? Habt Ihr denn eine Beratung über behindertengerechtes Bauen bekommen? Man muß auf so vieles achten, breite Türen, flache Türschwellen, ausreichende Flurbreite, unterfahrbare Waschbecken etc. etc. Wir dachten auch vorher, brauchen wir nicht, aber mittlerweile wird unser Haus schon ganz schön eng durch die ganzen benötigten Hilfsmittel.

Zu Deiner Frage der Kostenübernahme: Die Pflegeversicherung übernimmt nur im Rahmen der Wohnumfeldverbesserung 2.557,-- €. Der Rest kann eventuell (ist einkommensabhängig) von der Eingliederungshilfe übernommen werden. Die Folgekosten (eventuell Wartungsvertrag, Reparaturen) übernimmt keiner.

Liebe Grüße
Ulli
Alexander 10/91 spastische Tetraparese, Epilepsie, Christina 5/90 und Niklas 10/2002 ADHS


Mein Album: klick hier!

Petra B
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 866
Registriert: 07.03.2005, 18:27

Beitragvon Petra B » 17.03.2005, 07:25

Hallo,

die Wohnumfeldverbesserung wird aber doch nur bei --Umbau--, nicht bei Neubau bezahlt.
Aber was Ulli sagt ist richtig, es wird so schnell eng, und es ist an Vieles zu denken.

Wir haben damals fast 1 1/2 Jahre geplant und immer wieder musste Überzeugungsarbeit geleistet werden, weil es hieß das geht nicht oder es wurde überhaupt nicht darüber nachgedacht.

Es gibt zwar auch Lifter , auf die man mit einem Rollstuhl fahren kann, aber wie "gut" ist eurer Kind???
Und wie gut kann es noch werden??? Auch das ist wichtig, unser Sohn ist so schlecht dran, dass wir damals schon wußten, dass er einen Treppenlift nie alleine benutzen kann. Hatten aber die Hoffnung, dass er vielleicht einmal seinen Rollstuhl allein lenken kann.
Gut er wird auch nie den Aufzug allein benutzen können, aber hier kann ich ihn auch noch reinschieben, wenn ich körperlich nicht mehr so fit bin.

Die andere Alternative ist wirklich so viel wie möglich auf einer Ebene zu haben.
Aber auch da ist die Überlegung: reicht es, wenn nur ein Bad und das Kinderzimmer unten ist oder muss das Elternschlafzimmer auch unten sein.
Je nachdem, wo ihr wohnt, ist es fast unmöglich heute noch so große Grundstücke zu bekommen.
Auch wie kann oder möchte das Kind am Leben seiner Geschwister teilhaben, muss auch die Möglichkeit gegeben werden, dass es in die Zimmer der anderen Geschwister kommen kann?

Viele Grüße
Petra B

benni
Moderator
Moderator
Beiträge: 5637
Registriert: 25.04.2004, 11:32
Wohnort: Sachsen

Beitragvon benni » 17.03.2005, 08:16

Hallo Petra und alle anderen ,

die Umbaumaßnahmen von der KK ( 2557 € ) gibt es auch für Neubauten , deshalb haben wir vor 2 Wochen erst bei der KK angerufen.
Da wir dieses Jahr ebenfalls behindertengerecht bauen, interessierte uns das genauso. Die KK braucht einen Kostenvoranschlag aller geplanten Maßnahmen und dann läuft es über den MDK.
Bei uns geht es um breitere Türrahmen, eine ebenerdige Dusche und eine Rampe. Das Zimmer unseres Sohnes sowie das größere Bad werden im EG sein, so dass wir im Moment noch keinen Treppenlift brauchen. Im Obergeschoss wird es noch ein kleines Bad mit Toilette und Dusche geben.
Die Treppe ist gerade , so dass der Einbau eines Liftes wenn wir einen brauchen etwas einfacher sein dürfte.
Das Elternschlafzimmer ist zwar im OG , aber die Nächte sind bei uns nicht so ein Problem.


Gruß Anja
Anja mit Benjamin 03/97- schwere Mehrfachbehinderung wahrscheinlich durch 6- fach-Impfung, Muskelhypotonie,Wahrnehmungsstörungen/aut. Züge, Grand-mal-Epilepsie, Skoliose, Gastrotube, Tracheostoma, Sondennahrung
Benjamin hat 1 grossen und 3 kleine Brüder

Werbung
 
Petra B
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 866
Registriert: 07.03.2005, 18:27

Beitragvon Petra B » 17.03.2005, 08:57

Hallo Anja,

dann ist es ja gut, war gerade mal auf eurer Homepage, kann Benjamin euch denn rufen, falls etwas ist? Oder wie macht er sich bemerkbar?

Bei uns war das Problem, dass Manuel nicht sprechen kann (Benjamin doch auch nicht oder?) und wir ihn somit auch nachts in unserer Nähe haben wollten.
Trotz offenen Türen hatten wir die ersten Jahre immer noch eine Gegesprechanlage zusätzlich an. Jetzt ist es nicht mehr nötig, seine Stimme ist inzwischen lauf genug, oft auch zu laut, aber er braucht das Licht der Anlage sonst bekomme ich Ärger!!! :icon_pirat:.
Im Ferienhaus haben wir sein Zimmer im Erdgeschoss und wir schlafen im DG auch hier ist er nicht zu überhören, es gibt aber auch kein abgetrenntes Treppenhaus.
Wenn er krank ist nehmen wir auch heute noch die Gegensprechanlage, gerade bei Magen-Darmgeschichten sind wir immer in Alarmbereitschaft, da wir dann die geringsten Geräusche hören müssen.

Aber bei jedem Kind ist es verschieden.

Vielleich wäre hier im Forum eine Rubrik für behindertengerechtes Bauen nicht schlecht.

Ich bin schon wiederholt von Betroffenen angesprochen worden, weil sie Unterstützung für die Planung brauchten.

Viele GRüße
Petra B


Zurück zu „Hilfsmittel“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste