Die Chancen auf einen Kindergartenplatz stehen schlecht!

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Victoria
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Die Chancen auf einen Kindergartenplatz stehen schlecht!

Beitragvon Victoria » 13.03.2005, 16:38

Hallo Ihr Lieben,

am Mittwoch war bei uns Anmeldung für die Förderplätze in den zwei Integrationskindergärten hier in Garmisch-Partenkirchen.
Der Kindergarten macht einen ganz tollen Eindruck und die Erzieherinnen sind sehr nett. Außerdem haben wir viel Gutes über den Kindergarten gehört. ( Die zwei Kindergärten sind zwar zwei Häuser -räumlich getrennt- gehören aber organisatorisch zusammen). Also ich bin sehr guter Stimmung von diesem Anmeldungsgespräch nach Hause gekommen. Heute habe ich von Sylvia (die auch mit Ihrer Tochter Tina hier im Forum ist und sich am Mittwoch im gleichen Kindergarten angemeldet hat) gehört, dass mind. 8 Kinder angemeldet wurden (nur in dem einem Haus?) nur 4 Förderplätze zu vergeben sind; davon bereits 2 für zwei 5jährige reserviert. D. h. im Klartext mind. 6 Kinder kommen auf zwei Plätze. Ist das nicht zum Kotzen!! Da haben wir schon oft mehr Sorgen, mehr Ängste und mehr Arbeit mit unseren Kindern und dann kommen noch diese Sorgen dazu. Ich muß jetzt Ende des Monats wieder zu arbeiten anfangen ( 25std./Woche). Ein halbes Jahr kann ich die Zeit überbrücken mit Oma, Freundin, Urlaub von Mann... Aber wenn Ruben kein Platz ab Sept. bekommt, habe ich ein echtes Problem! Davon abgesehen wäre es ganz schlimm für Rubens Entwicklung noch ein Jahr zu Hause zu sein und nicht in den Kiga zu gehen. So ich wollte mir mal Luft machen. Wer kennt sich denn mit solchen Problemen aus? Zu einer Tagesmutter Ihn zu geben ist mir aber auch zu teuer, dann kann ich selber zuhause bleiben. Aber dann bin ich meinen Job für immer los. Auch die Banken sind froh um jede Mutter die nicht wiederkommt. Vielen Dank für`s zu"hören". Ich werde berichten wenn sich was ergeben hat. Liebe Grüße Vici

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Beitragvon shone » 13.03.2005, 19:57

Hallo Vici,
helfen kann ich Dir leider auch nicht, aber ich wollte Dir trotzdem schreiben um Dir zu sagen dass Du vollkommen recht hast und das es teilweise echt bescheiden ist, wie schwer man einen Platz (vor allem einen I-Platz ) für sein Kind bekommt.
Ich hatte 2003 auch ein riesen Problem, weil niemand Dennis haben wollte (ausser der städtische Kiga, der hätte ihn halt nehmen müssen), bis ich einen evangelischen Kiga fand, der Dennis dann aufnahm. Der Leiter wechselte alsblad (vielleicht hatte er deshalb leichter zugesagt mein verhaltensauffälliges Kind zu nehmen.... :? ) und mittlerweile merkt man deutlich dass es nur ein Regelkiga und kein Integrativer ist.
ich wünsche Dir viel Erfolg und drücke die Daumen dass es klappt.
LG inci
(http://www.inci-auth.de - Mama von Dennis, geboren 28.01.1999;
komplexer Herzfehler (Shone-Komplex) mit Lungenhochdruck, Autismus mit Zwangsstörung, Thorakal-lumbal-Skoliose, Epilepsie mit fokalen Anfällen; unser "kleiner" Sonnenschein)

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Beitragvon Diana W. » 14.03.2005, 07:41

Hallo Victoria,

dein Problem ist auch mir nicht unbekannt. Ich betreue in meiner Einrichtung schwerpunktmäßig einen mittlerweile 7jährigen Jungen mit Cerebralparese, Tetraspastik, einer therapieresistenten Epilepsie und einer chronischen Atemwegsinsuffizienz. Als er kurz vor seinem 3. Geburtstag bei uns aufgenommen wurde, standen wir genau vor diesem Problem: Es gab einfach viel zu wenig Plätze, sowohl in den integrativen als auch den heilpädagogischen Kigas. Und dann kam noch hinzu, das 3/4 der Kigas ihn von vornerein für zu "pflegeintensiv" einstuften und ihm erst gar kein Angebot machten. Nach langem hin und her haben wir dann einen Platz im heilpädagogischen Kindergarten der AWO bekommen - 35 Minuten von unserer Einrichtung entfernt, fernab von der Kinderklinik und irgendwelchen Ärzten mit einem Fahrdienst, der keine Ahnung von Epilepsie oder gar Versorgung mit Sauerstoff hatte. Diesen Platz hat er dann auch relativ schnell wieder verloren, da wir ihn aufgrund seiner Statusgefährdung an Tagen, wo er bereits morgens mehrere Anfälle hatte gar nicht erst losgeschickt haben, weil wir nicht wußten, ob er bei weiteren Anfällen die Fahrt zum Kindergarten überhaupt überlebt. Von Seiten des Kindergartens wurde uns erzählt, seine Fördermöglichkeiten seien absolut ausgereizt(mittlerweile geht er zur Schule, ist der absolute Star in seiner Klasse und lechzt gerade zu nach Förderangeboten, meckert, wenn er nur ein paar Minuten Pause hat...), aber letztendlich wurde in den Gesprächen sehr deutlich dass das Hauptproblem in seinen vielen Fehltagen bestand und er dem Kindergarten nicht genügend Kohle einbrachte.
Ich wünsche euch jedenfalls, dass es euch besser ergeht und ihr für Ruben einen geeigneten Kindergartenplatz bekommt.
Liebe Grüße, Diana

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 14.03.2005, 16:05

Hallo zusammen,

als unser Sohn Jann in den Kindergarten kommen sollte, wollten wir auch unbedingt einen I-Patz für ihn. Leider gab es weit und breit keinen Kindergarten bei uns, der überhaupt integrativ arbeitete. Wir nahmen die Sache selbst in die Hand und sprachen mit verschiedenen Kindergärten, bis sich einer sehr aufgeschlossen zeigte und eine neue I-Gruppe ins Leben rief. Die Überzeugungsarbeit, die wir damals bei Eltern, Erziehern und Trägern leisten mussten, dauerte etwa ein Jahr, aber es hat sich gelohnt.

Ich will euch mit diesem Kurzbericht Mut machen, doch einfach mal zu versuchen, selbst etwas Neues ins Leben zu rufen. Immer wird davon gesprochen, dass in Dtld, zu wenige Kinder geboren werden und das wirkt sich inzwischen auch auf die Regelkindergärten aus. Einige müssen Gruppen schließen - wenn man auf die Kindergärten zugeht und Interesse an einer neuen integrativen Gruppe anmeldet, könnte das Fortbestehen der Gruppe in dem jeweiligen Kindergarten mit den jeweiligen Arbeitsplätzen gesichert werden. Das Interesse besteht also auch auf Seiten der Kindergärten, sofern es sich um eine Gemeinde handelt, die sinkende Kinderzahlen hat.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu verwirrend :lol: , ich bereue den Schritt jedenfalls überhaupt nicht, und da die Gruppe dann ganz neu ins Leben gerufen worden war, gingen alle Beteiligten mit viel Elan und Enthusiasmus an die Arbeit.

Viele liebe Grüße
Hope

blanka

Beitragvon blanka » 24.03.2005, 22:53

Hallo Vici!
Ich habe in gewisser Weise das gleiche Problem. Ich habe jetzt über Monate gezittert, ob unser Sohn für dieses Jahr überhaupt einen KIGA-Platz bekommt.
Für uns war bis 17.März noch nicht eindeutig klar, ob er einen Integrativplatz braucht, aber nach Aussage der Ärzte braucht er einen.
Der Regelkindergarten möchte ihn nicht so gerne aufnehmen, nur wenn es gar nicht anders geht. Man hat uns geraten, uns noch einmal an die Stadt zu wenden.
Ich habe mich heute noch einmal mit einem Integrativkindergarten in verbindung gesetzt und gesagt, daß wir auch kein Problem damit haben, wenn er dort erst einmal einen Regelplatz bekommt, bis dort ein I-Platz frei wird.
Jetzt sind wir zum Gespräch eingeladen und dann mal sehen.
Bei uns gibt es noch die Möglichkeit auf einen I-Platz im Waldorfkindergarten (von unserer Neurologin auch sehr empfohlen worden).
Leider haben die nur die gesamten Schulferien geschlossen und wir hätten für die Zeit keine Betreuung!
Vielleicht wäre das auch eine Möglichkeit für Euch!
Ich muß Anfang Oktober auch wieder halbtags arbeiten, damit ich meinen Job nicht verliere. Ich kann sehr gut mit Dir fühlen!
Ich drück Dir ganz fest die Daumen!
Liebe Grüße
Blanka

Uschitwin
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Beitragvon Uschitwin » 25.03.2005, 09:35

Hallo,
jetzt hab ich aber mal noch ne Anmerkung. Lt. Kindergartengesetzt hat jedes Kind ab drei Jahren einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz. So. Wenn ich nun im nächsten Kiga von meinem Wohnort oder meinem Wunschkindergarten keinen bekomme, kann ich ja klagen übers Jugendamt und ich bekomme einen KIGA-Platz zugwiesen, zwar nicht den Wunschkiga aber doch einen KIGA-Platz - wenn ich das Gesetz richtig verstanden habe.
Jetzt stellt sich für mich die Frage, wie sich mit Kindern mit Handycaps verhält. Müsste doch logischer weise gleich seinund auch einklagbar sein, denn vor dem Grundgesetz sind ja alle Menschen gleich.
Ich denke mal wenn mein Job davon abhängt und die Zukunft, ist ja heute nicht mehr so einfach Jobs zu kriegen, vorallem erst recht nicht als Mutter und wenn man dann noch ein Kind mit einschränkungen hat.
Gruß
Uschi
Anja und Tobias, 10.03.1999, 33. SSW + 0, Kaiserschnitt, Tobias entwicklungsverzögert, Wahrnehmungsstörungen, ADHS

Angelika74
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Beitragvon Angelika74 » 25.03.2005, 12:51

hallo,

zm glück war der platz bei uns nicht das wirkliche problem. (wie schon gesagt, momentan aufnahme in kindergrippengruppe, im sommer wechsel, nach hoffentlicher genehmigung, in die integrative gruppe)
zum glück scheint der bedarf hier nicht ganz so groß zu sein. ich muß aber dazu sagen, daß eric hier wohl auch eher ein "leichter" fall ist. (siehe anhang)

wäre aber in dem in der nähe liegenden kindergarten keinen platz für uns gewesen, hätten wir einen kitaplatz nehmen müssen, der sich im landkreis befindet, auch wenn dieser kiga 40 km entfernt gewesen wäre.
(soweit zum zugewiesenen kita-platz).

zur situation in sachsen mal kurz...
kinder unter 3 jahren dürfen nicht in den kiga gehen, wenn eines der beiden elternteile zu hause ist. (ist sicher super, wenn man ein kleineres behindertes kind hat und ständig zu untersuchungen u.ä. muß) ab dem 3. lebensjahr max. 6 stunden bei gleicher situation.
ob dies auch für i-plätze gilt, weiß ich nicht genau...

die muttis/vatis werden hier zu 3 jahren elternzeit verdonnert (nix für ungut...war auch fast 2,5 jahre zu hause :wink: ), weil man ja ohne kigaplatz erst recht keinen job bekommt...und hat man dann doch ein angebot, bekommt man auf die schnelle keinen platz.


ich drück´dir ganz fest die daumen!!!

liebe grüße von kathrin, die zum glück "auf dem dorf" wohnt, wo es momentan ausreichend kiga-plätze gibt, aber verzweifelte freunde in sachsens größeren städten hat
Sohn 02.02 starke glob. Entwicklungsverzg., hypotoner Muskelt., Wahrnehmungsst.,syndrom.Autismus,keine Spracheunsere Vorstellung
"DAS LEBEN IST WIE EIN REGENBOGEN! MAN BRAUCHT REGEN UND SONNE UM DIE FARBEN ZU SEHEN!"

Dula

Beitragvon Dula » 25.03.2005, 13:39

Hallo Victoria,

ich arbeite in einem integrativen Kindergarten. Also... es ist richtig das jedes Kind ab seinem drittem Geburtstag einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz hat. Die Kindergärten in der jeweiligen Gemeinde, Stadt ... müssen in einem Treffen beschließen, welche Integrationskinder in welcher Einrichtung aufgenommen werden. Normalerweise geht die Verteilung ohne große Schwierigkeiten von statten.
Auch Kinder mit Behinderungen haben einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Geh doch nochmal zu deinem Wunschkindergarten und teile denen mit welche "Gerüchte" du gehört hast und was deine Bedenken sind (kleiner Tipp - nichts von der Oma und der evtl. Überbrückungszeit erzählen). Ich weiß das Eltern die wieder ins Berufsleben einsteigen möchte, bessere Chancen haben als Eltern bei denen ein Teil zu Hause ist. Es kann höchstens sein, dass du von deinem Arbeitgeber eine Arbeisbescheinigung vorlegen mußt.
Falls du noch direkte Fragen hast - einfach schreiben! ;-)

Dula

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PetraP
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Gute Nachrichten!

Beitragvon PetraP » 06.04.2005, 12:25

Liebe Victoria,
ich habe gute Nachrichten für euch: Unser Sohn hat momentan einen Förderplatz in einem der Integrationskindergärten in Garmisch-P. Wir haben uns gestern entschieden, ihn nicht noch 1 Jahr im KIGA zu lassen, sondern in der DFK-Klasse in Farchant einzuschulen (macht einen sehr guten Eindruck!). Eine Bekannte hat ihr Kind ebenfalls auf einem Förderplatz und hat sich auch für eine Einschulung entschieden. Somit sind also zwei weitere Förderplätze wieder frei (waren bisher nicht als frei gemeldet, da wir uns noch nicht entschieden hatten). Frag' doch nochmal bei der Kiga-Leitung nach, wie es aussieht und betone die Notwendigkeit wg. deiner Berufstätigkeit! Ich denke die Chancen stehen gar nicht so schlecht, ich drücke dir die Daumen.

Viele Grüße

Petra

P.S. Du könntest auch direkt beim Träger, der Kinder- Jugend- und Erwachsenenhilfe, Garmisch, vorstellig werden, denn die entscheiden die Platzvergabe zusammen mit den Erzieherinnen...


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