Wie läuft eine Shunt-OP ab?

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Bianca mit Katharina
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Wie läuft eine Shunt-OP ab?

Beitragvon Bianca mit Katharina » 21.02.2007, 09:43

Hallo an alle,

Katharina wird vermutlich dieses Jahr noch ein Shunt eingesetzt. Sie hat einen ausgerägten Hydrozephalus. Ich wollte nur mal wissen wie die Operation genau abläuft. Ist es ein großer Schnitt, wie lange dauert der KH-Aufenthalt??? Wird meine kleine große Schmerzen nach der OP haben??

Vielen Dank im Voraus.

LG
Bianca
(mediane Gaumenspalte (seit 05/06 operiert), Innenohrschwerhörigkeit, Entwicklungsverzögert, subdurale Blutung, Plagiozephalus, okulomotorische Apraxie, Balkenhypoplasie, Kleinhirnhypoplasie, Gliosen, Hydrozephalus)

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ritap
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Beitragvon ritap » 21.02.2007, 12:52

Mein Sohn hatte nach solchen OPs immer halbmondförmige Schnitte auf dem Kopf, da wo das Ventil eingesetzt worden ist. Etwa so groß wie ein halbes 5-Mark-Stück. Dazu noch 2 oder 3 klitzekleine Schnitte im Bereich des Schlauches, das wird gemacht, um den Schlauch bis in den Bauch durchzuziehen. Und am Bauch hat er eine größere Narbe.

Bei der OP wird meist erst der zentrale Anteil in den Kopf eingesetzt, dann der Schlauch in den Bauch, und am Ventil wird das zusammengekuppelt. OP-Dauer ist etwa 30 Minuten, aber mach Dir keine Unruhe, die Zeit mit Fertigmachen, Narkoseeinleitung und Aufwachphase ist viel länger, ca. 2 Stunden nach meiner Erfahrung. Ist aber von Kind zu Kind unterschiedlich.

Mein Kurzer hatte keine großen Schmerzen. Nach der Narkose hat er natürlich gequakt und gejammert, aber ein Paracetamol-Zäpfchen hat meistens gereicht. Nach der letzten OP hat er sich nachmittags schon im Buggy über den Klinkflur fahren lassen, weil es ihm im Zimmer zu langweilig war. Insgesamt sind wir beim letzten Mal ca. 1,5 bis 2 Wochen in der Klinik gewesen. Aber verallgemeinern kann man das nicht, jedes Kind und jede OP ist anders.

Ich kann Dir nur als Tipp geben, Dich auf jeden Fall nach der Erfahrung des Operateurs zu erkundigen. Nicht jeder Neurochirurg hat auch wirklich Erfahrung mit Ventil-OP´s. Frag auch nach einer Antibiotika-Prophylaxe nach der OP.

Mich wundert eigentlich, dass Deine Kleine einen ausgeprägten HC hat und mit der OP so lange gewartet wird, denn das Jahr hat gerade erst angefangen.

Ich geb Dir mal den Tipp, beim ASbH (Arbeitsgemeinschaft Spina Bifida und Hydrocephalus) in Dortmund nachzufragen. Es gibt bestimmt einen Ansprechpartner in Deiner Nähe, der Dir Tipps zu guten Ärzten und Klinken geben kann. Ist Mainz sehr weit von Dir weg? Dort wäre z.B. Dr. Schwarz von der neurochirurgischen Uniklinik ein Spitzenarzt. Den muß man nur zu nehmen wissen, aber drauf hat der jede Menge.

Gela1
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Beitragvon Gela1 » 21.02.2007, 14:08

Hallo,

mich wundert auch, dass mit der OP so lange gewartet wird. Hat die Kleine denn keinen Kopfdruck? Oder wird irgendwie anders abgeleitet.

Liebe Grüße Gela

jenny
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Beitragvon jenny » 21.02.2007, 14:20

Hallo,

bei der ersten OP waren wir nur ca. 1 Woche im KH. Aljoscha hat jedesmal genug
Schmerzmittel bekommen damit er nicht presst und kein Druck aufgebaut wird.Beim 2. Mal war es natürlich schwieriger. Aber nach 2-3 Stunden hatten wir ihn jedesmal wieder. Nach Antibiose würde ich auch an Deiner Stelle fragen, denn wir hatten eine Shuntinfektion 2 Wochen nach OP.

Lieben Gruß
Jenny

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Beitragvon Karin B. » 21.02.2007, 18:37

Hallo!

Bei meiner ersten OP,wo ich Schlauch und mein Ventil bekam so, dass mein Kopf aufgeschnitten wurde und dann noch am Bauch! Ob das wehgetan hat,weiß ich nicht mehr!
2005 war der Schlauch am Hals gerissen,und dann musste am Hals und am Bauch aufgemacht werden!
Ich fand schon, dass es wehtat,vorallem habe ich meinen Hals schief gehalten, aber ich glaube, das ist auch von Mensch zu Mensch mit den Schmerzen unterschiedlich!

Lg,Cosima
ich :D *04/91
Hydrocephalus occlusus aufgrund einer Aquäduktstenose
(ventrikulostomiert seit 10/08;
10/09: erneute Ventrikulostomie, wegen Verschluss des Stomas, RLS (Restless Legs Syndrom)

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Beitragvon Steffi2004 » 21.02.2007, 21:44

Hallo Bianca,
wieso braucht deine Süße denn einen Shunt, und warum nicht gleich? Das wäre meine erste Frage gewesen, aber ich kenne das von uns nur zu gut.
Bei uns hat man ca. 10 Monate lang immer wieder das Thema im Raum stehen gehabt, weil es nicht eindeutig war ob Hirndruck da ist oder nicht. Zuerst hatten wir eine Ventrikulostomie und dann ein halbes Jahr später die Shunt OP. Ohne zu übertreiben: Louis ging es nie besser als nach der ShuntOP. Er war nach 3 Stunden OP wieder da und bekam danach noch Paracetamol Zäpfchen. Er hat das super weggesteckt und nach 7 Tage Antibiotika durften wir nach Hause. Die Narben sind gut verheilt (am Kopf, hinterm Ohr und am Bauch). Ich hatte Riesenangst vor diesem Ding, und jetzt haben wir ihn schon 1 1/2 Jahre lang ohne irgendwelche Probleme. Und das beste daran ist, das es Louis viel besser geht.
Die OP ist, so war es bei uns zumindest in Tübingen, wie eine Blinddarm OP in einem normalen KKH, an einer Uni steht das auf dem Tagesordnungspunkt. Am selben Tag wie Louis wurden noch 3 andere Kids mit Shunt versorgt.
LG Steffi, die die Daumen drückt.
Louis ehem.Frühchen 07/04(26.SSW) IVH III. Grades bds,shuntversorgter HC, tribetonte Bewegungsstörung, sympotmatisch fokale Epi z.N. BNS, EEG gebessert, Hüftsubluxation re, Z.n.Umstellungsosteotomie re 4/11, Z.n. HüftOP rechts nach Dega und Adduktorenteneotomie (Aschau Dez 2012)
und Nele geb. 21.11.07

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Bianca mit Katharina
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Beitragvon Bianca mit Katharina » 22.02.2007, 08:08

Hallo,

Katharina´s Kopf ist sehr groß und sie hat Probleme mit der Haltung. Da der Kopf kontinuierlich wächst und nicht mehr aufhört zu wachsen liegt die Vermutung nahe dass das Wasser sich im Kopf vermehrt. Ich habe in 2 Wochen einen Termin in der Neurochirugie und da soll nochmal ein MRT gemacht werden. Danach entscheidet sich ob ein Shunt eingesetzt wird oder nicht. Hirndruckzeichen hat sich nicht wirklich. Sie ist oft aggressiv und manchmal auch schläfrig. Ich möchte nicht ewig warten.

LG
Bianca
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Beitragvon ritap » 22.02.2007, 09:47

Bianca, was sagt denn der Augenarzt dazu? Wenn sie wirklich Hirndruck hat, dann müßte doch auch der Augenhintergrund auffällig sein (Stauungspapille nennt man das). Geh bitte mal ganz schnell zum Augenarzt und lass den reingucken. Ist ne kleine Sache, nur mit ner Lampe und ner Lupe, das dauert keine 2 Minuten und Du kannst es überall machen lassen.

Schläfrigkeit find ich schon nen deutliches Hirndruckzeichen, andererseits auch nur eines von vielen möglichen.

Bitte, tritt den Ärzten ganz heftig auf die Füße, bis man Dich richtig über den HC und seine Begleiterscheinungen aufgeklärt hat. Ich hab nämlich ein bisserl das Gefühl, dass man sehr lange wartet mit allen Untersuchungen und Dir auch nix richtig erklärt. Und das ist nicht gut, weder für Dich noch für Dein Kind.

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Beitragvon Steffi2004 » 22.02.2007, 11:25

Hallo Bianca,
ich kenne das schleichende "sie wissen auch nicht genau wie und was" nur zu gut und das kann sehr belastend sein. Eindeutige Hirndruckzeichen gab es bei uns auch nicht, erst zum Ende das Sonnenuntergangsphänomen, dann erst bekam Louis den Shunt. Ansonsten war er auch manchmal müde, aber das ist heute noch oft so...
Ich würde abwarten was beim MRT rauskommt und den Ärzten ihre Meinung anhören. Solang nichts akutes ist, ist es ja auch nicht gefährlich. Jedenfalls wurde uns das so erklärt. Ich weiss bis heute nicht genau ob Louis den Shunt unbedingt hätte gebraucht, aber ich denke manchmal sind die Zeichen nicht so eindeutig........
Fühl dich gedrückt.

LG sTeffi
Louis ehem.Frühchen 07/04(26.SSW) IVH III. Grades bds,shuntversorgter HC, tribetonte Bewegungsstörung, sympotmatisch fokale Epi z.N. BNS, EEG gebessert, Hüftsubluxation re, Z.n.Umstellungsosteotomie re 4/11, Z.n. HüftOP rechts nach Dega und Adduktorenteneotomie (Aschau Dez 2012)

und Nele geb. 21.11.07

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Antje D.
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Beitragvon Antje D. » 22.02.2007, 11:51

Hallo zusammen,

unsere Hannah (knapp drei Jahre) hat einen Hydrocephalus.
Zu Hirndruckzeichen ist Folgendes zu sagen: Sonnenuntergangsphänomen, Stauungspapillen im Augenhintergrund, , Verhaltensveränderungen, Schläfrigkeit, Erbrechen (vor allem nüchtern), Essensunlust sind alles Hirndruckzeichen. ABER sie müssen nicht alle auftreten. Zum Beispiel gibt es viele Betroffene, die keine Stauungspapille hatten. Ich denke, Entscheidungsgrundlage sollte das klinische Gesamtbild und ein MRT/CT des Kopfes sein. Aufgrund der Größe und der Form der Ventrikel (z.B. balloniert bei Druck) und dem äußeren Liquorraum lässt sich Hirndruck gut erkennen.
Zur OP: Auf dem Kopf hat unsere Tochter ein ca. 10-12cm langen, halbmondförmigen Schnitt/Narbe. Dort geht der Ventrikelkatheter in den Ventrikel, daran schließt - auch auf dem Kopf - das Pumpreservoir (sehr klein, je nach Ventilart) an. Hannahs Ventil liegt hinter dem Ohr. Es ist ein Gravitationsventil (Schwerkraftventil) und arbeitet lageabhängig mit unterschiedlichen Drücken. Ich denke, ein solches Ventil wird wohl auch bei euch eingesetzt. Den Shuntverlauf kann man insbesondere bei zierlichen Kindern bis zum Bauchraum verfolgen. In Höhe des Bauchnabels hat Hannah eine kleine, ca. 3cm lange Narbe. Dort befindet sich der Bauchkatheter. Die OP dauerte mit allem drum und dran ca. 2 Stunden. Eine Antibiose läuft automatisch bei der OP, der shunt ist mit Antibiotika behandelt. Eine Shuntinfektion kann aber trotzdem immer vorkommen. Hannah war sehr schnell wieder fit und hatte kaum Schmerzen. Auch nicht nach ihrer Revision im Juni 2006 (aufgrund einer Überdrainage).

Alles Gute

Antje


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