Unser Sohn macht viele grammatikalische Fehler im Aufsatz

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Maggy
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Unser Sohn macht viele grammatikalische Fehler im Aufsatz

Beitragvon Maggy » 07.03.2005, 18:33

Hallo Margarete,

ich heiße auch Margarete und bin 36 Jahre alt. Ich habe einen 8 Jährigen Sohn, der die 3. Klasse besucht. Er leidet seit ca 3/4 Jahr an Rolando Epilepsie. Dies ist eine gutartige Epilepsie, die fast immer schlafgebunden auftritt und die angeblich in der Pubertät von selber vergeht. Mein Sohn ehält Medikamente und eigentlich ist alles soweit o.k. Bisher hatte 3 solcher schlafgebundenen Anfälle. Seine EEGs sind immer o.k., nur im Schlafentzugs EEG ist eine Anfallsbereitschaft zu erkennen. Auch auf dem MRT ist keine Schädigung oder so zu erkennen.
In der Schule ist er mittelmäßig bis gut, nur eines macht mir Sorgen und vielleicht kennst Du ja eine Antwort.
Beim Aufsatzschreiben macht er sehr viele grammatikalische Fehler, obwohl seine Muttersprache Deutsch ist und er von Beginn an immer auf korrektem Deutsch angesprochen wurde. Wenn er Verben z.B. in der Vergangenheit schreiben soll, schreibt er anstatt "ging" dann "gang" und lauter solche Sachen. Nicht ausschliesslich aber immerhin. Seine Rechtschreibung hingegen ist gut, da macht er wenig Fehler und hat die Note "gut". Ausserdem neigt er zu Flüchtigkeitsfehlern. Also er hat vorher etwas drauf, also dass er z.B. das Wort "als" im Satzanfang benutzt, wenn er dann in der Schule einen Aufsatz schreibt, benutzt er dann aber nicht "als" sondern "Wo". Weiterhin hat er Probleme mit Sachaufgaben. Er findet dort oft nicht den Einstieg. Das Rechnen an sich ist kein Problem.
Ist Dir als Fachfrau vielleicht schon einmal etwas ähnliches untergekommen oder hast Du vielleicht eine Erklärung.
Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Viele Grüße aus Pulheim

Margarete

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Beitragvon Margarete » 07.03.2005, 19:45

Hallo Margarete,

das ist schon interessant, dass wir den gleichen Vornamen haben. Ich dachte immer, dass es ihn sehr selten gibt.

Die grammatikalischen Fehler Deines Sohnes würde ich zunächst einmal nicht mit der Epilespsie in Verbindung bringen.

Beim Aufsatzschreiben bringt man ja eigentlich seine eigenen Gedanken zu Papier. Es ist eine freiere Arbeit, als ein Diktat, da ja außer dem Thema nichts vorgegeben wird. Dein Sohn wird einfach alles so aufschreiben, wie es ihm gerade in den Kopf kommt. Er muss noch lernen seine Aufsätze auf solche Fehler zu überprüfen, indem er sich alles vor Abgabe noch einmal in Ruhe durchliest. Wenn ich so an die Aufsätze meiner Tochter in diesem Alter nachdenke, war das eigentlich nicht anders. Auch im Rückblick auf meine Schulzeit kann ich mich erinnern, dass viele meiner Aufsätze inhaltlich sehr gut waren, aber gespickt mit vielen Fehlern.

Du schreibst, er finde den Einstieg in die Sachaufgaben nicht. Möglicherweise hat er einfach keinen Plan, wie er die Dinge anpacken soll. Es kann sein, dass ihm einfach der Überblick fehlt. Er sieht vor lauter Wald die Bäume nicht. Er braucht Struktur. Das könntest Du aber mit ihm üben! Überlege doch mit ihm gemeinsam: Was ist die Aufgabenstellung? Wie komme ich zum Ziel? Lass Dir von ihm erklären, wie er die Aufgabe angehen will und gib gegebenenfalls Hilfestellung, Tipps. Was musst Du wissen, damit Du die Aufgabe lösen kannst? Wie kannst Du das herausfinden? usw.

Dein Junge ist in der 3. Klasse und er muss noch lernen wie man lernt. Das ist ganz normal. Wenn Du Zweifel hast, würde ich das Gespräch mit der Klassenlehrerin suchen. Sie kann Dir am Besten sagen, ob das wirkliche Probleme sind, die Dein Sohn hat und ob er aus dem Leistungsrahmen der Klasse herausfällt.

Wenn Du magst, kannst Du Deine Frage auch noch einmal an anderer Stelle hier posten. Es gibt auch einige Lehrer im Forum, vielleicht können die Dir noch mehr Hilfestellung geben. Ich weiß nämlich nicht, ob das jeder hier im Vorstellungsbereich der Profs. liest.

Liebe Grüße

Margarete

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Beitragvon Thomas » 07.03.2005, 20:01

Hallo Margarete (2x),

ich habe die Beiträge hierher verschoben.


Schönen Gruß
Thomas
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Beitragvon Margarete » 07.03.2005, 20:07

Hallo Thomas,

vielen Dank! :D

Lieben Gruß

Margarete

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Beitragvon *Beate* » 07.03.2005, 20:40

Hallo Maggy,

zu den epileptischen Anfällen in der Pubertät,kann ich Dir folgendes schreiben.
Meine kleine Schwester ( wird nun 20 J.) hat über 10 Jahre bei uns gewohnt,sie hat auch in der Pubertät epileptische Anfälle bekommen,aber nicht die mit zittern,sondern die starren Anfälle.
Ich sprach mit ihrem damaligen Klassenlehrer darüber und sein Sohn litt auch in der Pubertät an epi Anälle,die dann nach der Pubertät verschwanden.
Wir bekamen Diazepam für den Notfall mit,wirklich nach der Pubertät hörten die Anfälle auf.
Die Ärzte erklärten uns das auf Grund der problematischen Familienverhältnisse,da meine Eletrn sich scheiden ließen,sie hin und her gerissen wurde,das Gehirn möchte abschalten kann nicht,dann kommt die Pubertät dazu und dann kommt es zu solchen Anfällen.
Im EEG und Schlafentzug EEG war alles okay.

Also,ich drücke Euch ganz doll die Daumen,das die Anfälle nach der Pubertät verschwinden mögen !!


Gruß,

Beate

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Beitragvon Maggy » 10.03.2005, 11:34

Hallo Beate,

vielen Dank für Deine Antwort und die guten Wünsche.
Es ist schön zu sehen, dass sich auch fremde Menschen mit den Problemen anderer beschäftigen. Das gibt es heute leider nicht so oft. Vielleicht kann ich Dir ja auch einmal einen Rat oder so geben....

Liebe Grüße aus Pulheim

Maggy

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Beitragvon Maggy » 10.03.2005, 11:39

Hallo Margarete,

vielen Dank für Deine detaillierte Antwort.
Deinem Rat folgend werde ich versuchen, andere Lehrer hier im Forum ausfindig zu machen, die mir vielleicht auch dies und das sagen können.
Leider habe ich heute wenig Zeit, aber ich denke, dass ich mich ein anderes mal noch einmal bei Dir melden werde.

Mach's gut bis dahin und viele Grüße aus Pulheim

Maggy (alias Margarete)!!!


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