Schlichtungsverfahren (wer hat schon Erfahrungen?)

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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ehemalige Userin

Schlichtungsverfahren (wer hat schon Erfahrungen?)

Beitragvon ehemalige Userin » 01.03.2005, 17:19

Hallo, mich würde interessieren ob hier im Forum noch jemand ist der sich in einem schlichtungsverfahren befindet oder eines gewonnen hat. Mein sohn ist ja aufgrund eines Ärztlichen Diagnosefehlers mehrfachbehindert. Irgendwie macht mir das Verfahren Angst und ich weiß nicht só recht was noch alles auf mich zu kommt, habe zwar eine Anwältin die auf sowas spezialisiert ist aber vielleicht sind Erfahrungen von Betroffenen hilfreicher u besser verständlich.
Grüße Jill&Paul

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Jean
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Beitragvon Jean » 01.03.2005, 20:07

Hallo Jill,

ich hjabe beruflich manchmal mit Schlichtungsverfahren zu tun.
Ich würde Dir gern helfen,
Was möchtest Du denn wisen.

liebe Grüße
Jean

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RA Philip Koch
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Beitragvon RA Philip Koch » 08.03.2005, 17:04

Hallo Jill!

Ich empfehle meinen Mandanten immer, sich gut zu überlegen, ob man ein Schlichtungsverfahren durchführt. Notwendige Voraussetzung für eine Haftungsprozeß ist es nämlich nicht. Schlichtungsverfahren sind zwar billiger als Arzthaftungsprozesse und schonen daher den Geldbeutel, ws sicher ein positiver Effekt ist. Nachteilig ist aber zum einen, daß in den Schlichtungsstellen letztendlich Mediziner über Mediziner zu befinden haben. Zum anderen sollte man daran denken, daß so ein Schlichtungsverfahren auch scheitern kann. Dann bleibt einem doch nur der Weg zu den Gerichten und man hat Zeit verloren. Zum anderen können die Einlassungen, Erklärungen und Gutachten bzw. die Feststellungen, die im Schlichtungsverfahren getroffen werden, in den nachfolgenden Prozeß eingeführt werden, was sich für den dort ggfs. voll beweisbelasteten Patienten zusätzlich nachteilig auswirken kann.

Nur mal interessehalber: Ist Deine Anwältin auf Durchführung von Schlichtungsverfahren spezialisiert oder grundsätzlich im Arzthaftungsrecht?

Das soll jetzt aber das bei Dir hoffentlich vorhandene Vertrauen in Deine Anwältin nicht erschüttern.

Gruß

Philip
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Beitragvon Niko » 11.03.2005, 18:10

Hallo Jill und Paul,

ich versuchte ebenfalls meine sehr, sehr großen Zweifel an der Rechtmäßigkeit der med.Behandlung meines Kindes juristisch zu klären.

Durch die Intensiv-Pflege meines Kindes (Wachkoma) hatte ich wenig Zeit mich in die umfangreichen medizinischen sowie rechtlich notwendigen Dinge einarbeiten zu können und für einen spezialisierten Anwalt hatte ich kein Geld, so dass ich mit einer selbst formulierten Klageschrift und privat recherchierten, harten medizinischen Facts vor dem Landgericht stand, und die Leute dort mussten mühsam ihr Lächeln unterdrücken. :? (Dort herrscht Anwaltszwang, etc.; kann man als Laie nicht unbedingt wissen.)
Ich hatte vorher ein Privat-Gutachten eingeholt, welches mich zwar 2.480 Euro kostete, aber in keiner Weise die gewünschte Aufklärung brachte.

Als ich dann gesehen habe, dass ich alleine am Landgericht nicht ankommen kann, (und auch die Gebühren nicht zahlen kann), hatte ich mich an die Schlichtungsstelle gewand, um eine Frist wahren zu können, wie ich hoffte.

Die Schlichtungsstelle hatte mir dann mitgeteilt, dass sie die Notfallbehandlung meines Kindes (Mai 99) wegen der Fristüberschreitung (diese gilt fünf Jahre nach dem vermutetem Behandlungsfehler) nicht mehr bearbeiten müssten.

Also, nur zu Deiner Info, auch da auf die Fristwahrung achten!
Wird Deine Anwältin aber sicher wissen.

Grüße,
Nikola-Maria


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