Bekomme keine Pflegegeld!

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Lea Katharina

Bekomme keine Pflegegeld!

Beitragvon Lea Katharina » 24.02.2005, 20:01

Hallo Ihr Lieben.
unsere Tochter Lea ist drei Jahre und hat eine Hemiparese (Halbseitenlähmung ) links. Wir haben bis jetzt schon zweimal Pflegegeld für sie beantragt und jedesmal ist er abgelehnt worden, aufgrund zu wenig Zeitaufwand, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht alleine laufen konnte. Die Ärzte befürworten übrings den Pflegegeldantrag. Sie hat übrings einen Schwerbehindertenausweiß über 100% und auch mit einem H drin.Was würdet Ihr an meiner Stelle unternehmen? Noch einmal einen Antrag stellen? Und wenn dann mit welcher Begründung? Über Antworten würde ich mich sehr freuen.
Liebe Grüße
Elke mit Lea :roll:

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Beitragvon Karin65 » 24.02.2005, 22:01

Hallo elke,

leider hast du nicht geschrieben, wie lange die Ablehnung schon her ist. Denn dann hättest du dir die unterlagen schicken lassen können um dann genau zu sehen, woran es gescheitert ist. Wie die Zeiten berücksichtigt worden sind. Wiederspruch wäre dann der nächste Schritt gewesen.
Mit den Unterlagen hättest du dann auch den Wiederspruch begründen können.

Ich hoffe, ich habe das jetzt alles richtig erklärt. Sonst wäre es schön, wenn sich noch jemand zu Wort meldet.

Gruß karin65

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Beitragvon Isolde » 24.02.2005, 22:10

Nein Karin, das ist richtig wie Du das erklärt hast.

Lea, wann hast Du den 1. Antrag gestellt?
Hast Du bei Ablehnung widersprochen und wurde der Widerspruch abgelehnt?

Oder wurde er 1. Antrag abgelehnt, dann ist Zeit verstrichen, Ihr habt wieder einen neuen Antrag gestellt, der wieder abgelehnt wurde?
Und wie lange ist die Ablehnung her?

Du kannst innerhalb von 4 Wochen ein formloses Schreiben an die Kasse senden, wo nur drin steht, dass Du dem Bescheid widersprichst und dass Du die Begründung nachreichst, dann hast Du keine Frist versäumt. Und forder das Gutachten an, kannst Du jetzt immer noch tun. Du musst Dir anschauen, wo Dir die Zeiten nicht angerechnet wurden.

Lieben Gruß
Isolde
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Beitragvon kati+paul » 24.02.2005, 22:46

Hallo Lea Katharina,

hast du denn ein Pflegetagebuch geführt? Dann könntest du ja schon selber ungefähr sehen wieviel Zeit du für die Pflege aufwendest. Wie und wo, dafür gibt es hier im Forum ja jede Menge Hinweise. Wenn du noch mehr Infos brauchst, z.B. welche Zeiten zählen, dann frag nochmal.

Wir haben für Paul Pflegestufe I bekommen als er fast 2 Jahre war. Er konnte auch nicht laufen....

Viel Glück
Kati
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Beitragvon AnnaL » 24.02.2005, 22:58

Hallo Elke,

es ist sicher schwer, Dir gute Ratschläge geben zu können wenn wir Dein Kind nicht vor Augen haben. Am besten wäre es, ein "Profi" würde Euch begleiten. An der Uni Köln und in der Kinderherzklinik Sankt Augustin gibt es Sozialpädagogen, die den Eltern helfen bei solchen Problemen. Auch ein Kinderpflegedienst könnte Euch helfen bei der Einstufung.
Wenn es einen solchen in einer Klinik gibt, mit der Ihr zu tun habt, dann fragt da konkret nach Hilfe. Wenn Du da nicht weiterkommst kannnst Du mir gerne eine PN schicken, dann frage ich hier in Köln nach Ansprechpartnern in Deiner Gegend.

Grüsse Anna

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Beitragvon RA Philip Koch » 08.03.2005, 19:39

Hallo Elke!

Ich gehe mal davon aus, daß der ablehnende Bescheid erst kurz vor Deinem Posting am 24.02.2005 bei Dir eingegangen ist. Dann kannst Du auf jeden Fall noch Widerspruch einlegen. Der Widerspruch hat gegenüber dem neuen Antrag den Vorteil, daß Du das Pflegegeld im Erfolgsfall ab dem Zeitpunkt der Antragstellung bekommst. Wenn Du also nur einen neuen Antrag stellst, dann "verlierst" die Zeit seit der letzten Antragstellung.

Auf jeden Fall solltest Du bei der Pflegekasse das Einstufungsgutachten anfordern. Am besten Du legst erstmal Widerspruch ein ohne Begründung und forderst das Gutachtn an (geht im gleichen Schreiben). es soll nämlich Pflegekassen geben, die die Gutachtenzusendung gerne verzögern, bis die Widerspruchsfrist abgelaufen ist.

Ein immer wiederkehrendes Problem ist, daß die Pflegekassen den Bedarf der Hilfe nicht rihtig ermitteln, weil sie nur von der tatsächlichen Hilfeleistung ausgehen. Ds ist aber falsch. Gerade wenn man als angehöriger länger pfelgend tätig ist, entwickelt man Routine und viele Verrichtungen gehen mit der zeit schneller. Dies kann und darf aber den Bedarf nicht absenken.

Ebenfalls ein leidiges Thema sind die Zeiten für die hauswirtschaftliche versorgung bei Kindern unter 8 Jahren. Da stellen sich die Pflegekassen gerne quer und wollen die Pauschalregelung in den Begutachtungsrichtlinien nicht angewendet wissen, sondern nur den konkreten zusätzlichen Hilfebedarf, der meist nicht besonders groß ist. Das führt dann dazu, daß man einen enormen Grundpflegebedarf braucht, um eine Pflegestufe zu erreichen. Zur Begründung verweisen die Pflegekassen dann meist auf eine ältere Rechtsprechung des Budessozialgerichts. Sollte sich das bei dir auch als Knackpunkt rausstellen, kann ich Dir (den anderen natürlich auch :) :) ) gerne eine wunderbare Gegenargumentation zur Verfügung stellen, die vor kurzem das Sozialgericht Koblenz sehr überzeugt hat.

Viele Grüße

Philip
Rechtsanwaltskanzlei Philip Koch

Lea Katharina

Beitragvon Lea Katharina » 09.03.2005, 10:46

Hallo Ihr Lieben,
leider ist die Zeit schon vorbei wo ich hätte Widerspruch einlegen hätte können, ich bin wohl zu spät auf euch aufmerksam geworden. Leider muß ich sagen. Ich müßte wohl einen neuen Antrag stellen. Die KK hat uns wohl geschrieben wenn wir einen neuen Antrag stellen würden der auch besonders Begründet werden müßte. Ich denke das wir es nochmal versuchen , weil unsere Lea hat auch keinen Dickdarm und wir müssen ganz genau aufpassen wenn sie Stuhl macht das wir dann auch schnell genug die Pampers wechseln da sie sonst auch einen wunden Po bekommt. Sie hatte nämlich bis Januar 2003 einen künstlichen Seitenausgang. Auch wird sie wohl etwas länger brauchen bis sie trocken ist, hat uns damals der Arzt gesagt . Wir sind auch noch mit der KK am verhandeln von wegen Windelgeld, da stellt sich die KK auch quer. Auch müssen wir jetzt jedes einzelne Rezept für die Krankengymnastik genehmigen lassen was auch eine ganz schöne rennerei ist. Ich fahre mit Lea auch jedesmal 60km bis zur Krankengymnastik, das müßten die doch eigentlich auch mit anrechnen. Oder? Als wir den Rehabuggy beantragt haben, haben wir ein halbes Jahr darauf gewartet bis wir endlich bekommen haben. So, ist unsere KK. Beim Pflegegeld wird da auch die Zeit berücksichtigt die wir benötigen um Lea zu helfen ein Butterbrot zu schmieren? Das möchte sie jetzt nämlich alles alleine machen aber sie braucht dabei hilfe, weil sie ihre linke Hand ja auch nicht mit einsetzt und da sind noch so einige Dinge mehr wobei wir ihr helfen müssen, z. B. beim Anziehen, das möchte sie zwar alleine machen aber sie schafft es halt nicht alleine auch beim waschen müssen wir ihr helfen. Könnte ich mit einen erneuten Antrag erfolg haben? Lea nimmt auch so einige Dinge ganz anders war.Sie ist in manchen auch viel langsamer als wie gesunde Kinder.
Für euere Bemühungen bedanke ich mich schon mal im vorraus.
Viele liebe Grüße
Elke mit Lea Katharina

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RA Philip Koch
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Beitragvon RA Philip Koch » 09.03.2005, 11:10

Hallo Elke!

Nein, ich würde keinen neuen Antrag auf Pflegegeld stellen, sondern nach § 44 SGB X einen Antrag auf Rücknahme des rechtswidrigen Verwaltungsakts und nur hilfsweise einen Antrag auf Pflegegeld.

DAs hat den Vorteil, daß Du im Erfolgsfall das Pflegegeld ab dem Zeitpunkt der ersten Antragstellung bekommst.

Viele Grüße

Philip
Rechtsanwaltskanzlei Philip Koch


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