Anrechnung Transport Rolli und Kind bei Pflegestufe? 3.OG

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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dieMeike
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Anrechnung Transport Rolli und Kind bei Pflegestufe? 3.OG

Beitragvon dieMeike » 22.02.2005, 21:29

Hallo zusammen,

nun haben wir uns doch entschlossen nochmal die Pflegestufe 1 zu beantragen. Nachdem ich nun eine Woche lang Pflegetagebuch geführt habe, hat mich der Zeitaufwand schon verwundert. :wink:

Meine eigentliche Frage ist:
Wird der Transport der Transport des Kindes und des Rollstuhles mit angerechnet?

Morgens ziehe ich Neis an und deponiere ihn im Treppenhaus. Dann trage ich den Rollstuhl 3 Etagen nach unten, gehe wieder 3 Etagen nach oben um Neis 3 Etagen nach unten zu tragen. Das macht dann je Gang 69 Stufen in der Zeit von ca. 3 min.
Am Nachmittag das gleiche umgekehrt und am Wochenende u.U mehrfach.

Liebe Grüße
dieMeike mit

der Große, an der Grenze zur leichten Schwerhörigkeit ADS und LRS

Der Kleine, Muskelhypoton,
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"Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das uns jederzeit genommen werden kann."

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Susekie
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Beitragvon Susekie » 22.02.2005, 21:53

Hallo Meike!

Bei uns ist leider wegen der privaten Kranken- (und damit auch Pflege-)Versicherung irgendwie meistens alles "anders", unsere Erfahrung mit der Anrechnung dieser "Transportzeiten" ist folgendes:

Ein Kind "muß" erstmal nirgendwohin, weder in den Kindergarten (witzigerweise auch nicht in die Schule ;-) ) noch auf Ausflüge. :-( Uns hat man für Tobias, den wir bei uns im Haus zum Glück nur eine Treppe tragen müssen (bei geschätzten 26 kg reicht das auch wirklich), nicht eine Sekunde angerechnet, wenn es nur darum geht, ihn wegen Kindergartenbesuch oder "Ausflug" treppauf oder treppab zu tragen. Selbst wenn wir ihn zu Fuß zum Kindergarten hätten bringen können, also mit dem Rolli, wäre diese Zeit nicht der Grundpflege hinzugerechnet worden.

Mit dem Schulbesuch verhält es sich genauso, aber das trifft bei Neis ja noch nicht zu.

Naja, und sonstige Ausflüge sind "natürlich" ebensowenig nötig und somit nicht anrechenbar.

Diese "Tragezeiten" würden nur dann zählen, wenn man Arzttermine wahrnehmen muß oder zu Therapien geht/fährt - dann zählt aber nicht nur der Transport durchs Haus, sondern selbstverständlich auch die Fahrt zum Ziel und zurück inklusive Aufenthalt!

Ich weiß leider nicht, ob es tatsächlich so idiotisch im Gesetz festgehalten ist (mein Mann meint, es sei richtig), kann mir aber vorstellen, daß es trotzdem noch auf den jeweiligen Gutachter ankommt, ob er diese Zeiten evt. doch berücksichtigt!

In ein Pflegetagebuch gehört jedenfalls ALLES, also in jedem Fall auch diese Zeiten! Steht davon nichts drin, ist meiner Meinung nach fraglich, ob ein Gutachter von selbst auf die Idee kommt, wieviel Zeit es in Anspruch nimmt, um erst Rolli und dann Kind die Treppe runter bzw. hoch zu tragen!

Aber wie gesagt...so ist es uns bisher mit den Gutachtern gegangen, die von der privaten Pflegeversicherung geschickt wurden - angefangen haben wir 1998, als Tobias noch kein Jahr alt war, aber nach vielen verschiedenen Gutachtern hat sich an dieser Auffassung nie etwas geändert.

Etwas gemein finde ich daran auch, daß es ja sehr wohl eine SchulPFLICHT gibt - insofern MUSS Tobias ja schon nach unten und zur Schule, also müßte es auch angerechnet werden, aber auch hier verhält sich die Versicherung stur. Wobei: Tobias hat unstreitig Pflegestufe 3, sogar mit Härtefall und da müssen wir nicht um jede Minute feilschen, weil auch ohne diese Treppenaktionen genügend Zeitaufwand zustande kommt.

Sorry, daß ich Dir keine gesicherte Antwort geben kann.

Lieben Gruß,
Suse
Suse mit Tobias (*1997; Zentronukleäre Myopathie, dauerbeatmetes Sondenkind, E-Rollifahrer - hübscher Schelm mit ziemlichem Dickkopf) und Marlene (*2000; süße Zicke)-> Mehr über uns!

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Beitragvon jessie » 22.02.2005, 22:02

hallo

treppensteigen zählt zu den hauswirtschaftlichen hilfebedarf. aber:
das treppensteigen innerhalb der wohnung zählt nach prüfung der notwendigkeit zu den pflegezeiten, allerdings im rahmen gesehen. es muß den verrichtungen des täglichen lebens dienen.

treppen ausserhalb der wohnung zählen zu dem punkt "verlassen und wiederaufsuchen".
diese sind nur berücksichtigungsfähig, wenn sie unmittelbar zur aufrechterhaltung der lebensführung zu hause dienen. sie müssen regelmässig stattfinden und das persönliche erscheinen des kindes muß notwendig sein, dazu zählen arztbesuche oder ärztlich verordnete dauertherapien. kindergarten o. ä. zählt nicht dazu.

ob das tragen des rollis dazu zählt, weiß ich nicht, die frage habe ich mir noch nie gestellt.

gruß jessie
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Beitragvon Helmut » 22.02.2005, 22:42

Hallo Mike,

solche Transportzeiten zählen zur Mobilität, bzw. Hilfe beim verlassen und wiederaufsuchen der Wohnung. Einmal am Tag wird beides mindestens voll angerechnet. Der Kaken an der Sache ist, das solche Zeiten für "nur" Rollifahrer im allgemeinen eher kürzer, als länger von Laufkinder sind, und man daher eher weniger als mehr Zeit zusammen kommt.

Wir hatten mehrfach Streit mit Gutachtern, weil Sonja einerseits Rollikind ist, sie andererseits in der Wohnung aber mit Hilfe läuft, oder krabbelt, was wesentlich länger dauert, als wenn man sie mal eben im Rolli sitzend von einer Verrichtung zu anderen fährt. Die Gutachter vom MDK haben mitunter einfach Rollischiebezeiten genommen, und kamen so nicht auf unsere Zeiten. Die Gutachter vom Gericht haben dann die Laufzeiten selber nachgemessen, und voll angerechnet.

:-) Helmut
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Beitragvon Sabine » 23.02.2005, 09:24

Hallo Meike,

ist ja unglaublich, dass euch nicht einmal die Pflegestufe 1 bewilligt wurde!!
Ich hoffe, ihr habt diesmal mehr Glück. Bei einem Rollikind muss man doch gar nicht so viel begründen - ist doch selbstverständlich, dass es mehr Hilfe in Sachen Mobilität braucht als ein normal entwickeltes Kind im gleichen Alter. Aber da bin ich wahrscheinlich zu naiv...? :?

Lieben Gruß,
Sabine
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Beitragvon jessie » 23.02.2005, 10:17

hallo sabine

es ist für mich auch total unverständlcih, aber es ist tatsächlich so, das zum "gehen" eine strecke von 8m als durchschnitt angenommen wird. unter berücksichtigung der mobilität wird die zeitannahme dann geschätzt. als rolli-fahrer soll man dann wohl erheblich schneller sein?? :shock:

gruß jessie
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Beitragvon KatrinS. » 23.02.2005, 12:01

Hallo!
Ich hatte ja gerade letzte Woche eine Gutachterin da und laut ihrer Aussage zählt das Treppe runter tragen usw. nur, wenn es im Zusammenhang mit Arztbesuchen, Therapien usw. gilt. Bei einer Rechtsberatung jedoch hieß es jetzt, dass jeder Gang nach draußen unter dem Punkt "Mobilität" anrechenbar sein muss. Schließlich sitzen unsere Kinder ja im Rolli und können nicht selber! Anrechenbar ist wohl auch das Säubern der Räder des Rollis!
Bei privat Versicherten wird wohl generell viel weniger angerechnet! :twisted:
Bei uns wurde die PS 1 auch erst mal abgelehnt!!! (s.http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic1828.html)
Viel Erfolg!

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Beitragvon Semmal » 23.02.2005, 13:00

Hallo ich habe auch eine Frage wegen der Treppen. Saskai kann ja nur krabbeln und wir wohnen im ersten Stock, dass heißt wenn ich vom einkaufen komme muss ich erst Saskia rauftragen und ins Bett setzen und dann die einkäufe hochtragen zählt das auch ???. Da ich mit Saskia am Donnerstag immer zum Babyschwimmen gehe wollte ich noch wissen ob das auch zählt. Für Saskai trägt es zur Förderung bei aber leider wird es nicht gezahlt da es in den Therapie Katalog nicht drinnen steht.
Saskia,Melissa 07.02.2003 extreme Frühgeburt 680g schwer 30,5 cm groß,bzw klein. 2 1/2 Jahre entwicklungsverzögert


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