KK - Info über ablehnenden Bescheid

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Gudrun
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KK - Info über ablehnenden Bescheid

Beitragvon Gudrun » 11.02.2005, 09:13

Hallo,

meine KK hat einen Teil einer Verordnung über Hilfsmittel nicht genehmigt. Hat mich allerdings nicht darüber informiert. Die Info bekam ich vom Sani-Haus.

Ist die KK verpflichtet mich direkt darüber zu informieren ?
Was ist mit der Widerspruchsfrist, ist sie verstrichen oder kann ich trotzdem noch Widerspruch einlegen?

Eigentlich wollte ich das nicht machen, aber nach dem gestrigen Telefonat bin ich dazu nicht mehr bereit. Die meinten doch tatsächlich ich solle das 4 kg schwere Sauerstoffgerät für Valentin in einem Rucksack tragen. Ich glaube die Dame leidet unter Realitätsverlust.

Ich könnte platzen vor Wut. :twisted:

LG Gudrun

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Thomas
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Beitragvon Thomas » 11.02.2005, 09:42

Hallo Gudrun,

also das mit dem Sauerstoffgerät geht doch schon rein praktisch nicht.
Wenn du das Gerät auf dem Rücken hast, kannst du dich doch gar nicht vom Buggy weg bewegen. Daher MUSS das Gerät am Buggy und nicht an dir befestigt werden.


Schönen Gruß
Thomas
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kerstinm
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Beitragvon kerstinm » 11.02.2005, 10:51

Hallo Gudrun,

ja an dem "Realitätsverlust" scheint etwas dran zu sein. So schwer es fällt, nimm es nicht persönlich. Lege Widerspruch ein (sollte die Frist überschritten sein, kannst du ja darauf hinweisen, dass du nicht persönlich angeschrieben wurdest) und wende dich nocheinmal mit Nachdruck an die Sachbearbeiterin oder ggfs. an den Vorgesetzten. Hilfreich ist ein Email an die KK mit einem Foto von der Sauerstoffflasche im Rucksack und dem Schlauch zum Buggy. Oft fehlt es den Sachbearbeitern bei KK und dem MDK wirklich an Vorstellungsvermögen. Da muss man z.T. ziemlich massiv nachhelfen.

Gruß
Kerstin

*Beate*
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Beitragvon *Beate* » 11.02.2005, 10:55

Hallo Gudrun,

ich kann es sehr gut nachvollziehen !


Gruß Beate

Lydia
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Beitragvon Lydia » 11.02.2005, 10:56

Hallo Gudrun,

habe auch gerade Probleme mit der KK wegen einer Neoprenweste, ohne die Finn Ole nicht sicher Laufen würde. Habe binnen 4 Wochen nach Ablehnung Widerspruch erhoben, dann wieder eine Ablehnung, wieder binnen 4 Wochen Widerspruch eingelegt. Der letzte Widerspruch war ganz persönlich als Mutter geschrieben. Außerdem habe ich die KG Adresse angegeben. Nun haben die sich mit der KG telefonisch auseinander gesetzt. Ich hoffe sehr, dass wir nun die Genehmigung für die Weste bekommen. Sie steht auch nicht im Heilmittelkatalog, acuh wenn sie bei Frühchen als Therapie angewendet wird und "nur" 189 Euro kostet.

Ich wünsche dir viel Erfolg, ich würde auf jeden Fall Widerspruch einlegen. Es kann doch nicht sein, dass du dir damit noch deinen Rücken kaputt machst.

LG
Lydia
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Nadine

Beitragvon Nadine » 11.02.2005, 16:47

Hallo Gudrun,

also das ist ja eine Frechheit!! ICh würde auch total wütend sein an deiner Stelle!! Na logisch muss die KK auch dich über den Ablehnungsbescheid informieren, wie sollst du sonst Widerspruch einlegen, bzw. überhaupt darüber informiert werden. Bei mir war es mal so dass ich und das Sani-Haus gleichzeitig schriftlich über eine Ablehnung informiert wurden.

Das ist ja eine Ding. Ich denke, du musst dich mal hinsetzen und eine Begründung zusammentüfteln, warum du unbedingt welche Hilsmittel brauchst und das dann trotz verstrichner Frist einsenden. Das ist ja wirklich Quatsch was die Frau da gefaselt hat, vonwegen auf dem Rücken tragen - tststs!!!? Das spricht nicht unbedingt für ihre qualifizierte Ausbildung.

Empörte Grüße,

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Beitragvon Sabine » 11.02.2005, 20:54

Hallo zusammen,

wenn ich sowas lese, muss ich immer an meinen Berufsstart von vor 15 Jahren zurückdenken. Nach dem Abi bewarb ich mich bei einer Krankenkasse und bekam tatsächlich einen der damals (und wahrscheinlich auch heute noch) heiß begehrten Ausbildungsplätze zur Sozialversicherungsfachangestellten. Tolle Arbeitszeiten, gutes Geld - die "Sofas" verdienten damals (weiß nicht wie es heute ist) fast genauso viel wie die Banker!
Nach drei Monaten hatte ich allerdings die Nase voll (und die von mir wohl auch), sodass ich den ganzen Kram hingeschmissen und was völlig anderes gemacht habe. Ich dachte damals mit der ganzen Naivität einer 19Jährigen, dass die Leute bei den Krankenkassen dazu da wären, um ihren Mitgliedern zu helfen und sie zu beraten. Ich dachte, es wäre ein eher sozialer Beruf... Weit gefehlt! Diese Krankenkasse war genauso strukturiert wie eine Behörde und so lief auch die Büro- und Arbeitsorganisation dort ab. Die gleichen Menschen hätten genauso gut beim Arbeitsamt arbeiten können. Es ging nicht darum, Mitgliedern zu helfen, sondern Paragraphen zu zitieren und Gesetzestexte auswendig herunterleiern zu können. Ich war sprachlos - die Arbeit bei einer Krankenkasse hatte ich mir anders vorgestellt.
Viele "Sofas" studieren nach der Ausbildung übrigens oft Jura (!) und BWL...
Ansonsten ist die Ausbildung sehr anspruchsvoll und verlangt den Azubis einiges ab. Allerdings wird die soziale Komponente dabei völlig vernachlässigt. Es geht darum, Fallbeispiele korrekt zu lösen, Gesetzestexte zu zitieren und das SGB nach Möglichkeit in- und auswendig wissen zu können.
In Zeiten knapper Kassen sind natürlich die Mitarbeiter am besten angesehen, die für "ihre" Kasse das meiste Geld einsparen können. Sozialarbeiter habe ich dort nicht gesehen, obwohl sie in dem ein oder anderen Fall sicher von Nöten gewesen wären.
Ich weiß nicht, wie es heute ist...

Gut, das sind meine Eindrücke gewesen und die sind wahrscheinlich auch schon verjährt. In vielen Krankenkassen sitzen sicher kompetente Sachbearbeiter, die sich für ihre Mitglieder einsetzen und sich auch wirklich kümmern. Das hört und liest man ja auch immer wieder hier.
Trotzdem: Viele Ärgernisse mit den KKs erinnern mich einfach an meinen ersten Ausbildungsfehlgriff :wink: zurück.

Lieben Gruß,
Sabine
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Beitragvon Martina Galyo » 12.02.2005, 00:22

Hallo Sabine,

schön das Du Hoffnung hast, dass sich bis heute etwas geändert hat. Aber nein, es hat sich nichts verändert. Untereinander sind sie alle sehr sozial angehaucht, sie rufen sogar auf einem Sonntag an, um meiner Stieftochter zum Geburtstag zu gratulieren. Aber sonst...... :roll:
Aber es ist wohl wie bei allem so, es steht und fällt mit dem Sachbearbeiter mit dem man zu tun hat. Hat man zufällig einen erwischt, der in der Familie oder im Bekanntenkreis auch Eltern mit einem behinderten Kind hat, wird vermutlich anders entschieden, als wenn dort einer sitzt, der in seinem Leben nur mal einen Behinderten aus der Entfernung gesehen hat.
Ich kann nur immer wieder raten, hartnäckig sein und notfalls auch mal mit Aktionen aufwarten, mit denen keiner rechnet. So habe ich mir mal Dominik gepackt, als es um einen Autokindersitz ging und habe ihn dem Sachbearbeiter auf den Tisch gesetzt. Dieser wollte nämlich keinen behindertengerechten Sitz bewilligen, sondern nur einen dem Alter entsprechenden. Da Dominik damals 6 Jahre alt war, hätte ein Sitzkissen für 10€ normalerweise ausgereicht. Als ich Dominik los lies kippte er natürlich sofort zur Seite weg und da habe ich dem Herrn gesagt er solle mir mal verraten, wie ich Dominik auf einem Sitzkissen zum sitzen bekommen soll. Darauf hin betretendes Schweigen und Dominik hat den Sitz bekommen.
Ich habe mir jedes Hilfsmittel erkämpfen müssen, hinterher getragen hat mir keiner was, aber ich habe das auch erst im Laufe der Jahre gelernt.

Liebe Grüße
Martina mit Dominik

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Beitragvon Sabine » 12.02.2005, 11:03

Hallo Martina,

"sozial angehaucht" war von meinen Ex-Kollegen eigentlich niemand - habe ich jedenfalls nicht so in Erinnerung. Es ging eben so zu wie auf einer Behörde mit den entsprechenden Hierarchien, exakten Joghurt- und Kaffeepausen, traumhaften Arbeitszeiten usw. Wie gesagt: Heute mag es in der ein oder anderen Kasse anders zugehen. Für mich war das damals nichts und ich bin sehr froh darüber.
Sicher, wenn ich dort geblieben wäre bzw. die mich behalten hätten, hätte ich eine abgesicherte berufliche Zukunft gehabt - ähnlich wie ein Beamter.
Ich bin aber heilfroh, dass mein beruflicher Werdegang dann zwar unbequemer, aber wesentlich abwechslungsreicher verlaufen ist. Durch Berufsausbildung, Studium, Nebenjobs und meine Arbeit als Redakteurin in Köln, Berlin und anderen Städten konnte ich meinen Horizont doch sehr viel mehr erweitern als es in dieser Kasse möglich gewesen wäre.

Lieben Gruß,
Sabine
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Beitragvon RA Philip Koch » 07.03.2005, 15:31

Hallo Gudrun,

zu Deinen Fragen vielleicht noch ein paar grundsätzliche Anmerkungen:

1. Die KK muß Dir die Bewilligung, insbesondere aber auch die Ablehnung mitteilen. Tut sie dies nicht, so ist die Ablehnung Dir gegenüber zunächst einmal mangels Bekanngabe nicht wirksam. Erst wenn Du - sei es auch von dritter Siete wie z.B. vom Sanitätshaus - davon erfährst, ist eine Bekanntgabe erfolgt.

2. Soweit Dir der Bescheid nicht oder zumindest nicht direkt von der KK bekanntgegeben wird, läuft nicht die kurze Rechtsbehelfsfrist von 1 Monat, da es an einer ordnungsgemäßen (direkten) Rechtsmittelbelehrung fehlt. Du hast dann ein Jahr ab Bekanntgabe Zeit, um Widerspruch einzulegen.

3. Nur wenn Dir der Bescheid mit ordnungsgemäßer Rechtsmittelbelehrung von der KK bekanntgegeben worden ist, dann gilt die "normale" rechtsbehelfsfrist von 1 Monat (nicht 4 Wochen!).

4. Wichtig: Auch ein Bescheid mit dem weniger als beantragt bewilligt wird, ist ein (teilweiser) Ablehnungsbescheid und muß daher gegebenenfalls mit dem Widerspruch angefochten werden.

Also dann mal viel Glück bei dem ewigen Kampf gegen Kranken- und Pflegekassen!

Philip
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