Bewilligung E-Rolli - Krankenkasse

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annette
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Bewilligung E-Rolli - Krankenkasse

Beitragvon annette » 10.02.2005, 22:21

Hallo zusammen,

muß mir mal meinen Ärger von der Seele schreiben, vielleicht hat auch jemand eine Idee, wie ich weiter verfahren kann.

Also, unsere Tochter soll, nachdem sie im Sommer letzten Jahres einen E-Rolli für mehrere Wochen zu Hause im Umfeld ausprobieren konnte, mit einem solchen versorgt werden. Es hat auch super gut geklappt und sie war richtig glücklich endlich alleine fahren zu können ohne ständig geschoben zu werden.

Diesen Rollstuhl haben wir dann bei der Krankenkasse beantragt. Nach langem hin und her kam dann endlich im Januar (!) eine Kostenzusage, allerdings für ein ganz anderes Modell, viel größer und ein Erwachsenenrollstuhl (!); diesen E-Rolli mußten wir angeblich nehmen, weil er irgendwo als gebrauchter Stuhl in einem Lager stand. Diesen E-Rolli haben wir jetzt seit einer Woche und wir stellen fest, dass unsere Tochter mit den Rundummaßen dieses Rollstuhls nicht zurechtkommt. Hinzu kommt, dass er einfach größer ist als der E-Rolli, den wir ausprobiert hatten; sie kommt schon gar nichts ins Bad rein. Jetzt ist natürlich die Frage, wie wir am besten gegenüber der Krankenkasse argumentieren.

Sagen wir, sie kommt nicht zurecht, heisst es ganz schnell, dann braucht sie überhaupt keinen E-Rolli usw.

Es ist allmählich absolut schändlich, was die Krankenkassen mit uns treiben. Alles wird abgelehnt und dann jetzt so was. :evil:

Lieben Gruß
Annette
Mama von Kevin 14 J., Julia 10 J., seit 8 J. schwerstbeh.,vermutl. nach Impfung, keine Diagnose, heute Tetraspastik, undeutl. Sprache,
sehr gutes Sprachverständnis, und Léonie 5 J.,

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Karin65
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Beitragvon Karin65 » 11.02.2005, 08:06

Hallo anette,

am besten mit den Tatsachen. Der Rollstuhl ist für deine Tochter ungeeignet. Sie braucht einen kleineren. Sie kann mit dem jetzigen eben nicht ins Bad kommen und so weiter
Ich würde einfach das auch so schreiben. am besten noch einen vom Sanihaus kommen lassen, der sich das ganze anschaut und ihn mit einbeziehen in dem Wiederspruch.
Bekommt ihr Hilfe vom Pflegedienst? Dann würde ich denen auch das dilemma zeigen und bitten, sie möchten ne stellungnahme dazugeben.

Nimm der KK den wind aus den Segeln. Deine Tochter ist keine alte Oma, sondern ein Kind, das ein Recht darauf hat individuell versorgt zu werden.

Gruß karin65

heike+linda

Beitragvon heike+linda » 11.02.2005, 08:21

hallo annette!

ich sehe es genauso wie karin!

die gesetzlichen krankenkassen haben einen sog. "pool", in dem sie zurückgegebene hilfmittel haben. wird etwas beantragt, müssen sie erst mal in diesem pool nachsehen, ob da nicht ein passendes gerät vorhanden ist.

da war es euer pech, dass dort etwas annähernd passendes war....

ich würde der kk aber auch klar machen, dass es eben nur in etwa dem entspricht, was ihr braucht!
die kk ist verpflichtet, euch etwas geeignetes zur verfügung zu stellen. schriftliches stellungnahmen des MD, eures behandelndes arztes und der therapeuten (KG z. b.) sind hier gut. da muss die kk erst mal vernünftige gegenargumente bringen....

ich würde auch nicht schreiben, das euer kind NICHT mit diesem rollstuhl klar kommt, sondern der vergleich zum - passenden - vorgängermodell gezeigt hat, das es mit einem EIGENS FÜR SEINE GRÖßE UND SPEZIFISCHEN SCHWIERIGKEITEN um einiges bessser zurechtkommt, in alle räume hineinfahren kann und dadurch DER GRAD DER SELBSTSTÄNDIGKEIT WESENTLICH ERHÖHT IST.

es wäre so, als ob man einem kind ein erwachsenenfahrrad gegeben hätte:
es kann darauf fahren, aber mit einem kinderfahrrad ginge alles viel besser und einfacher....

lieben gruß und gutes gelingen, heike

Irmtraud

Beitragvon Irmtraud » 13.02.2005, 02:11

Hallo Anette,
ein E-Rolli ist genauso ein Hilfsmittel wie Orthesen oder ein Korsett. Dein Kind hat einen Anspruch darauf, daß das Hilfsmittel individuell angepaßt wird. Es müssen, sollen zwar gebrauchte Rollstühle verwendet werden, aber sie müssen in Sitzhöhe, Funktion etc. für den jeweiligen Benutzer geändert werden. Also zurückgeben, Protest einlegen, wenn der E-Rolli nicht paßt. Auch wenn er nicht durch die Wohnungstüren geht, erfüllt er nicht seine Funktion als Hilfsmittel. Und nicht immer sind die Krankenkassen schuld. Manchmal machen es sich auch die Sanitätshäuser, die mit den KK´s abrechnen etwas einfach... Gerade erlebt!
(Ich bin deshalb so hinter der Verordnung von E-Rollis her, weilTimmy Muskelldystrophie hat und die Söhne meiner Freundin auch. Da werden die Rollstühle nach Wachstum und Fortschreiten der Krankheit des Kindes angepaßt oder ersetzt.)
MfG Irmtraud


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