Testament - wo kommt das Kind hin wenn ich nicht mehr bin?

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shone
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Testament - wo kommt das Kind hin wenn ich nicht mehr bin?

Beitragvon shone » 27.01.2005, 16:16

Hallo,
ich weiss nicht, ob ich die richtige Rubrik gewählt habe - ansonsten gerne eine Info.
Ich habe mir Gedanken gemacht, inwieweit ich ein Testament aufsetzen kann (habe da Eure Beiträge gelesen), welches darüber Auskunft gibt, WOHIN Dennis kommen sollte wenn ich mal nicht mehr bin.
Da Dennis als Autist große Probleme mit Veränderungen hat und es eigentlich nur eine Bezugsperson für ihn ausser mir gibt (seine Oma, sein Vater hat sich leider seit Jahren nicht um ihn gekümmert), habe ich da ein kleines Problem.
In einem Heim würde er kaputt gehen und bei fremden Menschen vermutlich auch (er ist wirklich noch sehr auf seine Umwelt und seine gewohnten Strukturen angewiesen).
Abgesehen davon, dass das natürlich nicht passieren darf, weil er ja gerade anfängt -seit ich "nach TEACCH" mit ihm arbeite und seine Umwelt für ihn strukturiere- Fortschritte zu machen und weiter darf ich gar nicht nachdenken...
Hat jemand da eine Idee für mich ?
Ich denke ich müßte etwas aufsetzen, was dem Jugendamt detailiert klar macht, was für Dennis das Beste ist (das wäre dann leider im Moment nur die Oma, die ihn überhaupt nehmen würde, alle Freunde sind da überfordert).
Danke vorab und liebe Grüße Inci
(http://www.inci-auth.de - Mama von Dennis, geboren 28.01.1999;
komplexer Herzfehler (Shone-Komplex) mit Lungenhochdruck, Autismus mit Zwangsstörung, Thorakal-lumbal-Skoliose, Epilepsie mit fokalen Anfällen; unser "kleiner" Sonnenschein)

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Erica
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Beitragvon Erica » 27.01.2005, 16:36

Hallo Inci,
das ich wirklich eine gute Frage...
Das ist ein Thema, das ich seit Lenas Geburt immer wieder vor mir herschiebe, weil ich nicht weiß, wie ich das angehen soll, zumal ich auch nicht genau weiß, wer sich angemessen um Lena kümmern könnte...
Ganz davon abgesehen, daß Lena nun gerade anfängt, stabil zu sein und damit ihre gesamte Welt zusammenbrechen würde.
Wie macht man das also? Und kann man irgendwie mit hineinnehmen, daß man Wünsche hat, wie das Kind weiter behandelt werden soll? Z.B. welche Ärzte oder so? Denn wenn uns etwas passieren sollte, wäre Lenas Kinderpsychiaterin sehr wichtig, denn sie ist eine von gaaanz wenigen Personen, die verstanden hat, wie Lena "funktioniert" und wie man mit ihr umgehen muß...
Das wäre schon wichtig, daß sie weiterhin als Ansprechpartnerin für Lena und wen auch immer bliebe.
Oder übertreibe ich da? Aber wenn ich mir das Ganze vorstelle...
Und wo hinterlegt man dann dieses Testament? Und überhaupt...
Viele Fragen...
Liebe Grüße
Erica

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Beitragvon shone » 27.01.2005, 16:49

Hallo Erica,
was Du schreibst hört sich genauso wie bei Dennis an.
Welche Diagnose hat Lena denn und wie alt ist sie ?
LG Inci
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Beitragvon Erica » 27.01.2005, 21:10

Hallo Inci,
hm, Lena kann man so schlecht in drei Worten beschreiben...
Und da ich morgen eine Klausur schreiben muß, habe ich gerade nicht soviel Luft zum Schreiben. :roll:
Aber morgen, wenn ich danach dann ENDLICH Semesterferien habe, werde ich etwas über Lena schreiben, okay?
Aber es stimmt schon, eine gewisse Ähnlichkeit gibt es da schon zwischen unseren Kindern... :P
Liebe Grüße
Erica

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Beitragvon shone » 28.01.2005, 06:36

Hallo Erica,
alles Gute für Deine Klausur, freue mich wenn ich wieder etwas von Dir lese.
LG Inci
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heike+linda

Beitragvon heike+linda » 28.01.2005, 11:32

Hallo ihr Beiden!

Leider kann ich euch keine juristische Antwort geben, sondern nur "aus dem Bauch heraus" antworten:

Ich würde auf jeden Fall ein Testament aufsetzen - schaden kann das nie - und zeigt euren erklärten Willen, an dem so leicht keiner vorbei kommt.

Ansonsten solltet ihr versuchen, eine zweite Person langsam in das Leben eurer Kinder zu integrieren, die allmählich eine Vertrauensbasis gewinnt und solch ein "Ersatz für Notfälle" sein könnte. Reicht ja schon, wenn mal ein Krankenhaus-Aufenthalt ansteht, oder ähnliches...., dann ist es gut zu wissen, da könnte mein Kind im Notfall hin.

Gute Hilfen gibt es auch über Online-Anwälte, die euch günstig bei der Formulierung eines Testamentes helfen.

Oder ihr besorgt euch eine Patientenverfügung, die gibt es z. B. beim Ordnungsamt / im Rathaus.

Ich hoffe jedenfalls, der Fall tritt nie ein und ihr bleibt gesund!

Lieben Gruß, Heike

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Beitragvon Isolde » 28.01.2005, 14:24

Hallo Inci,

ist wohl ein Thema, dass sehr durchdacht sein muss.
Ich würde in jedem Fall (Du bist doch alleinerziehend, oder ???) ein Testament machen, und das festlegen.
Wenn Du das nicht tust, kommt am Ende das Kind IRGENDWOHIN.

So würde ich dieses Testament immer nach den entsprechenden Begebenheiten verändern.
Also, zum heutigen Zeitpunkt wird die Oma das Kind evtl. nehmen, wenn Du es mit Deinem Bauch, Deinem Gefühl vereinbaren kannst.

Da der Oma aber auch recht schnell evtl. (will man nicht hoffen) etwas passieren könnte, empfehle ich Dir genauso wie Heike - Du solltest langsam fremde Personen in das Leben des Kindes mit einfließen lassen.
Vielleicht kannst Du einfach ganz langsam mal auf die Suche gehen, ob es denn eine schöne Heimunterkunft gäbe, die sich mit autistischen Kindern gut auskennt, und das Dir dann auch zusagen würde. Aber vorher würde ich es erstmal mit stundenweiser Betreuung versuchen - ist auch gut für Dich und Deine Seele.

Eine solche Entscheidung trifft man nicht von heute auf morgen, sondern man wächst rein. Aber Du solltest dann auch Dich öffnen und Dir das eine und andere einfach mal durch den Kopf spielen lassen.

Und wenn Du Dir eines Tages sicher bist, wohin Dennis kommen könnte im Falle eines Falles, und Du einfach damit ein tolles Bauchgefühl hast, dann änderst Du dieses Testament einfach wieder ab.

So würde ich es tun - ich stehe auch in dieser Aufgabenstellung.
Jedoch bin ich schon einen Schritt weiter - ich lasse fremde Personen an Jonathan und der liebt das auch - und ich überlege schon, zumindest erstmal den Schritt für ein Internat. Somit habe ich teils das Kind, und teils ist es im Internat.
Zum Eingewöhnen, zur langsamen Abnabelung ein guter Schritt.

Jetzt feier aber erstmal einen schönen Geburtstag mit Deinem Sohn,
und dann schau einfach mal weiter,
ganz langsam, immer nur soviel, wie es für Dich gut ist.

Einen lieben Gruß
Isolde
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Beitragvon Sabine » 28.01.2005, 17:32

Hallo Inci,

den Tipps von Isolde kann ich mich nur anschließen - wir handhaben die (Fremd-)betreuung von Jan-Paul ähnlich wie Isolde mit Jonathan.
Ich weiß, dass es gerade für ein autistisches Kind weitaus schwieriger ist, sich in einer fremden Umgebung mit zunächst fremden Leuten zurecht zu finden. Der Kindergarten, den Dennis besucht, ist schon mal ein guter Anfang. Wie lange ist er täglich dort?
Ansonsten: Herzliche Glückwünsche auch von uns und einen schönen Geburtstag.

Lieben Gruß,
Sabine
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Beitragvon shone » 28.01.2005, 18:07

Hallo Ihr,
es geht nicht darum, dass Dennis keine anderen Personen kennt. Es gibt durchaus einige Menschen zu denen er auch einen guten Bezug hat, aber KEINER würde Dennis im Notfall zu sich nehmen.....
Das ist der Punkt !
Habt ihr da eine Idee ?
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Beitragvon Isolde » 28.01.2005, 19:32

Liebe Inci,

genau das ist auch der springende Punkt.
Wir hatten auch erstmal gedacht, als wir den Kontakt zu einer Familie gut hatten, na die könnten doch etwas sein. Und schwupps 2 Jahre später stellte sich heraus, dass es eben nicht so ist.

Meine Geschwister und die Geschwister von meinem Mann sind damit überfordert.
Meine Eltern sind viel zu alt und die meines Mannes leben nicht mehr.
Kinder der Geschwister haben ihr eigenes Leben und kennen Jonathan fast nicht.
Das Interesse an beiden Seiten in diesen Familien ist sehr kompliziert.

Bekannte - ist so ein Punkt - es sind heute Bekannte, und sind sie es morgen noch genauso ???
Da muss einer eine ganze Menge Liebe zu dem Kind aufbringen, um da ein gutes Bauchgefühl zu haben.

Was ist mit Euren Paten von Dennis ????

Die Paten wären doch evtl. eine Alternative, oder ???

Und ansonsten bleibt Dir wirklich nichts anderes übrig, wie ich oben schon erwähnt habe, ganz langsam Dich mit dem Gedanken einer Fremdbetreuung vertraut zu machen, in Form einer schönen Wohngruppe in der autistische Kinder gut aufgehoben sind.
Ich kann Dir leider keine nennen, denn ich habe bisher mit autistischen Kindern sehr wenig zu tun gehabt.

Aber eine Idee z.B. wären die Waldörfler - sich anfangen dort mal durchzufragen. Die haben eigentlich ein tolles Menschenbild-Verständnis - alleine der Begriff "seelenpflegebedürftig" schaut schon ganz anders aus, als "behindert".

Klar kommt es einem ein bisschen komisch vor, sein Kind am Ende geboren zu haben, um es eines Tages in eine Fremdbetreuung zu geben. Aber vielleicht doch der bessere Weg, als Bekannte dafür einzusetzen, die dann doch erst beim Ernst des Lebens die kompl. Verantwortung sehen und das Kind vielleicht irgendwohin käme, wo Du es gar nicht haben wolltest.

Es ist leider so, dass wir uns schon zu jungen Lebzeit-Jahren damit auseinander setzen müssen - siehe auch "Behindertentestament" - mehrmals hier schon in den Rupriken erwähnt.

Sonst habe ich leider keine Idee für Dich - aber ich denke nach.

Lieben Gruß
Isolde
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