Testament - wo kommt das Kind hin wenn ich nicht mehr bin?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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dieMeike
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Beitragvon dieMeike » 28.01.2005, 19:51

Hallo zusammen,

in dem Zusammen hang hätte ich mal eine praktische Frage.

Wie setze ich ein solches Vermächtniss auf? Wen muss ich dieses zukommen lassen? Muss ich einen Notar einschalten?

Bei uns besteht ja auch noch die Besonderheit der 2 Staatsbürgerschaften.

Wir haben schon die Personen die in Todesfall die Betreuung und Erziehung übernehmen, aber keine Ahnung wie das formgerecht niedergeschrieben werden soll.

Liebe Grüße
dieMeike mit

der Große, an der Grenze zur leichten Schwerhörigkeit ADS und LRS

Der Kleine, Muskelhypoton,
unklare Genese, einseitiger HG Träger

"Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das uns jederzeit genommen werden kann."

Richard von Weizsäcker

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shone
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Beitragvon shone » 28.01.2005, 20:06

Hallo Isolde,
danke fürs Mitdenken.
Also das Problem mit den Paten ist folgendes : die von mir damals angesprochenen Paten haben sich 2 MOnate ausreichend überlegt ob sie die Patenschaft annehmen (damals wusste ich vom herzfehler und wir dachten Dennis hätte wegen der Krankenhaus Zeiten psychische Probleme), nach reiflicher Überlegung haben sie dann zugesagt und Dennis ist mit 3 Jahren getauft woden.
Leider haben die Paten nach einem Jahr dann "abgesagt" und sind einfach ausgestiegen. Das bittere an der Sache ist: ich kann ja nun noch nicht mal "zwiete Wahl" Paten nehmen, wie müssten sich diese denn fühlen ? Ausserdem hätte ich auch gar keine.
Und bei einem Heim ist es ja so, dass diese weder Dennis kennen noch er sie - und das ist bei Dennis dann die allerletzte Lösung. Ist schwer zu beschreiben, Du müsstest ihn kennen, dann würdets Du das auch sagen....
lg inci
(http://www.inci-auth.de - Mama von Dennis, geboren 28.01.1999;
komplexer Herzfehler (Shone-Komplex) mit Lungenhochdruck, Autismus mit Zwangsstörung, Thorakal-lumbal-Skoliose, Epilepsie mit fokalen Anfällen; unser "kleiner" Sonnenschein)

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Erica
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Beitragvon Erica » 29.01.2005, 20:32

Hallo Inci,
tut mir leid, daß ich erst heute dazu komme, Dir zu antworten...
Aber nach der Klausur gestern und dem wenigen Schlaf der letzten Nächte war ich gestern doch ziemlich kaputt... :roll:
So, also Lena ist gerade vier Jahre geworden.
Ich habe mir eben mal Eure Homepage durchgelesen und muß sagen, daß unsere beiden sich zum Teil sehr ähneln, obwohl Lena andere Diagnosen hat.
Lena ist auch ein Frühchen (34.SSW) und viel von Dennis Verhalten besonders im ersten Jahr trifft auch auf Lena.
Sie hat immer Probleme beim Trinken gehabt und trinkt auch bis heute sehr ungern. Heute mit vier Jahren kommt sie aber ohne Probleme auf etwa 400 ml, das ist für sie schon viel.
Auch das Problem mit dem Essen kennen wir, wobei uns zeitweise eine Magensonde angedroht wurde, so daß ich dann zur Umstellung auf feste Nahrung mit ihr in eine Tagesklinik gegangen bin, was auch prima geklappt hat. Und heute ist sie so gut wie alles und auch richtig gern. Und trotzdem freue ich mich über jeden Bissen, den sie isst...
Und die 10-11 Stunden Schlaf kennen wir auch, allerdings hat Lena die nachts am Stück geschlafen, so daß sie leider tagsüber mit viel Glück vielleicht zweimal zehn Minuten geschlafen hat, aber ansonsten etwa 12-13 Stunden am Stück wach war... :roll:
Und dazu kam, daß Lena ein ziemlich heftiges Schreikind war und sich so wie Dennis in Zustände reingesteigert hat, aus denen sie dann nicht mehr rauskam und da sie sich durch nichts beruhigen ließ, kenne ich das mit dem Aushalten nur zu gut...
Solche Zustände hat sie heute immer noch, aber es ist im Laufe der Zeit immer weniger gworden und mittlerweile können wir ganz gut einschätzen, wann das passieren wird. Und wir haben, da sie sich auch mittlerweile anfassen läßt (das mit dem Kuscheln-Zulassen kennen wir auch!) auch rausgefunden, wie sich mit viel Glück beruhigen läßt, wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischt...
Wenn nicht, steigert sie sich so weit, bis sie sich übergibt...
Und auch die Aggressivität kennen wir; wenn Lena mit sich oder ihrer Umwelt nicht klarkommt, dann verzweifelt sie an allem oder wird wird (auto-)aggressiv.
Genau das passiert auch bei Dingen oder Situationen, vor denen sie Angst hat. So kann sie z.B. Dunkelheit nicht ertragen und hatte lange Zeit absolute Panik vor unserem Staubsauger, so daß wir bis vor einem Jahr nur saugen konnten, wenn wir zu zweit waren oder Lena nicht da war.

Also, viele Sachen, die bei Dennis ähnlich zu sein scheinen, oder?
Jedenfalls kommt mir vieles sehr bekannt vor.
Lena hat an Diagnosen noch sensorische Integrationsstörung, grobmotorische Entwicklungsverzögerung, Regulationsstörung und Verdacht auf Hochbegabung.
Vieles hat da Ähnlichkeiten mit autistischen Zügen, aber da sie auf der anderen Seite unglaublich sozial und bindungsfähig ist und in vielen Dingen weit voraus (Rollenspiele mit knapp anderthalb Jahren, sprachlich etwa zwei Jahre weiter...) scheint es das nicht zu sein, aber ähnlich ist es auf jeden Fall.
Und die Art, wie wir mit Lena umgehen und ihre Umwelt strukturieren ist auch ähnlich...
So, mehr fällt mir gerade nicht ein; wenn Du noch Fragen hast, schreib mir ruhig, denn ich finde das schon interessant, wie ähnlich unsere beiden sich in einigen Bereichen sind.
Wahrscheinlich verstehst Du auch, warum nicht jeder mit ihr umgehen kann...
Und auch ich kann das nicht immer gut...bzw. es kostet unheimlich viel Kraft, den Rahmen für Lena so zu gestalten, daß sie einigermaßen gut klarkommen kann, denn wir haben immer die Gradwanderung zwischen gleichzeitiger Unter- und Überforderung gepaart mit einer unglaublichen Sensibilität und Ängsten...
Liebe Grüße :P
Erica

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Beitragvon shone » 30.01.2005, 08:33

Liebe Erica,
danke für Deine ausführliche Antwort, das hört sich wirklich in einigen Punkten sehr ähnlich an, es ist wirklich schwer, wenn niemand diese kombination kennt und verstehet und man immer nur "unpassende aber gutgemeinte " Ratschläge bekommt.
Ich kann das sehr gut verstehen was Du geschrieben hast.
"es kostet unheimlich viel Kraft, den Rahmen für Lena so zu gestalten, daß sie einigermaßen gut klarkommen kann, denn wir haben immer die Gradwanderung zwischen gleichzeitiger Unter- und Überforderung gepaart mit einer unglaublichen Sensibilität und Ängsten... "
Das hast Du genau auf den Punkt gebracht: GENAU SO fühle ich mich (fast) jeden Tag und es ist an manchen Tagen fast zum verzweifeln....

Wie ist es denn bei Euch mit familiärer Unterstützung oder mit Freunden/Paten ?
Bist Du aleinerziehend oder hat Lena Unterstützung durch einen lieben Papa ?

Klar dass man "unsere Kinder" nicht einfach an irgendwen übergeben kann....
Sehr gerne würde ich noch mehr von Euch erfahren - schade dass ihr wo weit weg wohnt....
Wie war eigentlich Deine Klausur ? Ich hoffe das lernen hat sich gelohnt, schreib doch mal.....
LG Inci
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Beitragvon Erica » 01.02.2005, 22:32

Hallo Inci,
tut mir leid, daß ich Dir erst heute antworten kann, aber zur Zeit geht es Lena nicht gut und da ist es wieder mal, wie Du ganz richtig geschrieben hast, einfach nur zum Verzweifeln...

Aber wenigstens meine Klausur ist gut gelaufen. Das war zwar eine, vor denen viele und ich auch irgendwie "Schiss" haben, weil es um Organisationsentwicklung und Qualitätsmanagement u.a. in sozialen Einrichtungen ging und das kann ein furchtbar trockenes Thema sein! War aber ok und ich bin hoffentlich auch nicht durchgefallen...
Ja, wirklich schade, daß ihr so weit weg wohnt...aber dann müssen wir halt mehr schreiben...
Also, ich bin theoretisch nicht alleinerziehend, Lena hat einen ziemlich tollen Papa und ich einen richtig guten Ehemann (in einer Person), nur leider arbeitet er etwa jede zweite Woche mind. 2 Tage in München, so daß ich praktisch doch viel allein bin und auch viel allein entscheiden muß.
Und für Lena ist das auch ziemlich anstrengend, denn sie braucht eher viel geregeltes Leben und kann mit dem "Wegsein" ihres Papas nicht immer gut umgehen... :?
Sonst gibt es noch meine Mutter, die phasenweise in Deutschland lebt, aber hauptsächlich in Irland ist, aber wenn sie da ist, dann nimmt sie Lena viel, so 2-3 mal pro Woche, wenn ich möchte und sie richtet sich auch oft danach daß sie in D ist, wenn ich Klausuren oder Prüfungen habe oder sonst...
Anders wäre das mit dem Studium auch nicht zu machen...
Meine Schwiegereltern hingegen wohnen hier in der Nähe und halten sich aus allem raus icl. Verantwortung oder Unterstützung oder so...also eigentlich nicht präsent...es sei denn, daß man Lena vorzeigen kann...
Und dann gibt es noch meinen Bruder mit Familie im Nachbardorf, die nehmen Lena auch mal, bzw. wir tauschen die Kinder wechselseitig, aber das geht nicht sehr oft, da die selber drei Kinder haben und meine Schwägerin auch fast voll arbeitet...
Ich bin also Gott sei Dank nicht ganz allein, aber für den Fall, daß uns etwas passiert, würden sie alle nicht in Frage kommen...
Aber ich habe zum Glück noch meine Freundin, die auch Lenas Patin ist. Wahrscheinlich würde sie sich um Lena kümmern, der "Nachteil" ist nur, daß sie auch schon drei hat und weiter weg wohnt, so daß Lena ein komplett neues Umfeld bekäme...Aber wer weiß, was dann wäre und bei ihr weiß ich, daß sie sich gut und liebevoll um Lena kümmern würde.

Ansonsten geht es uns im Moment mit Lena nicht gut, denn sie verzweifelt an sich und an ihrer Umwelt und hat eine ziemlich heftige aggressive Phase.
Heute hat ihre Kinderpsychiaterin vorgeschlagen, daß wir doch eine genauere Diagnostik machen sollten und daß Lena eine Spieltherapie bekommen soll.
Das macht ihr doch auch, oder? Bist Du da eigentlich dabei oder geht Dennis da alleine hin?
Wieder was neues...
So langsam geht mir die Puste aus und ich habe das Gefühl, daß ich in den letzen vier Jahren etwa zwanzig Jahre gealtert bin...
Hattest Du nicht auf Deiner Homepage geschrieben, es gäbe Kinder, die den Start ins Leben verpasst haben?
Irgendwie passt das auch auf Lena, zumindest in Teilen. Bei einigen Sachen steckt sie in der Babyzeit fest und kommt nicht weiter...
Beruhigen kann man sie, wenn überhaupt nur mit Schnuller, bzw. über das Saugen und wenn sie erstmal "abgedreht" ist, kriegt sie sich nicht mehr ein und kann sich nicht regulieren...
Manchmal mag ich echt nicht mehr...
Liebe Grüße
Erica

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Beitragvon shone » 02.02.2005, 06:53

Hallo Erica,
da können wir uns ja die Hand geben !
Ich mag im Moment´auch nichr mehr, aber es ist leider keiner da der mir dabei helfen kann und ich MUSS weitermachen ob ich will oder nicht.
Dennis schläft wieder so schlecht und max. bis 4 Uhr und ich habe eine Nacht mit ca. 4-6 Std und die nicht am Stück und das macht mich so fertig !
Mein ganzer Körper sagt ich kann nicht mwehr und am besten ist es ich gehe mit ihm um 8 uhr ins bett, dann habe ich wenigstens ca. 6-7 Std Schlaf (die leider auch unterbrochen sind). Dieses Schlafen auf Etappen immer nur ca. 1-2 Std ist es was mich einfach kaputt macht !
Da wir nur noch die Oma als Familien Unterstützung haben (und die ist auch krank) und die Freunde alle keine "Möglichkiet", bleibt mir leider nicht viel.
Ich kann nur dafür beten, dass es mit Dennis schlafen wieder besser wird !
Denn mein "Studium" besteht zur Zeit in Autismus und TEACCH (habe da zwar keinen Prüfungsdruck aber eben den Druck dass ich fertig werden muss....ich habe eine neue Datei die ist noch nicht auf Dennis HP da steht eigentlich das aktuelle aus 2004 drin, wenn DU mir Deine mail adresse gibst, schicke ich sie Dir, dann verstehst Du besser was ich meine und vielleicht bekommst Du auch noch eine Idee fürLea).
Ich hoffe Deine Klausur war erfolgreich und sende liebe Grüße
Inci
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