WICHTIG! Hilfsmittel ab 2005, Inkontinenz!

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Antje34
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WICHTIG! Hilfsmittel ab 2005, Inkontinenz!

Beitragvon Antje34 » 26.01.2005, 18:46

Hallo,

ich war gestern so sauer auf meine KK, daß ich an das Gesundheitsministerium geschrieben habe.

Hier der Briefwechsel, vielleicht hilft es dem ein oder anderen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Tochter 5 Jahre alt, behindert(80% G B H und Pflegestufe 1) trägt noch Windeln.
Die wurden ihr vom Kinderarzt mit Dauerrezept verordnet.
Sie hat als Versorgung die Hartmann mobile plus small 50-80 cm(Kosten auf dem freien Markt zwischen 60-80 Euro pro Karton), da sie auf alle anderen Windeln, die nur ein bißchen Plastik enthalten, sofort mit einem Ausschlag im Windelbereich reagiert.

Jetzt soll ich laut Aussage des Sanitätshauses ab dieses Jahr 25 Euro Eigenanteil pro Karton(80 Windeln) dazuzahlen.
Bisher mußte ich nicht dazubezahlen. Zudem wurde ich von der Krankenkasse im Oktober gezwungen zu einen Vertriebspartner(also diesem Sanitätshaus) zu gehen und über den die Windeln zu beziehen. Früher kaufte ich beim Aldi oder DM-Markt(Kosten ca 8-10 Euro für 44 Windeln) ein und reichte die Rechnungen ein, die auch 2 Jahre lang problemlos erstattet wurden.
Die Kasse zwang mich zu der, für sie teureren Lösung, weil wohl ein Vertriebspartner geklagt hatte und Recht bekommen hat, daß sich die Patienten nicht kostengünstig auf dem freien Markt ihre Inkontinenzprodukte besorgen dürfen,und die KK dann die Rechnungen erstatten, sondern, daß das über ein Sanitätshaus gehen muß, daß mit der KK einen Vertrag hat(wenn ich den Äußerungen der KK, die mir das mitteilte so Glauben schenken kann)und jetzt soll ich auch noch einen Eigenanteil zahlen.
Zudem wurde mir wieder vom Sanitätshaus ein Ansichtspaket zugeschickt, auf Anweisung der KK, die wieder für uns nicht benutzbare Windeln enthielten, wieder mit Plastik, aber ohne weitere Zuzahlung.
Also entweder die billigen und ständig eine offene Haut im Windelbereich, oder die passenden und 25 Euro zahlen, oder wie ist das sonst zu verstehen?
Nun meine Fragen: gilt diese Zuzahlungsregelung auch bei Kindern, vor allem wenn sie behindert sind und eine Pflegestufe haben?
Warum gilt die Regelung nicht für alle KK?
Ich weiß von einigen anderen Müttern, die weiter problemlos bei ihren Kassen die eingereichten Rechnungen erstattet bekommen. Warum besteht dann meine KK( Fortisnova BKK) auf diesen anderen und teureren Weg?

Für die Beantwortung wäre ich sehr dankbar.

Ich habe nämlich als Mutter eines behinderten Kindes noch einiges andere zu tun, als mich ständig mit der KK herumzustreiten, was sie übernimmt und was nicht.
Zudem ist die Taktik der KK, erst mal zuwarten, vielleicht beruhigt sich der Fragende wieder, einfach unmöglich.
Da ist meine KK aber kein Einzelfall.

Ich denke, daß die Gesundheitsreform auch an die behinderten Kinder denken sollte, die eh bei vielen Dingen zurückstecken müssen.

Ich hoffe, daß Sie meine Fragen beantworten können, weil ich nämlich so langsam ziemlich sauer werde wegen diesem ständigen Kampf mit der KK(vom MDK ganz zu schweigen).

Mit (noch) freundlichen Grüßen,
Antje ....


So und heute kam die Antwort.

Werde nur nicht ganz schlau daraus...

Sehr geehrte Frau ....,

vielen Dank für Ihre Zuschrift.


Versicherte haben nach § 33 Sozialgesetzbuch - Teil V - (SGB V) Anspruch auf Versorgung mit Hilfsmitteln, soweit sie notwendig sind. Gemäß § 12 SGB V müssen die Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein, sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht
überschreiten. Ist für ein Hilfsmittel ein Festbetrag festgesetzt, trägt die Krankenkasse die Kosten bis zur Höhe dieses Betrages.

Festbeträge haben Wirtschaftlichkeitsreserven auszuschöpfen, sollen einen wirksamen Preiswettbewerb auslösen und haben sich deshalb an möglichst preisgünstigen Versorgungsmöglichkeiten auszurichten. Die Festbeträge sind so festzusetzen, dass sie im Allgemeinen eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche sowie in der Qualität gesicherte Versorgung ohne Eigenanteil (mit Ausnahme der gesetzlichen Zuzahlung1) für den Versicherten gewährleisten.

Festbeträge wurden in der Vergangenheit durch die Landesverbände der Krankenkassen für verschiedene Produktgruppen (u.a. Inkontinenz-/Stomaartikel) festgelegt.

Mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV - Modernisierungsgesetz - GMG) wurde geregelt, dass Festbeträge für Hilfsmittel von den Spitzenverbänden der Krankenkassen auf Bundesebene einheitlich festzusetzen sind.

Die Neuregelung beseitigt die bestehende Intransparenz für alle Beteiligten, die durch die von Bundesland zu Bundesland in unterschiedliche Höhe festgesetzten Festbeträge bestand und vereinfacht das Festsetzungsverfahren. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass Qualität und Wirtschaftlichkeit hierdurch maßgeblich gestärkt werden.

Vor der Festlegung der Festbeträge ist den Verbänden der betroffenen Leistungserbringer und den Interessenvertretungen der Patienten Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben; die Stellungnahmen sind in die Entscheidung einzubeziehen.

Gleichartige und gleichwertige Hilfsmittel werden in Gruppen zusammengefasst. Die Festbeträge sind zukünftig mindestens einmal jährlich an eine veränderte Marktlage anzupassen.

Die Spitzenverbände der Krankenkassen haben am 1. Dezember 2004 für die Produktbereiche Einlagen, Hörhilfen, aufsaugende Inkontinenzhilfen, Kompressionshilfen für phlebologische Versorgungen (Venenkompression), Sehhilfen und Stomaartikel nach Durchführung des gesetzlich vorgesehenen Anhörungsverfahrens bundeseinheitliche Festbeträge festgesetzt. Sie sind am 1. Januar 2005 in Kraft getreten und haben die bisherigen landesweiten Festbeträge abgelöst.

Leistungserbringer sind nicht verpflichtet, zum Festbetrag zu liefern. Die Krankenkassen haben daher über Leistungserbringer zu informieren, die bereit sind, zum Festbetrag zu liefern. Wählen Versicherte Leistungserbringer, die Hilfsmittel nicht zum Festbetrag abgeben, haben sie zusätzlich zur gesetzlichen Zuzahlung in Höhe des Differenzbetrages zwischen dem Festbetrag und dem Verkaufspreis eine finanzielle Mehrbelastung zu tragen.

Ab 2005 erhalten die Versicherten in ganz Deutschland den gleichen Betrag von ihrer Krankenkasse für diese Hilfsmittel. Die nicht gerechten Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt es jetzt nicht mehr. Bisher wurden für eine bestimmte Einlage z. B. in Sachsen 41,41 EUR, in Nordrhein-Westfalen 44,48 EUR und im Saarland 53,17 EUR gezahlt. Nun erhalten alle Versicherten 46,64 EUR von ihrer Krankenkasse.

Für die Produktbereiche der sog. ableitenden Inkontinenzhilfen (Katheter, Urinbeinbeutel etc.) und der Hilfsmitteln zur Kompressionstherapie bei lymphatischen Versorgungen wurden keine Festbeträge festgesetzt. Für diese Bereiche gelten ab Januar 2005 die bestehenden Vergütungsregelungen weiter.

Die Beschlüsse der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Festsetzung von Festbeträgen sind dem Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung vor In-Kraft-Treten nicht zur Genehmigung vorzulegen. Die Spitzenverbände der Krankenkassen treffen ihre Entscheidung in eigener Verantwortung.

Dieses Schreiben ist im Auftrag und mit Genehmigung des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung durch das Kommunikationscenter erstellt worden, dient Ihrer Information und schließt Rechtsverbindlichkeit aus.

Mit freundlichem Gruß

Carola Telschow

Kommunikationscenter
Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung

info@bmgs.bund.de

Bitte beachten Sie die neuen Rufnummern der Bürgertelefone:

Service für Publikationen:

- Telefonisch 0180 51 51 51 0 0,12 Euro/ Min.
- Fax 0180 51 51 51 1 0,12 Euro/ Min.
- E-Mail info@bmgs.bund.de
- Internet www.bmgs.bund.de

Gebührenpflichtige Bürgertelefone (0,12Euro/min aus dem Festnetz der deutschen Telekom):

- Rente 0180 5 99 66 01
- GKV 0180 5 99 66 02
- Pflege 0180 5 99 66 03
- Infos für Behinderte Menschen 0180 5 99 66 04
- Unfallversicherung 0180 5 99 66 05

Speziell für Gehörlose und Hörgeschädigte zu oben genannten Themen:

- Schreibtelefon 0180 5 99 66 07
- Fax 0180 5 22 11 28
- E-Mail info.deaf@bmgs.bund.de
info.gehoerlos@bmgs.bund.de
- SMS 0163 767 3425
(Vanity: 0163 SMS DIAL)


Kann mit das mal jemand in ein normales Deutsch übersetzen?

Habe ich also als Versicherter 46,64 Euro im Monat zur Verfügung, bzw. meine KK für Inkontinenzprodukte? Und alles, was darüber hinaus geht, ist also zum selber zahlen? Oder ist das irgendwie anders zu verstehen?

Vielleicht fällt euch ja was passendes dazu ein... :twisted:
Viele Grüße,

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regina

Beitragvon regina » 26.01.2005, 19:10

Hallo Antje!
Warum versuchst du nicht noch einmal mit der Krankenkasse zu verhandeln? Bei uns sind z.B. die Windeln, bezogen über ein Sanitätshaus viel teurer als wenn ich sie bei einer Apotheke beziehe.
Die Apotheke kann dir bei der Auswahl, einer passenden Windel bestimmt behilflich sein, betreffend der Allergie und der Kosten.
Niklas ist mittlerweiler 9,5 Jahre alt und ich hatte ("klopf auf Holz") noch nie Schwierigkeiten irgendwelche Hilfsmittel genehmigt zu bekommen. Meiner Meinung nach, liegt auch viel an dem zuständigen Sachbearbeiter der KK - vielleicht solltest du dich an die nächsthöhere Instanz wenden.
Ansonsten ist es so, dass die KK über die gesetzlich festgelegten Sätze nicht bezahlen müssen....sprich dir stehen 46,64 Euro i. Monat zur Verfügung.
Käme für dich vielleicht die Zuzahlungsbefreiung in Frage?
Hier könntest du einen Antrag bei der KK stellen.
Ich wünsche dir viel Glück und liebe Grüße Regina

Antje34
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Beitragvon Antje34 » 26.01.2005, 19:13

Hallo Regina,

ich bin schon mit der nächsten Instanz in Verhandlungen, der Chefin von der Abteilung Hilfsmittel.
Wir werden jetzt Baumwollhosen mit Windeleinlagen ausprobieren, das wäre nämlich ohne Zuzahlung. :roll:

Es gibt´s echt nicht, ich ärgere mich gerade ohne Ende...
Viele Grüße,

Stanze
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Beitragvon Stanze » 26.01.2005, 19:28

Hallo Antje,
der Brief vom Ministerium ist unter Behorden-BLa-bla zu verbuchen. Den hat jemand geschrieben, dem der Mensch hinter dem Ganzen egal ist, der einfach sein Geld (und das wahrscheinlich genug) damit verdient uns Volk ruhig zu halten.Ich müßte mich nun schwer täuschen, aber Kinder sind von den ganzen Zuzahlungen befreit.Wir haben für Anne noch nicht eine Windel bezahlen müssen und auch andere Heil-und hilfsmittel nicht.
Auch aus meiner beruflichen Erfahrung kann ich sagen, daß kein Kind,welches es benötigt seine Windeln,oder Einlagen... bezahlen oder auch nur zuzahlen muß.
Gruß und gute Nerven Constanze
Constanze mit Anne, 1990, Sarkoidose mit Nierenbeteiligung, Niereninsuffizienz, Hydrozephalus,Kleinwuchs, seit 28.07.2010 Dialysepflichtig:(
seit August 2014 V.a.Schimkesyndrom
Epilepsie nicht einstellbar
Hypertonie schlecht einstellbar
Mai 2015 Hirnblutung rechts, Sauerstoffpflichtig

regina

Beitragvon regina » 26.01.2005, 19:30

Hallo Antje!
Versuch es wirklich bei einer Apotheke. Frag wie teuer die Windeln sind, laß dir Alternativen zeigen. Mit diesem Wissen gerüstet marschierst du zur"Chefin". Wenn dies alles nichts hilft....Widerpruch einlegen, denn Windeln Z.B. von Tena (soll keine Schleichwerbung sein) sind im Hilfsmittelkatalog
...und ärgere dich nicht, es sind deine Nerven und die benötigst du an anderen Stellen und für andere Situationen viel nötiger.....
sei lieb gegrüßt Regina

Antje34
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Beitragvon Antje34 » 26.01.2005, 20:01

Hallo Stanze und Regina,

die Neuregelung gilt wohl auch für Kinder!

Es wird kein Unterschied mehr zwischen Erwachsenen und Kindern gemacht, d.h. die Zuzahlungen werden alle betreffen.

Klar werde ich mich nach günstigeren Alternativen umhorchen, aber bisher war das Sanitätshaus immer billiger, wie die Apotheke und nicht umgekehrt.

Die Hartmann, also Molicare Windeln sind auch im HM-Katalog, und für die Tena comfort, nur als Beispiel muß eine Bekannte von mir jetzt 47 Euro pro Karton dazubezahlen. Sie ist auch gesetzlich versichert.

Also kann es gut sein, daß so nach und nach alle KK die Neuregelung umsetzen und wir alle dazubezahlen!
Viele Grüße,

Antje34
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Beitragvon Antje34 » 26.01.2005, 20:13

Nachtrag, hier die Quelle:
Beitrag von yvonnejanssen von www.intakt.info

Hallo Elke und alle anderen,

ich habe gestern einfach mal den VDAK angeschrieben und um Stellung gebeten und ich bekam folgende Antowrt:

Sehr geehrte Frau Janssen,

die seit 01.01.2005 geltenden Festbeträge für Hilfsmittel treffen - wie auch die bisher auf Landesebene festgesetzten Festbeträge - keine Unterscheidung zwischen der Versorgung von Erwachsenen und Kindern. Eine Differenzierung ist nach § 36 SGB V nicht vorgesehen. In der Konsequenz gelten die Festbeträge somit auch für Kinder. Dabei ist jedoch anzumerken, dass die ggf. bestehenden Besonderheiten von Produkten für Kinder jedoch bei der Festbetragsbildung Beachtung gefunden haben, da u.a. Einkaufspreise und Marktanteile von Produkten berücksichtigt worden sind. Einzelfallentscheidungen bei Besonderheiten eines Versorgungsfalles, z.B. bei der Hörgeräteversorgung von Kindern liegen in der Kompetenz der einzelnen Krankenkasse.

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Eschmann

Referatsleiterin "Sonstige Vertragspartner"
Abteilung Vertrags- und Versorgungsmanagement
Verband der Angestellten-Krankenkassen (VdAK) e.V.
AEV - Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e.V.
Frankfurter Str. 84
53721 Siegburg
Viele Grüße,

fienchen
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Beitragvon fienchen » 26.01.2005, 22:12

Hallo,

wir haben auch im Oktober bei unser KK ein Rezept zur Windelversorgung eingereicht (Nele ist im Oktober 3 geworden..). Nach mehreren Anrufen bei der KK ging das Ganze dann zum MDK! Letzte Woche habe ich dann wieder bei der KK angerufen und die Genehmigung bekommen und mir wurde gesagt, mich würde das Vertragssanitätshaus anrufen und nach dem Windelbedarf bzw. Größe fragen. Auf meine Frage, ob ich nicht die Rechnungen einreichen könne, sagte mir der SB, das ginge nicht, sie würden die Windelversorgung nur über dieses Sani-Haus abwickeln und außerdem wäre das doch viel bequemer für mich, denn die Windeln würden mir ins Haus gebracht. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass es seit dem 01.01.05 eine Neuregelung bezüglich Sonderwünschen geben würde. Was denn für Sonderwünsche? Nele braucht ganz normale "Pampers", die ich in jedem Supermarkt (meistens bei Aldi...) kaufen kann.

Soweit so gut: ich bekam also am 21.01. ein Paket vom Sani-Haus mit 80 Original-Pampers. Damit komme ich jetzt 14 Tage aus und dafür habe ich 3 Monate auf eine Genehmigung warten und unzählige Telefonate führen müssen und muss jetzt erstmal wieder eine Dauerverordnung vom Kinderarzt besorgen, weil dieser nur eine Einzelverordnung ausgestellt hat. Ich muss schon sagen, was die KK da treibt, ist richtig wirtschaftlich :roll: .

Liebe Grüsse
Manuela
Manuela mit Nele (CDKL5)

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Beitragvon Reiner » 26.01.2005, 22:55

fienchen hat geschrieben: Ich muss schon sagen, was die KK da treibt, ist richtig wirtschaftlich :roll:


Hallo Manuela

Sicherlich ist das wirtschaftlich. Irgendwie müssen die Krankenkassen und deren Funktionäre doch Ihre Arbeisplätze sichern.

Mir geht auch jedesmal der Hut hoch, wenn unser KK Schbearbeiter mit seinen Gesetzen und Rechtsvorschriften argumentiert und einfache Verordnungen erst über mehrere Fachstellen zur Genehmigung weitergeleitet werden.

Ob schon mal jemand bei der KK eine Wirtschaftlichkeitsberechnung gemacht hat, was eingespart werden kann, wenn dieser ganze Formalismus eingestellt wird, und nach gesundem Menschenverstand entschieden wird.

Gruß

Reiner

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Antje34
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Beitragvon Antje34 » 27.01.2005, 20:18

So, hier Teil 2 des Briefwechsels, da kann man sich jetzt seinen Teil zu denken.
Also auf, wir verklagen alle unsere Krankenkasse, wer macht mit?

:evil: :evil: :evil: :evil:


Sehr geehrte Frau Telschow,

mit Ihrem Brief geben Sie eine allgemeine Mitteilung, wie die neue
gesetzliche Regelung ist, aber meine Frage ist nach wie vor nicht
beantwortet.

Daher bitte ich nochmals um Beantwortung.

1.Gilt diese Zuzahlungsregelung auch bei Kindern, vor allem wenn sie
behindert sind und eine Pflegestufe haben?
2.Haben die Kassen die Möglichkeit eine Einzelfallentscheidung zu treffen,
Windeln, die den Festbetrag überschreiten, doch voll zu übernehmen?

Meine Tochter ist aufgrund der Allergie gezwungen, diese teureren Windeln zu
benutzen, und sie ist aufgrund ihrer Behinderung dazu gezwungen, überhaupt
Windeln zu tragen.

Das kann nicht im Sinne des Gesetzgebers sein, 46.64 Euro im Monat für
Inkontinenz zur Verfügung zu stellen. Das reicht bei Produkten wie Hartmann
und Tena nie und nimmer!

Bei einem durchnittlichen Verbrauch von 5 Windeln täglich, sind das 150
Windeln im Monat. Beim ALDI zahlen Sie dafür 28,77 Euro. Die Tena pants plus
dagegen kosten ca. 182 Euro im Monat.
Also eine Mehrbelastung von 135,36 Euro monatlich. Das heißt nach 1-2
Monaten ist bereits die persönliche Belastungsgrenze von 1% erreicht, und
ich werde von weiteren Zuzahlungen befreit, also auch von der Zuzahlung zu
den Windeln, oder?????

Das hätte ich doch gerne beantwortet!

Ihre Antwort interessiert übrigens auch meine Krankenkasse, mit der ich
heute telefonierte. Die Mitarbeiter bedauerten, daß sie sich an die neuen
Bestimmungen zu halten haben und nicht mehr PATIENTENORIENTIERT entscheiden
dürften.

Mit freundlichen Grüßen,

Antje ....

hier die Antwort:

Sehr geehrte Frau ...,

vielen Dank für Ihre erneute Zuschrift.

Die Krankenkassen sollen den Versicherten darauf hinweisen, dass für ein erforderliches Hilfsmittel, für das ein Festbetrag festgesetzt wurde, die Kasse die Kosten nur bis zur Höhe des Festbetrages übernehmen. Wenn eine Befreiung von der Zuzahlung von der Krankenkasse erteilt wird, gilt diese nur für die Zuzahlung von 10 % bis zum Festbetrag - mind. 5 Euro max. 10 Euro. Die Differenz vom Festbetrag ( wird durch die Spitzenverbände der Krankenkassen festgelegt ) bis zur Entsumme muss der Versicherte allein bezahlen. Davon kann ihn auch die Krankenkasse nicht befreien. Das gilt auch für Kinder. Die Krankenkassen sind an die Richtlinien gebunden.

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung den Erwartungen, die Sie mit Ihrem Brief verbunden haben, nicht zu entsprechen vermag. Im Rahmen der Zuständigkeiten und Befugnisse gibt es keine Möglichkeit, den von Ihnen geschilderten Sachverhalt im Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung zu überprüfen bzw. hierzu eine wertende Stellungnahme abzugeben. Allein Ihre Krankenkasse ist rechtlich befugt und in der Lage, eine verbindliche Auskunft zu geben und eine Entscheidung zu treffen, denn nur sie verfügt über alle notwendigen Informationen und Unterlagen.

Sollten Sie mit einer Entscheidung Ihrer Krankenkasse nicht einverstanden sein, haben Sie zwei Möglichkeiten:

a) Die Entscheidungen der Krankenkassen können von der zuständigen Aufsichtsbehörde überprüft werden. Falls Sie eine solche aufsichtsrechtliche Überprüfung durchführen lassen möchten, wäre für die Fortisnova BKK das Bundesversicherungsamt, Friedrich-Ebert-Allee 38, 53113 Bonn, Telefon: 0228/ 61 90 ,zuständig.

b) Gegen einen Bescheid Ihrer Krankenkasse können Sie den Rechtsweg beschreiten und gegebenenfalls Klage vor dem örtlich zuständigen Sozialgericht, dessen Adresse Sie bei Ihrer Krankenkasse erfahren, erheben.

Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung kann auf die Entscheidungen von Krankenkassen und Aufsichtsbehörden keinen Einfluss nehmen.

Dieses Schreiben ist im Auftrag und mit Genehmigung des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung durch das Kommunikationscenter erstellt worden, dient Ihrer Information und schließt Rechtsverbindlichkeit aus.

Mit freundlichem Gruß

Carola Telschow

Kommunikationscenter
Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung
Viele Grüße,


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