Sehr hohe Ablenkbarkeit und langsam

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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Kaethe17
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Sehr hohe Ablenkbarkeit und langsam

Beitrag von Kaethe17 »

Hallo zusammen,
ich bin hier schon eine Weile angemeldet, habe viel gelesen und wollte auch schon oft schreiben und habe es dann doch nicht gepostet. Vielleicht jetzt.
Es geht um meinen 6-jährigen Sohn, bei dem mir oft Dinge aufgefallen sind, in denen er sich von seinen gleichaltrigen Freunden unterscheidet. Gleichzeitig werde ich auch einfach nicht schlau draus, weil sich so vieles widerspricht und unterm Strich kommt er einigermaßen und meistens gut klar.

Zum einen ist da ein große Reizoffenheit. Schon in der Krabbelgruppe nahm er Dinge wahr, die den anderen Kindern in der Regel nicht aufgefallen sind. Einmal ging zum Beispiel der Hausmeister durch den Raum. Mein Sohn hat sein Spiel sofort beendet und den Mann mit den Augen verfolgt, bis er verschwunden war. Kein anderes Baby nahm den überhaupt zur Kenntnis. Kindergarten ging am Anfang eigentlich nur für 2 Stunden.(Da war er 2,5 Jahre) Dann war er platt. Da er drei Stunden bleiben musste, kam er komplett reizüberflutet nach Hause. Corona sei dank bekam er dann ja noch mal Zeit. Mit 4 Jahren wurde es besser. Im letzten Kindergartenjahr hat er auch 6 Stunden geschafft (womit ich anfangs nie gerechnet hätte).
Wenn es laut wird, wird er zappelig. Er flattert oft mit den Händen macht auch viele Geräusche, wenn er aus reizvollen Situationen herauskommt. Er ritualisiert sehr schnell. Etwas, das einmal gemacht wurde, fordert er auf diese Art schnell wieder ein und es kann Wochen dauern, bis es nicht mehr thematisiert wird. Rituale und feste Abläufe helfen ihm sehr. Was aber lange hieß, dass ich ihn abends ins Bett bringen und die Abendroutine mit ihm machen musste, weil es mit meinem Mann nicht geklappt hat (das Ritual war nicht übertragbar). Bis heute braucht mein Sohn für den Ablauf noch Anweisung und eine Schritt-für-Schritt-Erinnerung.
Nun kam er mit frischen 6 Jahren in die Schule. Er geht da gerne hin. Aber schon in der ersten Woche kam die Rückmeldung, dass er zu langsam arbeitet. Er bringt Arbeitsblätter zum Nacharbeiten mit. Und - das ist wieder etwas, das mich wundert - es geht hier erstaunlich schnell. Er geht damit selbstständig in sein Zimmer und sagt mir nur, mit welcher Aufgabe er beginnt. Er stellt sich eine Sanduhr mit 10 min. Dann macht er 5 min Pause und es geht von vorne los. Länger als 20-30 min brauchte er noch nicht. Und dann hat er die Hausaufgaben und die Aufgaben, die er nacharbeiten muss, erledigt. Er bekommt auch gut mit, was er machen soll. Ehrlich gesagt habe ich den Eindruck, dass er sehr viel mitbekommt, was in dem Raum passiert und im Moment noch gar keine Möglichkeit hat, diese Informationen zu priorisieren. Aber er wusste gestern, dass sie eine Tischunterlage mitbringen sollen und dass die Klassenlehrerin dazu seine Mail an die Eltern schreiben wollte. Ich hatte bis abends keine Mail und als ich eine Mutter aus der Klasse traf, fragte ich sie, aber weder sie noch ihre Tochter wussten etwas davon. Die Mail kam dann um 23 Uhr und er hatte alle Infos dazu richtig behalten und mir erzählt.
Er ist ein sozialer und sehr offener Junge, der aber erst spät (mit 4,5 Jahren) soziale Kontakte mit Gleichaltrigen gesucht hat. Auch jetzt hat er wenige gute und einen allerbesten Freund. Er ist wahnsinnig rational und hat ein sehr technisches Weltbild. Angst vor Monstern und Geistern gab es hier bisher noch nie, dafür ist seine größte Angst, dass er sterben und in einem dunkeln Grab liegen könnte. Tiere waren ihm lange suspekt, weil die so unberechenbar waren. Aber insgesamt spielen Ängste keine große Rolle. Er ist auch ein Emotionsbündel (und benennt seine Gefühle auch schon seit er sprechen kann) und für einen guten Witz würde er alles tun. Und ich finde ihn auch wirklich empathisch. Er bietet verschiedenen Kindern, verschiedene Spiele an. Wir hatten neulich Besuch von seiner Patentante, die er ganz selten sieht, und auch da hat er Spielangebote gemacht, die auf sie "zugeschnitten" waren.
Warum ich das ganze jetzt unter dem ADS -Label poste sind seine Langsamkeit, seine sehr hohe Ablenkbarkeit, seine Vergesslichkeit und seine oft fehlende Selbstorganisation. Er ist auf der einen Seite so selbstständig (seit der vier Jahre ist, fährt er allein mit dem Bus vom Kindergarten nach Hause (Vorteil des Landlebens ;))) und traut sich viel zu. Auf der anderen Seite bekommt er oft einzelne Abläufe nicht hin. Alleine den Tisch decken zum Beispiel... Oder in der Schule gibt es eine Kiste mit Materialien. Darin findet er nix.
Bei der Einschulungsuntersuchung sollte er auf einem DinA4 Blatt voller Smilies die traurigen wegstreichen. Die erste Zeile war super, dann hat er komplett die Orientierung verloren und hat den Stift wahllos über die Smilies kreisen lassen.
In seiner Grobmotorik ist er auch ein bisschen langsam. Das ist alles nicht ganz so geschmeidig, aber er konnte mit 3 Radfahren und schwimmt sehr gern - vor allem liebt er tauchen. "Mama, unter Wasser ist es immer so schön ruhig." Schwimmen hat er sich selber beigebracht, weil wir einfach viel im Schwimmbad waren. Es hat so viele Monate gedauert, bis er sich getraut hat den Kopf unter Wasser zu tauchen. Und dann ist lange "gepaddelt", bis er dann einen Schwimmkurs besuchen wollte. Ich durfte ihm nicht zeigen, wie es geht. Auch hier ist mein Eindruck, dass es ihm möglicherweise schwer fällt, das Gesagte umzusetzen. Und er sucht sich daher lieber seine eigene Wege.
Beim Kindergarten habe ich das alles angesprochen. Aber die meinten, er läuft gut mit. Sie hatten zwar am Anfang bemängelt, dass er zu unflexibel sei, aber nachdem er den Ablauf 2 Jahre kannte, gab es da so viele Überraschungen nicht mehr. Er wäre organisiert und wüsste, wo seine Sachen sind. Und wenn sie raus gingen, sei er oft einer der ersten, die fertig wären. Die Aussage meines Sohnes dagegen ist, dass er fast immer der letzte war, der sich zum Bus aufgestellt hätte. Er musste dann aus dem Spiel raus und sich von seinen Freunden verabschieden, die nicht mit Bus fuhren. Und mein Eindruck war, dass er sich ganz gut "unsichtbar" machen konnte. Jedenfalls wussten sie oft gar nicht, wo er ist- und wenn er dann auftauchte, hatte er sich mit seinem Kumpel in eine halbwegs ruhige Ecke verzogen.
Und die Kinderärztin meint zu meiner Nachfrage: "Meckert der Kindergarten? Nein? Dann sitzen Sie das aus. Es zeigt, dass er mit der Reizoffenheit klarkommt und Wege findet."

Vielleicht meckert jetzt also die Schule. Aber vielleicht bekommt er in ein paar Wochen oder Monaten auch da den Dreh raus. Übergangssituationen sind hier immer nicht ganz leicht, aber er kann sich ziemlich gut anpassen. Manchmal bin ich froh darüber und manchmal treibt es mir einfach nur die Tränen in die Augen, weil ich spüre, dass es ihn viel Kraft kostet.

Ich war selber vor einem guten Jahr bei einer Psychologin, weil mir eine Freundin riet bei mir selbst ADHS abklären zu lassen. Ich hatte nur das Erstgespräch und die Therapeutin meinte, es würde vieles dafür sprechen, obwohl ich finde, dass viele Dinge eigentlich nicht passen. Ich hatte z.B. nie Probleme in der Schule, aber schon immer damit mich zu strukturieren. Nach dem Gespräch hatte ich jedenfalls den Eindruck, dass man seine Diagnose schon bekommt, wenn man an der richtigen Stelle, die richtigen Probleme benennt. Das ist natürlich viel zu kurz gegriffen. Das ist nur etwas, was ich so empfinde... , so, als wäre das nie sicher und vielleicht eben nur Perspektive der jeweiligen Therapeuten... und dann bekomme ich Zweifel.... Für mich selber, aber eben auch mit der Frage, ob und wenn ja, was, ich bei meinem Sohn abklären lassen möchte.

Danke fürs Lesen.

Viele Grüße
Kaethe
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Regina Regenbogen
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Re: Sehr hohe Ablenkbarkeit und langsam

Beitrag von Regina Regenbogen »

Dein Sohn scheint sehr gute Kompensationsstrategien zur Selbstregulierung aufbauen zu können. Wie du schon selbst schreibst, sind die Übergänge erst mal sehr holperig. Von daher würde ich noch keine Diagnostik anstreben, sondern den Verlauf des 1. Schuljahres abwarten und weiter gut beobachten. SOLLTE er ADHS haben, wird sich die Situation erfahrungsgemäß zur Mitte des 2. Schuljahres spätestens zu Beginn des 3. Schuljahres verschärfen.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese
Nora M
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Re: Sehr hohe Ablenkbarkeit und langsam

Beitrag von Nora M »

seine Langsamkeit, seine sehr hohe Ablenkbarkeit, seine Vergesslichkeit und seine oft fehlende Selbstorganisation.
Hallo und herzlich willkommen,

oft haben wir Mütter einen guten Riecher. Es kann also gut sein, dass dein Kind im ADS/ADHS Spektrum ist. Es könnte aber auch sein, dass durch die vielen mittlerweile zugängigen Informationen zu diesem Thema man auch eine Überwachsamkeit entwickelt.

Mein Sohn hat mittelschweres ADHS und ist Asperger Autist mit Hochbegabung. Die Hochbegabung wurde nach Problemen in der Vorschule (letztes Kitajahr nach Kitawechsel) festgestellt, das ADHS mit 8, Asperger dann mit 9. Zuvor wurde ADHS und auch Autismus lapidar ausgeschlossen (nie wirklich getestet, sondern anhand von Anamnese oder oberflächlichen Untersuchungen), da er eben durch die Hochbegabung und das Zusammenspiel aus ADHS- und Autismussymptomen kein leicht zu diagnositizierender Fall war, da einiges nicht dem Stereotypen des ADHSlers, bzw. des Autisten passt(e). Wir sind letztendlich bei einer renommierten Uniklinik vorstellig geworden, nachdem wir wirklich große Schulprobleme hatten (er stand kurz vor "nicht beschulbar")und Hilfemaßnahmen NUR auf Hochbegabung gerichtet und ADHS gerichtet, nicht halfen,sondern eher die Dinge noch schlimmer machten.

Es ist schwierig auf die Ferne zu sagen, ob du Recht hast oder ob vielleicht auch etwas anderes dahinter steckt.

Alles in allem finde ich, dass sich das nach einem reizoffenen, sensiblen, fitten Kind anhört. Ich könnte mir vorstellen, dass er auch in Richtung Hochsensibilität geht. Lies dich dazu doch gerne mal ein. Diese Kinder sind sehr reizoffen, da sie wie ADHSler und Autisten eine Reizfilterschwäche haben, ansonsten unterscheiden sie sich jedoch sehr, da sie meist keine sozialen Probleme, bzw. in der sozialen Interaktion haben und sehr feine Antennen für Stimmungen und Gefühle/Bedürfnisse haben. Auch haben sie in der Regel keine Probleme mit der Konzentration, wenn sie sich in einer ruhigen Umgebung aufhalten. Ein Kind mit ADHS lenkt sich ständig ab, auch wenn es ruhig ist :mrgreen: , sofern das Kind nicht in den Hyperfokus geht, weil es was SUPERSPANNENDES ist.

Da dein Kind laut deiner Aussage kontaktfreudig und sozial ist und in der Lage ist Freundschaften zu schließen und zu erhalten, es aber vorzieht WENIGE gute Freunde zu haben, könnte das mit der HSP gut passen. DA hochsensible Kinder auch oft mit "zuviel auf einmal" überfordert sind.

Wie gesagt: auf die Ferne sehr schwer zu beurteilen, noch dazu sind wir alle "nur" Eltern, keine Profis. Ich würde aber auch zumindest mal noch das erste Halbjahr abwarten und das Gespräch mit der Lehrkraft, denn ADHS wird nur allzu schnell "diagnostiziert", da dies (leider ist das so) leicht zu behandeln ist mit Medikamenten, was für die Ärzte zudem recht lukrativ ist.

In der Regel sollte einer ADHS-Testung eine körperliche Untersuchung vorausgehen (Schilddrüse, Vitaminmangel etcpp ausschließen) und eine ausführliche Anamnese, FRagebögen, eine IQ-Testung und spezielle Konzentrationstests folgen.

Bei einer Autismustestung ist es noch komplizierter, da gibt es noch einige Tests mehr und das wird auch nicht "gern" diagnostiziert, weil einem mit dieser Diagnose sehr viel Unterstützung zusteht, die den Staat viel Geld kostet.

Grüße Nora
Sohnemann (2012) *heterogen HB, ASS (noch F84.5 diagnostiziert)mit komorbider ADHS

Mittlere (2014) *HSP, V.a. AD(H)S und Dyskalkulie

Jüngste (2017) *Pfapa Syndrom, HSP, ASS und ADHS (Diagnose 2024)

Mama *HSP, Aspergersyndrom und Komprbiditäten (Diagnose 2024)

Papa *ADHSLer (undiagnostiziert, aber eindeutig) m. autistischen Zügen
Kaethe17
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Re: Sehr hohe Ablenkbarkeit und langsam

Beitrag von Kaethe17 »

Liebe Regina, liebe Nora,

ganz herzlichen Dank für eure Rückmeldungen und die Zeit, die ihr euch genommen habt! Ihr helft mir sehr.

@Regina: Ich finde diese konkrete Zeitangabe mit 2. Hälfte 2. Schuljahr sehr hilfreich und es leuchtet mir sofort ein, dass es dann viel mehr Stoff in der Schule zu bewältigen gibt.

Ich war von der schnellen Rückmeldung der Lehrerin irritiert, die ihm gegenüber äußerte dass er viel zu langsam sei. Und da ploppten alle anderen Auffälligkeiten auf, die es über die Jahre so gab. Aber ich sehe auch, dass es mir und meinem Sohn gut tut, ihm jetzt erst einmal Zeit zu lassen. Irgendwie gerate ich zu schnell in die Schiene der „Rechtfertigung“ mit ihm.

In seinem ersten Kindergartenjahr kam die Rückmeldung vom Kindergarten, er könne sich nicht auf unbekannte Situationen einlassen und man müsse das beobachten. Andere Kinder wären da viel entspannter. Festgemacht wurde es daran, dass er vom gestellten Frühstückstück des Kindergartens nicht probieren wollte, sondern lieber sein Frühstück von zu Hause essen wollte. Da war ich sauer. Da war er 2,5 und ich fand das völlig überzogen. Als die Erzieherin gewechselt hat, war das dann kein Thema mehr und das hat sich gut ausgewachsen, auch wenn es Zeit brauchte und ihm bis heute eine gewisse Planbarkeit des Tagesablaufs wichtig ist. Aber bitte – wem eigentlich nicht?

Naja und im Vergleich zu anderen Kindern, ist er oft nicht so „cool“. Wenn viel an Reizen auf ihn einstürzt, merkt man das in der Regel immer an seinem Verhalten.

@Nora – Dank für deine Erzählung von deinem Sohn und es tut mir wirklich leid für euch, dass ihr so einen langen und steinigen Weg gehen musstet. Tatsächlich ist es ja das, was man seinem Kind ersparen möchte – diese Erfahrung der „Unbeschulbarkeit“ zu machen und den ganzen emotionalen Rattenschwanz dazu fühlen zu müssen ( und sich selbst als Eltern übrigens auch!) . Gut, dass ihr jetzt Antworten habt.

Ich frage mich manchmal, wie viel Platz für „anders sein“ in der Welt ist und wann der Vorwurf kommt oder gerechtfertigt ist, dass ich mehr hätte suchen / forschen müssen.

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„Alles in allem finde ich, dass sich das nach einem reizoffenen, sensiblen, fitten Kind anhört. Ich könnte mir vorstellen, dass er auch in Richtung Hochsensibilität geht.“
Danke für den Gedanken! Ich habe zu dem Thema tatsächlich schon einiges gelesen und finde da vieles passend, weil diese Reizoffenheit einfach zu 100% vorhanden ist. Mein Problem mit dem Thema war, dass ich da immer wieder auf recht esoterische Ansichten gestoßen und das fand ich schwierig. Die Akzeptanz von sensiblen Menschen finde ich bisher leider auch eher überschaubar. Eine seine Erzieherinnen hat einige Male gesagt, dass er einfach zu sensibel sei – und sie hat das nicht besonders freundlich gemeint, sondern so, als wäre es unsere Schuld, dass er nicht „abgehärtet“ sei. Aber wie gesagt, unterm Strich hat er gute Erfahrungen im Kindergarten gemacht und hat erlebt, dass er dort klarkommen kann.

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„Da dein Kind laut deiner Aussage kontaktfreudig und sozial ist und in der Lage ist Freundschaften zu schließen und zu erhalten, es aber vorzieht WENIGE gute Freunde zu haben, könnte das mit der HSP gut passen. DA hochsensible Kinder auch oft mit "zuviel auf einmal" überfordert sind.“
Das trifft definitiv auf meinen Sohn zu. Er ist oft der Beobachter, aber er ist absolut interessiert an sozialen Kontakten und geht immer dorthin, wo etwas los ist. Auch wenn er erst dann entscheidet, ob er auch in die Situation geht oder nur schaut. Als er im Kindergarten einmal ohne seine Freunde klarkommen musste (Krankheit), fragte ich ihn, ob er mit anderen gespielt hätte. Da sagte er: "Nein, wieso denn. In ein paar Tagen sind meine Freunde wieder da. Dann kann ich doch nicht mit den anderen UND mit ihnen gleichzeitig spielen.“ Auch aus einem Schwimmkurs hat er einen Freund „mitgebracht“. Also, er knüpft auch „spontane“ Kontakte.

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„Auch haben sie in der Regel keine Probleme mit der Konzentration, wenn sie sich in einer ruhigen Umgebung aufhalten. Ein Kind mit ADHS lenkt sich ständig ab, auch wenn es ruhig ist“
So, und das ist genau der Punkt, den ich kaum beantworten kann. Es gibt viele Situationen, in denen ich sagen würde, er konzentriert sich gut. Er werkelt gerne an seiner Werkbank und da verschwindet er für bis zu einer Stunde im Schuppen und sägt und hämmert. Er spielt auch ausdauernd. Also, es ist nicht so, dass er da ständig springt. Aber er mag es nicht zu malen und da ist nach 5 Minuten alles aus. Er hört sehr interessiert Geschichten zu und das können dicke Bücher ohne Bilder sein (er sucht sie sich selber in der Stadtbücherei aus). Wir waren neulich 5 Stunden im Naturwissenschaftlichen Museum und er hat jeden Käfer zweimal umgedreht und am Ende wollte ich nicht mehr. Also, er ist schon sehr „Lust“ gesteuert. Aber das ist ja auch ein Stück weit völlig normal.
Aber: Er ist oft nicht nur durch Außenreize, sondern auch durch seine Gedanken abgelenkt. Also, wenn er aktuell an einem Arbeitsblatt sitzt und Buchstaben und Zahlen schreiben soll, dann fällt ihm alles mögliche ein. Was er in der Schule erlebt hat, was er heute noch machen wollte, dass er heute einen super Witz erzählt bekommen hat und und und. Da würde ich sehr wohl sagen, dass ihm eine zielgerichtete Konzentration nicht gut gelingt. Ebenso bei solche Tätigkeiten wie Tisch decken oder Tasche packen. Da hat er am Ende dreimal mit der Katze gespielt und das Glas mit dem Kleingeld ausgeschüttet, um mal zu zählen, wie viel Centstücke da jetzt drin sind, er hat an der Ukulele gezupft und das Waschbecken volllaufen lassen, weil er von dem leeren Apfelmusglas das Etikett lösen möchte. Und keine der Handlungen ist wirklich beendet und die Tasche ist natürlich auch nicht gepackt. Er kommt mir dann vor wie ein junger Hund, der einfach allem hinterherrennt, was sich bewegt.

So oder so: DANKE. Ich weiß gerade wieder, dass ich die Haltung einnehmen kann, ihm Zeit zu lassen und in der Schule erst einmal anzukommen. Ich habe die letzten Tage sehr bewusst wahrgenommen, wie viele Dinge ihn aktuell beschäftigen. Er bekommt so viel neue Informationen über die neuen Klassenkameraden, über den Klassenraum, über das Schulgelände, die Busfahrt. Jeden Tag berichtet er, was es Neues zu entdecken gab. Und sein bester Freund ist auch nicht mit in seine Klasse gekommen. Auch das ist für ihn ein harter Umbruch, den er verarbeiten muss (er wusste es aber schon lange im Vorfeld, dass es so kommen würde). Und – das ist wohl das wichtigste – er kommt jeden Tag total glücklich nach Hause und sprudelt nur so von Eindrücken.

Für mich heißt das auch so oder so: Zurück auf Anfang und die Nachmittage so stark zu entschlacken wie es geht. Ihm Nachmittags Zeit für sich geben und für alles, was bei der Reizverarbeitung hilft – und viel Struktur und einfach Dasein. Und weiter Handlungsabläufe einzuüben, bleibt wohl auch eine Aufgabe, die uns so oder so begleiten wird.

Ich werde mich noch mal zum Thema Hochsensibilität umschauen!

Vielen Dank für eure Anregungen, Erfahrungen, Eindrücke.

Liebe Grüße

Kaethe
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Regina Regenbogen
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Re: Sehr hohe Ablenkbarkeit und langsam

Beitrag von Regina Regenbogen »

Kaethe17 hat geschrieben: 16.09.2023, 10:34 Für mich heißt das auch so oder so: Zurück auf Anfang und die Nachmittage so stark zu entschlacken wie es geht. Ihm Nachmittags Zeit für sich geben und für alles, was bei der Reizverarbeitung hilft – und viel Struktur und einfach Dasein. Und weiter Handlungsabläufe einzuüben, bleibt wohl auch eine Aufgabe, die uns so oder so begleiten wird.
Ihr habt schon viel erreicht, dein Kind ist in der glücklichen Lage, zu Hause einen sicheren Hafen zu haben, in dem es verstanden und akzeptiert wird und wo er auch mal mehr oder weniger stark zusammenbrechen kann, wenn es mal wieder 2 Schritte vor und einen Schritt zurück geht. Das alleine wird ihm unfassbar viel Kraft geben, die jetzt neuen und auch alle zukünftigen Situationen bewältigen zu können - weil du dein Kind lesen kannst.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
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Re: Sehr hohe Ablenkbarkeit und langsam

Beitrag von Kaethe17 »

Regina Regenbogen hat geschrieben: 16.09.2023, 18:11
Ihr habt schon viel erreicht, dein Kind ist in der glücklichen Lage, zu Hause einen sicheren Hafen zu haben, in dem es verstanden und akzeptiert wird und wo er auch mal mehr oder weniger stark zusammenbrechen kann, wenn es mal wieder 2 Schritte vor und einen Schritt zurück geht. Das alleine wird ihm unfassbar viel Kraft geben, die jetzt neuen und auch alle zukünftigen Situationen bewältigen zu können - weil du dein Kind lesen kannst.


Ganz lieben Dank für deine stärkenden Worte. Sie werden mich begleiten. LG
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Re: Sehr hohe Ablenkbarkeit und langsam

Beitrag von Kaethe17 »

Hallo, hier ein kleines "update" von uns.

Die Problematik begleitet meinen Sohn weiterhin. Die meisten Aufgaben schafft er im Moment in der Schule, aber nach wie vor kommen immer mal wieder auch Aufgaben mit, die er noch zu Hause fertig machen muss. Das wäre soweit nicht schlimm. Extrem war es in einer Woche, in der seine Klassenlehrerin nicht da war und die Klasse jeden Tag einen anderen Vertretungslehrer hatte oder auf die anderen Klassen aufgeteilt wurde. Da waren die Aufgaben höchstens angefangen. Aber auch in dieser Zeit war er immer gut sortiert. Er wusste genau, was es zu tun gab und was er zu Hause machen musste. Auf die Frage, warum es ihm in der Schule so schwer fiel sich dranzusetzen , war seine Antwort: Es sei viel zu aufregend, andere Lehrer oder gar Klassen kennenzulernen. (Er konnte den Stoff der "Fremdklassen" gut wiedergeben :alien: ). Gleichzeitig hat er sich in dieser Woche die Haare im Unterricht geschnitten. Das ganze Pony ist weg. Hierzu sagte Sohn, ihm wäre langweilig gewesen.... Der Lehrer hat es wohl nicht bemerkt. Nunja, wächst nach. Aber solche "Übersprungshandlungen" gab es in den letzten Wochen in der Schule auch schon - und ehrlich gesagt macht mir das am meisten Bauchweh. Einmal hat er sich seine Trinkflasche so fest um den Mund angesaugt, dass er überall Blutergüsse hatte und gebissen hat er sich auch schon selber. Wenn ich mit ihm drüber spreche, dann klingt das wie eine Mischung aus Langeweile , aber auch so eine innere Anspannung / Unruhe. Er sagt dann auch selber, dass es nicht gut war, sich selber weh zu tun und er wiederholt es auch nicht - aber es kommt dann halt etwas anderes.

In seinem Kopf ist gefühlt immer Aktion. Neulich kam er nach den Hausaufgaben aus seinem Zimmer und sagte: Fünf mal vier muss 20 sein, weil ja zehn mal zwei auch zwanzig ist und fünf die Hälfte von zehn und dafür vier das Doppelte von zwei. Und dass es auch andere Rechnungen gäbe, bei denen das funktioniere. Also, selbst wenn die äußeren Reize abgeschaltet sind, schreibt er nicht einfach seine Ziffern und Buchstaben, sondern hat Party im Kopf. Er liebt es zu rechnen und saugt da alles in sich auf, aber auch das passiert alles „im Vorübergehen“.

Das Lesen klappt gut. Er lernt nach der Silbenmethode und ich glaube, das ist ein Segen für ihn. Sobald er eine Silbe richtig tief verinnerlicht (also sehr oft wiederholt hat), klappt das zuverlässig gut. Ansonsten liest er je nach Tagesform auch schon Wörter mit Buchstaben, die sie noch gar nicht hatten, oder es kommt kein einziges Wort heraus, weil die Buchstaben wild durcheinander geworfen werden.

Er selber ist mit sich – so wie er sagt und so wie er auf mich wirkt – sehr zufrieden. Er sagt manchmal, dass er langsamer war, aber dass es ihn nicht gestört hat. Er nimmt auch wahr, dass er nicht immer der Langsamste ist. Die „Belohnungsaufgaben“, die man machen darf, wenn man die „Pflichtaufgaben“ erfüllt hat, schafft er nie. Manchmal ist er darüber traurig und dann biete ich ihm an, diese Aufgaben hier zu machen. (Meistens ist das Basteln oder Kneten). Manchmal macht er es dann, manchmal ist es dann doch nicht so wichtig. Außerhalb von Schule hat er auch weiter Lust sich zu verabreden und neues Hobbies auszuprobieren. Ich versuche die Balance an neuen Erfahrungen, aber eben auch immer viel runterfahren zu finden.

Die ungeliebten Routineaufgaben zu Hause (anziehen, aufräumen...) brauchen wieder deutlich mehr Begleitung als das vor Schuleintritt war. Da merke ich schon, dass die Akkus für die „langweiligen Dinge"– vor allem gegen Abend – leer sind. Da gibt es – im Gegensatz zu den Schulsachen – auch viel mehr Diskussionen. Hausaufgaben und Nacharbeit sind ihm manchmal lästig, aber er ist absolut motiviert und zuverlässig, dass er es fertig machen möchte. Aber wenn er abends ins Bad soll, da kommt er nicht an, da lenkt jedes Staubkörnchen ab und er muss schnell noch 100 Dinge tun, die ihm dadurch gerade einfallen.

Mitte November gibt es Gespräche mit der Klassenlehrerin. Da höre ich mir mal ihre Perspektive an. Nach der schnellen Rückmeldung nach den ersten 14 Tagen, er sei zu langsam, kam jetzt von ihr aus nichts mehr.

LG Kaethe
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Regina Regenbogen
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Re: Sehr hohe Ablenkbarkeit und langsam

Beitrag von Regina Regenbogen »

Das hört sich doch richtig gut an. Prima wie ihr das so wuppt. ;-)

Ich kenne die Schwierigkeit der Unterscheidung, wann ich etwas antreiben muss und wann besser abbremsen, noch sehr gut. Teils heute noch kommt es vor, dass ICH nicht in kontraproduktive Verhaltensweisen verfalle.
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Re: Sehr hohe Ablenkbarkeit und langsam

Beitrag von Nora M »

Hallo,

alles in allem läuft es ja und das ist gut.

Das Schlimme an der Schule ist, dass von Beginn an Druck aufgebaut wird. Wenn nach 14 Tagen schon kommt: das Kind ist zu langsam 😳. Da sind die kleinen Knirpse doch noch komplett damit beschäftigt, den neuen Ablauf, die neue Umgebung und die neuen Menschen zu verarbeiten.


Der eine kriegt das schneller hin, der andere braucht eben was länger.

Leider ist für „unterschiedlich sein“ in unserer Gesellschaft immer weniger Platz.

Da wird gegendert ohne Ende und ein Riesen-Tamtam gemacht ob man nun m/w/d schreiben muss oder soll, aber gleichzeitig erwartet, dass alle Kinder im gleichen Alter alles gleich gut und schnell können…?! Das erschließt sich mir nicht so ganz.

Ich bin etwas vom Thema angekommen: du sagtest dass Hochsensibilität für dich mehr in die esoterische Schiene gehört. Es ist richtig, dass es sehr viele Jahre nicht „ernst“ genommen wurde und weiterhin nicht so ernst genommen wird, aber immerhin wird mittlerweile darüber diskutiert, ob HS in den ICD aufgenommen werden sollte oder nicht. Noch hat man sich dagegen entschieden, aber weiß wie lange noch. Viele Entdeckungen in der Psychologie wurden anfangs nicht für voll genommen. Das ist der normale Lauf der Dinge, für jede neu entdeckte „Störung“ braucht es Jahre, bis es etabliert ist….

Ich persönlich glaube, dass Hochsensibilität irgendwie auch verwoben ist mit Autismus und ADHS. Auch ADHS und Autismus haben ja, zumindest wenn man das genetisch betrachtet irgendwie was miteinander zu tun. Es gibt symptomatische Überschneidungen und häufig kommen ADHS und ASS in einer Familie (gehäuft) vor.

Bei beiden ist Reizoffenheit, bzw. Reizfilterschwäche ein großes Thema. Letzten Endes wird vielleicht irgendwann mal festgestellt, dass ADHS, Autismus und Hochsensibilität alle zu einem Riesen-Spektrum gehören?! Wer weiß.
Sohnemann (2012) *heterogen HB, ASS (noch F84.5 diagnostiziert)mit komorbider ADHS

Mittlere (2014) *HSP, V.a. AD(H)S und Dyskalkulie

Jüngste (2017) *Pfapa Syndrom, HSP, ASS und ADHS (Diagnose 2024)

Mama *HSP, Aspergersyndrom und Komprbiditäten (Diagnose 2024)

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Re: Sehr hohe Ablenkbarkeit und langsam

Beitrag von Kaethe17 »

Hallo und ganz, ganz lieben Dank für eure Rückmeldungen. Es hilft mir wirklich sehr, mich zu sortieren und eine bessere Haltung für mich zu finden.

@Regina Du bringst es auf den Punkt. Die Jonglage zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen der Freude an Neuem und den Zeiten zum Ent-Reizen, zwischen Bewegung und Ruhe - und die große Frage, was ist eigentlich wann dran. Wir kommen unterm Strich mit dem "Versuch-und-Irrtum"-Prinzip ganz gut klar und selbst unser Sohn kann inzwischen schon formulieren, wenn er sich "geirrt" hat. Er sagt manchmal selber, ich dachte, ich möchte das und dann hatte ich keine Kraft dafür. Genauso kann er mir aber auch deutlich rückmelden, wenn ich ihn irgendwo "reingequatscht" habe und es ihm am Ende zu viel war. Da ich selber mit diesem Anspruch erzogen wurde, dass man sich "durchbeißen" muss, neige ich immer noch dazu, viel von ihm zu fordern und arbeite sehr an mir, dass er andere Erfahrungen machen darf. Inzwischen merke ich auch selber spürbar, dass es in mir ein Umdenken gibt und ich eine ganz andere Perspektive auf ihn bekomme und auch wirklich wahrnehme, wie viel er schon geleistet hat, bevor er nicht mehr kann.

@Nora Ich hab völlig vergessen noch mal auf das Thema Hochsensibilität einzugehen. Das tut mir leid, denn es war ein super Tipp für mich, mich noch mal einzulesen. Am stärksten habe ich mich und meinen Sohn in dem Punkt gefunden, dass HS nicht nur mehr Reize aufnehmen, sondern auch länger brauchen, bis sie verarbeitet sind. Das trifft bei uns echt ins Schwarze. Für mich ist das ein Aspekt, der mir hilft, meine Perspektive zu wechseln und das einfach als gegebenen anzunehmen. Zeit lassen und Zeit geben wird gerade viel wichtiger und bewusster in den Alltag eingebaut. Abends versuche ich früh mit ihm ins Bett zu kommen, aber dann auch die Ruhe zu haben, Hibbeligkeit oder 1000 Fragen und Gedanken oder Kuschelbedürfnis in Ruhe zu begleiten bis der Tag losgelassen werden kann. Es hat also vor allem meine innere Einstellung beeinflusst, ihm diese Zeit einfach zuzugestehen und weniger zu problematisieren.

Und was du zum Druck in der Schule schreibst….. Ich bin auch erstaunt und dachte, dass gerade die erste Klasse Raum zum Ankommen bietet. Beim Elternabend nach den ersten 3 Wochen stieg die Klassenlehrerin mit der Geschichte von der Schule der Tiere ein. Diese Geschichte, bei der Nashorn, Elefant und Giraffe genauso auf die Bäume klettern sollen, wie der Affe und das Eichhörnchen. Nur klang ihre Deutung der Geschichte so: „Sehen Sie, so unterschiedlich kommen die Kinder hier her. Und ich muss jetzt dafür sorgen, dass die Kinder alle den Baum raufkommen. Da können Sie sich vielleicht vorstellen, was das für eine Arbeit ist.“ Soviel zum Blick auf das Individuum.

Viele liebe Grüße
Kaethe
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