Wann gilt man als geheilt? Epilepsie und Führerschein

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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svala
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Wann gilt man als geheilt? Epilepsie und Führerschein

Beitrag von svala »

Hallo liebe Leute. Mein Sohn, 18, möchte den Führerschein machen. Er hatte seit 2012 keinen grossen Anfall mehr. Seit Anfang 2019 ist er medikamentenfrei und jährliche 24h-EEGs zeigen keine Auffälligkeiten. Er ist der Meinung, daß Thema ist durch und er hat keine Epilepsie mehr. Vom Arzt bekamen wir keine konkrete Aussage, ob er nun noch als Epilepsiekrank gilt oder nicht. Muss mein Sohn die ehemalige Epilepsie nun trotzdem auf dem Führerscheinantrag angeben? Gilt er weiterhin als Epilepsiekrank? Er hat Angst, dass ihm das alles verbaut. Viele Grüsse
Sohn (11/2004) Hirnblutung im Mutterleib ohne organische Ursache, Hydrocephalus, Hemiparese
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Rosi vD
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Re: Wann gilt man als geheilt? Epilepsie und Führerschein

Beitrag von Rosi vD »

Hallo
Das ist ja sicher irgendwo dokumentiert.
Die Papiere einfach beilegen.
Normal muss man minimal 6 Monate komplett anfallsfrei sein fuer den Fuehrerschein.
Also auch keine " kleineren" Anfaelle.
Da er ja eine Hemiparese hat ,muss eh ein Verkehrsmedizinisches Gutachten erbracht werden.

Wie steht der behandelnde Neurologe zum Fuehrerscheinerwerb?

Gr Rosi
Ninna
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Re: Wann gilt man als geheilt? Epilepsie und Führerschein

Beitrag von Ninna »

Hallo, schau mal in die Anlage 4 der fev ( Fahrerlaubnisverordnung). Da wird Epilepsie explizit aufgeführt .

LG Ninna
kati543
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Re: Wann gilt man als geheilt? Epilepsie und Führerschein

Beitrag von kati543 »

Hallo,
es gibt klare Regeln für Epilepsie und Führerschein. Da dein Sohn seit über 10 Jahren anfallsfrei und seit 4 Jahren Medikamentenfrei ist und keinerlei epileptische Anzeichen in der Verlaufskontrolle zeigt, ist es kein Problem. Die Frage im Antrag müsst ihr trotzdem bejahen. Bei mir hatte damals der behandelnde Neurologe ein Gutachten ausgestellt. Das war kein Problem. Er muß sich dazu ja schriftlich äußern und nicht mündlich. Also fordert ihn dazu auf! Klar macht er das nicht kostenlos.

https://www.mara.de/fileadmin/Krankenha ... schein.pdf

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
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D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, komb. Fettstoffwechselstörung, Esstörung, Taub R, Trigonoceph., Hypertonie, Strabismus, Mikrodeletion 3p26.3, Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)
svala
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Re: Wann gilt man als geheilt? Epilepsie und Führerschein

Beitrag von svala »

Hallo Rosi,
wir haben keinen Neurologen. So etwas gibt es hier nicht, weder für Kinder noch für Erwachsene. Ganz früher, in der akuten Anfallsphase sind wir 135km zu einen Kinderneurologen gefahren. Die weiteren EEGs wurden in der normalen Kinderklinik gemacht und die Medikamentation wurde vom Kinderarzt betreut. Der ist nun mit 18 nicht mehr zuständig und wollte halt auch keine Aussage zum Führerschein treffen. Wir finden ja nichtmal einen Hausarzt, geschweige denn, dass uns jemand sagen könnte, wie es mit der Epilepsie-Betreuung weitergeht oder ob das noch 11 Jahren Anfallsfreiheit überhaupt noch notwendig ist. Vielen Grüsse
Sohn (11/2004) Hirnblutung im Mutterleib ohne organische Ursache, Hydrocephalus, Hemiparese
Irmengardelisabeth
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Re: Wann gilt man als geheilt? Epilepsie und Führerschein

Beitrag von Irmengardelisabeth »

Das ist ein heikles Thema.
Ich hatte vor einigen Jahren einen Schüler, der das ok der Neurologin für den Führerschein hatte. Medis abgesetzt(schon länger), eeg unauffällig.
Dann hat er leider nach 2 durchzechten Nächten mit viel Schlafmangel und Unterzucker heftigst gekrampft. Damit war die Aussicht auf den Führerschein dahin...

Vielleicht könnt ihr in ein Epilepsie Zentrum gehen zum gründlich durchchecken für das Führerschein ok?
Und ja leider wird er immer mit Alkohol, Schlafmangel und sonstigen Auslösern höchstwahrscheinlich aufpassen müssen.

Alles Gute, wird schon werden.
Liebe Grüße Irmi
svala
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Re: Wann gilt man als geheilt? Epilepsie und Führerschein

Beitrag von svala »

Hallo Irmi,
ich glaube in ein Epilepsiezentrum bekommen meinen Sohn keine 10 Pferde. Schon das letzte 24h-Stunden-EEG hat er überhaupt nicht eingesehen. Für ihn existiert diese Epilepsie quasi nicht. Ich kann das auch etwas nachvollziehen. Bei seinem letzten Anfall war er 7 Jahre alt. Er hat keine Erinnerung an diese Anfallszeit. Deswegen ist er ja der Meinung, dass er das im FührerscheinAntrag nicht angeben müsste. Er sagt, es wäre dann auch mal gut mit diesem ganzen Krankheitszeugs. Ansonsten hat er einen komplikationslosen Hydrocephalus und eine leichte spastische Lähmung in der Hand. Für ihn ist alles normal. Er lernt Verkäufer im Lebensmittelbereich, ist in der Freiwilligen Feuerwehr und stellt eben jetzt die Frage: Warum gelte ich nach diesen vielen anfallsfreien Jahren nicht endlich als geheilt. Ich danke euch aber für eure Gedanken dazu. Viele Grüsse
Sohn (11/2004) Hirnblutung im Mutterleib ohne organische Ursache, Hydrocephalus, Hemiparese
lisa08
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Re: Wann gilt man als geheilt? Epilepsie und Führerschein

Beitrag von lisa08 »

svala hat geschrieben: 23.05.2023, 21:01 Hallo Irmi,
ich glaube in ein Epilepsiezentrum bekommen meinen Sohn keine 10 Pferde. Schon das letzte 24h-Stunden-EEG hat er überhaupt nicht eingesehen. Für ihn existiert diese Epilepsie quasi nicht. Ich kann das auch etwas nachvollziehen. Bei seinem letzten Anfall war er 7 Jahre alt. Er hat keine Erinnerung an diese Anfallszeit. Deswegen ist er ja der Meinung, dass er das im FührerscheinAntrag nicht angeben müsste. Er sagt, es wäre dann auch mal gut mit diesem ganzen Krankheitszeugs. Ansonsten hat er einen komplikationslosen Hydrocephalus und eine leichte spastische Lähmung in der Hand. Für ihn ist alles normal. Er lernt Verkäufer im Lebensmittelbereich, ist in der Freiwilligen Feuerwehr und stellt eben jetzt die Frage: Warum gelte ich nach diesen vielen anfallsfreien Jahren nicht endlich als geheilt. Ich danke euch aber für eure Gedanken dazu. Viele Grüsse
Hallo,

ihr müsst ja nicht in ein Zentrum, um ein EEG machen zu lassen. In Epilepsiezentren gibt es nämlich auch Beratungsstellen, die euch bei Fragen rund um den Führerschein unterstützen können. Aber um ein ärztliches Gutachten werdet ihr nicht drum herum kommen. So war es bei mir (Führerschein mit 18 ohne Epi, danach Anfälle, derzeit anfallsfrei) auch.

LG
Lisa
Selbstbetroffen: Gerinnungsstörung, Epilepsie, ASS
Irmengardelisabeth
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Re: Wann gilt man als geheilt? Epilepsie und Führerschein

Beitrag von Irmengardelisabeth »

Hallo Svala,

Ähnliche Gedanken hatte auch mein Schüler.

Die jungen Erwachsene sehen sich da nicht mehr darin.
Leider ist die Epilepsie eine heimtückische Krankheit, welche man immer im Hinterkopf haben sollte.

Grüße Irmi
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Jörg+Jonte
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Re: Wann gilt man als geheilt? Epilepsie und Führerschein

Beitrag von Jörg+Jonte »

Also laut https://www.epilepsie-gut-behandeln.de/ ... rerschein/

sind die Regeln recht eindeutig. Man ist privat nach einem Jahr anfallsfreiheit wieder fahrtüchtig. Berufskraftfahrer müssen 5 Jahre ohne Medis Anfallsfrei sein. Selbst dieses Kriterium würde dein Sohn ja erfüllen.

Eigentlich sollte es da also keine Probleme geben. Ich glaube das ist auch das Kriterium wann man als geheilt gilt. 5 Jahre ohne Medis und Anfall. Dann ist die Wahrscheinlichkeit wohl nicht höher für einen neuen Anfall wie bei anderen gesunden Menschen.

LG, Jörg
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