Begutachtung Medizinischer Dienst - Pflegebedürftigkeit

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basty33645
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Begutachtung Medizinischer Dienst - Pflegebedürftigkeit

Beitrag von basty33645 »

Hallo Zusammen,
unsere Tochter wird bald 3 Jahre alt. Seit der Geburt sind ihre Nieren stark geschädigt. Ausserdem hat sie ein Stoma. Das bedeutet, sie hat ein Loch im Bauch. Die Blase wurde dort angenäht, damit das Urin über die Baudecke rausfliessen kann.
Damals gab es eine Begutachtung vom Medizinischen Dienst. Ihr wurde die Pflegestufe 2 anerkannt. Anscheinend gibt es für Kinder unter 3 Jahren keine Pflegestufe 1.
Nun steht die Wiederbegutachtung an.
Wie bewertet eigentlich der Medizinischer Dienst eine Niereninsuffizienz bei so einem kleinen Kind. Ist ja klar, dass sie sowieso nicht alles selbstständig machen kann.
Mit welchem Pflegegrad können wir rechnen?
Das Hauptproblem ist das Essen. Sie isst sehr wenig und wir brauchen sehr sehr viel Geduld. Manchmal kann man verzweifeln.
Quer über den Bauch hat sie zusätzlich zu einer Windel noch eine Binde, damit das Urin aufgefangen wird.
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oy1970
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Re: Begutachtung Medizinischer Dienst - Pflegebedürftigkeit

Beitrag von oy1970 »

hey,

du kannst Dir mal Internet unter https://mein-pflegegrad-rechner.de/ einen Überblick verschaffen, wo ihr einen erhöhten Pflegebedarf habt. Da werden die einzelnen Module abgefragt. Wie hoch der Pflegegrad wird hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Braucht sie Medikamente, hat sie irgendwelche Therapien, wie oft müsst ihr zum Arzt......

LG
Sohn ´05 Frühkindlicher Autist, ADHS
Tochter
Antonia V.
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Re: Begutachtung Medizinischer Dienst - Pflegebedürftigkeit

Beitrag von Antonia V. »

Basty, kommst Du aus Österreich? In D haben wir Pflegegrade und es wird auch anders bewertet als in Ö.
Gruß Toni
Antonia mit Alexandra , *2005, Autismus, Skoliose, Asthma und diverse andere kleinere Baustellen
christine78
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Re: Begutachtung Medizinischer Dienst - Pflegebedürftigkeit

Beitrag von christine78 »

Hallo,
es wird immer der Mehrbedarf gegenüber gesunden Kindern berechnet egal ob diese das schon selbständig können oder nicht ansonsten würden Säuglinge keinen Pflegegrad bekommen da auch gesunde Kinder völlig unselbständig sind. Nahrungsaufnahme und Grundpflege sind bei euch garantiert mit Mehraufwand verbunden. Therapien und regelmäßige Arzttermine zählen auch.
LG Christine
Christine(Noonan-Syndrom) mit S. 1/08, KISS-Syndrom, Sprachentwicklungsverzögerung, Mikrodeletion Chromoson 1+5, L. 7/16 Entwicklungstörung, V.a. Epilepsie
basty33645
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Re: Begutachtung Medizinischer Dienst - Pflegebedürftigkeit

Beitrag von basty33645 »

Nein, ich bin aus Deutschland.

Was wäre der realistische Pflegegrad bei unserer Tochter, bei einer Niereninsuffizienz?
Sie muss jeden Monat zum Nephrologen. Und Medikamente: Natriumhydrogencarbonat, AmoxiHEXAL, RENVELA und dann noch jede 2te Woche eine Spritze als Hormon.
basty33645
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Re: Begutachtung Medizinischer Dienst - Pflegebedürftigkeit

Beitrag von basty33645 »

Klar, der Mehraufwand ist auf jeden Fall mit der Reinigung vom Stoma bzw. die Windeln wechseln. Sogar in der Nacht müssen wir die Windeln wechseln bzw. die Binde, welche das Urin aufsaugt.
Das grösste Problem ist das Essen. Sie hat einfach kein Hungergefühl. Es ist schon schwer ihr Nahrung zu geben. Manchmal verweigert sie es. Anscheinend ist das aber bei einem Nierenkind normal.
Teresa1980
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Re: Begutachtung Medizinischer Dienst - Pflegebedürftigkeit

Beitrag von Teresa1980 »

Hallo Basty,
basty33645 hat geschrieben: 22.01.2023, 20:16 Klar, der Mehraufwand ist auf jeden Fall mit der Reinigung vom Stoma bzw. die Windeln wechseln. Sogar in der Nacht müssen wir die Windeln wechseln bzw. die Binde, welche das Urin aufsaugt.
Das grösste Problem ist das Essen. Sie hat einfach kein Hungergefühl. Es ist schon schwer ihr Nahrung zu geben. Manchmal verweigert sie es. Anscheinend ist das aber bei einem Nierenkind normal.
weiter oben wurde dir der Link zu einem Kinderpflegegradrechner geschickt. Ich würde den tatsächlich durchgehen. Wenn du alles an-/ eingibst, kommt da ein recht realistischer Pflegegrad bei rum.

Liebe Grüße,

Teresa
Teresa mit E. (*2010) Z.n. Morbus Perthes, chronisches Schmerzsyndrom unklarer Ursache
S. (*2010) Asperger-Autismus
L. (*2007) leicht dyspraktisches Pubertier
*Paula*
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Re: Begutachtung Medizinischer Dienst - Pflegebedürftigkeit

Beitrag von *Paula* »

Hallo,

es ist wichtig, dass du beim Pflegegradrechner auch immer auf die einzelnen Punkte klickst. Dann wird dir beschrieben, was genau damit gemeint ist. Beim Start einfach jeweils das Modul anklicken.
Der Aufwand beim Essen ist enorm hoch. Das bitte bei allen Punkten bedenken. Zum Beispiel musst du ja ständig ihren "Körperzustand beurteilen", da sie nicht wie andere Kinder Hunger und Durst äußert (vermute ich). Du solltest in diesem Bereich auch nicht denken "das ist für ein Nierenkind normal" sondern, was ist für ein gesundes Kind "normal".

LG
basty33645
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Re: Begutachtung Medizinischer Dienst - Pflegebedürftigkeit

Beitrag von basty33645 »

Vielen Dank für die Unterstützung.
Ja, leider sind manche Sachen für uns selbstverständlich, obwohl es für uns doch ein enormer Aufwand ist.

Ich schaue mir dann mal den Pflegegradrechner an.
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Fichy
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Re: Begutachtung Medizinischer Dienst - Pflegebedürftigkeit

Beitrag von Fichy »

Huhu
Also den Posts davor mit dem Rechner kann ich nur wärmstens beipflichten. Weiterhin mal für modul3 sehr große Fragestellungen die reinhauen
- ihr müsst doch vermutlich nahezu jede Nacht (täglich) (am besten mehrfach) raus weil es irgendwelche Probleme gibt (Punkt 3.2)
- wehrt euer Kinde Maßnahmen ab? (Punkt 3.8)
-gibt es Ängste? (3.10)
Die Kombinationen „häufig häufig selten“ oder „täglich häufig nix) ergeben in Modul 3 volle Punktzahl
Wir hatten das damals nicht auf dem Schirm aber hatten einen „willigen“ Gutachter.
Ansonsten kann ich nur einmal mehr wiederholen:
Beim Gutachten geht es nicht darum was klappt sondern anzubringen was nicht klappt. Egal wie stolz ihr über Fortschritte seid- gern beim Arzt, aber NIEMALS bei der pflegebegutachtung. Ja fällt schwer, aber nur dann habt ihr realistische Chancen zu bekommen was euch zu steht.
Auch wenn bei der Begutachtung ein guter Tag ist: das stark betonen. Nicht dass daraus die Regel abgeleitet wird….
LG und viel Kraft auf euerem Weg
(Auch wenn ich aufgrund unterschiedlicher Erkrankung eure Situation nicht komplett nachempfinden kann. Jedes Päckchen ist schwer)
Tochter (PG4):
11.2016: notsectio 30+6
Cerebralparese, beinbetonte Spastik
08/2020 selektive dorsale Rhizotomie
01/2021 perkutane Myofaszotomie
04/2021 wir können endlich stehen und ein wenig laufen
07/2021 keine Orthesen mehr
08/2021 erste Schritte ohne Hilfsmittel
11/2021 100 m ohne Hilfsmittel!
Frau (PG3):
11.2015: PTBS + schwere Depri
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