Schulverweigerung Angst Probleme mit Schulleiterin

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Maria.kl
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Schulverweigerung Angst Probleme mit Schulleiterin

Beitrag von Maria.kl »

Guten Abend liebe Leute,

Ich habe die Seite in den letzten Stunden komplett durchforstet aber nichts eindeutiges gefunden.

Es geht um meine kleine Schwester, sie ist 10 und hat eine ganze Menge Diagnosen. Sie ist 3. Grades Geistig Behindert und geht momentan in eine Förderschule mit Kindern die teilweise sehr eingeschränkt sind (schlimmer als sie, sodass teilweise keine Interaktion möglich ist)

Ihre Persönlichkeit ist sehr toll, sie ist super offen, liebt alle Menschen und Tiere, sie versteht Zusammenhänge nicht wirklich, ist in ihrer eigenen Welt aber sie redet sehr viel und merkt sich super viel und plappert gerne alles nach.

Sie hat auf jeden Fall ein Grundverständinis und man kann sich mit ihr unterhalten. Auch wenn man nur auswendiggelernte Sätze bekommt.
Grundfragen wie: „Hast du Hunger?“, „wollen wir spazieren gehen?“ kann sie eindeutig beantworten.

Sie hat viele Geschwister, die sich hervorragend um sie kümmern und sehr viel Kontakt zu anderen Menschen im privaten Alltag, durch die große Familie.

Sie geht momentan in die 3. klasse. Schule mochte sie nie wirklich und sie sollte immer überredet werden in den Bus zu steigen der sie abholt.

Während Corona konnte sie zu Hause bleiben ohne dass es zu großen Problemen kam. Seitdem es wieder die Schulpflicht gibt weigert sie sich in die Schule zu gehen.

Es hat damit angefangen dass sie immer sehr aggressiv nach Hause kam, nicht geredet hat und umsich schlug. Diese Aggressivität wurde jeden Tag schlimmer, am Wochenende klang diese ab aber dann kam die neue woche.

Wir haben ihr ein Attest besorgt, dass sie nur für 4h zur Schule muss aber auch das ist dann zu viel gewesen.

Wenn man auch nur von Schule spricht bekommt sie direkt Panik, Angst und kann nicht schlafen und nicht essen.

Wenn sie merkt dass es morgen zur Schule gehen könnte, dann hört man sie nachts im Flur wie sie vor Angst nicht schlafen kann, komplett nass geschwitzt.

Seit einigen Wochen bekommt man sie nicht in die Schule, weil wir sie natürlich auch nicht mit Gewalt in die Schule bekommen würden.

Die Schulleitung ist ohne Verständnis, wir werden jeden Morgen angerufen wo sie bleibt aber was soll man machen, man kann ein behindertes Kind doch nicht mit Gewalt in die Schule zwingen.

Wir haben eine Ärztin welche uns ein Attest für Schulunfähigkeit ausgestellt hat, theoretisch müsste sie nicht mehr in die Schule aber die Schulleitung akzeptiert dies nicht. Beim KJP waren wir auch vor kurzem aber sie ist nicht mitgekommen, da sie Panik hatte dass es Richtung Schule geht. Außerdem war der Besuch nicht hilfreich.

Wir wissen nicht mehr weiter, würden gerne vom „Radar“ verschwinden, dass sie einfach für immer zu Hause bleibt und nicht mehr zur Schule muss.

Für alle die mir sagen, dass sie Schule braucht.
Nein das ist tatsächlich nicht so.

Alles was sie braucht, lernt sie zu Hause. Sie hat den ganzen Tag Familie um sich rum welche mit ihr lernt, redet, spielt und Buch für Buch liest.

Sozialen Kontakt braucht sie auch nicht, da sie privat mit viel mehr Menschen Kontakt hat als normale Familien.

Lernen tut sie in Alltagssituationen.

Wir wissen nicht weiter, vielleicht hat jemand von euch einen guten Rat, an welche Stellen man sich wenden kann und ob es möglich ist sie von der Schulpflicht zu befreien.
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ThorstenK
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Re: Schulverweigerung Angst Probleme mit Schulleiterin

Beitrag von ThorstenK »

Wenn eine ärztliche Feststellung vorliegt, dass ein Schulbesuch nicht möglich ist, warum lässt du dich dann von der Meinung der Schulleitung beeindrucken? Ich würde sofort das Schulamt oder Jugendamt einschalten.
Sarah-Christine
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Re: Schulverweigerung Angst Probleme mit Schulleiterin

Beitrag von Sarah-Christine »

Sucht eine andere Schule für sie. Sie hat ein Recht auf eine gute Beschulung.
Matti2006
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Re: Schulverweigerung Angst Probleme mit Schulleiterin

Beitrag von Matti2006 »

Es gibt in Deutschland eine Schulpflicht - und das mit gutem Grund.
Gleichzeitig würde ich niemals ein Kind an einen Ort zwingen, vor dem es so unglaublich große Angst hat. Gerade ein Kind, das sich nur unzureichend äußern kann. Ich würde davon ausgehen, dass etwas vorgefallen ist -Mobbing, Mussbrauch, Gewalt - das von Schüler*innen oder Personal ausgeht.
Kein Arzt kann ein Kind lange schulunfähig schreiben, ohne Maßnahmen dagegen einzuleiten. Das verstößt gegen die Schulpflicht. Insofern gehe ich davon aus, dass die Schulleitung völlig korrekt handelt. Was ist das denn für ein Arzt gewesen? Mir erscheint das leicht seltsam, wenn ich ganz ehrlich bin.

Könnte sie nicht mit Schulbegleitung an eine Regelschule?
Und zwar so, dass ihr selbst eine Schulbegleitung sucht, sie in die Familie "aufnimmt", damit Vertrauen gefasst werden kann.
Und dann geht sie in eine andere (!) Schule.

Ich würde dringend das Gespräch suchen, auch mit dem Jugendamt, sonst gibt es Bussgelder, Sorgerechtseskalationen, das braucht keiner.
Macht deutlich, dass das Mädchen panische ANGST hat, und ihr es als eure Pflicht seht, es vor dieser Schule (!) zu beschützen, weil ihr nicht wisst, ob ihr etwas angetan wurde.
Euer Ziel muss immer sein, eine gute, sichere Beschulung zu ermöglichen!
Senem
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Re: Schulverweigerung Angst Probleme mit Schulleiterin

Beitrag von Senem »

Matti2006 hat geschrieben: 15.11.2022, 08:07 Es gibt in Deutschland eine Schulpflicht - und das mit gutem Grund.
Gleichzeitig würde ich niemals ein Kind an einen Ort zwingen, vor dem es so unglaublich große Angst hat. Gerade ein Kind, das sich nur unzureichend äußern kann. Ich würde davon ausgehen, dass etwas vorgefallen ist -Mobbing, Mussbrauch, Gewalt - das von Schüler*innen oder Personal ausgeht.
Kein Arzt kann ein Kind lange schulunfähig schreiben, ohne Maßnahmen dagegen einzuleiten. Das verstößt gegen die Schulpflicht. Insofern gehe ich davon aus, dass die Schulleitung völlig korrekt handelt. Was ist das denn für ein Arzt gewesen? Mir erscheint das leicht seltsam, wenn ich ganz ehrlich bin.

Könnte sie nicht mit Schulbegleitung an eine Regelschule?
Und zwar so, dass ihr selbst eine Schulbegleitung sucht, sie in die Familie "aufnimmt", damit Vertrauen gefasst werden kann.
Und dann geht sie in eine andere (!) Schule.

Ich würde dringend das Gespräch suchen, auch mit dem Jugendamt, sonst gibt es Bussgelder, Sorgerechtseskalationen, das braucht keiner.
Macht deutlich, dass das Mädchen panische ANGST hat, und ihr es als eure Pflicht seht, es vor dieser Schule (!) zu beschützen, weil ihr nicht wisst, ob ihr etwas angetan wurde.
Euer Ziel muss immer sein, eine gute, sichere Beschulung zu ermöglichen!

Dem stimme ich zu.

Es muss eine andere und bessere Lösung her.

Im übrigen kann man nicht immer vor Problemen weg laufen, sondern muss diese angehen. Und nicht Watte stecken.

Irgendwann ist euer Kind alleine und hat evtl. dann ,,nur,, zb das Personal vom Wohnheim oder so.
Gruß

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JasminsMama
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Re: Schulverweigerung Angst Probleme mit Schulleiterin

Beitrag von JasminsMama »

Hallo,
ein Kind einfach nicht zur Schule schicken geht in Deutschland nicht. Auch nicht mit einem einfachen ärztlichen Attest. (Ich frage mich auch, welcher KiA so ein Attest ausstellt...)

Wenn sie so eine panische Angst vor der Schule hat, muss ja etwas vorgefallen sein. Gab es Gespräche mit den Lehrern/Schulleitung?

Natürlich kann man kein Kind zur Schule zwingen, man muss versuchen eine Schule zu finden, in die es gerne geht.

Sie hat, wie jedes andere Kind, ein Recht auf Bildung und auch wenn ihr eine große Familie seid und sich viel mit der Kleinen beschäftigt wird, ersetzt das nicht die Schule und auch nicht die sozialen Kontakte in der Schule.

Soziale Kontakt mit Eltern, Geschwister, Oma, Opa....sind ganz anders zu bewerten, als die Kontakte, die Kinder ohne die Familie haben, daher ist es kein Argument zu sagen, sie braucht keine sozialen Kontakte, sie hat eine große Familie....

Vom "Radar" verschwinden, wie Du es schreibst, kann böse Folgen haben, das würde ich nicht riskieren.

Ich würde schauen, welche andere Schule für sie geeignet wäre und mir Hilfe suchen. KJP, Jugendamt, Familienhilfe...

LG
Sandra
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Jasmin Marie 05/02 globale Entwicklungsverzögerung, vis. Wahrnehmungsstörung, Lernbehinderung, starke Hyperopie rechts, hochpathologisches EEG (Besserung seit Jan. 12),
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Re: Schulverweigerung Angst Probleme mit Schulleiterin

Beitrag von Lisa Maier »

Hallo Maria,

wie war es denn im Kindergarten, gab es da auch Probleme?
Ansonsten empfehle ich Schulbegleiter, Schulwechsel und KJP. Wenn sie zu Letzterem nicht mit will, wäre das bei mir nicht verhandelbar. Hätte sie eine Blinddarmentzündung würdet Ihr wohl auch nicht sagen, daß sie nicht mit zum Arzt muß,weil sie nicht will. Bei ernsten Dingen kann man Zehnjährigen mit geistiger Behinderung nicht die Entscheidung überlassen.

Viele Grüße

Lisa
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Re: Schulverweigerung Angst Probleme mit Schulleiterin

Beitrag von ThorstenK »

Es gibt hier bei den Antworten zwar den Hinweis, dass man sich Hilfe suchen soll, was nie schlecht ist, aber das Ziel, das Kind trotz großer Leiden zur Schule zu schicken oder aus der Familie zu reißen und einer KJP zu übergeben, steht schon fest und das ganze wird mit dem Kindeswohl begründet!?
Für was gibt es denn den Hausunterricht und wie sonst soll der Bedarf festgestellt werden, wenn nicht durch einen Arzt? Sicher nicht nur die einfache Meinung einer Schulleitung.
Matti2006
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Re: Schulverweigerung Angst Probleme mit Schulleiterin

Beitrag von Matti2006 »

ThorstenK hat geschrieben: 15.11.2022, 09:51 Es gibt hier bei den Antworten zwar den Hinweis, dass man sich Hilfe suchen soll, was nie schlecht ist, aber das Ziel, das Kind trotz großer Leiden zur Schule zu schicken oder aus der Familie zu reißen und einer KJP zu übergeben, steht schon fest und das ganze wird mit dem Kindeswohl begründet!?
Für was gibt es denn den Hausunterricht und wie sonst soll der Bedarf festgestellt werden, wenn nicht durch einen Arzt? Sicher nicht nur die einfache Meinung einer Schulleitung.
Hallo Thorsten,
das Kind muss in die Schule - aber es muss nicht in DIESE Schule. Keiner plädiert dafür, das Kind dorthin zu schicken. Insbesondere nicht unbegleitet.
KJP heißt für mich nicht, aus der Familie zu reißen, ich sehe das als ambulante Hilfestellung. Hier spricht doch noch keiner von einem stationären Aufenthalt oder einer Heimunterbringung.
Hausunterricht heißt nicht, dass Familienmitglieder mit dem Kind spielen, weil sie der Meinung sind, das Kind würde dadurch genug lernen... Hausunterricht ist wirklich die ultima ratio, dafür sehe ich noch keinerlei Anlass. Hier ist doch noch quasi nichts versucht worden.
Viele Grüße
Matti
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Quirin_Mama
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Re: Schulverweigerung Angst Probleme mit Schulleiterin

Beitrag von Quirin_Mama »

Hallo Maria,

völlig anderer Ansatz: Freilernen. Hier wirst Du dazu aber kaum etwas finden. Es gibt durchaus die Möglichkeit in D, legal nicht in die Schule zu gehen.

LG Maria
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