Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Anjali
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von Anjali »

…dein Sohn tanzt gerne mit Dir zu Hause. Was würde er verlieren, wenn er nicht mehr in den ungeliebten und überfordernd wirkenden Tanzkurs müsste?

LG
Anja
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (21 Jahre / Asperger-Autismus)
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Nastia
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von Nastia »

Anjali hat geschrieben: 17.11.2022, 13:32 Ich habe den Eindruck, Du machst sehr früh sehr viele Angebote, sehr gut gemeint und wahrscheinlich aus Angst, deinen Sohn nicht genug zu fördern. Aber es sind wohl a) nicht die passenden (den Bedürfnissen gerechten) Angebote und b) falls sie passen, ggf.verfrüht und c) zu viele.
Die Ergotherapeutin ist der Ansicht, den Tanzkurs zu canceln würde die Verweigerungshaltung verstärken. Dem möchte ich -ganz allgemein gesehen- dagegenhalten dass durch permanenten (wenn auch gutgemeinte,) Überforderung durch unpassende und nicht bedürfnisorientierte Angebote eine Verweigerungshaltung eher befördert werden kann.
Hallo Anja,

D. ist unser erstes Kind, ich habe keine Erfahrung damit was zu viele Angebote sind oder was verfrühte Angebote sind. Ich mache meinem Sohn Angebote, das stimmt. Und ich muss diese meinem Sohn auch machen, weil er ähnlich wie der Sohn von Sophie schnell überreizt ist, aber auch dauernd Input und Beschäftigung einfordert. Mein Sohn ist ja nicht zufrieden damit, wenn er meine Aufmerksamkeit sucht und ich ihn dann ansehe und anlächle. Er will, dass Mama etwas mit ihm macht. Wenn er 5h wach ist, dann tut er das 4 Stunden und 40 Minuten davon, das habe ich mal aufgeschrieben um sicher zu gehen, dass mein Bauch und mein Kopf das gleiche fühlen und sehen. Wenn ihm mein Angebot nicht passt zeigt er mir das deutlich und fordert was anderes ein. Wenn das ein Aktivitäten-Angebot war kann es durchaus auch eine riesige Katastrophe werden. Dadurch kann es tatsächlich sein, dass ich mehr im Sinne der Varianz anbiete, weil ich öfter die rote Karte "next please" ernte. Ich weiß nicht wie ich das ändern könnte, also das dauernde Anbieten auf das dauernde Reizsuchen, es ist tatsächlich ein Teufelskreis. Mein Sohn will auch nicht immer das gleiche, er besteht fast schon auf meine Kreativität.

Ich habe keine Angst meinen Sohn nicht genug zu fördern, die Dinge, die ich tue, tue ich aus der Erfahrung der letzten 22 Monate heraus und weil der Tag so am besten funktioniert. Die Dinge, die ich probiere, probiere ich aus der Verzweiflung heraus. Ich wäre sehr glücklich darüber, wenn mein Sohn und ich einfach in Ruhe 10 Minuten nebeneinander her leben könnten. Das funktioniert in der Praxis nicht und das ist der Grund, dass einige Dinge so sind wie sie sind.

Die Ergotherapeutin ist der Meinung, dass ein Zwingen von D. in den Tanzkurs seine Verweigerung bestärken könnte. So gesehen die gleiche Argumentation wie du sie hast. Mir leuchtet die Argumentation auch ein. Manchmal denke ich aber an das Kinderturnen zurück und wie mies es war und manchmal auch noch ist, aber auch daran wie schön es auch sein kann. Verstehst du meine Verunsicherung?

Viele Grüße,
Nastia
Anjali
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von Anjali »

Nastia hat geschrieben: 17.11.2022, 13:25

Ich bin okay damit, wenn mein Sohn meine Art von Spiel oder Spaß nicht teilt. Es verletzt mich aber, wenn offensichtlich wird, dass er selbst Dinge, die er mag (er zeigt, dass er sie mag), nicht zulassen kann oder sich darauf einlassen. Ich bin mir nicht sicher, ob mein Sohn nur zuschauen möchte oder ob er nur zuschaut, weil er sich nicht traut. Das sind meinem Empfinden nach zwei verschiedene Sachen. Im ersten Fall ist Akzeptanz das Richtige, im zweiten Fall Ermunterung. Was nun also tun?
…abwarten und weiter beobachten. Es m.E. spricht nichts gegen Ermunterung, ich glaube, da haben wir uns vielleicht missverstanden. Spätestens wenn die Ermunterung zu Abwehr und Verweigerungshaltung führt, würde ich es als Anhaltspunkt sehen, dass man ggf. zu viel oder zu früh interveniert hat.

Ich war auch gar nicht dagegen, neue Sachen anzubieten, ich wollte nur darauf Aufmerksam machen, dass Dinge ggf. anders ( und trotzdem befriedigend) genutzt und bespielt werden, als man sie selbst nutzen wollen würde oder man es selbst erwartet hatte.

LG
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melly210
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von melly210 »

Nastia, wie ist es denn wenn ihr gar nirgends hingeht ? Bleib vielleicht mal ein paar Tage nur zuhause mit ihm, schau ob sich dann der Schlafrhythmus ggf einpendelt. Dann ist es auch ruhig, und er hat weniger Reize.
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Nastia
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von Nastia »

Anjali hat geschrieben: 17.11.2022, 13:46 Einkaufen muss sein, da gibt es natürlich keine Alternative, wenn Du keinen Babysitter hast.
Natürlich ist es auch schwierig, selbst (als Mutter) auf seine Kosten zu kommen, wenn man eigentlich z.B. gerne und häufig unter Leuten ist und das Kind bei Gruppenangeboten aber überfordert ist. Aber ich denke, dass es. schwierig werden wird, ohne Abstriche so weiterzumachen.

Einige Aktivititäten und Förderangebote könn(ten) sicher auch zu hause bzw, in einem kleineren Rahmen angeboten werden. Ich bin selbst nicht der Typ für Kurs- und Gruppenberanstaltungen, weswegen ich gar nicht auf die Idee kam (das ist jetzt nicht wertend, nur erklärend) mein Kind in diesem Alter zu einem Tanzkurs anzumelden.
Insofern würde es mir persönlich nicht schwer fallen, den offensichtlich ungeliebten Kurs wieder zu streichen.

Mein Sohn war von seiner Entwicklung her immer etwas „zeitverzögert“. Vieles, was in frühen Jahren gar nicht machbar bzw. Undenkbar war, war dann später durchaus machbar.
Wir sind hier ohne Familie, da alle mindestens 2 Stunden entfernt wohnen, d.h. wir sind auf uns alleine gestellt. D. hat als Baby auch schon nicht zu Fremden gewollt, dazu zähle ich auch Oma etc. Die Kita ist mit 17 Monaten krachend gescheitert - seitdem sind seine Verlustängste noch stärker, deswegen wollen wir ihm zumindest bis zum 2. Lebensjahr keine weiteren Eingewöhnungen oder ähnliches antun. Es ging D. sehr schlecht nach der Kita-Geschichte und es soll Gras drüber wachsen. Ich befürchte ehrlich gesagt aber, dass auch die Eingewöhnung mit 3 Jahren eventuell nicht klappen könnte. Meine einzige Hoffnung ist, dass unser Sohn bis dahin spricht und zumindest sagen kann was los ist oder man etwas vereinbaren kann. Wir bauen derzeit ein Haus in der Nähe der Familie meines Freundes, so dass wir D. eventuell doch für einige Stunden durch Oma / Opa betreuen lassen können. Die Zeitleiste ist aber knapp und ich habe großes Bauchweh wenn ich an meinen Wiedereintritt im Job denke.

Ich benötige solche Gruppenangebote nicht, weil ich den Menschenkontakt bräuchte. Ich dachte einfach, dass es D. eventuell gefallen könnte und finde es auch nicht schlecht, wenn er mal an ein, zwei Kindern vorbeiläuft und sie zur Kenntnis nimmt. Es kommt ja auch dazu, dass D. nicht immer überfordert ist, manchmal sehr wohl auftaut und Freude an den Dingen hat oder Lernfelder nutzt. Letzthin hat er sogar sein Essen mit einem Mädchen geteilt bzw. sie hat sich einfach an D.'s Essen bedient und er hat es zugelassen, was ein großer Fortschritt war. Die schönen Momente sind da und natürlich hoffe ich in meinem Herzen immer, dass diese öfter werden und der Rest immer weniger wird.

Ich kenne mich mit Autismus nicht aus, aber die autistischen Menschen müssen sich früher oder später ja auch adaptieren. Wie funktioniert das, wenn man sozusagen möglichst reizarm agiert? Wann geht man dann doch in den Reiz? Es ist ja auch total schwierig in "wenig Reiz" zu gehen, man weiß ja nicht was reizt und welcher Reiz wie stark beim Kind ankommt, oder?

Unabhängig davon weiß ich nicht sicher, ob D. überreizt ist oder ob er "nur" extreme Angst hat und etwas angestupst werden muss um loszulegen und sich zu überwinden oder ob er gelangweilt ist oder oder. Das sind ja alles nur Mutmaßungen und entsprechend groß ist meine Verunsicherung.

VG,
Nastia
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von Nastia »

Anjali hat geschrieben: 17.11.2022, 13:53 …dein Sohn tanzt gerne mit Dir zu Hause. Was würde er verlieren, wenn er nicht mehr in den ungeliebten und überfordernd wirkenden Tanzkurs müsste?

LG
Anja
Meinen Sohn habe ich in diesem Kurs angemeldet, da er eine ganze Weile lang sehr gern mit mir gesungen und musiziert hat. Es handelt sich bei dem Kurs um eine kleine Gruppe gleichaltriger Kinder, die zusammen singen und tanzen. Geleitet wird das Ganze von einer Musikpädagogin. Ich habe einfach gedacht, dass D. das Ganze Spaß machen könnte - ähnliche Intensionen haben Mütter oder Väter, die Elterncafés besuchen oder in Krabbelgruppen gehen.

Der Kurs ist ja nicht als einzige Aktivität überfordernd (aber meist nur bei direkter Ansprache der Pädagogin oder weil die Wechsel der Spiele zu schnell ist oder weil er vielleicht überreizt ist oder gelangweilt oder oder, am Ende weiß ich es nicht..), es fällt mir schwer zu sagen das mache ich nicht mehr und nur noch das, weil sozusagen jede Aktivität Licht und Schatten hat und Schattenaktivitäten zu Lichtaktivitäten wurden bzw. alles so volatil ist wie z.B. das Baden, das ging sehr lange gar nicht und jetzt mag/liebt er es meistens, aber auch nicht immer, trotzdem hat er Freude daran gefunden und das war ein beschwerlicher Weg. In mir schlagen zwei Herzen. Manchmal denke ich vielleicht muss D. diesen beschwerlichen Weg mehr gehen als andere um Dinge zu mögen oder zuzulassen, weil etwas mehr Steine im Weg liegen. Manchmal denke ich ich würde am liebsten gar nichts mehr unternehmen, weil alles eskaliert. Es würde mir sehr helfen zu wissen, ob D. Selbstvertrauen fehlt, er Angst hat, er SI hat, er Autismus hat oder oder, aber da ich das nicht weiß ist es am Ende ein Bauchgefühl und es sind Bauchentscheidungen, die mal ins Schwarze treffen und mal nicht.

VG,
Nastia
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von Nastia »

Übrigens tanzt er erst gern zu Hause mit mir, seit er es im Kurs für sich entdeckt hat (Stoptanz, wo er meine Hand genommen hat). Wie hätte er das sonst entdeckt oder hätte er es überhaupt entdeckt? Ich habe mit meinem Sohn seit seiner Geburt jeden Tag gesungen und Fingerreime etc. ausprobiert. Ich denke, dass ihn das Set-up und auch etwas der Gruppenzwang dazu bewogen hat es zu probieren.
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von Nastia »

Anjali hat geschrieben: 17.11.2022, 14:18
Nastia hat geschrieben: 17.11.2022, 13:25

Ich bin okay damit, wenn mein Sohn meine Art von Spiel oder Spaß nicht teilt. Es verletzt mich aber, wenn offensichtlich wird, dass er selbst Dinge, die er mag (er zeigt, dass er sie mag), nicht zulassen kann oder sich darauf einlassen. Ich bin mir nicht sicher, ob mein Sohn nur zuschauen möchte oder ob er nur zuschaut, weil er sich nicht traut. Das sind meinem Empfinden nach zwei verschiedene Sachen. Im ersten Fall ist Akzeptanz das Richtige, im zweiten Fall Ermunterung. Was nun also tun?
…abwarten und weiter beobachten. Es m.E. spricht nichts gegen Ermunterung, ich glaube, da haben wir uns vielleicht missverstanden. Spätestens wenn die Ermunterung zu Abwehr und Verweigerungshaltung führt, würde ich es als Anhaltspunkt sehen, dass man ggf. zu viel oder zu früh interveniert hat.

Ich war auch gar nicht dagegen, neue Sachen anzubieten, ich wollte nur darauf Aufmerksam machen, dass Dinge ggf. anders ( und trotzdem befriedigend) genutzt und bespielt werden, als man sie selbst nutzen wollen würde oder man es selbst erwartet hatte.

LG
Anja
Ja, beobachten lässt es sich aber nur, wenn man dann doch etwas anbietet, oder? Ebenso verhält es sich mit der Ermunterung. Ich meine, vielleicht bin ich vom anderen Stern, aber ich muss mein Kind doch in den Zoo bringen um zu sehen, ob ich es ermuntern kann im Zoo zu bleiben oder nicht. Oder ich muss mein Kind doch mal vor das Auto stellen und fragen: magst du dich drauf setzen? Wie soll ich es denn sonst ermuntern? Oder ist es für dich intuitiv klar, dass dein Kind völlig verrückt nach allem Fahrbaren ist, aber selbst zu Hause das Fahrbare nicht mal ansieht? Für mich nicht, vielleicht muss ich die Interpretation davon aber auch noch besser lernen.

Darüber hinaus sind für mich die Worte "Beobachten" und "Abwarten" auch schwierig anzunehmen, es wird oft gesagt, aber da fehlt immer etwas nach dem Komma. Wann hat man denn genug beobachtet und gewartet und sollte ins Agieren kommen - in den meisten anderen Lebensbereichen wird Passivität völlig abgewertet, aber die Entwicklungsverzögerung seines Kindes soll man einfach mal so hinnehmen? Mein Sohn ist anscheinend schon hintendran, wie weit hintendran muss er sein, damit man nicht mehr wartet oder beobachtet? Wo sind Punkte, die absolut für Aktion sprechen? Es gibt darauf keine eindeutigen Antworten. Late Talker, Genies, die spät sprachen etc. - man kriegt viele Geschichten erzählt, die Logopäden & Logopädinnen haben aber auch eine und zwar, dass Late Talker oft Legasthenie oder sonstiges entwickeln, bei anderen merkt man nichts mehr davon. Es ist immer auch eine Frage mit wem du worüber sprichst und ob du auf der Glückspilzseite als Betroffene/r stehst oder nicht. Dies ist bei vielen anderen Dingen ähnlich. Darauf kriegt man keine Antwort und das ist denke ich für viele Eltern schwierig weil dies oft das Gefühl gibt sich mit seinen Problemen allein zu fühlen.

Ich möchte meinen Sohn niemals zu etwas zwingen, tue es aber während des Tages oft genug. Beim Anziehen, beim Zähne putzen etc. Deswegen will ich es gerade bei Freizeit nicht machen, dennoch ermuntere ihn nach Möglichkeit oder breche eben ab, wenn nichts geht. Mein Sohn hat mit allen neuen Situation oder schnellen Wechseln zu kämpfen und geht in heftige ! Abwehr- oder Verweigerungshaltung, grundsätzlich. Wenn ich da jedes mal direkt alles abbrechen würde dürfte ich wirklich gar nichts mehr tun. Es wirkt auch mich mehr wie ein Reflex.

Bei der Ergotherapie legt er auch jedes Mal einen riesigen Zornausbruch hin, mindestens 3 Mal, nach oben hin offen. Trotzdem gehe ich hin und es gibt Termine wie gestern, wo er es gut mitmacht. Es gab sie aber auch schon in Totalverweigerung. Es kommt auch vor, wie beim Turnen, dass wir zwei Mal abbrechen und es dann aber eine tolle Stunde wird und mein Sohn aufblüht. Mir fällt das auch nicht leicht, ich ernte oft mitleidige Blicke ob der Eskalationen, die wir so auf das Parkett legen. Kann es beim nächsten Mal anders sein? Definitiv. Das ist der Gedanke, den ich habe, wenn ich sage, dass ich nicht sicher bin den Tanzkurs direkt zu canceln, obwohl er die letzten Male eher nicht den Eindruck machte es zu mögen. Vielleicht ist der Knoten beim nächsten Mal geplatzt. Es ist eine Hoffnung. Dennoch bin ich diesbezüglich, einfach mit dem ganzen Vorgehen verunsichert - wo lässt man es bleiben, wo versucht man es.

Ich zwinge meinem Sohn auch keine Spielweisen oder sonst irgendwas auf. Ich zeige ihm Dinge, biete ihm verschiedene Sachen an und spiele selbst damit, variiere da etwas. Wenn er die Steine der Sortierbox lieber stapeln will als sortieren würde ich das niemals unterbinden oder sagen "so spielt man nicht" - ich bin froh, wenn mein Sohn überhaupt spielt.

Viele Grüße,
Nastia
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von Nastia »

melly210 hat geschrieben: 17.11.2022, 15:58 Nastia, wie ist es denn wenn ihr gar nirgends hingeht ? Bleib vielleicht mal ein paar Tage nur zuhause mit ihm, schau ob sich dann der Schlafrhythmus ggf einpendelt. Dann ist es auch ruhig, und er hat weniger Reize.
Hallo Melly,

dass wir mehrere Tage zu Hause gewesen sind gab es bisher nur während Lockdowns, aber da war er ein Baby oder jetzt bei Corona als wir alle krank waren. Ich hatte nicht den Eindruck, dass es einen Effekt auf sein Schlafverhalten hatte, aber da war er natürlich auch krank.

D. ist gerade mit seinem Papa spazieren, wir waren heute nicht draußen und ich habe mich nur und ausschließlich um ihn gekümmert. Das hat ihm gut getan, hatte ich den Eindruck, er hat heute mehr gespielt als sonst und auch mehr gelacht. Vorhin beim Mittagessen hat er sehr oft "Mhhm" gemacht und als ich gefragt habe "Schmeckt es dir?" hat er nicht geantwortet. Ich habe dann gesagt: "Kann es sein, dass es dir schmeckt, JAAA?" Und habe genickt. Er hat dann auch mehrfach genickt und irgendwann auch mal "Ja" gesagt. Es war das erste Mal. Dass jetzt einige Wörter neu kommen freut mich sehr. Ich bin gespannt wie sich das noch entwickelt und hoffe mit allem, was ich habe, dass der Knoten platzen könnte.

Ich werde aber über deinen Vorschlag nachdenken, obwohl ich das Gefühl habe, dass D. gern draußen ist, aber es kann natürlich sein, dass es ihn dennoch überfordert.

LG,
Nastia
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melly210
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von melly210 »

Fein daß ihr einen schönen Tag hattet :) Ich habe jetzt nicht gemeint daß ihr nicht auch mal eine kleine Runde spazieren oder auf den Spielplatz geht, aber nichts darüber hinaus erstmal (ausser die Ergo).
Ich persönlich würde warten bis sich in dem Setting der Tagesablauf gut, ruhig und regelmäßig eingespielt hat, auch mit regelmäßigen Essens und Schlafenszeiten, so daß ihr euch alle wohl damit fühlt und besser zurecht kommt. Und DANN aus der ruhigen Situation heraus wieder Dinge wie Kurse dazunehmen. Für mich klingt es einfach als wärt ihr alle gestresst und müsstet mal zur Ruhe kommen.
Söhnchen (02/2015) mit motorischer Dyspraxie und Wahrnehmungsstörungen
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