Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Nastia
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von Nastia »

Julia27118 hat geschrieben: 14.11.2022, 15:29 Bezüglich unterschied mittagsschlaf und nachtschlaf: rein vom instinkt her, wann ist es für ein Kleinkind gefährlicher mal kurz ohne Eltern zu sein, speziell im schlaf? Wann gehen raubtiere auf Jagd?

Das Familienbett ist der Ort, an dem ihr Eltern schlaft, instinktiv wird dein Kind also annehmen, das ist der sicherste Ort! Manche Kinder sind da noch mehr in der Steinzeit als andere... Unsere kleine schläft nur, wenn ich anwesend bin, oder im Auto....letzteres erklärt sich mir nicht, die karre kann nach dem einschlafen stehen und sie ratzt weiter, selbst wenn ich weg gehe! aber wehe ich verlasse das Familienbett 🙄 im wachzustand aber maximalautonome rampensau!
Hm. Ich weiß nicht woher der extreme Unterschied kommt. Eventuell fällt es ihm mittags auch einfacher einzuschlafen, weil ihm da noch die harte Nacht in den Knochen hängt, dachte ich. Aber ich weiß es nicht.

Unser Sohn akzeptiert das Verlassen des Familienbetts zum Mittagsschlaf auch, beim Nachtschlaf wäre das undenkbar.

Viele Grüße,
Nastia
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Nastia
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von Nastia »

UPDATE:

Danke an alle für den bisherigen Austausch und die vielen Tipps! Wir hatten heute Ergotherapie und ich wollte davon berichten und wie es uns ergangen ist: D. hat die Therapie besser angenommen, er hatte zwar einen Wutausbruch beim Reingehen, aber hat sich dann gut eingelassen.

-Wir haben aktuell nach wie vor riesige Probleme beim Anziehen, Umziehen, Schuhe anziehen, Windeln wechseln, Zähneputzen. Nachdem wir das Auto geparkt haben hatte D. einen Wutanfall, weil die Jacke nicht an sollte. Währenddessen wurden wir von einem Typen beobachtet, der zwei Kippen geraucht hat und uns angegafft während ich mich abgemüht habe.

-D. hat den kinetischen Sand und Ableger davon erstaunlich gut akzeptiert, er traut sich aber nicht den Sand zu zerdrücken bzw. hat nicht genug Kraft dazu. Die Ergotherapeutin kann sich vorstellen, dass D. die Kraft nicht entwickeln konnte, da er meistens unsere Hand nimmt um Dinge zu erledigen und er damit zu wenig geübt hat. Sie hat verschiedene Spieltipps empfohlen, die ich gern teilen will: Kinetischen Sand in Sandförmchen drücken lassen. Im festgedrückten Sand Glasperlen / Diamanten verstecken, die das Kind mit der Hand ausgraben muss. Pipetten für Kinder, wo man eingefärbtes Wasser umfüllen muss. Schwämme mit verschiedenen Schweregraden, die man im Wasserbad drücken lässt (gibt spezielle Therapieschwämme). Ich habe auch noch ein Power Web bestellt, das soll auch gut funktionieren.

-Ein Soundpuzzle hat er ambitioniert zu spielen begonnen, aber dann sollte ich es spielen und er hatte Angst davor.

-Ich habe die Therapeutin gefragt, ob sie denkt, dass D. eine SI haben könnte. Sie hat mir gesagt, dass sie eher den Eindruck hat D. hat extreme Ängste und gehe daher stark in die Vermeidung. In dem Sinne als hätte er zu wenig Selbstbewusstsein und traue sich die Dinge nicht zu / extreme Angst vor neuen Situationen hat, dadurch probiert er wenig aus / lässt sich wenig darauf ein und lernt natürlich auch weniger als die anderen Kinder, die da unbedarfter rangehen. So wie ich sie verstanden habe ist D. in seinen Fähigkeiten dadurch auch etwas zurück.

Sowohl mein Partner als auch ich haben auch den Eindruck, dass D. sehr viel Angst hat. Wir wissen nicht woher es kommt, ob wir vielleicht etwas falsch machen. Mich macht die Situation wirklich sehr traurig, da ich mit ansehen kann wie unser Sohn so viele Chancen verpasst, sein Potential nicht nutzt und das tut mir extrem weh. Ich fühle mich hilflos mit der Situation, weiß nicht wie ich ihm helfen kann. Ich bin mir auch sicher, dass D. eigentlich schon sprechen könnte, es sich aber nicht traut, genauso war es beim Drehen, Krabbeln und Laufen. Er hat sich nicht getraut, beim Laufen ist er monatelang auf den Knien gehüpft, es war ersichtlich, dass D. genug Kraft und Koordination hatte um Laufen zu können und dann tat er es ja auch von jetzt auf gleich ohne Stürze oder sonstiges.

Ich frage mich auch, ob D. nachts eventuell deswegen so viel schreit, weil er einfach die ganzen Überforderungen und Ängste vom Tag verarbeiten muss?

Würdet ihr zu dem Thema einen neuen Forumseintrag erstellen? Mich würde der Austausch hier sehr interessieren.

Die Ergo hat angeboten beim nächsten Mal das Autobuch gemeinsam anzusehen, damit sie mir zeigen kann wie sie vorgehen würde. Ich habe ihr erzählt, dass D. sich schwer tut mit dem Suchen von Dingen. Ich soll auch sein Laufrad mitbringen. D. traut sich nicht sich darauf zu setzen bzw. beachtet es zu Hause gar nicht. Sobald wir draußen sind sieht er jedem Fahrrad hinterher.. wir wissen einfach nicht weiter.

-Ich habe sie gefragt, ob wir ihrer Meinung nach auf Veranstaltungen wie den Tanzkurs verzichten sollten, da D. da oft schreit und den Raum nach 10 bis 15 Minuten verlassen will oder ob wir ihn mit den Dingen konfrontieren sollen. Sie sagte, sie denkt, dass wir die Vermeidung bei unserem Sohn dann eher fördern.

Soll ich mich doch den ganzen Tag zu Hause einigeln? Ich weiß langsam nicht was richtig und falsch ist.

-Ich wollte D. auch Handschuhe anziehen, die er abgelehnt hat. Die Ergo meinte ich sollte Handschuhe mit separierten Fingern versuchen, die werde ich nun besorgen. Habt ihr Tipps, was auch noch helfen könnte? Ich weiß nicht, ob D. die Kälte nicht spürt oder ob er die Handschuhe zu sehr spürt.

Soweit der Stand von uns.

Falls ihr Anmerkungen oder Tipps habt freuen wir uns darüber.
Viele Grüße,
Nastia
melly210
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von melly210 »

Hi Nastia, freut mich, daß die Therapie heute besser war und daß auch das Tier mindestens mittags ihm gut beim einschlafen hilft !

Die extreme Angst ist bei überempfindlichen SI Kindern auch typisch. Ich glaube sie warten schon einfach drauf daß ihnen was zu viel wird. Hatte unser Sohn auch stark, auch starke Vermeidungshaltung, ebenso dieses monatelange gehen auf den Knien etc. Für das Laufrad hat ihm lange die Kraft gefehlt, daher wurde es ignoriert. Mit etwas über 3 haben wir ihn endlich motiviert draussen längere Strecken zu gehen, bis dahin ist er fast nur Buggy gefahren. Paar Wochen nachdem er längere Strecken gelaufen ist, hat er dann plötzlich gesagt "ab heute fahre ich Laufrad", ist aufgestiegen und losgefahren als ob er nie was anderes gemach hat. Er ist an dem Tag gleich 1x quer durch den Zoo gefahren. Ich war baff. Läuft eurer draussen alles selber ? Wie geht es ihm mit klettern ? Auch die Aversion gegen anziehen und gewickelt werden wäre typisch (hat mein Sohn aber nicht). Viele SI Kinder ziehen nur ganz bestimmte Kleidungsstücke an. Auch daß die allgemeine Entwicklung leidet wenn die taktile/motorische so viel Kraft braucht ist klar.

Ich sage jetzt nicht, daß euer Sohn zu 100 % eine SI -Störung hat, kann ich ja als Laie und noch dazu aus der Distanz gar nicht, nur daß es eine typische Folge ist. Falls es wirklich keine SI Störung hätte, müsste man schauen was sonst der Grund für die extreme Angst ist. Aber wie gesagt, für mich klingt es weiterhin typisch nach SI Störung.


Wegen dem kuscheln: vorsichtig anbieten kannst dus ab und an ja schon, jetzt wo du weißt welche Art von Berührungen ihm angenehm sind. Das habe ich auch gemacht und mach ich bis heute so. Wenn sies nicht wollen gehen sie eh.
Söhnchen (02/2015) mit motorischer Dyspraxie und Wahrnehmungsstörungen
Nastia
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von Nastia »

melly210 hat geschrieben: 16.11.2022, 14:06 Hi Nastia, freut mich, daß die Therapie heute besser war und daß auch das Tier mindestens mittags ihm gut beim einschlafen hilft !

Die extreme Angst ist bei überempfindlichen SI Kindern auch typisch. Ich glaube sie warten schon einfach drauf daß ihnen was zu viel wird. Hatte unser Sohn auch stark, auch starke Vermeidungshaltung, ebenso dieses monatelange gehen auf den Knien etc. Für das Laufrad hat ihm lange die Kraft gefehlt, daher wurde es ignoriert. Mit etwas über 3 haben wir ihn endlich motiviert draussen längere Strecken zu gehen, bis dahin ist er fast nur Buggy gefahren. Paar Wochen nachdem er längere Strecken gelaufen ist, hat er dann plötzlich gesagt "ab heute fahre ich Laufrad", ist aufgestiegen und losgefahren als ob er nie was anderes gemach hat. Er ist an dem Tag gleich 1x quer durch den Zoo gefahren. Ich war baff. Läuft eurer draussen alles selber ? Wie geht es ihm mit klettern ? Auch die Aversion gegen anziehen und gewickelt werden wäre typisch (hat mein Sohn aber nicht). Viele SI Kinder ziehen nur ganz bestimmte Kleidungsstücke an. Auch daß die allgemeine Entwicklung leidet wenn die taktile/motorische so viel Kraft braucht ist klar.

Ich sage jetzt nicht, daß euer Sohn zu 100 % eine SI -Störung hat, kann ich ja als Laie und noch dazu aus der Distanz gar nicht, nur daß es eine typische Folge ist. Falls es wirklich keine SI Störung hätte, müsste man schauen was sonst der Grund für die extreme Angst ist. Aber wie gesagt, für mich klingt es weiterhin typisch nach SI Störung.


Wegen dem kuscheln: vorsichtig anbieten kannst dus ab und an ja schon, jetzt wo du weißt welche Art von Berührungen ihm angenehm sind. Das habe ich auch gemacht und mach ich bis heute so. Wenn sies nicht wollen gehen sie eh.
Hallo melly,

danke für deine Nachricht.

Ich hatte beim Soundpuzzle der Ergotherapeutin auch den Eindruck, dass mein Kind tatsächlich kurz vergessen hat, dass er Angst hat und dann erst nach 2 Minuten kam er zu mir und ich sollte es machen. Die Ergotherapeutin hat da schon ungeduldig mit dem Fuß gewackelt, ich glaube sie weiß nicht recht was sie mit ihm machen soll und spielt jetzt eher frei bzw. ich soll Sachen mitbringen. Aber ich bilde mir das alles doch nicht ein.

Unser Sohn läuft draußen selbst, auch längere Strecken. Er läuft auch oft von uns weg, bleibt stehen, kommt nicht mit. Die Compliance fehlt. Dieses von jetzt auf gleich ist bei uns auch so. Auch, wenn es sich sarkastisch anhört, ich wäre nicht überrascht, wenn er mich eines Tages mit "Guten Morgen Mama, wie geht es dir?" begrüßen würde. In den Kinderwagen muss ich ihn eher nötigen, genauso will er nicht bei mir auf den Arm, nur bei Papa, wenn er nicht mehr laufen kann.

Ich habe zu Hause für ihn so große Schaumstoffbausteine gehabt (Rampe, Treppe etc.), die hat er bespielt, konnte die Rampe sogar runterlaufen. Jetzt haben wir das Ganze ersetzt mit Pickler Dreieck, Rundbogen und so einer verstellbaren Rampe. Auf die Rampe steigt er hoch von der Seite und läuft drauf rum. Klettern will er nicht. Auf dem Spielplatz gleiches Thema. Kein Hochklettern auf Rutsche oder ähnliches.

D. zieht im Grunde alles gleich gerne oder gleich ungerne an, ich kann da bisher keine großen Präferenzen erkennen (außer Reißverschlüsse, die am Hals scheuern, aber wer mag das schon?).

Mein Herz ist wirklich gebrochen, wenn ich mir vorstelle, dass D. aus Angst heraus bereits in der allgemeinen Entwicklung verzögert ist. Ehrlich, das wirft mich völlig aus der Bahn. Wovor hat dieser kleine Mensch denn so Angst? Wir haben ihn nie angeschrien, ihn nie schreien lassen, weggesperrt oder sonstiges. Nur die Kita könnte damals ein nachvollziehbarer Grund sein, aber wir hatten die Probleme ja vorher schon.

Die SPZler müssten eine SI theoretisch auch erkennen, oder? Eine Ergo aber theoretisch auch.. nicht wahr? Ich weiß einfach nicht wohin ich mich wenden soll. Der Alltag ist bereits so kräftezerrend und diese Herumsucherei was es sein könnte, tausend Dinge von Angst zu SI zu Autismus oder ganz was anderes, wie soll man hier denn nur geordnet vorangehen? Gleichzeitig läuft die Elternzeit ja immer mehr aus und was ist dann? Gerade bin ich ehrlich gesagt einfach nur frustriert und traurig.

LG,
Nastia
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von melly210 »

Theorie und Praxis. In der Praxis hat das SPZ bei uns die SI Störung nicht gesehen. Bei einer anderen Ergotherapeutin die wir uns im Vergleich angeschaut haben hieß es sie würden einfach therapieren was sie sehen, ohne groß zu diagnostizieren oder zu überlegen warum...

Aber wie gesagt, in seinem Alter sind die Therapien auch nicht anders, wurscht ob er jetzt Autismus oder eine SI Störung hat. Ergo, Logo, Frühförderung.
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von Nastia »

melly210 hat geschrieben: 16.11.2022, 14:57 Theorie und Praxis. In der Praxis hat das SPZ bei uns die SI Störung nicht gesehen. Bei einer anderen Ergotherapeutin die wir uns im Vergleich angeschaut haben hieß es sie würden einfach therapieren was sie sehen, ohne groß zu diagnostizieren oder zu überlegen warum...

Aber wie gesagt, in seinem Alter sind die Therapien auch nicht anders, wurscht ob er jetzt Autismus oder eine SI Störung hat. Ergo, Logo, Frühförderung.
melly210 hat geschrieben: 16.11.2022, 14:57 Theorie und Praxis. In der Praxis hat das SPZ bei uns die SI Störung nicht gesehen. Bei einer anderen Ergotherapeutin die wir uns im Vergleich angeschaut haben hieß es sie würden einfach therapieren was sie sehen, ohne groß zu diagnostizieren oder zu überlegen warum...

Aber wie gesagt, in seinem Alter sind die Therapien auch nicht anders, wurscht ob er jetzt Autismus oder eine SI Störung hat. Ergo, Logo, Frühförderung.
Ergo und Logo verstanden. Und was macht genau die Frühförderung?
melly210
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von melly210 »

Die Frühförderung fördert mehr in die kognitive Richtung. So Dinge wie Puzzles, Fingerspiele, Farben zuordnen und Co. Wenn er dann mal in den Kindergarten geht, wird das meist im Kindergarten gemacht.
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von Nastia »

melly210 hat geschrieben: 16.11.2022, 15:21 Die Frühförderung fördert mehr in die kognitive Richtung. So Dinge wie Puzzles, Fingerspiele, Farben zuordnen und Co. Wenn er dann mal in den Kindergarten geht, wird das meist im Kindergarten gemacht.
Danke für die Aufklärung. Mich wundert, dass der Kinderarzt Ergo & SPZ vorgeschlagen hat und die Frühförderung nicht mal erwähnt hat.

Weißt du, ob man dafür auch eine Überweisung braucht?

Habe vorhin mit D. versucht ein Steckspiel zu spielen. Zunächst hat er alle Steine auf die Box gelegt. Dann hat er geschrien wie am Spieß, weil es nicht funktioniert hat. Er hat die Formen wahllos ausprobiert, ich war richtig schockiert wie schlecht es lief. Er hat noch ein anderes Steckspiel, das löst er flott, aber vielleicht auch nur, weil er es auswendig gelernt hat.

Puzzle sind leider ähnlich schwierig für ihn.

Ich habe auch im Such Buch den Eindruck, dass er die Dinge wiederholt, die ich ihm gezeigt habe, aber das Prinzip Suchen nicht verstanden hat und die Transferleistung nicht erbringen kann.

Irgendwie fühlt sich für mich die Situation total verfahren an. Dass D. entwicklungsverzögert ist nimmt mich sehr mit und dass er immer mehr in die Verweigerung gehen könnte auch.

Soll ich jetzt eher Spielzeug für Kleinere rausholen.. Soll ich die Kinderkurse abbrechen? Ich weiß gar nicht wie ich mit dem Status quo verfahren soll.

VG,
Nastia
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von melly210 »

Im SPZ würde Diagnostik gemacht, und auch Therapien bekommt man mit "Sanctus" vom SPZ leichter. Sie leiern eben Dinge wie Frühförderung an. Dort würdest du auch sehen wie du am besten fördernd mit ihm spielst.

Generell: ideal ist es wenn es zwar lustig, aber auch eine kleine Herausforderung ist. Aber tendentiell ist zu leicht eher besser als zu schwer. Überforderung führt schnell zu Frust.

Meiner hat sich mit solchen Steckspielen und Puzzles auch lange schwer getan, er hat einfach nicht gesehen wie das passen könnte.
Versuch vielleicht mal Colorino. Das ging bei uns ab ca 2,5 gut. Da geht es nur um die Farben, jeder Stecker passt überall rein. Auch wenn er am Anfang mal nur wahllos steckt passt das, hat meiner auch. Dann übt er eben gezielt stecken.
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Re: Nastia mit D. (22M) - Alltagsschwierigkeiten & schlechtes Bauchgefühl / lang

Beitrag von Sophie-11 »

Hallo,

ich verfolge Deinen Thread schon eine Weile und mag jetzt doch noch ein paar Überlegungen zufügen. Einmal dieser Punkt:
Nastia hat geschrieben: 16.11.2022, 13:39 Ich frage mich auch, ob D. nachts eventuell deswegen so viel schreit, weil er einfach die ganzen Überforderungen und Ängste vom Tag verarbeiten muss?
Das ist durchaus möglich. Bei meinen Kindern war immer sehr deutlich, dass die Nächte umso unruhiger und schwieriger waren, je mehr tagsüber passiert ist. Bei allen dreien, nicht nur den beiden mit Autismus-Diagnose. Insgesamt erinnert mich vieles von dem, was Du gerade aus der Anfangszeit von Deinem Sohn schreibst mehr an meinen Großen als an die beiden Autisten. Außer dass er früh gelaufen ist und früh gesprochen hat. Gerade die jüngere Entwicklung Deines Sohnes ist aber doch nach Deiner Beschreibung deutlich auffälliger als mein Großer damals.

Vielleicht kannst Du ja mal ein paar wirklich ruhige Tage machen und schauen, ob es tendenziell eine Änderung beim Schlafmuster gibt?
Nastia hat geschrieben: 16.11.2022, 14:48 Die SPZler müssten eine SI theoretisch auch erkennen, oder? Eine Ergo aber theoretisch auch.. nicht wahr?
Das hängt immer davon ab... "Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel." Ärzte und Therapeuten erkennen tendenziell leider vor allem das, worin sie spezialisiert sind und sich auskennen, selbst wenn es nur teilweise Überschneidungen gibt. Wenn Eure Ergo keine Weiterbildung und Erfahrung mit SI hat, wird sie eine entsprechende Störung vermutlich nicht leicht erkennen.

Auch wenn sich herausstellen sollte, dass Dein Sohn an Angststörungen leidet, heißt das noch lange nicht, dass Ihr irgendwie daran schuld seid! Es gibt auch genetische Dispositionen diesbezüglich. Deswegen solltest Du nicht anfangen, die Schuld am Verhalten Deines Sohnes bei Euch zu suchen, das ist alles andere als zielführend - auch das leichter gesagt ist als getan :wink: .

Allenfalls möchte ich Dir noch den Spruch ans Herz legen, dass das Gras nicht schneller wächst, wenn man dran zieht. Ich kann leicht falsch liegen, aber das, was Du schreibst erweckt bei mir den Eindruck, dass Du Deinen Sohn extrem viel förderst und therapeutisch mit ihm zu arbeiten versuchst; manchmal ist da weniger auch mehr. Manchmal kann es aber auch nötig sein, deswegen will ich Dir da auch nicht konkret abraten, nur das immer mitzubedenken.

Liebe Grüße und alles Gute!
der Große *12/2007 (eher Spektrumsnah)
der Mittlere *09/2010 (ASS, ADHS, Grenzgänger)
die Kleine *02/2014 (Asperger)
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