Nur ziemlich schlau, hochbegabt oder doch etwas mehr?

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Bika
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Re: Nur ziemlich schlau, hochbegabt oder doch etwas mehr?

Beitrag von Bika »

Hallo Melihcanim!

Wie hier schon mehrfach erwähnt, ist es in diesem Alter und bei einem zufriedenen Kind kaum möglich und nicht nötig, eine Wahrnehmungsstörung zu diagnostizieren.
Was du beschreibst, klingt schon sehr eindeutig nach einer sehr beschleunigten kognitiven Entwicklung und eine HB ist ziemlich wahrscheinlich vorhanden. Vermutlich in starker Ausprägung. Viel Spass!! :mrgreen:

Aber mach dir bitte keine Sorgen, dass eine hohe Begabung automatisch zu späteren Anpassungsproblemen führen muss.
Es gibt unzählige Möglichkeiten der individuellen Förderung und auch im Regelschulsystem können sehr begabte Kinder angemessen beschult werden, wenn alle Seiten offen und flexibel sind.
Bei einer HB in Kombination mit Wahrnehmungsstörungen wird es natürlich herausfordernder aber auch da wächst man rein, sollte es irgendwann nötig werden.
Eine gute neuronale Vernetzung ist erstmal kein Wettbewerbsnachteil!!!

Dein Kind klingt nach einem behüteten, geliebten, glücklichen und superschlauem Schatz, genieße das doch erstmal einfach. :D

LG
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Melihcanim
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Re: Nur ziemlich schlau, hochbegabt oder doch etwas mehr?

Beitrag von Melihcanim »

Hallo auch Dir,

vielen lieben Dank für deine schönen Worte. Du klingst danach als würdest du aus eigener Erfahrung sprechen. Deine Worte, gerade im Hinblick auf die Zukunft, sind machen Mut 💗.

Schöne Grüße
Lisa Maier
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Re: Nur ziemlich schlau, hochbegabt oder doch etwas mehr?

Beitrag von Lisa Maier »

Hallo,

es gibt auch Schüler, die so intelligent sind, daß sie die Schule auf einer Backe absitzen, nicht auffällig werden und es einfach genießen, sich einen Lenz machen zu können. Ein Bekannter las den anderen Kindergartenkindern vor, ließ die erste Klasse aus und hatte dann eine sehr erholsame Schulzeit, bei der bis Schulschluß ein großer Teil der Hausaufgaben erledigt war. Was ich sagen will ist, daß sich auch sehr intelligente Kinder völlig normal entwickeln können. Man sollte nicht immer alles prophylaktisch pathologisieren. Und Testen würde ich hier für das Erste nichts.

Viele Grüße
Lisa
LadyAnna
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Re: Nur ziemlich schlau, hochbegabt oder doch etwas mehr?

Beitrag von LadyAnna »

Ich würde erstmal entspannt bleiben und abwarten. Eher einen Fokus auf die sozialen Fähigkeiten legen und diese fördern. Und ich finde es völlig normal, dass Kinder in ihren Bilderbüchern es schon in einem noch viel jüngeren Alter bemerken, wenn ein Satz ausgelassen oder verändert wird. Da wird doch schon bei 2-3 jährigen protestiert. Ich denke man muss ein Kind auch einfach sich entwickeln lassen, den einen schneller, den anderen langsamer. Aber Diagnostik ist nicht immer wichtig und in so einem Fall ohne negative Auswirkungen auch meiner Meinung nach überflüssig
Bika
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Re: Nur ziemlich schlau, hochbegabt oder doch etwas mehr?

Beitrag von Bika »

@LadyAnna,
Wenn ein Kind sich selbstständig lesen und schreiben in der deutschen und Muttersprache der Eltern beibringt, ist das schon sehr auffällig, findest du nicht? :?:
Bika
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Re: Nur ziemlich schlau, hochbegabt oder doch etwas mehr?

Beitrag von Bika »

Also vor dem 4. Geburtstag.
LadyAnna
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Re: Nur ziemlich schlau, hochbegabt oder doch etwas mehr?

Beitrag von LadyAnna »

Ich finde es gibt in jeder Kindergartengruppen Kinder, die das dann können. Und wie viel selbständig erschlossen oder gefördert ist, weiß man immer nicht.
Trotzdem ist das nichts, das man als Grund für eine Diagnostik nehmen sollte. Egal was raus kommt, es ändert ja erstmal nichts.
Melihcanim
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Re: Nur ziemlich schlau, hochbegabt oder doch etwas mehr?

Beitrag von Melihcanim »

Hallo nochmal,

lieben Dank für eure zahlreichen Rückmeldungen. Eine Testung habe ich instinktiv noch vor der Rücksprache mit dem KiA abgelehnt. Der Kiga begründete seinen Wunsch damit, dass sie mittlerweile das Gefühl haben ihm nicht gerecht zu werden und hoffen ihn gezielter fördern zu können wenn eine Diagnose vorliegt. Das Gespräch endete mit dem Satz: " Ihnen ist aber schon klar, dass das was wir vermuten etwas Positives ist". Mein Mann war ebenfalls "für" die Testung, zeigte jedoch nach Rücksprache mit dem KiA Einsicht. Auch war mein Mann der Meinung, dass wir uns jetzt unbedingt einen bilingualen Kiga suchen sollten. Auch wenn ich mir sicher bin, dass mein Sohn es toll finden würde wenn Erzieherinnen plötzlich mit ihm englisch sprechen, birgt solch ein Wechsel meiner Meinung nach mehr Nach-, als Vorteile.

Warum sollte man ein zufriedenes Kind aus seinem gewohnten Umfeld und seinen Freunden wegreissen , bloß weil er für hochintelligent gehalten wird. Mein Mann spricht solche Dinge vor unserem Sohn an, was mich extrem stört weil er eben doch mehr versteht als wir vermuten.

Als mein Sohn mich im Sommerurlaub fragte wann wir nach Hause zurückfliegen sagte ich "wir schlafen noch 3 Mal" obwohl es noch 5 Tage waren. Am 3. Abend verkündete er, dass er sich freue morgen nach Hause zu fliegen. Er hatte tatsächlich die Tage gezählt. Wer vermutet sowas bei einem 3 Jährigen 😅.

Da es mein erstes Kind ist, ist mir nicht klar was alles normal ist. Aber das Erkennen von fehlenden Sätzen in einer Kurzgeschichte habe ich tatsächlich als seltsam empfunden, es waren Kurzgeschichten (also keine Bilderbücher) sondern eine ganze DinA5 Seite nur in Schrift.

Den Fokus lege ich bewusst auf soziale Dinge. Er wurde erst kurz vor seinem 3 Geburtstag sauber und trocken (dann aber komplett auch in der Nacht). Er hat sich lange Zeit vor dem Kiga nicht von uns verabschiedet (jedoch immer freudig begrüßt). Mir kam es vor als würde er den Sinn des Verabschiedens nicht verstehen. Aktuell ist er jedoch sehr sozial, tröstet wenn sich jmd weh getan hat und passt sich in größeren Gruppen an, weiß z.B. dass er sich anstellen sollte um andere nicht zu benachteiligen usw. Er ist lustig und spielt laut Aussage der Erzieherinnen gerne den Clown und hat einen ausgeprägten Humor.

Im Grunde möchte ich ihn nur besser verstehen. Wir sind bezüglich des Nichtreagierens auf den Namen mit meinem Mann ziemlich aneinander geraten (wir gehen zwar beide sehr liebevoll mit ihm um aber mein Mann reagiert manchmal eben doch zu impulsiv). Seiner Meinung nach verziehe ich unseren Sohn.

Ich sagte dass es doch schrecklich sein muss angebrüllt zu werden für etwas wofür man möglicherweise nichts kann.

Jdfls leuchtete mir die Aussage des KiA nicht ganz ein, dass HB Kinder durchaus autistische Verhaltensweisen zeigen können ohne das Autismus vorliegt. Woran macht man das denn fest? Warum zeigen gerade HB Kinder autistische Züge? Sind das dann nicht möglicherweise kleine Autisten die einfach aufgrund der hohen Kognition gut kompensieren?

LG
Melihcanim
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Re: Nur ziemlich schlau, hochbegabt oder doch etwas mehr?

Beitrag von Melihcanim »

LadyAnna hat geschrieben: 26.10.2022, 21:52 Ich finde es gibt in jeder Kindergartengruppen Kinder, die das dann können. Und wie viel selbständig erschlossen oder gefördert ist, weiß man immer nicht.
Trotzdem ist das nichts, das man als Grund für eine Diagnostik nehmen sollte. Egal was raus kommt, es ändert ja erstmal nichts.
Hallo Anna,

genau dieses Vorurteil, dass das Kind sich diese Dinge unmöglich selbst angeeignet haben kann, macht mich sehr traurig. Mein Sohn hat vor ca 1 Jhr den Kindercomputer seines großen Cousins geerbt. Da ich viel im Homeoffice arbeitete sagte er, dass er nun auch im Homeoffice arbeiten müsse. Auf dem Computer gibt man einen Buchstaben ein und es ertönt der Buchstabe neben dem Bild. Dann fing er an uns aufzufordern ihm Buchstaben vorzuzeichnen. Eines seiner Lieblingsbeschäftigung war es Buchstaben aufzusagen die man dann aufschreiben musste um es ihm dann vorzulesen, er bezeichnete diese Worte selbst dann als lustige Quatschworte und kringelte sich vor Lachen.

Nachdem ich wusste dass das eh sein Interesse ist, ging ich deshalb nicht von einer HB aus. Als er dann plötzlich Buchstaben der Muttersprache zeichnete und dies vorlas (das hat er vermutlich aus Büchern) waren wir doch sehr verblüfft.

Mein Mann machte sich lustig und sagte:" möglicherweise haben wir hier einen Ausserirdischen sitzen der geschickt wurde um die Menschheit zu studieren und wir zwei Idioten sind erstaunt" 😅.

Jdfls trimme ich meinen Sohn definitiv nicht etwas zu erlernen. Oft diskutieren wir darüber, was zur Fernsehzeit geschaut wird. Er mag weder Kinderserien noch Filme (nur den Film Ferdinand hat er gefühlt 1 Mio angeschaut als er noch 2 war). Seit einigen Wochen müssen es Lernvideos zum englischen Alphabet sein. Auch als GuteNachtlied muss es "englisch abc" sein.
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Lisa Maier
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Re: Nur ziemlich schlau, hochbegabt oder doch etwas mehr?

Beitrag von Lisa Maier »

Hallo,
Jdfls leuchtete mir die Aussage des KiA nicht ganz ein, dass HB Kinder durchaus autistische Verhaltensweisen zeigen können ohne das Autismus vorliegt.
Wenn man kognitiv fitter ist wie sein Umfeld, dann kann einem manches, was die anderen so machen oder was von einem erwartet wird, reichlich bescheuert vorkommen. Und weil es einem bescheuert vorkommt, benimmt man sich eben nicht wie von einem erwartet. Das kann dann auch autistisch wirken ohne es zu sein.
Als ich so drei war, habe ich auf die leicht blöden Fragen von Bekannten meiner Eltern einfach nicht reagiert, was andere Kinder meines Alters wohl gemacht hätten. Damals wurde man hinterher geschimpft - heute geht es zum Arzt. Ich hatte jedenfalls die Gelegenheit dann meiner Mutter zu erklären, daß ich genau weiß, daß denen klar ist, daß ich ein Mädchen bin und deshalb nicht Fritz heiße. Warum hätte ich also antworten sollen? Wird man älter, lernt man seine Mitmenschen dort abzuholen, wo sie stehen und denkt sich sein Teil.
Ich würde den Jungen jedenfalls, solange es keine wirklichen Probleme gibt, ganz normal weiter behandeln und vor allem vor ihm keinen Hype um seine Intelligenz machen.

Viele Grüße

Lisa
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