Intelligenztest und geistige Behinderung

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Lisaneu
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Re: Intelligenztest und geistige Behinderung

Beitrag von Lisaneu »

Deutlich unterdurchschnittliche Arbeitsgeschwindigkeit und Arbeitsgedächtnis sind eigentlich Anzeichen für eine Wahrnehmungsstörung. ABER: bei Tests von unter 6jährigen Kindern werden meistens eher Tests durchgeführt, wo Arbeitsgeschwindigkeit und Arbeitsgedächtnis noch gar keine Rolle spielen. Generell finde ich es seltsam, dass bei einem so jungen Kind ein "reiner" IQ-Test gemacht wurde. Denn in dem Alter ist eine allgemeine Entwicklungsdiagnostik, wo verschiedene Entwicklungsaspekte angeschaut werden (von denen der IQ nur EIN Puzzlestück eines größeren Ganze ist), viel aussagekräftiger.

Bei meinem älteren Sohn wurde z.B. mit 4 Jahren im Rahmen der Entwicklungsdiagnostik der K-ABC-Test gemacht, bei seinem gehörlosen Bruder ebenfalls mit 4 Jahren der nonverbale SON-R 2 1/2 - 7. Bei diesen beiden Test gab es die Untertests Arbeitsgeschwindigkeit und Arbeitsgedächtnis gar nicht.

Bei meinem älteren Sohn wurde mit 9 Jahren dann der WISC-IV gemacht, und seine weitaus schlechtesten Werte waren auch Verarbeitungsgeschwindigkeit und Arbeitsgedächtnis. Da die Ergebnisse insgesamt gut waren, waren aber auch da die Werte im (unteren) Durchschnittsbereich, während alle anderen Untertests im oberen Durchschnittsbereich, überdurchschnittlich oder stark überdurchschnittlich waren. Rechnerisch kam ein IQ von 118 raus. Da aber zwischen die besten Untertest (SV=Sprachverständnis mit IQ 150+) und dem schlechtesten Untertest (VG=Verarbeitungsgeschwindigkeit mit IQ 91) so eine hohe Diskrepanz war, galt der Test als "nicht auswertbar.

Es gibt ja diese 23-Punkte-Regel, wonach ein IQ-Test dann nicht auswertbar ist, wenn zwischen bestem und schlechtestem Untertest mehr als 23 IQ-Punkte liegen. Diese Regel ist auch unter Fachleuten ziemlich umstritten, aber mit über 60 IQ-Punkten Differenz ist es eben ein sehr deutlicher Hinweis, dass da was "dahintersteckt" - im Fall meines älteren Sohnes eben Asperger-Autismus in Kombi mit ADHS.

Mein jüngerer, gehörloser Sohn (frühkindlicher Autist) hat mit 9 1/2 Jahren den nonverbalen IQ-Test Son-R-6-40 gemacht. Dabei war sein schlechtester Untertest im Bereich "Kategorien", wo er auf dem Stand eines Kinders unter 5,6 Jahren war, also deutlich im Bereich der geistigen Behinderung. Sein bester Untertest war Mosaike, wo er auf dem Stand eines Erwachsenen (18+) war, also klar im Bereich der Hoch (eher noch Höchst-)Begabung! Rechnerisch kam insgesamt ein Durchschnitts-IQ von 103 raus, aber zwischen bestem und schlechtestem Unterwert waren über 100! IQ-Punkte, womit dieser Test natürlich auch als "nicht auswertbar" galt.

Fakt ist aber: meine Jungs sind beide MINDESTENS durchschnittlich intelligent. Mein älterer Sohn hatte in der 2. Klasse Gymnasium ein gutes Zeugnis (bis auf die 4 in Sport), mein jüngerer Sohn in der 4. Klasse Grundschule nach Regelschullehrplan auch nur 1er und 2er.

Da ich viele Paralellen mit deiner Tochter sehe, glaube ich nicht, dass ihr IQ-Test ihre wahren Fähigkeiten abbildet. Auch meine Jungs haben beide früh Zahlen und Buchstaben erkannt und konnten schon deutlich vor Schuleintritt lesen. Auch zählen und rechnen konnten sie schon im Kindergartenalter sehr gut. Klar haben beide behinderungbedingt ihre Defizite, aber eben KEINE zusätzliche Intelligenzminderung :wink: .
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama ADHS (mit 49 diagnostiziert)
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Sophia31
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Re: Intelligenztest und geistige Behinderung

Beitrag von Sophia31 »

Hallo,

ich bin auch leicht vewirrt, dass bei deiner Tochter ein IQ von 58 rausgekommen sein soll, wenn mit 3 Jahren schon das Lesen selber beigebracht worden ist. Mein Sohn ist auch 2 x einen IQ von 55 bis 60 bei 2 verschiedenen Tests bestätigt worden. Bei ihm kommt es aber schon hin, da er sehr schwer Sätze sprechen kann. Auch fällt ihm das Schreiben sehr schwer. Er geht jetzt in die 3. Jahrgangsstufe in eine GE-Klasse.

Allgemein würde ich aber nicht immer auf die Tests viel geben. Meine Tochter wurde von einer Psychologin damals auch als " geistig behindert " eingestuft, hatte aber nicht gemerkt, dass sie damals absolut keinen Bock hatte,mit zu machen. Alle, die sie kannten, haben über diese Diagnose nur den Kopf geschüttelt.
Sarah-Christine
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Re: Intelligenztest und geistige Behinderung

Beitrag von Sarah-Christine »

Deiner Beschreibung nach könnten vielleicht Schwierigkeiten in Bezug auf die visuelle Wahrnehmung bestehen (Malverhalten, Puzzlen, Anziehen) - Frühgeburtlichkeit ist ein Risikofaktor. Seid Ihr an einenen Augenarzt mit Sehschule angebunden? Dieser könnte Sehschärfe und Stellung der Augen beurteilen. Eine Ergotherapeutin könnte dann die visuelle Wahrnehmung testen; dies macht ein Augenarzt nicht.
Ich würde die erhobenen IQ-Werte auch skeptisch betrachten, gerade auch bei sehr jungen Kindern. Außerdem werden m.M.n. Besonderheiten in der Wahrnehmung nicht hinreichend berücksichtigt.
heidipet
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Re: Intelligenztest und geistige Behinderung

Beitrag von heidipet »

Hallo,
aus unserer Erfahrung stellt sich noch eine Frage: Wer hat den Test durchgeführt?
Die Ergebnisse einer Förderschule mit Nachwuchsmangel und einer "unabhängigen" Stelle wichen massiv voneinander ab.
Abgesehen davon sind kein Bock, müde, (für dein Kind) unsympathische Testperson mit Sicherheit auch Faktoren.

Gruß
Heidi
Gruß
Heidi
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Re: Intelligenztest und geistige Behinderung

Beitrag von Susi2015 »

Karin2308 hat geschrieben: 10.10.2022, 13:51 @ Susi

Hallo Susi, darf ich fragen von welchem Buch du sprichst. Ich habe auch ein extremes Frühchen zu Hause und verweigere die Zustimmung bis jetzt für alle Intelligenztestungen, obwohl mein Kind mittlerweile bereits eine inklusive Regelschule besucht. Daher würde es mich interessieren.

LG Karin
Hallo Karin,

den Link den Inga geschrieben hat meinte ich. Für uns ist gerade Frühgeborene in der Grundschule interessant.
Ich schreib dir noch eine PN.

Viele Grüße
Susi
Susi2015
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Re: Intelligenztest und geistige Behinderung

Beitrag von Susi2015 »

Lina17 hat geschrieben: 10.10.2022, 14:40
Es wurde der WPPSI-IV (Wechselr Preschool and Primary Scale of Intelligence) durchgeführt im Alter von 4,5 Jahren, was wohl der frühste Zeitpunkt für so einen Test ist.
Genau an diesem Test sind meine Kinder "gescheitert". Er ist sehr visuell basiert und einer meine Kinder mit Gehirnblutung und Hemi hatte da gnadenlos verloren.
Im test wurde jedoch die Verabeitungsgeschindigkeit sowie das Arbeitsgedächtnis als weit unterdurchschnittlich gewertet.
Dies ist ganz typisch für extreme Frühgeborene. Schau dir mal die Broschüre Frühgeborene in der Grundschule an, dort ist es ganz gut erklärt. Dazu werden die Aufgaben bei den IQ Tests auf Zeit ausgelegt und somit für Kinder mit Problemen in der Verarbeitungsgeschwindigkeit sehr schwierig.

Ich würde die Ergotherapeutin ansprechen bzgl. Wahrnehmungsstörungen. Uns war dies lange nicht bewusst und wir mussten erst die Ergo wechseln. Puzzeln und malen fällt meinen Kinder auch extrem schwer. In anderen Dingen sind sie dafür topfit.
Bika
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Re: Intelligenztest und geistige Behinderung

Beitrag von Bika »

Hallo Lina,

Für euch ist das Ergebnis weder passend noch hilfreich.
Die Zuschreibung einer geistigen Behinderung ist für ein normal oder gar überdurchschnittlich begabtes Kind, nach meinem Empfinden, schädlich und entwicklungshemmend.
Deine Verunsicherung wird sich auf deine Interaktion mit deiner Tochter auswirken.
Du läufst Gefahr, sie ständig zu beobachten, zu analysieren, herauszufordern.

Deine Tochter hat sich in Eigeninitiative mit der abstrakten Zahlenwelt und Buchstaben beschäftigt und dort sehr früh Lernerfolge erzielt.
Das klingt eher nach einer guten Begabung.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, was ein zu niedrig ermittelter IQ in der Eltern - Kindbeziehung anrichten kann.
Auch kann das Auswirkungen auf die Entwicklung des Selbstvertrauens der Betroffenen haben.
Und das, obwohl wirklich alle Beteiligten ( von mir als Mutter kann ich das mit Sicherheit sagen) nur das Beste für das geliebte Kind wollen.

Vergiss den Test, pack ihn in die geistige Tonne, wo er hingehört und konzentriere dich vor allem auf die Stärken deiner Tochter!

Ich lese in deinen Beschreibungen übrigens einige Parallelen zu meinem Sohn ( mittlerweile 16, knapp im autistischen Spektrum befindlich, GesamtIQ bei insgesamt 3 Testungen wegen des Deckeneffektes nie genau ermittelbar).

alles Gute
Nora M
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Re: Intelligenztest und geistige Behinderung

Beitrag von Nora M »

Lina17 hat geschrieben: 10.10.2022, 12:20 Guten Morgen,

ich möchte mich kurz vorstellen. Unsere Tochter wird diesen Monat 5 Jahre alt und war eine Extremfrühgeburt aus der 26.SSW mit Hirnblutung und Shunt. Initial hat sie sich für ihre Verhältnisse zu Beginn recht gut entwickelt. Mit ca. 21 Monaten erste freien Schritte, kann laufen, sprechen etwas verzögert aktuell, Spielverhalten nicht sehr abwechselungsreich , aber vorhanden.
In der Kita haben wir bereits gemerkt, dass sie zurückhaltender ist , wenig Interaktion mit anderen Kindern sucht aktiv. Sie würde in kleinen Gruppen auftauen und wenn man sie ins Spiel integriert auch mitmachen. Dennoch hat sie schon sehr früh komplette Lieder auf Englisch, Deutsch und sogar auch in der Muttersprache des vaters gesungen mit einwandfreier Aussprache und mitgetanzt in den letzten Jahren. Aktuell kann sie grammatikalisch korrekte Sätze nutzen , antwortet aber oft auch nur mit 1-2 Worten.
Auffallend früh hat sie sich für Zahlen und Buchstaben interessiert und beherrschte diese auch mit knapp 3 Jahren . Auch hat sie sich eigenständig selbst lesen einiger Wörter beigebracht. Zählen rückwärts und vorwärts von 20 ging auch auffallend früh mit knapp 3,5 Jahren. Malen ist eher auf dem Niveau einer 3 jährigen und Sozialverhalten entspricht auch nicht 5 Jahren. kategorisierungspiele sind auch kein Problem- Ich habe häufiger das Gefühl, dass sie nicht immer alle Fragen versteht zB Präpositionen wohin, woher........Im ersten Moment dachte ich auch , dass sich das nach einem autitistischen Kind anhört. Aber zu Hause kann sie ganz empathisch mit uns Eltern oder Gästen sein und ist in guter Interaktion und sozialen Verhalten.
Weil es Richtung Kindergartenstart ging , hatte ich vor knapp 5 Monaten im Alter von ca. 4,5 Jahren eine neuropsychologische Testung durchführen lassen wo IQ 58 herauskam, was ein Schock für mich war, da dies bereits im Bereich der geistigen Behinderung legen würde. Ich war nicht beim Test dabei, aber laut Psychologin war unsere Tochter leicht ablenkbar bei schwierigen Aufgaben, jedoch wohl führbar. Der Test wurde über mehrere Termine durchgeführt.
Laut dem 1. Kindergarten würde sie Gefahren nicht gut einschätzen können, ist aber in der Gruppe im Wesentlichen angepasst.
Ich habe anfangs dem Testergebnis nicht glauben wollen, nun bin ich aber wieder extrem beunruhigt, weil ich merke, dass sie viel Ansprache braucht und Strukturierung etc. Gerne würde ich hören wollen , was Eure Erfahrungen zu IQ Test im dem Alter sind und ob bei den o.g. Fähigkeiten , dass eigentlich so sein kann. Hatte mich in der Vergangenheit oft damit beruhigt, dass schon nichts Gravierendes sein wird, wenn das Kind sich selbst Buchstaben und lesen beibringt so früh. Wie habens ich Eure Kinder im Verlauf entwickelt nach initial Diagnose eines niedriges IQ Wertes?

Mein Kind hat keinen niedrigen Gesamt-IQ, aber er ist Autist und er wurde im Alter von knapp 6 Jahren das erste Mal getestet. Dieser Test war dermaßen heterogen, dass er nicht ausgewertet wurde. Ich habe also Erfahrungswerte damit, dass IQ-Tests im Kindergartenalter nicht aussagekräftig sind ;).

Mein Kind wurde damals wegen Verhaltensauffälligkeiten und V.a. Hochbegabung (seitens der Erzieher, ich als Mutter habe eher gespürt, dass es nicht nur einfach "klug sein" ist) getestet, weil wir uns unschlüssig waren, was wir mit der Schule anfangen sollten. Sozial-emotional war er deutlich zurück (heute wissen wir warum ;)), kognitiv auffallend fit (schon immer). Grobmotorisch war er schon immer sehr geschickt, zumindest, wenn er nicht auf andere Menschen achten muss, feinmotorisch hinkt er ziemlich hinterher. Räumliche Wahrnehmung ist auch schwierig für ihn und er hat natürlich autismusbedingt sensorische Besonderheiten und so weiter.

Ein zweiter Test 2 Jahre später ergab zwar immer noch ein sehr heterogenes Profil (mit Bereichen im Höchstbegabtenbereich und nicht mehr weiter messbar, aber auch Werten im unteren Durchschnitt), aber knapp unter HB-Grenze (!). Autismus- und ADHSbedingt konnte er im IQ-Test nicht wirklich optimal performen. Sein IQ liegt vermutlich um einiges höher als getestet.

Ich glaube daher ehrlich gesagt ganz fest daran, dass dein Kind, das früh mit lesen und schreiben begonnen hat, keine Minderintelligenz hat und ein IQ von 58 ist ja deutlich geistig zurück. Ein wirklich geistig minderbegabtes Kind ist mit 3 Jahren garnicht in der Lage logische Zusammenhänge zu erfassen und Buchstaben und Zahlen zu erkennen, sich zu merken, anzuwenden.... Das können ja nicht mal die meisten normal begabten Kinder, nicht ohne Anleitung und Hilfe, und ist eher ein Zeichen dafür, dass sie zumindest in Teilbereichen überdurchschnittliche kognitive Fähigkeiten besitzt.

Ich vermute daher, dass dein Kind sozial-emotional (noch?) etwas zurück ist, sie noch sehr lust- und motivationsgebunden ist und ja, auch leicht ablenkbar, was bei Kindergartenkindern nun wirklich nicht sooo selten ist. Kinder haben eine Konzentrationsspanne von 10-15 Minuten OHNE, dass was pathologisches dahinterstecken muss.

Wobei bei mir ehrlich gesagt auch so ein bißchen die Alarmglocken in Richtung Autismus klingeln. Autistische Mädels sind weitaus "sozial unauffälliger" als autistische Jungs, aber das liegt vermutlich daran, dass mein Kind eben Autist ist und ich dann schnell bei Beschreibungen was raushöre, sozusagen wie eine "Berufskrankheit" :mrgreen:

Grüße
Sohnemann (2012) *heterogen HB, Autismus-Spektrum Störung im Sinne eines Asperger-Syndroms mit komorbider ADHS (endgültige gesicherte Gesamtdiagnose 2022)

Mittlere Tochter (2014) * so wie’s ausschaut gesund und neurotypisch (eventuell leichtes ADHS?)

Tochter klein (2017) *Pfapa Syndrom, sensorisch oft heraus gefordert (HSP)
MelanieLo
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Re: Intelligenztest und geistige Behinderung

Beitrag von MelanieLo »

Hallo zusammen,

bei uns steht nächstes Jahr auch die Einschulung an. Unsere Tochter ist entwicklungsverzögert und hat eine ausgeprägte Sprachentwicklungsstörung. Wir würden unsere Tochter gerne in eine Förderschule für ganzheitliche Entwicklung einschulen lassen.
Das SPZ hat uns nun einen Termin für einen IQ-Test angeboten. Ich bin mir allerdings gar nicht sicher, ob ich einen solchen Test machen lassen möchte. Sind wir hierzu verpflichtet??
Bzgl. der Einschulung steht ja sowieso ein sonderpädagogisches Gutachten an.

Viele Grüße
Melanie
Tochter (2016), Gendefekt - Chromosomentranslokation, entwicklungsverzögert und ausgeprägte Sprachentwicklungsstörung
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Paulginny
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Re: Intelligenztest und geistige Behinderung

Beitrag von Paulginny »

Hallo,
ich habe zwar keine Kinder, war aber selbst eins dass im Kindergarten in 50% der Tests 'schlecht' und in 50% 'überdurchschnittlich' war. Heute hab ich Fachhochschulreife und hab bei einem IQ Test mit 18 überdurchschnittliche Werte erreicht. (Gute Noten hatte ich trotzdem nicht immer, Faulheit+undiagnostiziertes ADHS=nicht hilfreich in der Schule)

Jedoch wurde der Test bei einem KJP gemacht und alle anderen Probleme (bei mir ADHS usw.) mit einberechnet. Ich weiß nicht wie der spezifische Test heißt, aber mir wurde gesagt, dass das Ergebnis nur aussagekräftig ist ist, wenn alle anderen Wahrnehmungsspezifische Defizite mit einberechnet werden. Und ich war 18! Bei Kindern ist das doch noch viel wichtiger! Ich würde nichts von dem IQ-Test abhängig machen, ihr seht ja selber wie sie sich lerntechnisch entwickelt und könnt so vor der Einschulung denke ich gut einschätzen, ob sie zusätzliche Unterstützung braucht, oder nicht. Abgesehen davon ist Leistung auch tagesformabhängig gerade bei Kindern.
Ich denke das Leistung erbringen und vergleichen fängt früh genug in der Schule an, da braucht man das nicht schon im Kindergarten.

Wir haben auch einen guten autistischen Freund, der wurde genauso nicht als regelbeschulbar angesehen, war aber auf einem Regelgymnasium und hatte keine Probleme mit der Schule, was das lernen anging.
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