Sprachentwicklungsstörung und Autismus? Oder was ganz anderes?

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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JenniferJan
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Sprachentwicklungsstörung und Autismus? Oder was ganz anderes?

Beitrag von JenniferJan »

Hallo zusammen,

Ich bin Jenny 37 Jahre und mein Sohn ist 26 Monate alt.
Ich kann nicht mehr abschalten und diese Ungewissheit macht mich fertig....
Elias entwickelte sich ganz normal bis 19 Lebensmonat.
In diesem Alter kam er in die Krippe.
Er sprach auch schon gewisse Worte in dieser Zeit...
Mama Papa Essen Katze ect....nicht viel aber etwas....
Als er in die Krippe kam war er ständig krank ( davor nie).
Es entwickelten sich ständig grippale Infekte und er hat über ca 2 Monate einen Paukenerguss beidseitig und eine belüftungsstörung im Trommelfell.
Wir waren ständig beim Arzt und beim Hno auf Anraten der Erzieherinnen weil die meinten er hört nicht gut...
Und da kam ja erstmal das mit den Paukenerguss ect raus.
Zudem hat sich unser Elias mit Beginn der Krippe total verändert....Er war zum Teil abwesend, trotzig und schlief nicht mehr durch.
Zudem hat er aufgehört zu sprechen.
Wir haben ihn aus der Krippe getan und sein Verhalten wurde wieder besser und er lacht wieder und reagiert zum größten Teil auf seinen Namen wieder...Und ist wieder ähnlich so wie früher....
Bei der HNO Klinik waren wir auch nochmal 2 Mal und die Ohren sind wieder gut....
Beim Kinderarzt waren wir auch nochmal und da wurde dann eine Rezeptive und expressive Sprachstörung mit autistischen Zügen diagnostiziert!
Überweisung SPZ

Warum:
Elias spricht zwar wieder ein paar Wörter....aber das wäre viel zu wenig!
Zudem versteht er nicht alles...
Er zeigt nicht auf seine Körperteile wenn man ihn fragt...
Und er macht auch nicht die Türe zu...wenn mann ihn auffordet.
Bring das Auto Ball z.b versteht er....
Wenn ich sage bring mir ein Apfel...Kann es sein er bringt mir eine Banane....:-(
Also manche Sachen versteht er sehr gut...
Manche gar nicht...Oder verwechselt sie ???????
Zu den autistischen Zügen...Hat die Ärztin gemeint....weil er eher das Behandlungszimmer durchforstet anstatt unserem Gespräch folgt....

Er ist ein lieber Bub...
Kuschelt meistens gerne und sucht Nähe ....
Ein Tic wo er seit paar Wochen hat...
Er will alles mit der Gabel essen sogar seine Schokolade??? Ist das autistisch?
Und das er manchmal ein paar Mal das Licht aus und an macht.
Zudem zeigt er selten mit dem Finger auf Dinge...
Nur auf Flugzeuge...süsses, Klingeln...
Sonst nichts....
Zudem reagiert er auf Bulldoggeräusche...Sobald einer bei uns vorbeifährt...schaut er aus dem Fenster....
Ansonsten wäre uns nicht mehr gravierendes aufgefallen...
Sind das auch autistische Züge?
Was meint ihr zu dem ganzen Verlauf?

LG
Jenny
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Lisaneu
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Re: Sprachentwicklungsstörung und Autismus? Oder was ganz anderes?

Beitrag von Lisaneu »

Hallo Jenny!
Dein Kind ist zu jung, um Autismus zu diagnostizieren und ich als Mutter von zwei Autisten sehe in deiner Beschreibung nichts Auffälliges außer der Verzögerung bei der Sprachentwicklung.

Da würde ich mal eine Entwicklungsdiagnostik machen lassen und bei weiterhin verzögerte Sprachentwicklung mal einen Logopäden drauf schauen lassen.

Laß dich nicht von Begriffen wie "autistische Züge" fertig machen. Fast jeder Mensch hat in irgendeiner Form Verhaltensweisen die auch Autisten haben, aber mit anderer Ursache. So, wie jeder mal was vergisst, aber da sagt man dann auch nicht "Alzheimer-Züge" dazu und es hat auch nix damit zu tun :wink: .
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama ADHS (mit 49 diagnostiziert)
SimoneChristian
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Re: Sprachentwicklungsstörung und Autismus? Oder was ganz anderes?

Beitrag von SimoneChristian »

Hallo.

Bei uns war auch die erste Diagnose eine Sprachentwicklungsstörung.
Und die war völlig ausreichend um passende Hilfen zu bekommen.
Das SPZ (da ist bei uns die Pädaudiologie angeschlossen) war sehr gründlich, was Entwicklungsdiagnostik und Schlafentzugs-EEG anging.

Zur weiteren Diagnostik haben wir uns dann sehr viel später wegen massiven Auffälligkeiten während der KiTa Eingewöhnung entschlossen.

LG
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)
Sophie-11
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Re: Sprachentwicklungsstörung und Autismus? Oder was ganz anderes?

Beitrag von Sophie-11 »

Hallo,

auch mir kommt die Diagnose ziemlich verfrüht vor. Man könnte viele der Auffälligkeiten, die Du beschreibst, durchaus auch auf die Paukenergüsse zurückführen.

Ich hatte vor einigen Jahren selber einen Paukenerguss. Daher kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass das Hörerlebnis dadurch ganz anders wird. Ich hatte z.B. extreme Schwierigkeiten in Räumen mit hoher Geräuschkulisse, konnte dort nur noch mit großer Anstrengung einzelne Geräusche herausfiltern. Ich kann mich an den Besuch einer Krabbelgruppe erinnern, die auditiv der reinste Horror war. Man hört also nicht einfach nur alles leiser, sondern ganz anders. Insofern würde sich seine Wesensveränderung in der Krippe erklären lassen, denn dort war sicher ebenfalls eine laute Geräuschkulisse...

Auch eine Sprachverzögerung lässt sich damit gut erklären. Und dass das Kind nicht allen Aufforderungen Folge leistet, muss nicht heißen, dass es nicht kann - vielleicht will es einfach nur nicht? Es handelt sich doch hier nicht um eine Maschine, die auf Knopfdruck funktionieren muss!

Von daher finde ich die Diagnose des KiA ein wenig extrem. Ich hoffe, im SPZ trefft Ihr auf kompetente Fachleute, die das ganze Kind gut im Blick haben und keinen derartigen "Schnellschuss" hinlegen...

Alles Gute!
der Große *12/2007 (eher Spektrumsnah)
der Mittlere *09/2010 (ASS, ADHS, Grenzgänger)
die Kleine *02/2014 (Asperger)
Nora M
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Re: Sprachentwicklungsstörung und Autismus? Oder was ganz anderes?

Beitrag von Nora M »

HAllo und herzlich willkommen,

dein Kind ist ein Latetalker. Das kann unterschiedliche Gründe haben, u.a. und das ist das naheliegendeste, dass er nicht gut hört. Wurde abgeklärt und es wurde auch eine organische Ursache entdeckt? Er hat lange nicht gut/sehr wenig gehört. Sprechen lernen und verstehen geschieht aber über das "hören". Er hat da Nachholbedarf und ich würde da jetzt mal nichts übers Knie brechen.

Zum Autismus habe ich dir zu deiner Frage in einem Beitrag in der Rubrik Autismus noch geantwortet. Dass ein 26 Monate altes Kind keiner "Erwachsenenkonversation" folgt, sondern sich lieber die Gegenstände im Raum anschaut ist doch völlig normal :roll: ? Da hat die Ärztin aber sehr vorschnell geurteilt.

Klar

Gegenstände sind interessanter als Menschen ist ein möglicher Hinweis (aber doch nicht in dieser Situation, beim Arzt mit 2 Jahren!!), dazu muss das aber ständig so sein, nicht in EINER Situation...

Klar

Verminderte Reaktion auf Ansprache und Sprachverzögerung kann ein möglicher Hinweis auf Autismus sein. Aber viel naheliegender ist doch bei DEINEM Kind, dass er durch das verminderte Hörvermögen lange Sprache nicht richtig verstanden hat (akkustisch, also organisch!!) erstmal einiges aufholen muss??


Ich finde das sehr voreilig und schade, dass dir so Angst gemacht wurde. Lies gerne auch meinen Antwort-Beitrag zum Thema "in den Mund nehmen, ist das ein Autismuszeichen?". Die Ärzte machen es sich hier viel zu einfach mit dem Verdacht. Ich finde das schwierig.
Sohnemann (2012) *heterogen HB, Anpassungsstörung, Autismus-Spektrum Störung im Sinne eines Asperger-Syndroms mit komorbider ADHS (endgültige gesicherte Gesamtdiagnose 2022)

Mittlere Tochter (2014) *HSP, V.a. ADS

Tochter klein (2017) *Pfapa Syndrom, sensorisch oft heraus gefordert (V.a. ASS, sicher HSP)
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