Vorschulkind, wie beim Deutsch lernen fördern

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Sprachverzögerung/Sprachstörung austauschen und Erfahrungen bezüglich UK (unterstützter Kommunikation) weitergeben. Logopäden dürfen natürlich auch gerne hier Tipps geben!

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Angela77
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Re: Vorschulkind, wie beim Deutsch lernen fördern

Beitrag von Angela77 »

Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)
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JanaSnow
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Re: Vorschulkind, wie beim Deutsch lernen fördern

Beitrag von JanaSnow »

Hallo,

oh, ich glaube,da habe ich mich undeutlich ausgedrückt. Es handelt sich um das Adoptivkind meiner Nichte. Aber ich hoffe, dieses Missverständnis ist nicht relevant.

Also, das Kind meiner Nichte kommuniziert hauptsächlich bedürfnisorientiert, hat aber auch offensichtlich verstanden, dass man Sprache auch anderweitig ganz gut nutzen kann. Dies tut das Kind vorzugsweise immer dann, wenn es entweder gerne im Mittelpunkt stehen will. Sprich: Das Kind quatscht so gut wie immer dazwischen, wenn jemand telefoniert oder sich unterhält. Sobald das Gespräch der anderen dann zu Ende ist, verlischt auch der Redefluss des Kindes recht schnell.
Teilweise nutzt das Kind Kommunikation auch, um sich ins rechte Licht zu rücken, also deutlich darauf aufmerksam zu machen, was es tolles geleistet hat (auch wenn das meist ganz banale Dinge sind, es scheint süchtig nach Lob zu sein) oder was es tolles hat. Das ist verständlich bei der Lebensgeschichte und den Lobesspeicher soll das Kind ruhig gefüllt bekommen. Beim Dazwischenquatschen wird es allerdings konsequent gebeten kurz zu warten. Wenn es dann an der Reihe ist, kommt meist nichts mehr, dann ist die Motivation weg, denn in dem Moment war ja nicht das reden an sich für das Kind wichtig, sondern der Wunsch im Mittelpunkt zu stehen.

Es stellt Fragen. Meist aber um sich rückzuversichern oder eben um etwas zu bekommen. Und es ist eine "fürchterliche Petze".

Auffällig ist, dass das Kind allerdings sich offenbar mehr Mühe mit der Aussprache gibt, wenn es ihm wichtig ist, dass der Inhalt verstanden wird und das ist dann tatsächlich meist dann, wenn es um Bedürfnisbefriedigung oder manchmal auch um das Anschwärzen anderer Kinder geht (da nicht immer). Grammatik scheint irgendwie nie wichtig zu sein.
Klar, der eine Punkt ist das Thema Emotionen, Frustrationstoleranz, ... an dem gearbeitet werden muss. Da braucht es auf jeden Fall auch fachliche Unterstützung. Das schaffen die Eltern nicht alleine. Beim Deutsch sprechen können die Eltern vielleicht mit Lernspielen doch noch so nach und nach etwas bewirken. Vor allem, dass Sprache eben auch Geschichten erzählen bedeutet ist irgendwie noch nicht bei dem Kind verankert. Phantasie ist ein ganz schwieriges Thema. Wiederholungen und Nachahmen geht besser.

Vielen Dank für die Materialtipps.

Jana
JanaSnow
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Re: Vorschulkind, wie beim Deutsch lernen fördern

Beitrag von JanaSnow »

ABER: Aus Euren Beiträgen ist für mich ganz deutlich hervorgegangen, dass die Eltern hier nur ergänzend fördern können, aber Logopädie doch ganz oben auf die TO DO Liste rücken muss.

Danke auch dafür
JanaSnow
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Re: Vorschulkind, wie beim Deutsch lernen fördern

Beitrag von JanaSnow »

Oh, die Reihe Satzbaustelle sieht interessant aus. Vielleicht noch ein bisschen schwierig, aber da müsste man denke ich mal genauer reinschauen. Sieht auf längere Sicht für mich vielversprechend aus.
Dank Internethinweis "Käufer, die sich dafür interessierten, interessierten sich auch ...." bin ich gleich noch über mein Sprachschatz gestolpert. Das sieht auch ganz gut aus.
So zum Erlernen und vielleicht dann auch Anwenden von Adjektiven.

Mal sehen, was meine Nichte meint.
Danke
SimoneChristian
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Re: Vorschulkind, wie beim Deutsch lernen fördern

Beitrag von SimoneChristian »

Dazwischenquatschen:
Würde ich in dem Alter noch als völlig normal einordnen.

petzen: Kann mein Kind auch super. Das hat bei ihm 2 mögliche Gründe: er will sich versichern, dass er Regeln richtig verstanden hat oder er hat Angst um die anderen

Spielerische Sprachförderung:
Ich mag den Verlag Trialogo. Die haben gerade für den Vorschulbereich schöne, ansprechende Sachen, die auch für die Fantasie hilfreich sein können.
Und die Brotdosen-Varianten der Spiele sind auch erschwinglich.

Grammatik wird auch erst bei komplexeren Zusammenhängen wirklich relevant. Als erstes fallen mir da Adjektive und Präpositionen ein.
Da gibt es auch gute Ideen aus der Montessori Ecke. Z.B. den Montessori-Bauernhof.
https://www.meine-erfahrungen-mit-monte ... wortarten/
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atypischer Autismus (Diagnose 07/15)
Angela77
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Re: Vorschulkind, wie beim Deutsch lernen fördern

Beitrag von Angela77 »

Hallo Jana,
nochmal hier der Link zum Hersteller mit dem Reiter DAZ/Sprachförderung:
https://lingoplay.de/Sprachfoerderung-DaZ:::20.html
Da kann man glaube ich auch einzelne Produkte genauer ansehen. Jedenfalls ging das früher ;)
Liebe Grüße
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
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Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)
RikemitSohn
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Re: Vorschulkind, wie beim Deutsch lernen fördern

Beitrag von RikemitSohn »

Hallo,

es wurde ja schon viel geschrieben. Aber ich würde auch sagen, dass dort etwas nicht stimmt. Ich habe viel mit Flüchtlingskindern Kontakt und meine Erfahrung ist, dass gerade sprachliche Probleme oft übersehen werden. Zum einen wird es immer auf die Zweitsprache geschoben und es kann auch von Fachleuten die Muttersprache nicht überprüft werden. Heißt Sprachprobleme, die alle Sprachen betreffen, könne nicht überprüft werden. In meinem Umfeld ist dies bei zwei Kindern passiert. Also dranbleiben und nicht aufgeben, wenn es zwei, drei Anläufe braucht.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB
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JanaSnow
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Re: Vorschulkind, wie beim Deutsch lernen fördern

Beitrag von JanaSnow »

Hallo Simone,

vielen Dank für Deine Worte.
Hmm, das Dazeischenquatschen und petzen kenne ich von anderen Kinder zar auch, aber bei diesem kKind scheint die Motivation so anders zu sein. Es scheint nicht aushalten zu können, gerade nicht wichtig zu sein. Als ob es die Jahre, in denen es NICHT mit seinen echten kindlichen Bedürfnissen gesehen wurde, sondern scheinbar ruhiggestellt wurde indem man es wie einen herrschenden Erwachsenen gewähren ließ nicht abschütteln kann. Oder aber die Zeit - die gab es auch - wo es völlig auf sich gestellt war - nun neu überschreiben will mit "hier bin ich, hab mich lieb und verwöhnt mich".
Das Petzen ist eindeutig so gestaltet, dass es dafür ein dickes Lob erwartet. Selber hält es sich ungern an Regeln, aber bei anderen wird das kleinste Missgeschick genüsslich berichtet

Angst um oder Mitgefühl mit anderen Menschen hat das Kind seitdem es hier ist noch nie gezeigt. Da kann ein Mensch neben ihm höllische Schmerzen haben, weil er sich verletzt hat und das Kind schafft es währenddessen zu sagen "weg", weil es vorbei will und zu bequem ist, dafür einen Bogen zu laufen. Schwierig....

Die Fördermaterialien Simone und Angie sehen gut aus. Danke .

Hallo Rike,

Danke sehr für deine Einschätzung. Ich fürchte auch, dass du da richtig liegst. Wir bleiben dran. Es ist einfach schwer zu trennen, was psychisch bedingt ist und wo kognitive Einschränkungen anfangen. Vielleicht ist das aber im Hinblick auf die Förderung erst einmal zweitrangig. Mehrgleisig muss man bei diesem Kind so oder so handeln

Liebe Grüße
Jana
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