Eigenwahrnehmung unter Medikamenteneinfluss

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Sophie-11
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Re: Eigenwahrnehmung unter Medikamenteneinfluss

Beitrag von Sophie-11 »

Hallo,

ich wollte mal wieder ein update geben. Ich habe immer mehr Mühe nachzuvollziehen, was da eigentlich passiert...

Stand heute: Er nimmt jetzt die 3. Woche Kinecteen 27 mg. Das wurde an dem Termin Ende August entschieden. Mit Kinecteen 18 mg hatten wir keine Auswirkung auf die Konzentration gemerkt. Letzte Woche konnte ich anlässlich einer Schulveranstaltung kurz mit einigen Lehrern sprechen; ihnen war bis dahin keine sonderliche Veränderung aufgefallen. Auch wir haben erstmal von den 27 mg nichts gemerkt.

Diese Woche hatte er eine heftige Erkältung und hat Di und Mi in der Schule gefehlt und auch kein Medikament genommen (nach 2 Wochen Einnahme der höheren Dosierung). Und gestern und heute wieder der Effekt wie bei hoch dosiertem Medikinet: Kind aufgedreht, quasselt viel, geht aber gut gelaunt und motiviert an die Hausaufgaben. Staunt selbst darüber, was ihm alles einfällt (!), aber beim Vokabellernen ist die Konzentration eher noch suboptimal (wenn auch nicht total dahin, es war schon schlimmer).

Wie kann es sein, dass die höhere Dosierung erst wirksam wird, nachdem 2 Tage Einnahmepause eingelegt worden waren? Handelt es sich um einen vorübergehenden Effekt? Oder liegt es an den zwei Tagen Ruhe, die er hatte, dass er so viel besser gelaunt war und dann auch besser denken konnte?

Soll nicht eigentlich die Wirkung von Kinecteen länger anhalten als bei Medikinet? Ich habe den Eindruck, dass es bei uns eher umgekehrt ist; mit Medikinet hielt die Wirkung ca. 12 h an, mit Kinecteen nur ca. 9 h (wenn es die Medikamentenwirkung ist)?

Es wäre so schön, wenn es endlich voran gehen würde! Hoffentlich grätschen uns jetzt nicht wieder Nebenwirkungen dazwischen :? ...

Liebe, etwas verwirrt-ratlose Grüße...
der Große *12/2007 (eher Spektrumsnah)
der Mittlere *09/2010 (ASS, ADHS, Grenzgänger)
die Kleine *02/2014 (Asperger)
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OptimisticCatharina
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Re: Eigenwahrnehmung unter Medikamenteneinfluss

Beitrag von OptimisticCatharina »

Hallo Sophie,

ich habe dazu auch keine sinnvolle Erklärung. Ich erinnere mich aber an unsere mehrwöchigen Versuche mit Medikinet, dann Kinecteen und dann Elvanse. Ich habe mich an Kleinigkeiten festgehalten, alles notiert, aber im Nachhinein war die Veränderung undurchsichtig und nicht kontinuierlich. Wir haben allerdings schon eine Wirkung gesehen bei der Konzentration, aber nicht im problematischen Sozialverhalten. Es schwankte immer von kleinen Erfolgen hin und zurück. Wir sind nach fünf Monaten dann bei Intuniv gelandet und erst da ergab sich eine dauerhafte Verbesserung. Ich will jetzt nicht zu einem bestimmten Medikament raten, weil das individuell ist, aber sagen, dass wenn es sich nicht merkbar besser anfühlt mit Kinecteen, dass es dann wohl nicht das passende ist und ihr nochmal was anderes ausprobieren solltet.

Viele Grüße
Catharina
Sohn, 2010: ADHS, Tics, impulsiv/aggressiv (alles gut im Griff mit Intuniv)
Tochter, 2008: ADS, sehr emotional (in Arbeit mit Agakalin + Kinecteen)
Tochter, 2010: nix
Sophie-11
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Re: Eigenwahrnehmung unter Medikamenteneinfluss

Beitrag von Sophie-11 »

Hallo,

wir sind immer noch nicht wirklich weiter :( . Catharina, Du hast vermutlich sehr recht, dass ich mich zu sehr an Kleinigkeiten festgehalten habe. Schwankungen im Verhalten, in der Konzentrationsfähigkeit etc. hängen halt von so vielen Faktoren ab.

Wir haben diese Woche nach intensiven Beratungen mit Lehrern und KJP mit 36 mg Kinecteen gestartet. Mit 28 mg war einfach keine wirkliche Wirkung feststellbar. Zuletzt waren uns die Tabletten ausgegangen und er hat eine ganze Weile wieder gar nichts genommen - und in Mathe eine 2 geschrieben :o .

Mit den 36 mg haben wir jetzt auf jeden Fall eine deutliche Wirkung, nur ist es leider nicht die gewünschte: Der Appetit ist weg. Und das trifft ihn schon ziemlich hart, weil der Genuss beim Essen für ihn eine sehr wichtige Sache ist. Ansonsten... Ich kann nur beurteilen, wie es nachmittags ist. Er war vor allem am Anfang wieder aufgedrehter, hibbeliger; das hat sich ein bisschen gelegt. Aber statt konzentrierter kommt er mir eher fahrig vor, er kann die Gedanken nicht festhalten, alles fällt irgendwie durchs Gehirn durch. Ich habe versucht, mit ihm Latein zu lernen, es war extrem mühsam. Allerdings war es auch am Wochenende vor der Einnahme nicht besser; da war er aber auch stark erkältet.

Heute war die Lateinarbeit; mal sehen, wie sie ausgefallen ist, das gibt dann einen guten Hinweis, ob es wenigstens in der Schule besser läuft. Sonst würde ich den Versuch mit Kinecteen als gescheitert erachten, denn wenn sich die Konzentration bei der Menge nicht bessert, wir aber schon die negative Nebenwirkung haben, ist es wohl nicht sinnvoll, die Menge noch weiter zu steigern, oder? Zumal ich befürchte, dass er über kurz oder lang die Einnahme verweigern wird, weil er die Appetitlosigkeit nicht tolerieren will.

Es bleibt halt mühsam.

Trotzdem Grüße und Dank an alle, die hier mitlesen!
der Große *12/2007 (eher Spektrumsnah)
der Mittlere *09/2010 (ASS, ADHS, Grenzgänger)
die Kleine *02/2014 (Asperger)
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