Neugeborener L. Weiße asphyxie, Neigung zu krampfanfällen

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Lisa1990
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Neugeborener L. Weiße asphyxie, Neigung zu krampfanfällen

Beitrag von Lisa1990 »

Hallo ihr lieben, mein Sohn L. Ist am 02.03.2022 bei 33+5 ssw per Not Kaiserschnitt nach Plazenta Lösung zur Welt gekommen. Ich hatte schon die Tage davor ein komisches Bauchgefühl und war am 26.02 noch im Krankenhaus und am 28.02 beim Frauenarzt zur Kontrolle. Es war alles in bester Ordnung, der kleine war zeitgerecht entwickelt und er wurde gut versorgt. Da ich in der gesamten Schwangerschaft clexane gespritzt habe aufgrund meiner Blutgerinnungsstörung wurde immer ein besonderes Auge auf die Versorgung gelegt. Ich soll mir keine Sorgen machen der kleine wird sich noch Zeit lassen, Okay dachte ich mir es geht auf den Todestag von meinem sternensohn zu und ich dachte mir deswegen bestimmt die innere Unruhe. Am 01.03 war ich ziemlich schlapp und konnte nicht viel essen, das kannte ich schon von meinem Körper das hatte ich auch bei der Geburt davor. Am 02.03 stand ich morgens auf um meine große zu wecken und merkte einen starken Druck, ich ging schnell zur Toilette und da lief mir auch schon eine Mischung aus fruchtwasser und etwas Blut die Beine runter und die Wehen gingen im Sturm los.Natürlich war der Papa genau auf der Frühschicht, es konnte ja nicht besser laufen. Ich habe meine große geweckt und meine Schwägerin angerufen das sie mich ins Krankenhaus fährt und meine Schwiegermutter die kleinen übernimmt mein Partner habe ich direkt zum Krankenhaus geschickt weil ich genau wusste da ist nichts mehr aufzuhalten. Auf dem storchenparkplatz angekommen lief mir auf einmal nur noch Blut die Beine runter, schnell rauf in den Kreißsaal. Der Dame erklärt was los ist und erstmal schön den netten Corona Info Zettel ausfüllen mit Schweiß Ausbrüchen und krampfartigen Wehen im Sturm. Ich war wie in einem anderen Film, genau dort habe ich erfahren das von meinem anderen Sohn das Herz nicht mehr schlägt. Im Geburtszimmer angekommen sollte ich ins Bad mir das Blut etwas abwischen und dann wurde von der Schülerin das ctg angelegt. Herztöne kaum noch darstellbar eine Mischung aus uns beiden und dann kam die nächste Hebamme mit dazu sie legte mir eine Puls Kontrolle an und versuchte es selber noch einmal. In dem Moment schrie sie die Schülerin an, hol sofort die Ärztin und ein Ultraschall gerät. Sie schaute nach dem kleinen und ich sah es ist gar nichts okay, kurze Rückmeldung der Hebamme sein Herz schlägt noch aber es sind nur noch 100 Schläge pro Minute und dann ging es ganz schnell, ein Alarm ertönte im Kreißsaal und mir wurde die Kleidung von 3 Leuten ausgezogen und ein Hemd übergeworfen, zeitgleich versuchten mir 2 einen Zugang zu legen was bei mir äußerst schwer ist und dann hieß es nur scheiss drauf wir müssen los der Anästhesist muss das machen. Mein Partner war zu dem Zeitpunkt vor der Tür und sah nur noch Ärzte an ihm vorbei rennen. Mit dem Bett sind die Ärzte dann mit uns in den Notfall op im Kreißsaal gerannt. Dort standen alle schon bereit, der Alarm ertönte immer noch. Maske auf, und noch beruhigt worden von Kinderärzte Team und dann war ich weg. Mein Partner wurde nach der op informiert mit den Worten es haben beide überlebt, er wusste zu dem Zeitpunkt von nichts es war doch vorher alles noch okay. Als ich wieder wach wurde standen 3 Ärzte 2 Hebammen und mein Partner da und das hat mich ganz verrückt gemacht, ich fragte immer wieder panisch ob er noch lebt. Die Ärztin beruhigte mich er sei stabil, hatte aber einen verdammt beschissenen Start Weiße asphyxie, grünes Fruchtwasser Herzschlag bei 60, Nabelschnur ph 6,9 apgar wurde nicht erfasst und der BE lag bei -23,7. für die kühl Therapie wäre er zu früh geboren, er wurde erhöht gelagert und 48 Stunden weg geschrieben. Die Ärzte waren von Beginn an ehrlich und sagten wir müssen mit allem rechnen. In der nachmessung im Blut lag der ph bei 6,79. er päppelte sich schnell auf, nach dem grünes sekret abgesaugt wurde und es ein paar atemhübe gab begann die eigen Atmung und cpap war ausreichend. Nach 11 Minuten ging es ihm immer besser. Als ich meinen Sonnenschein dann das erste mal am Abend auf der Intensivstation besuchen durfte,lag er dort so viele Kabel, und so aufgequollen. Mir ging es selber nicht gut mein hb lag zu dem Zeitpunkt bei 5,8 aber ich wusste für dich muss ich kämpfen. Am nächsten Morgen sah er schon viel besser aus und er konnte schon ein paar Minuten ohne Unterstützung gut atmen. Das erste eeg war unauffällig und als ich mit ihm kuscheln durfte hatte ich das Gefühl er sucht und hat Hunger, zum Glück war die Schwester direkt Kooperativ und füllte Muttermilch um und da trank er dann seine ersten 12ml. Keiner hatte bei den Werten bisher damit gerechnet das er sich so schnell fängt und sich auch laut stark meldet wenn er Hunger hat. Die Sonde konnte am 11.03 nach selbstständigem ziehen draußen bleiben weil er es schaffte seine Mengen zu trinken. Ein weiteres eeg folgte wo Andeutungen für Krämpfe sichtbar waren, das mrt war unauffällig. Nächsten Monat müssen wir in die Klinik zum Kardiologen wegen dem kleinem Loch im Herzen, im Juli dann ins SPZ. Am 18.03 konnte er genau bei 36+0 ssw das Krankenhaus verlassen. Seit dem genieße ich jede Sekunde mit meinen Kindern und bin einfach nur so unendlich dankbar das er lebt. Was mir große angst macht, wie gehe ich mit dem Krampf um wenn einer kommt? L. Muss zur Zeit zum Glück keine Medikamente nehmen da er bisher nichts hatte. Beim impfen ist der Kinderarzt sehr entspannt so das wir erstmal nur gegen rotaviren geimpft haben. Meine große ist derzeit positiv was mir natürlich auch Sorgen bereitet. Entschuldigt das ganze Durcheinander, ich wünsche euch und euren lieben nur das beste

PS: den Rest meiner Bande stelle ich in einem weiteren Poste vor


Lisa 03/1990

M. 09/2010 PTBS,Angstzustände, Migräne
L. 03/2019 28ssw für immer fest im Herzen
L. 03/2020 Frühchen 35+4
L. 02/2021
L. 03/2022 Frühchen 33+5, weiße asphyxie
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Lisa1990
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Re: Neugeborener L. Weiße asphyxie, Neigung zu krampfanfällen

Beitrag von Lisa1990 »

Hallo ihr lieben, Luan musste aus dem beistellbett ausziehen da er ständig raus robbt. Das kannte ich von meinem anderen Kindern so früh nicht. Was mir etwas Sorgen bereitet ist sein Köpfchen, die Wangen Partie ist rund und Richtung schlefen wird es immer schmaler. Egal was auf uns zu kommt ich wünsche mir für Luan ein glückliches und erfülltes Leben und dafür werde ich niemals aufhören zu kämpfen.

Liebe Grüße


Lisa 03/1990

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Jutta T
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Re: Neugeborener L. Weiße asphyxie, Neigung zu krampfanfällen

Beitrag von Jutta T »

Liebe Lisa,

puh, Deine Erzählung geht mir echt unter die Haut.

Ich wünsche Euch von Herzen, dass es ab jetzt nur noch bergauf geht😊
Gruss
Jutta
Julika+Martin
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Re: Neugeborener L. Weiße asphyxie, Neigung zu krampfanfällen

Beitrag von Julika+Martin »

Liebe Lisa,

ach Mensch, da habt ihr ja echt was hinter euch. Erst mal ein dickes Kraftpaket von uns Dreien.

Euer Luan scheint ja ein echter Kämpfer zu sein und alle zu überraschen, das freut mich sehr zu lesen. Zumal er selbstständig trinkt und atmet.

Habt ihr denn ein Folge -EEG anstehen, um zu klären, ob es tatsächlich Krämpfe sind?
Was bei einem Anfall genau zu tun wäre, weiß ich nicht (außer die 112 anzurufen), da können andere hier aus dem Forum sicher weiterhelfen.

Bei unserer Kleinen sind die Backen auch dicker/runder als die Schläfen. Je nachdem, wen man fragt, hat sie entweder einen zu kleinen Kopf (SPZ) oder die Größe wird als proportional passend zu ihr angesehen. Sie ist auch innerhalb der Perzentilen, daher haben wir für uns entschieden, dass das so passt. Sie hat zum Glück keinen Moschdmeggel, wie man im Schwabenländle sagen würde - umgangssprachlich ein großer, unförmiger Kopf ;-)

Liebe Grüße
Julika
Julika und Martin mit R. (*07/2021).
Z. n. schwerer perinataler Asphyxie und Mekoniumaspiration, Schädigungen beider Thalami
Dysphagie, PEG seit 12/21, mittel-hochgradige SH, PG 4
Unsere Vorstellung: ftopic141872.html
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