Rückstellung trotz Förderschule

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Jaci1612
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Rückstellung trotz Förderschule

Beitrag von Jaci1612 »

Hallo an Alle,

meine Tochter soll im nächsten Jahr eingeschult werden.
Wir sind uns jetzt noch unschlüssig, ob wir sie tatsächlich im nächsten Jahr einschulen lassen sollen (6,5 Jahre) oder sie für ein Jahr zurückstellen lassen sollen, dann wäre sie zur Einschulung allerdings schon
7,5 Jahre alt.
Sie wird voraussichtlich keine Regelschule besuchen können, da wir bereits 2 eher dürftig ausgefallene IQ-Tests haben und ich auch der Meinung bin, dass sie es nicht schafft.
Kann man die Kinder auch zurückstellen lassen, wenn klar ist, dass sie im Anschluss eine Förderschule besuchen werden?
Und falls das nicht geht, meine Tochter muss noch gewickelt werden, braucht Hilfe beim Essen, An- und Ausziehen, eigentlich bei allem.
Wer macht das in der Schule?
Ich weiß, ich bin früh dran, aber ich wollte mich schon einmal rechtzeitig drum kümmern.

LG Jaci
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CarolaBerlin
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Re: Rückstellung trotz Förderschule

Beitrag von CarolaBerlin »

Hallo Jaci,
wenn eine Besserungsprognose da ist oder ein Zuwachs an Fähigkeiten zu erwarten ist ( z.B. durch intensive Förderung in der Kita oder eine Reha( wir waren vor der Schule 2x auf neurolog.pädiatr. Reha)
würde ich ihr die Zeit geben. Ob sie ein Jahr älter ist als die anderen halte ich für unwichtig...wenn die Entwicklung noch hinterherhinkt.
Falls keine Besserung zu erwarten ( oder erhoffen) ist, soll sie lt. Schulamt bestimmt eingeschult werden.
Allerdings bin ich für die späte Einschulung, da die Kinder dann auch längere Schulpflicht haben , auch wenn eine Förderschule GE abzusehen ist.

LG Carola
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Inga
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Re: Rückstellung trotz Förderschule

Beitrag von Inga »

Meine Erfahrung ist, dass man fast keine Chance hat, wenn du sagst, dass sie auf die Förderschule soll.
Was aber geht, ist dass du sagts, sie soll auf die Regelschule als I-Kind und dafür ist sie nicht nicht fit genug, ihr wollt noch Toilettentraining machen, wollt die Motorik weiter schulen,....
Es steht euch ja frei, dass ihr euch dann in dem rückgestellten Jahr umentscheidet und sie dann doch auf die Förderschule schickt.😉

Gruß, Inga
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Sara81
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Re: Rückstellung trotz Förderschule

Beitrag von Sara81 »

Hallo Jaci,

Wir stehen aktuell vor genau der gleichen Frage. Gestern hatten wir unser Jahresgespräch im Kiga. Es wäre grundsätzlich kein Problem ein Kind, welches die Förderschule besucht, zurück zustufen. Es stellt sich halt die Frage, was sich in dem weiteren Jahr ändern wird. Sie meinten, dass Mini inkontinent ist oder eine PEG hat, wäre zB kein Problem und wirklicher Grund für die Ruckstufung. Wir haben bisher erst einen IQ Test, jedoch weiß ich nicht, wie aussagekräftig dieser ist, da Minis aktive Wortschatz im Gegensatz zum passiven sehr eingeschränkt ist. Nächste Woche steht der nächste Termin im SPZ hierzu an. Bin mal gespannt, was die so meinen.

LG Sara
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Re: Rückstellung trotz Förderschule

Beitrag von Karin2308 »

Hallo,
wir haben unser Kind zurückgestellt und in der Zeit noch eine Sprachheilreha absolviert. Wir mussten die Rückstellung über die Regel-Grundschule beantragen, der Schuldirektor darf hier über die Rückstellung entscheiden und es war kein Thema, ob wir ein SBBZ- oder Regelbeschulung anstreben. Aber das ist in jedem Bundesland anders. Jetzt ist das Kind das Älteste in der Klasse. Durch die Entwicklungsverzögerung fällt es aber nicht sonderlich auf. Außer, wenn nach dem Alter gefragt wird. In dem "geschenkten" Jahr gab es noch einige Entwicklungsschritte, die die Einschulung erleichtert haben.
LG
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Re: Rückstellung trotz Förderschule

Beitrag von Karin2308 »

PS Allerdings muss man vorher mit dem Kindergarten klären, ob Kind noch ein Jahr länger bleiben darf.
Jaci1612
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Re: Rückstellung trotz Förderschule

Beitrag von Jaci1612 »

Inga hat geschrieben: 11.05.2022, 10:17 Meine Erfahrung ist, dass man fast keine Chance hat, wenn du sagst, dass sie auf die Förderschule soll.
Was aber geht, ist dass du sagts, sie soll auf die Regelschule als I-Kind und dafür ist sie nicht nicht fit genug, ihr wollt noch Toilettentraining machen, wollt die Motorik weiter schulen,....
Es steht euch ja frei, dass ihr euch dann in dem rückgestellten Jahr umentscheidet und sie dann doch auf die Förderschule schickt.😉

Gruß, Inga
Liebe Inga,

das ist ein super Tipp, vielen Dank!
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Jaci1612
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Re: Rückstellung trotz Förderschule

Beitrag von Jaci1612 »

Sara81 hat geschrieben: 11.05.2022, 10:21 Hallo Jaci,

Wir stehen aktuell vor genau der gleichen Frage. Gestern hatten wir unser Jahresgespräch im Kiga. Es wäre grundsätzlich kein Problem ein Kind, welches die Förderschule besucht, zurück zustufen. Es stellt sich halt die Frage, was sich in dem weiteren Jahr ändern wird. Sie meinten, dass Mini inkontinent ist oder eine PEG hat, wäre zB kein Problem und wirklicher Grund für die Ruckstufung. Wir haben bisher erst einen IQ Test, jedoch weiß ich nicht, wie aussagekräftig dieser ist, da Minis aktive Wortschatz im Gegensatz zum passiven sehr eingeschränkt ist. Nächste Woche steht der nächste Termin im SPZ hierzu an. Bin mal gespannt, was die so meinen.

LG Sara
Hallo Sara,

das dachte ich mir nämlich fast, dass die dann sagen, dass das eine Jahr nichts ändern wird und einem die Rückstellung dann verwehrt wird.
Generell muss man da wohl auch skeptisch sein, bei der Aussagekraft der IQ-Tests, aber ich sehe ja auch, dass meine Tochter definitiv kognitiv nicht so fit ist. Hattet ihr denn keinen non-verbalen IQ-Test?
Ansonsten ist es ja klar, dass er schlecht ausfällt, wenn er sich einfach nicht verständlich machen kann.
Wir haben Anfang Juni auch nochmal einen SPZ Termin mit IQ-Test.
Ich habe bereits bei einem Sonderpädagogischem Zentrum in unserem Dorf angerufen und da muss ich mich im Dezember dann ggf. schon melden, also muss man sich wirklich schon früh Gedanken machen.

LG Jaci
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Re: Rückstellung trotz Förderschule

Beitrag von Jaci1612 »

Karin2308 hat geschrieben: 11.05.2022, 10:28 PS Allerdings muss man vorher mit dem Kindergarten klären, ob Kind noch ein Jahr länger bleiben darf.
Hallo Karin,

der Altersunterschied würde bei uns wahrscheinlich auch nicht so auffallen.
Ja, mit dem Kindergarten muss ich da auf jeden Fall mal sprechen.
Die möchten natürlich auch so schnell wie möglich wissen, wie es jetzt sein wird, damit sie wissen, wie viel Plätze dann im nächsten Jahr frei werden.
Und wie war das dann bei euch mit der Vorschule?
Wir sind aus Bayern, da ist das letzte Kindergartenjahr das Vorschuljahr, in dem die Kinder schon mal spielerisch auf die Schule vorbereitet werden, erste Buchstaben lernen, kleine Rechenaufgaben und sowas.
Meine Tochter wäre also ab September Vorschulkind, das wird aber in Absprache mit dem Kindergarten nicht gemacht, da sie dafür kognitiv noch nicht fit genug ist.
Den Kindergarten besucht sich jetzt eigentlich bloß, damit sie eben Sozialkontakte zu anderen Kindern hat und sich auch in Gruppen einfügen lernt.
War euer Kind dann zweimal Vorschulkind?

LG Jaci
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Alexandra2014
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Re: Rückstellung trotz Förderschule

Beitrag von Alexandra2014 »

Hallo Jaci,

unser Kind war bei der Einschulung auch gute 6,5 Jahre alt. Trotz Regelschulbesuch hatten wir hier keine Chance auf eine Rückstellung.
Füttern, Wickeln, das alles ist an einer Förderschule kein Problem. Mein Kind ist auch mit Windeln gestartet…

Die Grundschulzeit an einer Förderschule beträgt zudem 5, statt 4 Jahre. Es ist im Grunde also ähnlich, wie ein Zurückstellen.
Durch diese 5 Jahre Grundschulzeit ist es aber auch nicht so schön, wenn das Kind dann erst mit 7,5 Jahren eingeschult wird.
Mit 12 in der 4. Klasse, wenn die Pubertät schon in vollem Gange ist, während die anderen rein äußerlich noch überwiegend Kinder sind. Das sind so Dinge, die man auch im Hinterkopf haben sollte.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, Epilepsie (temporo-okzipitale sharp slow wave Komplexe, primär links mit teilweiser Ausbreitung nach rechts)
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