Kindergarten verweigert Verlängerung der Kindergartenzeit

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Natascha43
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Re: Kindergarten verweigert Verlängerung der Kindergartenzeit

Beitrag von Natascha43 »

Hallo Rita,

es sind ab jetzt nicht 3/4 Jahr, sondern nur 6 Monate Therapie, die geplant ist (sie machen nicht durchgängig bis zur Schule Therapie, sondern nehmen immer Familien im Halbjahres-Rhythmus auf), davon ist der erste Monat Kennenlernen/Eingewöhnungszeit und wenn man die Urlaubs- und mögliche krankheitsbedingte Ausfallszeiten einberechnet, realistischerweise nur 4. Sie würden die Therapie fortsetzen, wenn er ein Vorschulkind bleibt. Sobald er eingeschult wird, nicht mehr. Dann müssen wir auf eine Autismustherapie bei einem anderen Träger wie ATZ warten. Wartezeiten sind derzeit in unserer Stadt 3-4 Jahre.

Unser Sohn wird wahrscheinlich nur mit einer persönlichen Assistenz eingeschult werden können. Wobei in USA, wo die Autismustherapie in dem gleichen oder größerem Umfang durchgeführt wird, versucht wird alle Kinder auf eine Regelschule zu bekommen.

Viele Grüße
Natascha
Natascha mit Kämpfer *2015 bei 25+3, IVH III bds, Hydrocephalus, Shunt, ICP, beinbetont, frühkindlicher Autismus, SB 90%, aG, H, B. PG 4. Unser Sonnenschein
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SimoneChristian
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Re: Kindergarten verweigert Verlängerung der Kindergartenzeit

Beitrag von SimoneChristian »

Hallo.
Wie lange ist er denn im Kindergarten?
25Stunden die Woche Therapie ist ja schon fast ein Vollzeit Job.
Das Pensum würde mein Sohn heute noch mit maximaler Verweigerung, Meltdowns und Overloads quittieren.
Da wäre spätestens an Tag 3 keine Therapie mehr möglich.

Bei der Logopädie gibt es gewaltige Unterschiede in der Vorgehensweise.
Da braucht es dann auch nicht unbedingt Werschenberg.
Wir hatten im Laufe der Jahre 3 tolle Sprachheiltherapeutinnen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Ich war immer bei der Therapie dabei und habe die Schwerpunkte dann zu Hause im Alltag weiter "bearbeitet".
Nach 10 "Wörtern" mit 2 Jahren, nur ca. 50 Nomen mit 3,3 Jahren, 2 Wort-Sätze mit ca. 3,8 Jahren quatscht er mich seit dem 5. LJ ein Kotelett an die Backe und wirft mit jeder Menge Fremdwörtern um sich.

Die grundsätzlichen Probleme in der Kommunikation lassen sich, aus meiner Sicht, bei Autisten auch mit sehr intensiver Therapie nicht vollständig auflösen.
Gerade auch das Sprachverständnis lässt sich meiner Beobachtung nach (Mit Mann und Kind) nicht immer nachvollziehen.
Grundsätzlich geht aber bei beiden schriftliche/ bildliche Kommunikation reibungsärmer.

In der Schule macht sich das oft in falsch bearbeiteten Aufgaben bemerkbar.
Das mündliche Verstehen wird extrem durch die Reizüberflutung beeinträchtigt.
Da lässt sich bei uns auch nichts verbessern.
(Optische oder taktile Reizüberflutung hat den selben Effekt.)

Ich kenne dein Kind nicht und habe auch nicht annähernd ein Bild von seinen Schwierigkeiten, könnte mir aber für uns niemals so einen Therapieumfang vorstellen und auch nicht, dass da Belastung und Verbesserung in Relation stehen.

Wie anstrengend ist denn Sprechen für deinen Sohn?
Ist die Mundmotorik auch von der ICP betroffen?
Oder die Augenmuskulatur?
Mein Sohn hat auch visuelle Wahrnehmungsstörungen, die durch Probleme mit der Augenmuskulatur noch verstärkt werden.
Wenn man ein Objekt nicht richtig sieht, kann man auch seine Bedeutung nicht lernen. ;)

Mein Sohn strengt sich generell nur an, wenn die Umsetzung keine große Mühe erfordert.
Ist sprechen zu anstrengend oder er im Stress sagt er auch nichts.

LG
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)
Natascha43
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Re: Kindergarten verweigert Verlängerung der Kindergartenzeit

Beitrag von Natascha43 »

Hallo Simone,

er wäre dann höchstens 3-4 Stunden am Tag im Kindergarten, zwischen den Therapien halt. Um die Mittagszeit. So dass er 1,5 Stunde vor dem Mittagessen von uns gebracht wird, und gegen 14:00 wieder abgeholt wird. Es sind 4 Stunden Therapiezeit am Tag: zwei Stunden am Vormittag und zwei am Nachmittag. Ich weiß nicht, ob er das Pensum schafft und ich befürchte auch die große Anstrengung für uns alle. Aber es sind bis jetzt viele andere Familien, die das Programm durchlaufen sind und es war bis jetzt keine einzige dabei, die die Therapie abgebrochen hätte.

Mundmotorik ist sicherlich auch durch ICP betroffen, in welchem Maße, schwierig zu sagen und noch schwieriger, was durch Autismus und was durch ICP verursacht wird. Er kann klar und deutlich sprechen, wenn er etwas möchte. Handlungsbezogen seine Wünsche äußern oder etwas ablehnen. Aber Verständnis der Sprache ist sehr schlecht. Zb „Möchtest du Banane oder Joghurt“ ist kein Problem. Aber „wo wohnst du“ oder „ wie war es im Kindergarten“ werden nicht beantwortet oder halt nicht verstanden. Irgendwie so.

Wir haben jetzt in einem enormen Kraftakt diese Therapie bekommen und organisiert. Jetzt wollen wir erstmal versuchen.

Leider kann es mit der Schule nicht in 3-4 Monaten entschieden werden, sondern die Entscheidung muss jetzt getroffen werden.
Deswegen müssen wir uns jetzt schon festlegen, in welche Richtung es gehen soll, mit dem Risiko, dass unsere Entscheidung eventuell falsch oder halt richtig sein wird.

Ich wünschte mir so sehr, dass irgendjemand uns früher einen Hinweis auf einen möglichen Autismus gegeben hätte.

LG
Natascha
Natascha mit Kämpfer *2015 bei 25+3, IVH III bds, Hydrocephalus, Shunt, ICP, beinbetont, frühkindlicher Autismus, SB 90%, aG, H, B. PG 4. Unser Sonnenschein
rena99
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Re: Kindergarten verweigert Verlängerung der Kindergartenzeit

Beitrag von rena99 »

Hallo Natascha,

25h pro Woche finde ich ganz schön viel für einen 6jährigen. Sprechen wir da eigentlich von einem ABA-Ansatz? Ob da noch Kindergarten "zwischendurch" funktioniert und dann noch in einer Einrichtung, die das Kind eigentlich kaum noch wollen, da würde ich mal ein Fragezeichen daran machen. Es wäre schöner, wenn dein Kind in der letzten Kindergartenzeit sich in "seiner Einrichtung" noch angenommen fühlen kann.

Tatsächlich tendiere ich auch zur Schule. Das Kinder "nachreifen" ist so eine Wunschvorstellung, die sich aber selten realisiert. Kinder mit Autismus entwickeln sich, auch oft in Schüben, aber, was die emotionale Entwicklung angeht, doch grundsätzlich langsamer als die Altersgenossen. Klar klingt es dann attraktiv, das Kind 1 Jahr später einzuschulen, aber die grundsätzlich Schere kann man nicht vermeiden. Ich würde daher auch mal schauen, was an Schulen so in Frage kommt, gerade, was die Sprachbeeinträchtigung angeht. Das werdet ihr auch in einem Jahr tun müssen, insofern schadet es ja nicht, sich jetzt mal umzuschauen.

Alternativ werdet ihr euch vermutlich einen anderen Kindergarten suchen müssen, oft kriegt man kein Bein mehr auf den Boden, wenn die Einrichtung andere Ansichten hat. Und ihr seid mit den 25h-Therapieprogramm eh schon auf Entgegenkommen angewiesen. Was möchte eigentlich dein Sohn? Kann der das schon irgendwie beurteilen?

Gruß
Rena
Rena mit (mittlerweile erwachsener) Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
SimoneChristian
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Re: Kindergarten verweigert Verlängerung der Kindergartenzeit

Beitrag von SimoneChristian »

Natascha43 hat geschrieben: 10.11.2021, 16:58
Mundmotorik ist sicherlich auch durch ICP betroffen, in welchem Maße, schwierig zu sagen und noch schwieriger, was durch Autismus und was durch ICP verursacht wird. Er kann klar und deutlich sprechen, wenn er etwas möchte. Handlungsbezogen seine Wünsche äußern oder etwas ablehnen. Aber Verständnis der Sprache ist sehr schlecht. Zb „Möchtest du Banane oder Joghurt“ ist kein Problem. Aber „wo wohnst du“ oder „ wie war es im Kindergarten“ werden nicht beantwortet oder halt nicht verstanden. Irgendwie so.
Hallo.

Die Beispiele sind klassisch für Autisten, haben in meinen Augen aber nichts mit klassischem Sprachverständnis zu tun.
Mein Sohn wüsste einfach nicht, welches "wo" gemeint ist. Straße, Etage, Haus, Stadt, Land, Kontinent, Planet.....
Unsere Adresse kann er auch erst seit der 3. Klasse. Die spielt für ihn einfach keine Rolle.

"Wie war es..." ist noch schwieriger.
Weil es ja gleichzeitig gut und doof gewesen sein kann.
Welche Erwartungshaltung hat der Sprecher? Wie fühle ich mich eigentlich? und ähnliche Fragen gehen meinem Sohn dann durch den Kopf.
Da kann man auch schon mal Monate auf die Antwort warten. ;) (Und das ist wörtlich gemeint)
Hilfreicher ist die Frage: Welche Aufgaben habt ihr heute in Mathe bearbeitet? Wie haben dir die Aufgaben gefallen?

Ansonsten diskutieren wir hier Fremdwörter rauf und runter. Es liegt also nicht am klassischen Sprachverständnis.

Ich kann mir keine Therapie vorstellen, die das auf ganz grundlegender Ebene, nämlich kognitives Verständnis, in so wenigen Monaten beheben können soll.
Besonders, da Autisten in der Regel Schwierigkeiten haben, gelerntes in neue Situationen zu übertragen.
Von Teekesselwörtern und Redewendungen spreche ich da noch gar nicht.
Ich wünsche mir, dass euch die Therapie das bringt, was du dir erhoffst.

Wie wäre es, wenn du dich neben der Therapie vielleicht noch mal durch die Threads zur Sprachentwicklung im Autismus Unterforum liest?
Da ist die geballte Erfahrung auch von User*innen mit mittlerweile erwachsenen Kindern oder selbst Betroffenen Erwachsenen versammelt.

LG
Simone

P.S. Ihr seid immer noch recht früh dran mit der Diagnose. Viele Kinder sind deutlich älter bei der Diagnosestellung.
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)
Anna-Nina
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Re: Kindergarten verweigert Verlängerung der Kindergartenzeit

Beitrag von Anna-Nina »

Hallo,
wir wollten damals auch unbedingt die Rückstellung (der Kindergarten lehnte aber ab weil zu viele Kinder dort waren). Bei uns wurde kurz vor der Einschulung dann eine heftige Epi festgestellt und darum konnten wir dann doch zurückstellen. Es gab die Hoffnung, dass durch Medikamente und Behandlung der Epi die Regelschule evtl. doch möglich ist.

Rückblickend ärgere ich mich sehr über mich selber, dass wir nicht sofort auf die Förderschule gewechselt haben. Bei uns war es verlorene Zeit im Kindergarten und das Kind wurde nicht annähernd so gefördert wie sie jetzt in der KME Schule gefördert wird.
Ehrlich gesagt, bin ich sauer auf mich selber, dass ich das Ganze damals so überhaupt nicht überrissen habe. Für uns ist die Förderschule ein Segen und alles was davor im Kindergarten/Regelschule war, war eigentlich nicht richtig und hat mM sogar geschadet. Meine Tochter hätte schon in einen heilpädagogischen Kindergarten gehört. (Leider kannte ich sowas gar nicht und man sah meiner Tochter ihre Behinderung überhaupt nicht an - und da ich Zwillinge hatte, konnte ich einfach nicht soviel Zeit damit verbringen mich über Entwicklungsverzögerungen/Förderung usw zu informieren. Von der Ergotherapeutin und dem Kinderarzt wurde ich leider nie ernst genommen bzw. falsch beraten. Auch der Kindergarten hat mir nie einen heilpädgogischen Vorgeschlagen)

Wenn ich nochmal ein Kind hätte, würde ich vieles anders machen. An eurer Stelle würde ich nicht so arg an der Rückstellung festhalten - wichtiger ist, die passende Schule zu finden. In der Schule wird euer Sohn womöglich viel viel mehr gefördert als ihr das im Kindergarten und privat hinbekommt. So ist es zumindest an unserer Schule. E. bekommt Ergo, Logo, Physio alles in der Schule. Wir haben dadurch privat keinen Stress mehr - das ist so angenehm.

Und E. entwickelt sich jetzt richtig toll.

Alles Gute für euch
LG
Anna
Anjali
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Re: Kindergarten verweigert Verlängerung der Kindergartenzeit

Beitrag von Anjali »

Hallo,


Fragen wie „wo wohnst Du? oder „Wie war es im Kindergarten“ hätte mein Sohn in diesem Alter auch
nicht beantworten können.
Bei ihm lag es defintiv nicht am Sprachverständnis (dieses war altersgerecht), sondern daran, dass er mit solchen Fragen, besonders mit unkonkreten Fragestellungen - und das finde ich recht „typisch“ autistisch, nichts oder wenig anfangen konnte.
Er hatte am liebsten Fragen, die man einfach nur mit Ja und Nein beantworten konnte.
Erlebnisse oder Gefühle zu reflektieren und darüber zu berichten liegt ihm heute noch nicht besonders.
Er kann es zwar, findet es aber furchtbar anstrengend und teilt sich dermaßen aber nur mit, wenn es unbedingt sein muss.

Ich weiß nicht, ob ihr euch von einer intensiven therapeutischen Schulvorbereitung nicht vielleicht zu viel versprecht. 25 Wochenstunden Therapie, das hat für mich eher einen Trainigscharakter.
Manches braucht einfach seine Zeit und manches wird vielleicht antrainiert und erlernt, aber nicht wirklich verinnerlicht.
Euer Kind in so kurzer Zeit anpassungsfähiger zu trainieren, das kann sehr viel Druck erzeugen, der sich dann wahrscheinlich an anderer Stelle ein Ventil suchen wird.
Ich kann dennoch nachvollziehen, dass ihr viel Hoffnung in die Therapie setzt.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)
Natascha43
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Re: Kindergarten verweigert Verlängerung der Kindergartenzeit

Beitrag von Natascha43 »

rena99 hat geschrieben: 10.11.2021, 19:04 Hallo Natascha,

25h pro Woche finde ich ganz schön viel für einen 6jährigen. Sprechen wir da eigentlich von einem ABA-Ansatz? Ob da noch Kindergarten "zwischendurch" funktioniert und dann noch in einer Einrichtung, die das Kind eigentlich kaum noch wollen, da würde ich mal ein Fragezeichen daran machen. Es wäre schöner, wenn dein Kind in der letzten Kindergartenzeit sich in "seiner Einrichtung" noch angenommen fühlen kann.

Tatsächlich tendiere ich auch zur Schule. Das Kinder "nachreifen" ist so eine Wunschvorstellung, die sich aber selten realisiert.

Was möchte eigentlich dein Sohn? Kann der das schon irgendwie beurteilen?

Gruß
Rena
Hallo Rena,
vielen Dank für die Antwort.
Ich finde auch 25 Stunden die Woche ganz schön viel, die Alternative dazu in unserer Stadt sind 1,5 Stunden pro Woche und mit 3-4 Jahre Wartezeit auf einen Therapieplatz. Etwas dazwischen gibt es nicht.
Es ist kein ABA (dass diese umstritten ist, ist mir bewusst), aber ja, es ist Therapie mit dem verhaltenstherapeutischen Ansatz. Und so weit ich es in Erfahrung bringen konnte, arbeiten die vier Anbieter der Autismustherapie in unserer Stadt verhaltenstherapeutisch. Alle.

Wir waren zur Diagnostik in einer größeren Stadt und uns wurde das Early Start Denver Modell als das Non plus Ultra vorgestellt und empfohlen. Beflügelt habe ich das Buch von Sally Rogers gekauft, begeistert gelesen, nach der vergleichbaren Therapieform bei uns gesucht. Und? Fehlanzeige. Es gibt niemanden in unserer Gegend, der so etwas anbietet. Außerdem ist diese Therapieform für die Kinder bis 48 Monat empfohlen. Und sofort ist man wieder bei dem Problem der verzögerten Diagnosestellung und dass wir mit 6 Jahren „dafür zu alt sind“.

Sicherlich bin ich ein Neuling auf dem Gebiet der Autismusproblematik und lasse mich gerne aufklären, aber sie arbeiten doch alle verhaltenstherapeutisch. Nur mit einem anderen Etikett drauf.

Und mit dem „Nachreifen“ meinte ich nicht die Zeit im Kindergarten, sondern meine Hoffnung, dass wir statt einer 6-monatigen Therapie 1,5 Jahre Therapie bekommen, bis Frühling übernächsten Jahres. Man kann nicht in ein paar Monaten das alles aufholen, was hätte früher passieren können. Aber vielleicht mehr, wenn man mehr Zeit hat. Außerdem wird unser Sohn im Mai wieder operiert werden müssen, dann folgt eine längere Rehabilitationsphase.

Alternativ suchen wir uns einen anderen Kindergarten oder er bleibt ganz zuhause, was ich persönlich nicht so schön finde, weil er dann zu wenig Kontakt zu anderen Kindern hätte.

Grüße
Natascha
Natascha mit Kämpfer *2015 bei 25+3, IVH III bds, Hydrocephalus, Shunt, ICP, beinbetont, frühkindlicher Autismus, SB 90%, aG, H, B. PG 4. Unser Sonnenschein
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Re: Kindergarten verweigert Verlängerung der Kindergartenzeit

Beitrag von Natascha43 »

Hallo Simone,

das Problem des sehr schlechten Sprachverständnisses wurde uns gestern bei der ersten Diagnostik zu Beginn der Therapie nochmal bestätigt und als eins unserer Therapieziele auf den Plan gesetzt. Ich weiß es selber wirklich nicht und kann nur sagen, was er versteht und was nicht, und das ist definitiv stark abweichend von jeglicher Normalität. Dafür hat er mit 4 sich selbst Alphabet beigebracht und hat vor halbem Jahr angefangen ihm bekanntes überall zu lesen. Mir wäre lieber, er würde wenigstens einwenig mit uns sprechen. Na ja, das Leben ist kein Wunschkonzert.

Mit dem Lesen der Threads zur Sprachentwicklung werde ich unbedingt weiter machen, einiges habe ich schon durch.
Vielen Dank.
LG.
Natascha.
Natascha mit Kämpfer *2015 bei 25+3, IVH III bds, Hydrocephalus, Shunt, ICP, beinbetont, frühkindlicher Autismus, SB 90%, aG, H, B. PG 4. Unser Sonnenschein
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Natascha43
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Re: Kindergarten verweigert Verlängerung der Kindergartenzeit

Beitrag von Natascha43 »

Anna-Nina hat geschrieben: 10.11.2021, 19:44 Hallo,
wir wollten damals auch unbedingt die Rückstellung (der Kindergarten lehnte aber ab weil zu viele Kinder dort waren). Bei uns wurde kurz vor der Einschulung dann eine heftige Epi festgestellt und darum konnten wir dann doch zurückstellen. Es gab die Hoffnung, dass durch Medikamente und Behandlung der Epi die Regelschule evtl. doch möglich ist.

Rückblickend ärgere ich mich sehr über mich selber, dass wir nicht sofort auf die Förderschule gewechselt haben. Bei uns war es verlorene Zeit im Kindergarten und das Kind wurde nicht annähernd so gefördert wie sie jetzt in der KME Schule gefördert wird.

Wenn ich nochmal ein Kind hätte, würde ich vieles anders machen. An eurer Stelle würde ich nicht so arg an der Rückstellung festhalten - wichtiger ist, die passende Schule zu finden. In der Schule wird euer Sohn womöglich viel viel mehr gefördert als ihr das im Kindergarten und privat hinbekommt. So ist es zumindest an unserer Schule. E. bekommt Ergo, Logo, Physio alles in der Schule. Wir haben dadurch privat keinen Stress mehr - das ist so angenehm.

Und E. entwickelt sich jetzt richtig toll.

Alles Gute für euch
LG
Anna
Hallo Anna,

vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Ich werde weiterhin mir über die Problematik Gedanken machen.
Ich denke auch, dass wenn es so nicht sein soll, dann wird es eh nicht so passieren, wie wir es wünschen, egal welche Anstrengungen man macht. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich es mit der Rückstellung mit dem Ziel der Therapieverlängerung versuchen soll.

Neulich las ich irgendwo ein Zitat, was in dem Artikel dem Sokrates zugesprochen wurde, ob es so stimmt, weiß ich nicht: „heirate oder heirate nicht. Du wirst beides bereuen“. Und dann habe ich mein Problem unter diesem Augenwinkel betrachtet: „entscheide dich so oder entscheide dich anders. Es ist egal. Du wirst es auf jeden Fall bereuen“.
Mit diesem Gedanken habe ich mich entschieden auf mein Bauchgefühl und vielleicht gegen jegliche Vernunft zu hören.

LG.
Natascha.
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