Schülerbeförderung zur Regelschule

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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betty33
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Schülerbeförderung zur Regelschule

Beitrag von betty33 »

Hallo ihr Lieben,

mein gehörloser Sohn besucht die 4.Klasse einer Regelgrunschule im Nachbarort. Bisher ist er dort mit dem ÖPNV und seiner Wertmarke hingefahren. Nun ändern sich die Fahrpläne so, dass es unzumutbar wäre ihn mit dem Bus zu schicken. Er würde entweder 15 Minuten zu spät zum Unterricht erscheinen oder 1h zu früh an der Schule stehen. Kann ich für ihn einen Fahrdienst beantragen, der ihn Morgens zur Schule bringt? Wo und wie beantragt man das?

Mit meiner Tochter habe ich ein ähnliches Problem. Ich fahre sie derzeit täglich 30 Minuten zur Schule, da sie es wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht schaft allein mit dem Bus zu fahren. Dort wäre ein Fahrdienst ebenfalls wünschenwert. Im Moment stehe ich so ziemlich allein mit allem da und es belastet mich sehr, vor Arbeitsbeginn auch noch täglich den Schulweg abzusichern.

Ich bin für jegliche Tips dankbar.
LG betty
Tochter: ADS, Dyskalkulie
Sohn: Gehörlos, vis. Wahrnehmungsstörung, F82.1, F83, V.a. ADS/ASS
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SandyErgo
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Re: Schülerbeförderung zur Regelschule

Beitrag von SandyErgo »

Hi!

Ich weiß, so was ist meist immer bundeslandabhängig - wo wohnt ihr denn?

Hier klappt es beim Transport zu den Förderschulen im Grundschulbereich eigentlich problemlos (im Gegensatz zu vielen anderen BL).
Aber schon ab Klasse 5 wird es schwieriger - wenn nicht gerade geistige und/oder körperliche Defizite (FS G/KB) bestehen oder die Schule per ÖPNV gsr nicht erreichbar ist >> ist es schon bei der SEK1 der anderen Förderschulen schwer, einen Transport zu bekommen. Da muss eine wirklich beeinträchtigende Diagnose (massives ADHS, .... vorliegen).

Und bei den Regelschulen ist es noch mal erheblich schwerer. Ich kenne bislang nur einen Fall - wo das Kind mit einem Transport gebracht wurde > da auf den Rollstuhl angewiesen.

Ich denke mal - für eure Große habt ihr schon offiziell die Diagnose. Damit dann begründen.
Beim.Kleinen - ist er es allein, den es betrifft? Oder sind es mehrere Kids? Im Grundschulbereich zieht die zu lange Wartezeit evtl. noch. Aber in der Sek1 nicht mehr unbedingt. Vor allem, wenn es nur einzelne Kinder betrifft. Da heißt es dann, wenn es mehrere betrifft > die Schule bzw. die Busunternehmen sind in der Pflicht >> so läuft es zumindest bei uns hier.

LG
Mama 12/77
mit Tochter 11/06 FG 30+6 (nach HELLP-Syndrom) Kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit noch leichter Sprachentwicklungsstörung, Hämochromatose (homozygot C282T im HFE-Gen)
und Sohn 08/09 FG 34+1 ADHS und kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit starker Betonung der aktiven Sprache, Asthma bronchiale
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LasseUndJohannes
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Re: Schülerbeförderung zur Regelschule

Beitrag von LasseUndJohannes »

Hi,
bei uns regelt das jeder einzelne Kreis mit einer eigenen Verordnung. Google mal nach Schülerbeförderung und Satzung/Ordnung o. ä für deinen Kreis/Stadt.. Oder rufe beim Kreis/Stadt an und Frage dich durch wer für Schülerbeförderung zuständig ist.
Bei uns steht in der Satzung drin, dass die maximale Wartezeit vor Schulbeginn 45 Minuten sind. Allerdings steht da auch drin, dass aus wirtschaftlichen Gründen ggf. die Eltern selber fahren müssen und nur eine Kostenerstattung für die Kilometer bekommen.
VG
Lasse

Johannes 2008, extremes ADHS, Fehldiagnose (?) Autismus
Benedikt 2014, süßeste FraXi-Maus der Welt (Fragiles X), non verbal, früher auto aggressiv, ADHS, v.a. frühkindlicher Autismus
Anne_mit_2
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Re: Schülerbeförderung zur Regelschule

Beitrag von Anne_mit_2 »

Hallo Betty,

meine Gedanken zur Vorgehensweise:
Frage 1: Gibt es noch weitere Betroffene? Schließlich wird es sich bei der Grundschule ja vermutlich um eine Schwerpunktschule mit Inklusion handeln, während die örtliche vermutlich Inklusion nicht umsetzen kann. Wenn noch weitere Kinder betroffen sind, dann sollte man der Bürgermeister ansprechen.
Frage 2: Wäre Dein Sohn denn überhaupt beaufsichtigt, wenn er so früh an der Schule steht? Wenn nein, dann sollte man dies beim Kreis anmahnen und um Abhilfe bitten. Mit dem ÖPNV ist bei der Beförderung zur Regelschule der Beförderungspflicht Genüge getan, aber auch ein 10-jähriger sollte nicht 30-45 Minuten unbeaufsichtigt von dem (schlimmstenfalls noch verschlossenen) Schulhof rumstehen. Das ist ein Problem der Aufsichtsplicht, das sich ergibt, und das ist ein sehr starker Hebel in Eurem Fall. Auch wenn der Schulweg schon allein zurückgelegt werden kann, so ist er doch noch beaufsichtigt in dem Sinne, dass an beiden Enden des Weges jemand ist, der weiss, dass da gerade ein Kind unterwegs ist und bei größerer Verspätung sofort Alarm schlagen würde, und dass das Kind bei der Busfahrt zumindest der ordnenden Hand des Busfahrers unterliegt.

Das Aufsichtspflichtargument für mehr als ein Kind und ein Vorgehen über einen Mandatsträger haben das Potential, den Kreis zum Einsatz eines Verstärkerbusses zu bewegen (Achtung: Vermutlich kein Einzeltransport, sondern normaler ÖPNV-Bus -- das hat etwas mit den unterschiedlichen Budgets zu tun). Die Situation muss vom Finanzträger der regulären Schülerbeförderung als so kritisch empfunden werden, dass man lieber Geld in die Hand nimmt, als sich im schlimmsten Fall (=es ist etwas passeirt) vor Gericht wiederzufinden.

Viele Grüße,
Anne
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JasminsMama
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Re: Schülerbeförderung zur Regelschule

Beitrag von JasminsMama »

Hallo,

bei uns läuft das über die Schule bzw. den Kreis.
Bei uns hat die Beförderung mit dem Fahrdienst auf allen Schulformen (Förder, Regel, SBBZ) immer problemlos geklappt, das letzte Jahr mussten wir den Transport allerdings zahlen, das ist wohl eine neue Regelung.

Gibt es bei Euch keinen Schulbus? Bei uns ist das ein öffentlicher Bus, der aber auf Schulbeginn / Schulende angepasste Zeiten hat.

Ggf. würde ich da bei der Kommune nachhaken, denn die Fahrplanänderung betrifft ja bestimmt auch noch andere Schulkinder.

LG und viel Erfolg
Sandra
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Jasmin Marie 05/02 globale Entwicklungsverzögerung, vis. Wahrnehmungsstörung, Lernbehinderung, starke Hyperopie rechts, hochpathologisches EEG (Besserung seit Jan. 12),
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Re: Schülerbeförderung zur Regelschule

Beitrag von Sanne in München »

Bei uns hing der Transport im Taxi am SBA, weiss nicht mehr, ob es das H war, Sohn hat GBH und lief dann über die (Förder-) Schule. (Bezirk Oberbayern)
Viele Grüsse

Sanne

mit
Groß-Sohn (2003) Asperger, ADS und Epilepsie (Absencen und GM)
und Klein-Sohn (2005) GM-Epilepsie - nicht mehr ketogen
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