Miriam mit Tochter ()

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Aydo
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Miriam mit Tochter ()

Beitrag von Aydo »

Hallo,

mein Name ist Miriam (47) und ich habe 2 Kinder. Mein Sohn ist 15 J. und meine Tochter 12J..

Ich hoffe hier auf Austausch und Erfahrungen mit anderen Eltern.

Bei meinem Sohn läuft alles Prima, sorgen macht mir meine Tochter aber ich denke darüber werde ich in einem gesonderten Teil schreiben da dieses ja sicher nur für das kennen lernen bestimmt ist.

Ich freue mich euch kennen zu lernen und hoffe auf Erfahrungsaustausch!!

Liebe Grüße Miri
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Julika+Martin
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Re: Miriam mit Tochter ()

Beitrag von Julika+Martin »

Hallo Miri,

ein ganz herzliches Willkommen hier im Forum :mrgreen:

Hier findest du immer ein offenes Ohr, gute Tipps und geballte Erfahrung.

Magst du ein bisschen was über deine Tochter bzw euch erzählen?
Julika und Martin mit R. (*07/2021).
Z. n. schwerer perinataler Asphyxie und Mekoniumaspiration, pH knapp unter 6,8, APGAR 0/0/0, Schädigungen beider Thalami
aktuell Magensonde wg Dysphagie, weitere Diagnostik läuft
Unsere Vorstellung: ftopic141872.html
Aydo
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Re: Miriam mit Tochter ()

Beitrag von Aydo »

Julika+Martin hat geschrieben: 28.09.2021, 17:56 Hallo Miri,

ein ganz herzliches Willkommen hier im Forum :mrgreen:

Hier findest du immer ein offenes Ohr, gute Tipps und geballte Erfahrung.

Magst du ein bisschen was über deine Tochter bzw euch erzählen?
Habe jetzt einige Zeit gebraucht um zu antworten da ich auch nicht sicher bin ob dieses Forum das richtige ist. Meine Tochter war schon früh auffällig, aber mit der entsprechenden Förderung haben wir alles gut in den Griff bekommen.

Sie war schon immer ein eher stilles und zurückhaltendes Kind. Vor etwas über einem Jahr habe ich dann durch Zufall entdeckt das sie sich ritzt. Wir haben sofort mit ihr gesprochen und sie ließ es dann auch sein als wir dieses Problem behoben hatten. Was sie mir erzählte, als Grund für das Ritzen, war schlüssig und konnte ich auch verstehen. Im nachhinein war es sicher nicht der einzigste Grund aber nach außen hin war sie wieder glücklich und nicht auffällig. Dann kam der Knaller am Anfang des Jahres. Trotz Regeln hatte sie Kontakt zu einem älteren Mann aufgenommen und dieser forderte sie dann auch auf freizügige Bilder von sich zu schicken und hat selbstbefriedigende Videos von sich geschickt. Ich war entsetzt als ich das auf ihrem Handy bemerkte. Meine Tochter brach dann auch zusammen und erzählte das sie sich schrecklich fühlt, Depressionen hat und sich schrecklich findet. Den Kontakt zu dem Mann haben wir sofort unterbunden und sind mit ihr zu einer Kinder.- und Jugendpsychatrie zur Diagnostik. Die ersten Wochen war sie auch wirklich fröhlich und erleichtert das alles nun besser wird. Leider gab es dort dann doch einige Wechsel mit längeren Unterbrechungen. Meine Tochter aber war nicht anzumerken das dieses für sie ein Problem ist.

Vor 5 Wochen dann wollte ich sie für die Schule wecken und sie war nicht da. Auf ihrem Bett ein Abschiedsbrief mit den Worten das sie uns hasst weil wir den Kontakt zu dem Mann unterbunden haben sie hätten sich geliebt und er hätte sie vor einem Selbstmord gerettet. Wir würden sie nun nur noch tot wieder sehen. Das war ein Schock da am Abend zuvor nichts davon zu sehen war. Sie war ganz normal, redete normal und verhielt sich null auffällig. Wir riefen sofort die Polizei die auch umgehend da war und die Suche einleitete. Mein Mann suchte ebenfalls die Umgebung ab. Drei Stunden später schellte sie dann an der Türe, ich war so froh!!!! Die Polizei redete dann mit ihr und verließ uns dann mit den Worten das wir das wieder hin kriegen und viel reden sollen. Wir waren uns aber nicht sicher da ihr Reden wohl nicht immer der Wahrheit entsprach und sie uns vieles einfach nicht sagte. Wir gingen daher mit ihr in die Notfall Ambulanz in der Klinik wo wir eh schon in ambulanter Behandlung mit ihr waren. Die Psychologin konnte nicht ausschließen das sie Suizide absichten hat und wir ließen sie dann dort zur Behandlung. Seit fast 6 Wochen ist sie nun nicht mehr zuhause sondern dort auf der Station. Nach einer Woche geschlossener Station kam sie dann auf die Station wo sie an den Wochenenden (Sa-So) zuhause ist.

Seit 2 Wochen setzt sie uns nun sehr unter Druck das sie dort raus will weil es da so schlimm ist. Wir wollen nun eine Tagesklinik in Erwägung ziehen. Warum sie das alles getan hat und uns so sehr hasst kann bisher niemand sagen da die von ihr angegebenen Gründe kein Grund dafür ist. Auch die Psychologin kann es bisher noch nicht nachvollziehen. sie gibt als Grund eben an das sie nicht geschminkt in die Schule geben darf und wir ein Program auf ihrem Handy haben das ihre Nutzung einschränkt damit sie auf keinen Fall wieder Kontakt zu dem Mann aufnehmen kann. Ihn haben wir zwar nicht angezeigt da meine Tochter dafür zu labiel ist aber eine Sondereinheit der Polizei hat ihn aufgenommen und ermittelt gegen ihn. Ich muss dazu sagen das es kein deutscher ist und wohl in Pakistan lebt. Wie gesagt meine Tochter ist 12 Jahre alt. Sie war schon sehr früh entwickelt und hatte auch schon früh ihre Periode, die Psychologin vermutet dort eine gewisse Schwierigkeit da sie sonst eher verzögert entwickelt war und Psyche und Körper einfach nicht richtig zusammen spielen. Meine Tochter redet aber kaum und das ist das Schwierige an der Sache da wir so natürlich nicht wissen was nun wirklich noch dahinter steckt.

Morgen habe ich ein Gespräch mit ihr und sie will uns endlich sagen was so schlimm an uns ist und warum sie von uns weg wollte ( nach eigenen Aussagen hatte sie nicht vor sich um zu bringen sie wollte nur damit zeigen wie schlecht es ihr geht).

Oh mann das ist jetzt ein sehr langer Text geworden!!

Erstmal muss ich jetzt durchatmen und meine Tränen trocknen. Ich habe meine Tochter so lieb und verstehe das alles einfach nicht!!

LG Miri
Sheila0505
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Re: Miriam mit Tochter ()

Beitrag von Sheila0505 »

Hallo, fühl dich erstmal gedrückt - dass was ihr Eltern da gerade erlebt, ist wohl der Alptraum eines jeden Elternteils.

Einen wirklichen Ratschlag kann ich dir da nicht geben, außer dass es gut ist, dass ihr Hilfen in Anspruch nimmt.
Das schafft ihr auch gar nicht alleine, daher wäre es gut, wenn auch ihr für euch Hilfe in Anspruch nehmt.

Es wundert mich, dass die Polizei euer Kind an diesem Abend nicht in die Klinik gebracht hatte. Sie hatte einen Selbstmord angekündigt/Abschiedsbrief geschrieben, da wäre die Polizei m.W. normalerweise dazu verpflichtet gewesen.

Was für mich wichtig ist dir noch zu schreiben: bei allen Trubel und Sorgen um eure Tochter, vergesst euren Sohn bitte dabei nicht. So schwer es auch ist für alle Beteiligten, der Stellenwert eures anderen Kindes darf nicht zu sehr in den Hintergrund geraten. Gerade in Zeiten wo eure Tochter in guten Händen ist (Klinik!), nimmt euch Zeit für euren Sohn. Das ist so wichtig. Denn Geschwisterkinder erleben sich oft nur noch als Geist in der Familie. Sie rutschen oft schnell in den Hintergrund. Sie müssen die ganze Aufmerksamkeit welche das „Problemkind“ bekommt kompensieren, indem sie besser funktionieren müssen, als es dem Alter gerecht wäre (Punkto: Eigenverantwortung/Selbstversorgung/Problembewältigung/Stressverarbeitung usw.)

Sie spüren auch oft die Überlastung der Eltern und versuchen ihre eigene Sorgen von Ihnen fern zu halten. Oder sie werden gar irgendwann selbst auffällig und machen etwas, um die Aufmerksamkeit verzweifelt wieder zu erlangen oder sie kapseln sich immer weiter ab.

Daher mein einziger Ratschlag in eurer verzweifelten Situation wäre: organisiert euch auch Hilfe für euch als Eltern damit ihr euch besser sortieren könnt und die Sorgen verarbeiten könnt + bleibt sensibilisiert was euren Sohn angeht.

Alles Gute und liebe Grüße
Aydo
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Re: Miriam mit Tochter ()

Beitrag von Aydo »

Sheila0505 hat geschrieben: 05.11.2021, 12:39 Hallo, fühl dich erstmal gedrückt - dass was ihr Eltern da gerade erlebt, ist wohl der Alptraum eines jeden Elternteils.

Einen wirklichen Ratschlag kann ich dir da nicht geben, außer dass es gut ist, dass ihr Hilfen in Anspruch nimmt.
Das schafft ihr auch gar nicht alleine, daher wäre es gut, wenn auch ihr für euch Hilfe in Anspruch nehmt.

Es wundert mich, dass die Polizei euer Kind an diesem Abend nicht in die Klinik gebracht hatte. Sie hatte einen Selbstmord angekündigt/Abschiedsbrief geschrieben, da wäre die Polizei m.W. normalerweise dazu verpflichtet gewesen.

Was für mich wichtig ist dir noch zu schreiben: bei allen Trubel und Sorgen um eure Tochter, vergesst euren Sohn bitte dabei nicht. So schwer es auch ist für alle Beteiligten, der Stellenwert eures anderen Kindes darf nicht zu sehr in den Hintergrund geraten. Gerade in Zeiten wo eure Tochter in guten Händen ist (Klinik!), nimmt euch Zeit für euren Sohn. Das ist so wichtig. Denn Geschwisterkinder erleben sich oft nur noch als Geist in der Familie. Sie rutschen oft schnell in den Hintergrund. Sie müssen die ganze Aufmerksamkeit welche das „Problemkind“ bekommt kompensieren, indem sie besser funktionieren müssen, als es dem Alter gerecht wäre (Punkto: Eigenverantwortung/Selbstversorgung/Problembewältigung/Stressverarbeitung usw.)

Sie spüren auch oft die Überlastung der Eltern und versuchen ihre eigene Sorgen von Ihnen fern zu halten. Oder sie werden gar irgendwann selbst auffällig und machen etwas, um die Aufmerksamkeit verzweifelt wieder zu erlangen oder sie kapseln sich immer weiter ab.

Daher mein einziger Ratschlag in eurer verzweifelten Situation wäre: organisiert euch auch Hilfe für euch als Eltern damit ihr euch besser sortieren könnt und die Sorgen verarbeiten könnt + bleibt sensibilisiert was euren Sohn angeht.

Alles Gute und liebe Grüße
Hallo,

ja, unter der Woche sind wir nur für unseren Sohn da und reden viel mit ihm. Er versteht das alles auch nicht und kann nicht nachvollziehen was seine Schwester hat. Sie haben jetzt nicht die engste Verbindung zu einander aber haben sich trotzdem lieb. In der Schule kümmert sich zudem die Sozialarbeiterin um ihn und redet regelmäßig mit ihm.

Der Polizist hatte alleine mit meiner Tochter gesprochen und sie hatte ihm glaubwürdig geschildert das es "nur" ein Hilferuf war und keine Suizide Absicht dahinter steckte. Die Probleme "nur" Kleinigkeiten sind und nichts was wir nicht durch reden wieder hin bekommen würden. Er meinte ein gutes Zeichen sei auch das sie von alleine wieder zurück gekommen ist. Sie sagte das sie in der Nacht gegen 1:30 Uhr gegangen ist und dann draußen rum gelaufen ist und auf einer Parkbank saß.Außerdem war sie ja bereits zu dem Zeitpunkt in Ambulanter Behandlung. Er meinte nur wir sollten reden und die Psychologin anrufen für einen Termin.

Wir haben alle 14 Tage mit der Psychologin ein Gespräch. Wegen Corona sind dort leider alle weiteren Treffen gestrichen, ansonsten wären da nämlich alle 4 Wochen Gespräche mit den anderen Eltern zusammen zum gegenseitigen Austausch, das fällt leider aus. Daher hatte ich mich auch dazu entschieden doch hier etwas zu schreiben in der Hoffnung das auch andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

LG Miri
Sheila0505
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Re: Miriam mit Tochter ()

Beitrag von Sheila0505 »

Hallo Miri, dass ist großartig wie ihr das macht. Das muss dir/euch alles unendlich viel Kraft kosten.

Habt ihr euch schon mal mit dem Thema Borderline beschäftigt? Oder die KiPsych was dazu gesagt?
Vllt wäre das Recherchieren in diese Richtung interessant für euch.

Ganz liebe Grüße
Aydo
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Re: Miriam mit Tochter ()

Beitrag von Aydo »

Sheila0505 hat geschrieben: 05.11.2021, 13:27 Hallo Miri, dass ist großartig wie ihr das macht. Das muss dir/euch alles unendlich viel Kraft kosten.

Habt ihr euch schon mal mit dem Thema Borderline beschäftigt? Oder die KiPsych was dazu gesagt?
Vllt wäre das Recherchieren in diese Richtung interessant für euch.

Ganz liebe Grüße
Hallo,

erstmal lieben Dank für die tröstenden Worte!

Nein, Borderline war bisher noch kein Thema. Die Psychologin schaut jetzt in Richtung Depressionen und arbeitet den sexuallen Missbrauch auf. Zumal die Polizei schon angedeutet hat das sie sich gerne dafür mit meiner Tochter unterhalten würden wenn die Psychologin ihr ok gibt. Da meine Tochter so nichts von sich gibt ist es etwas schwierig alles richtig ein zu ordnen. Sie verschließt sich sobald das Thema auf ihre Gefühle kommt, dann sagt sie nichts mehr. Sie gibt aber uns die Schuld das es so ist und ich verstehe nicht wieso. Wir konnten immer über alles mit ihr reden und hatten nie das Gefühl ein schlechtes Verhältniss zu ihr zu haben.
Sie hat nun Kunsttherapie das gefällt ihr wohl sehr, denn sie zeichnet sehr gerne. Da hat sie mir dann beim Telefonat (wir dürfen täglich mit ihr 10 Minuten telefonieren) gestern auch freudig drüber erzählt und was die TP sagte, warum sie diese Farben aussuchte oder warum es gut ist da sie das fühlt. Wenn sie das jetzt noch laut aussprechen würde, würden wir sicher schneller weiter kommen.

LG Miri
Sheila0505
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Re: Miriam mit Tochter ()

Beitrag von Sheila0505 »

Hallo Miri, da habt ihr offenbar eine gute Klinik und somit gute Hilfe für euer Kind gefunden. Es werden sicherlich viele Gespräche klinikintern stattfinden und vllt schafft es eure Tochter sich zu öffnen.

Die (Gesprächs-) bis hin zu späteren (Besuchs-)Zeiten werden im Laufe der Therapie in Absprache mit euch peu à peu erhöht werden, es braucht halt alles seine Zeit und hierfür viel Kraft und Geduld. So wie du schreibst, bin ich mir sicher, dass du diese Kraft aufbringen kannst und das schaffen nur Eltern welche ihre Kraft aus der innigsten Liebe zu ihren Kindern schöpfen - du machst das m.E. alles ganz toll.

Versuche auch auf deine Bedürfnisse und Warnsignale zu hören, denn psychisch ist die Situation für euch Eltern auch wahnsinnig belastend.

Während der Pandemie haben sich zunehmend Selbsthilfegruppen via Videokonferenzen gebildet, vllt lässt sich sowas für euch finden. Da würde die Entfernung unter den Betroffenen (Elternteilen) auch keine große Rolle spielen.

Ich drücke euch die Daumen, dass eure Familie bald wieder hellere Zeiten erleben kann.

Vllt bekommst du auch hier noch ein paar Antworten oder kannst Kontakte knüpfen.
Das wäre natürlich toll.

Alles Liebe, Sheila
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Aydo
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Re: Miriam mit Tochter ()

Beitrag von Aydo »

Lieben Dank Sheila :-)
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