Noreia und 14jahrige Tochter mit Angststörung und Depressionen

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Noreia
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Noreia und 14jahrige Tochter mit Angststörung und Depressionen

Beitrag von Noreia »

Hallo zusammen,
Ich bin Mutti einer 14jährigen Tochter und suche hier Austausch mit anderen Betroffenen.

Mein Kind hat eine diagnostizierte Angststörung, einhergehend mit depressiven Phasen. Die Ängste an sich hat sie schon immer, allerdings wirken die sich immer mehr auf ihr Leben aus und wurden auch immer stärker sodass wir vor einem halben Jahr eine Physiotherapie angefangen haben.

Leider hat sich der für mich erhoffte Erfolg nicht eingestellt, im Gegenteil, ich finde es tut sich gar nichts.
Sie kann nicht mit Menschen kommunizieren, pflegt keine Freundschaften, will nicht rausgehen wo andere Menschen sind. Sie sitzt den ganzen Tag zur Hause, aber mehr geht nicht.

Wenn ich andere Kinder in ihrem Alter sehe, die treffen sich draussen, verabreden sich für Kino usw - mein Kind nicht.

Bei uns hat die Schule wieder angefangen u ich habe gehofft das sie sich vielleicht mit der einen Freundin ( die einzige die man so bezeichnen könnte) mal nachmittags verabredet - nein, keine Lust. In die Schule müssen, an sich, ist ihr zuwider, wegen der vielen Menschen. Darüber wurde die Depression jetzt wieder schlimmer.

Und ich denke den ganzen Tag an nichts anderes, was danach mal kommen soll, was aus ihr werden wird. Ich sehe im Moment alles"den Bach" runtergehen und denke sie geht mal hilflos unter. Ich kann mich nicht damit abfinden das mein Kind anders ist als andere. Deswegen reagiere ich auch nicht immer richtig.

So, nun erstmal genug dazu. Schlussendlich suche ich aber Eltern, denen es vielleicht genauso geht. Mit meinen Bekannten kann ich darüber nicht reden, die verstehen die ganze Situation überhaupt nicht.

Vielleicht kann mir hier auch noch jemand sagen welches Unterforum/Thread der richtige wäre für mein Problem.

Danke fürs Lesen und hoffentlich einen regen Austausch
LG Noreia
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LuisaChaos
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Re: Noreia und 14jahrige Tochter mit Angststörung und Depressionen

Beitrag von LuisaChaos »

Hallo Norelia

Herzlich Willkommen im Forum :)

Ich hatte auch schon als Kind und Jugendliche eine Angststörung und Depressionen (evtl da auch schon PTBS, die Diagnose kam erst später)

Vielleicht kann ich dir auch bei Fragen helfen

Liebe Grüße Luisa
Ich *91 (selbstbetroffen mit NF1 und diversen kleinen Baustellen und Arbeit mit behinderten Kindern)
sabine g
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Re: Noreia und 14jahrige Tochter mit Angststörung und Depressionen

Beitrag von sabine g »

Liebe Noreia,

herzlich willkommen im Forum!
In der Vorstellungsrunde bist du erstmal goldrichtig.
Wenn Menschen, zumal Gleichaltrige vermieden werden, könnten vielleicht Tiere einen Zugang zu deiner Tochter finden?! Aus der psychotherapeutischen Arbeit mit dem Medium Pferd ist bekannt, dass eigene Befindlichkeiten oft auf und in das Pferd projeziert werden. So können sie ganz behutsam in die eigene Wahrnehmung vordringen. Was man erkennt statt ausblendet, kann man mit Hilfe des großen Pferdefreunds aktiv angehen zu ändern. Ein Therapeut mit echtem Plan, solidem Grundberuf und verantwortungsvollem Arbeiten (im Team, mit Supervision etc.) wäre Grundvoraussetzung, nicht so n Quacksalber, der sich nur mal irgendsoeinen Pseudoreittherapie Kurs erkauft hat.

Konntest du rausfinden, ob möglicherweise (cyber-) Mobbing vorkam/vorkommt? Oder andere grenzüberschreitende Erfahrungen?

Herzliche Grüße
Sabine
Lisaneu
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Re: Noreia und 14jahrige Tochter mit Angststörung und Depressionen

Beitrag von Lisaneu »

Hallo Norelia!

Gerade deine letzten Absätze haben mir sehr deutlich gemacht, dass nicht nur deine Tochter Hilfe braucht, sondern vor allem auch du! Vielleicht gibt es eine Selbsthilfegruppe (persönliche Treffen oder über Zoom oder Signal) für Angehörige von Menschen mit Angststörung bzw. Depression. Ich persönlich habe mit Selbsthilfegruppen (in einem anderen Kontext) sehr gute Erfahrungen gemacht. Du schreibst ja selbst dass deine Bekannten die Situation nicht verstehen. Ich kann mir vorstellen dass sie dich beschwichtigen wollen, die Probleme deiner Tochter als "Phase" abtun und dich dazu bringen wollen, alles positiver zu sehen, was dir aber nicht gelingt.

In einer Selbsthilfegruppe lernst du Menschen kennen, die genau wissen, worum es geht, und die - jede(r) für sich - Wege gefunden haben und noch finden, mit der Situation UND den eigenen Ängsten umzugehen. Aus diesen Erfahrungen kannst du dir raussuchen, was du für dich und dein Leben willst. Für das deiner Tochter kannst du weniger tun, als du gern würdest, und das tut weh. Aber meine persönliche Erfahrung ist, dass es den Menschen in meiner Umgebung auch um so BESSER geht, je mehr ich auf MICH SELBST (nicht auf die anderen) achte.

Auch hier ist ein geballter Erfahrungsschatz und die Chancen stehen gut, dass du mit Eltern in Kontakt kommst, deren Kinder in einer ähnlichen Situation stecken wie deine Tochter. Ich selbst kenne Depressionen nur von meinem Mann, da aber leider auch ziemlich heftig. Mittlerweile ist es aber besser, weil er das Problem selbst erkannt hat, und Hilfe annehmen kann. Auch mein älterer Sohn (11 Jahre) hat öfter mal dunkle Gedanken, als Depressionen sehe ich es aber (noch) nicht. Er hinterfragt halt viel, vor allem, warum er auf der Welt ist und was seine "Bestimmung" sein könnte.

Nun zu Dir: Hast du Hobbys und wenn ja wie oft kommst du dazu, sie auszuüben? Gibt es Situationen, in denen du das Kreisdenken in deinem Kopf "abschalten" kannst? Kannst du dir vorstellen, selbst professionelle Hilfe (z.B. eben Psychotherapie) anzunehmen, damit sich DEINE Sicht auf eure Situation verbessern kann?

Du schreibst, du kannst dich nicht damit abfinden, dass dein Kind anders ist als andere. Das kenne ich von mir, aber daran konnte ich dank meiner Selbsthilfegruppe und sehr lieber Menschen (die ich großteils dort kennengelernt habe) arbeiten. Mittlerweile kann ich den Großteil der Zeit akzeptieren, dass meine Jungs beide wirklich DEUTLICH anders sind, als neurotypische Kinder, und sie meistens so lieben und akzeptieren, wie sie sind. Es gibt noch Phasen, wo ich sie mir "anders" wünsche, also so eine Art Hüllen, die äußerlich wie meine Kinder aussehen, aber vom Wesen her so sind, wie ICH glauben würde, dass sie es im Leben mal leichter haben. Aber diese Phasen sind mittlerweile glücklicherweise sehr selten geworden. Das war aber kein Zufall, sondern ein Prozess, den ich wollte, und an dem ich seit Jahren bewusst arbeite.

Gerne kannst du mir auch per PN antworten, wenn dir das lieber ist!

Achja, und natürlich ganz herzlich willkommen hier im Forum!

Lg Lisaneu
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama ADHS (mit 49 diagnostiziert)
Noreia
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Re: Noreia und 14jahrige Tochter mit Angststörung und Depressionen

Beitrag von Noreia »

Vielen lieben Dank für eure Beiträge.

Im Moment jagt bei mir/uns wieder eine negative Geschichte die nächste.

@lisaneu: definitiv hast Du Recht das ich selbst therapeutische Hilfe brauchen könnte. Das gestehe ich mir auch voll ein. Es ist allerdings ein Ding der Unmöglichkeit dafür einen Termin zu bekommen, bisher lagen meine Bemühungen bei einem Viertel Jahr Wartezeit. Die Hilfe bräuchte ich jetzt.

@LuisaChaos: Gerne würde ich mich bei dir per PN melden. Vielleicht kannst du mir als seinerzeit betroffener Teenie einen kleinen Einblick geben wie du es geschafft hast die Ängste zu bewältigen. Würde dir das was ausmachen?

@sabine g: Meine Tochter hat vor ca zwei Jahren etliche Reitstunden gehabt, auch kleine Hilfearbeiten bei den Pferden. Leider hat sie gar keinen Gefallen daran gefunden und wollte das dann nicht mehr. Damit erziele ich warscheinlich leider keine Erfolge. Was Mobbing an sich angeht (egal über welche Ebene) gab es denke ich nichts dramatisches. In dem Alter ist es glaube normal das auch mal Zickenkrieg im Klassenzimmer herrscht. Das Problem an der Sache ist aber: normale Kinder ärgern sich drüber und nach zwei Tagen ist alles wieder anders. Mein Kind nimmt sich jede noch so kleine Sache dermaßen zu Herzen ... Dann geht nichts mehr.
Heute ist ihr z.b. die Trinkflasche ausgelaufen. Empfinden meines Kindes: ALLE haben gekuckt, gelacht und blöd geredet. Tatsächlich (obwohl ich nicht dabei war) haben sicherlich ein paar Leute gekuckt, das wars aber auch. Für sie ist die Welt aber schon wieder zu Ende.

Leider lässt sie das dann an mir aus. Ich bin (eben wegen ihrer Probleme) die einzige enge Bezugsperson. Wir verstehen uns eigentlich prächtig, aber dann landet der ganze angestaute Frust bei mir. Sie will mir bestimmt damit nicht weh tun aber ich denke sie kann nicht anders. Weh tuts mir trotzdem. Ich versuche ja nun schon mein bestes, wir reden oft ganz lange, ich geb ihr immer das Gefühl das sie nicht allein dasteht u immer auf mich zählen kann - aber diese Situation frisst mich so auf.

Meine Güte, jetzt ist's es doch wieder so viel geworden, sorry ...

LG Noreia
Lisaneu
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Re: Noreia und 14jahrige Tochter mit Angststörung und Depressionen

Beitrag von Lisaneu »

Noreia hat geschrieben: 08.09.2021, 17:04 @lisaneu: definitiv hast Du Recht das ich selbst therapeutische Hilfe brauchen könnte. Das gestehe ich mir auch voll ein. Es ist allerdings ein Ding der Unmöglichkeit dafür einen Termin zu bekommen, bisher lagen meine Bemühungen bei einem Viertel Jahr Wartezeit. Die Hilfe bräuchte ich jetzt.
Hallo Noreia!

Nur so eine Anregung: Wenn eine Therapie, von der du annimmst, dass sie deiner Tochter gut tun würde, eine Wartezeit von einem Viertel Jahr benötigen würde, würdest du sie dann ablehnen, weil sie die Therapie "jetzt" brauchen würde, oder annehmen, weil es besser ist, in einem Vierteljahr als nie (und absagen ist IMMER leichter als vereinbaren) :wink: .

Ich merke hier immer wieder, dass viele Eltern alle Hebel in Bewegung setzen, wenn es um die (körperliche, geistige oder seelische) Gesundheit ihrer Kinder geht, aber viel weniger Anstrengung zeigen, wenn es um die eigene Gesundheit geht.

Als ich selbst vor vielen Jahren massive psychische Schwierigkeiten hatte, habe ich die Hilfe meiner Eltern angenommen, die mir angeboten haben, mir eine private Psychologin zu bezahlen. Denn ich selbst hätte es mir damals nicht leisten können und bis zu dem Zeitpunkt hätte ich auch bei niemanden, nicht mal meinen Eltern, um (finanzielle) Hilfe "betteln" wollen. Heute sehe ich es komplett anders. Ich merke rückblickend noch viel klarer als damals, wie dreckig es mir gegangen ist. Ich war an einem Punkt angelangt, wo ich meinen Stolz (alles "alleine" schaffen zu müssen) komplett aufgeben konnte, weil es einfach nur mehr darum ging, den aktuellen Tag irgendwie zu überstehen.

Ich weiß natürlich nicht, ob du auch jemanden hast, der bereit ist, dich zu unterstützen (ev. auch finanziell, denn privat finden man leicht Psychotherapeuten), aber wenn es so sein sollte, will ich das einfach mal anregen!

Alle Liebe von uns!
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LuisaChaos
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Re: Noreia und 14jahrige Tochter mit Angststörung und Depressionen

Beitrag von LuisaChaos »

Noreia hat geschrieben: 08.09.2021, 17:04
@LuisaChaos: Gerne würde ich mich bei dir per PN melden. Vielleicht kannst du mir als seinerzeit betroffener Teenie einen kleinen Einblick geben wie du es geschafft hast die Ängste zu bewältigen. Würde dir das was ausmachen?
Klar, du darfst dich gerne per PN melden :)
Ich *91 (selbstbetroffen mit NF1 und diversen kleinen Baustellen und Arbeit mit behinderten Kindern)
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Re: Noreia und 14jahrige Tochter mit Angststörung und Depressionen

Beitrag von sabine g »

Hallo Noreia,

ich glaub, mit den Pferden gibst du zu schnell auf. Laß mich erklären…

Die Reitstunden hatte sie sich vermutlich gewünscht, weil sie Pferde toll findet/fand. Sicher hat sie gespürt, dass sie da eine Kraftquelle und einen Trost finden kann. Dann kommt sie aber in einen typischen Reitstall. Dort wird sie unterrichtsmäßig -mehr oder weniger einfühlsam- angeleitet wie man so reitet. Beim Reiten klappt generell anfangs erstmal viel so gar nicht, und selbst Dinge, die schon funktionierten, sind je nach Tagesform von Pferd und Menschlein oft plötzlich wie weg. Jede Anleitung/sportliche Korrektur beinhaltet für sie auch ein „so wie du es grad eben gemacht hast, war es total falsch“. Also Frust pur, sich klein fühlen statt getragen. Dann sind am Stall meist viele Gleichaltrige, die alles besser können, alles besser wissen, besser aussehen und Neuen gegenüber häufig grad nicht sehr offen sind.

Der Funken Feuer für die Pferde wird noch in ihr sein, nur sieht sie keinen Weg, den Pferden nah sein zu können. Woran ich dachte, ist eine total ruhige Situation zwischen Therapeut/in, Pferd und deiner Tochter. Niemand sonst. Und was sie am Pferd machen mag, entscheidet deine Tochter. Fell streicheln, berühren und berührt werden, führen oder pflegen, oder auch oben drauf sitzen, gewiegt und getragen werden, den Boden unter den Füßen verlieren….vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in das Pferd.

Wenn du magst, schick mir in einer PN deinen Wohnort und ich schau für dich mal das Netz durch, ob ich in deiner Gegend jemanden finde, den ich für qualifiziert erachte, um mit deiner Tochter zu arbeiten.

Liebe Grüße
Sabine
JanaSnow
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Re: Noreia und 14jahrige Tochter mit Angststörung und Depressionen

Beitrag von JanaSnow »

Hallo,

das was Sabine schreibt habe ich mit unserer Tochter ähnlich erlebt. Nur andersrum. Sie hatte viele Jahre glückliche Reittherapie. Leider konnte diese nicht fortgeführt werden.
Ich dachte ich mach ihr eine Freude und habe sie bei Reiterferien angemeldet. Sie war auch ganz begeistert. Bis sie dort war.
Genau das, was Sabine beschreibt ist geschehen. Sie konnte nicht das "Mit dem Tier sein" genießen, sondern sollte es "steuern" und das konnte (ich vermute wollte) sie nicht. Zumindest nicht so, wie es ihr vorgegeben wurde. Sie wollte sich an den Hals des Tieres lehnen, rückwärts reiten, auf dem Pferd liegen, es bürsten, sich in die Mähne kuscheln, es verwöhnen, aber doch nicht aufrecht sitzend da irgendwie mit den Schenkeln steuern. In der Reittherapie hat sie auch gerne das Pferd geführt. Es gab Reittherapiestunden, da saß sie nicht eine Minute auf dem Pferd. In den Reiterferien waren da auf einmal nicht mehr nur sie und das Pferd und die Therapeutin sowie ich und max ein weiteres Kind. Plötzlich waren da so viele, die das Pferd nicht als Kraftquelle sahen, sondern angeben wollten, mit ihrem Können. Die anderen Kinder haben sie gestresst, die ja alles besser konnten und wussten. Der Anspruch an sich selbst, es richtig zu machen hat sie gestresst .... Und sie ist nicht depressiv.
Sie mag Pferde immer noch sehr gerne. Mistet gerne jeden Stall aus, bei dem es ihr erlaubt ist. Richtig reiten lernen will sie aber nicht.

Alles Liebe für Euch
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Sophie-11
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Re: Noreia und 14jahrige Tochter mit Angststörung und Depressionen

Beitrag von Sophie-11 »

Noreia hat geschrieben: 08.09.2021, 17:04
Leider lässt sie das dann an mir aus. Ich bin (eben wegen ihrer Probleme) die einzige enge Bezugsperson. Wir verstehen uns eigentlich prächtig, aber dann landet der ganze angestaute Frust bei mir. Sie will mir bestimmt damit nicht weh tun aber ich denke sie kann nicht anders. Weh tuts mir trotzdem. Ich versuche ja nun schon mein bestes, wir reden oft ganz lange, ich geb ihr immer das Gefühl das sie nicht allein dasteht u immer auf mich zählen kann - aber diese Situation frisst mich so auf.
Liebe Noreia,

das ist bestimmt sehr anstrengend, das glaube ich Dir gerne. Aber vielleicht kann es Dir ein bisschen helfen, wenn Du einen anderen Blickwinkel darauf nimmst: Bei anderen Menschen muss sich Deine Tochter doch irgendwie zusammenreißen, muss einen Teil ihrer selbst verleugnen. Nur bei Dir kann sie sich ganz entspannen und alles rauslassen. Das ist ein riesiger Vertrauensbeweis! Du machst also definitv ganz viel richtig, es ist ein Lob, auch wenn es sich in der konkreten Situation vermutlich nicht so anfühlt.

Du schreibst, dass Deiner Tochter die Therapie (ich nehme an, Psycho-, nicht Physiotherapie?) nicht geholfen hat - vielleicht setzt sie ja falsch an? Kann es sein, dass hinter den Ängsten und Depressionen Deiner Tochter noch was anderes steckt, sie vielleicht nur Symptome eines anderen Problems sind? Ist da schon mal geschaut worden? Aber vielleicht passte ja auch nur der/die Therapeut*in nicht?

LG!
der Große *12/2007 (eher Spektrumsnah)
der Mittlere *09/2010 (Asperger und Vd auf ADHS)
die Kleine *02/2014 (Asperger)
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